Suche...
NFL

Die neuen Head Coaches Part 1: Was wird aus Mathieu? Was aus Trubisky?

Auch in diesem Jahr gehen wieder mehrere Teams mit neuen Head Coaches an den Start - das bringt viele Fragen mit sich.

Insgesamt sieben Teams starten mit neuen Head Coaches in die Offseason: Die Cardinals, Bears, Lions, Colts, Giants, Raiders und Titans setzten bei ihrer Suche ganz unterschiedliche Prioritäten - und präsentierten entsprechend vielfältige Lösungen.

Doch woher kommen die einzelnen Kandidaten? Wie sieht ihre NFL-Erfahrung, wie ihr Trainerstab aus? Und welche Aufgaben kommen auf sie zu? SPOX nimmt die Franchises einzeln unter die Lupe, Teil 1 behandelt die Arizona Cardinals, die Chicago Bears und die Detroit Lions.

Arizona Cardinals

Neuer Head Coach: Steve Wilks

Bisherige NFL-Erfahrung: Defensive Backs Coach (2006-2008/Bears), Defensive Backs Coach (2009-2011/Chargers), Defensive Backs Coach (2012-2014/Panthers), Assistant Head Coach und Defensive Backs Coach (2015-2016/Panthers), Assistant Head Coach und Defensive Coordinator (2017/Panthers).

Wichtigste Baustelle: Die Offense und die Quarterback-Frage. Die Anzeichen häufen sich, dass Larry Fitzgerald noch eine Saison dranhängt, während David Johnson bis zum Minicamp vollständig wiederhergestellt sein wird. Hier enden dann aber auch schon die Prognosen über die Cardinals-Offense 2018, die man halbwegs selbstbewusst tätigen kann. Der Rücktritt von Quarterback Carson Palmer beschert Arizona zwar Cap-Space, die Cardinals stehen gleichzeitig aber durch diverse auslaufende Verträge Stand heute zum Start des neuen Liga-Jahres komplett ohne Quarterback da.

Die oberste Aufgabe für Wilks und Geschäftsführer Steve Keim besteht darin, einen Quarterback zu finden - und mehrfach hörte man jetzt aus Arizona auch schon, dass die Cards dabei aggressiv vorgehen werden. Dabei gibt es viele Optionen: Mitbieten bei Kirk Cousins, Risiko eingehen bei Teddy Bridgewater oder Nick Foles - oder ein teurer Draft-Trade nach oben. Wie auch immer, klar ist, dass ein Quarterback die höchste Priorität genießt.

Die Tatsache, dass fraglos die Offense die größte Baustelle ist - defensiv gehörte Arizona in der zweiten Saisonhälfte wieder in die ligaweite Top-10, hier ist der Kader mit Spielern wie Chandler Jones, Patrick Peterson, Markus Golden, Tyrann Mathieu, Budda Baker und Deone Bucanneon bestens besetzt - machte die Head-Coach-Verpflichtung zumindest auf den ersten Blick ein wenig überraschend.

Gleichzeitig aber liefert sie auch wieder eine Lektion, die man nicht vergessen sollte: Der Head Coach muss erst einmal in puncto Team- und Menschenführung sowie Kaderzusammenstellung überzeugen. Scheme-Aspekte sind wichtig, hier aber darf der Fokus auf die Coordinators wandern.

Personelles Fragezeichen: Tramon Williams und Robert Nkemdiche. Neben Fitzgerald ist der Cornerback für die kommende Saison eine zentrale Personalie. Williams unterschrieb Ende Juli einen Einjahresvertrag und mauserte sich im Laufe der Saison zu einem mehr als soliden Option gegenüber von Patrick Peterson. Das könnte ihm auf dem Free-Agency-Markt einige Angebote einbringen - gelingt es den Cardinals, Williams zu halten und kann der an seine starke zweite Saisonhälfte anknüpfen, hätte Arizona eine sehr gute Ausgangslage in der Secondary.

Davor muss Nkemdiche sein fraglos vorhandenes Potenzial endlich auf den Platz bringen. Das gelang in der 3-4-Defense nie wirklich, Wilks wird mutmaßlich auf die von ihm bevorzugte 4-3 umstellen. Das sollte Nkemdiche entgegen kommen und würde Arizona wieder eine Interior-Pass-Rushing-Präsenz geben, die in der Vorsaison nach dem Abgang von Calais Campbell schmerzlich fehlte. Die Cardinals werden in der Interior-D-Line ohnehin noch nachbessern müssen, soll auf eine 4-3-Defense umgestellt werden.

Nkemdiche könnte hier ein X-Faktor werden, insbesondere falls Arizona die Defensive Line künftig wirklich als aggressive One-Gapping-Line nutzt. Gleichzeitig bringt die zunehmend erwartete Umstellung auch Fragezeichen mit sich: Passt Deone Bucannon noch in diese Defense? Und was macht Arizona mit Tyrann Mathieu? Beide waren bislang flexible Matchup-Waffen, könnten in einer 4-3 aber eine untergeordnete Rolle erhalten - und dafür wäre vor allem Mathieu zu teuer.

Das gilt umso mehr, wenn man sich die glänzenden Auftritte von Budda Baker, ein ähnlicher Spielertyp, in der Vorsaison ins Gedächtnis ruft. Oder plant Wilks mit Mathieu primär als Slot-Corner und Safety-Hybrid? Offensiv-Kandidaten neben Fitzgerald sind Jaron Brown und John Brown. Arizonas Receiving-Corps könnte 2018 ein stark verändertes Gesicht haben.

Coordinators: Mike McCoy (Offense), Al Holcomb (Defense). "Als Defensive Coordinator ist nichts demoralisierender, als wenn der Gegner sein Run Game aufziehen kann."

Diese Aussage von Wilks selbst bei seiner ersten Cardinals-Pressekonferenz in Kombination mit der Tatsache, dass Arizonas bester Offensivspieler Running Back David Johnson ist, dürfte klar machen, wo der Weg hingeht: Die Cardinals wollen den Ball laufen, und das häufig. McCoy ist ein aggressiver Play-Caller, der bislang in seiner Karriere gezeigt hat, dass er mit unterschiedlichstem Personal arbeiten und dabei flexibel schemen kann.

Allerdings kostete ihn auch ein mutmaßlich zu komplexes, ausgedehntes Scheme auch den Posten des Offensive Coordinators in Denver in der vergangenen Saison. Runs aus verschiedenen Formationen und Heavy-Sets sowie darauf aufbauend Play Action und das Überladen einzelner Defense-Bereiche dürfte in Arizona im Fokus stehen. Letztlich aber hängt selbstverständlich auch viel davon ab, welcher Quarterback letztlich in Arizona landet.

Ein interessanter Nebenaspekt hier: McCoy blickt, neben seiner Head-Coach-Erfahrung aus Chargers-Tagen (2013-2016) auf mehrere Jahre als NFL-Quarterbacks-Coach zurück - genau wie Jason Michael, der mutmaßlich als Tight-End-Coach übernimmt. Michael coachte Marcus Mariota in den vergangenen beiden Jahren. Holcomb verbrachte die vergangenen fünf Jahre als Linebacker-Coach in Carolina, erst gemeinsam mit und dann unter Wilks. Es wird Wilks' Defense sein: Eine aggressive One-Gap-4-3 mit mutigem Blitzing und viel Zone Coverage.

Seite 1: Die Arizona Cardinals

Seite 2: Die Chicago Bears

Seite 3: Die Detroit Lions

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung