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NFL

Third and Long: Playoff-Predicitions und Head-Coaching-Karussell

Dienstag, 02.01.2018 | 13:15 Uhr
Die Los Angeles Rams empfangen in der Wildcard-Runde die Atlanta Falcons

Die Regular Season 2017 ist Geschichte und der Blick richtet sich endlich auf die Playoffs - zumindest für zwölf Teams. Anderorts wird bereits kräftig an der Zukunft gebastelt, insgesamt sechs Teams sind auf der Suche nach einem neuen Head Coach. In seiner wöchentlichen Kolumne beleuchtet SPOX-Redakteur Adrian Franke die Ideallösung für alle sechs vakanten Head-Coach-Posten und gibt seine Einschätzung zu den Wildcard-Partien ab. Außerdem: Ein vollgepackter Mailbag mit dem Debüt von Patrick Mahomes, den Seattle Seahawks, Jon Gruden und vielem mehr!

Rams, Falcons, Bills und Co.: Meine Wildcard-Matchups

No. 4 Kansas City Chiefs - No. 5 Tennessee Titans

Schlüsselmatchup: Tennessees Secondary gegen Alex Smith

Klartext: Die Titans stehen in den Playoffs und haben somit genügend und die richtigen Spiele gewonnen. Aber für mich ist Tennessee nur auf dem Papier ein Playoff-Team. Zu schlecht ist das offensive Coaching in nahezu jederlei Hinsicht, zu inkonstant das Run Game, weshalb Mariota große Probleme hat. Und zu anfällig ist die Pass-Defense. Tennessees große Stärke in dieser Saison ist die Run-Defense, gegen den Pass haben die Titans riesige Probleme. Ihr DVOA-Rang 24 gegen den Pass bestätigt hier die Eindrücke.

Kansas City ist auf der anderen Seite pünktlich zum Saison-Schlussspurt wieder in Fahrt gekommen. Ein starker Einsatz von Run-Pass-Options öffnet Wege im Run Game und Alex Smith hat zumindest situativ seine Aggressivität wieder gefunden. Das gilt ganz besonders, wenn Tyreek Hill Eins-gegen-Eins-Situationen hat.

Tennessee wird, so löchrig die Chiefs-Defense in dieser Saison phasenweise war, dieses Spiel nicht gewinnen, wenn KC mal eine 2-Score-Führung hat. Dafür ist das Titans-Team offensiv nicht gebaut und hat allein im Scheme viel zu große Defizite. Liefert die Pass-Defense nicht ihr bestes Saisonspiel ab, wird es für Tennessee ein wenig vergnüglicher Playoff-Auftritt.

No. 3 Jacksonville Jaguars - No. 6 Buffalo Bills

Schlüsselmatchup: Bortles gegen Buffalos Defense

Viel spricht wahrlich nicht für die Bills, umso mehr, da LeSean McCoy angeschlagen ist. Dazu kommt, dass Jacksonville, nachdem die Defense gegen den Run immer wieder undiszipliniert aufgetreten und die Gap-Kontrolle hergeschenkt hat, gegen den Run im Regular-Season-Finale in Tennessee deutliche Tendenzen nach oben offenbart hat. Und so viel ist klar: Im Passspiel werden die Bills diese Partie nicht gewinnen, Buffalos Passing-Offense gegen die Pass-Defense der Jags ist das größte Mismatch am Wildcard-Wochenende.

Aber es gibt doch einen Hoffnungsschimmer, und der lautet Blake Bortles. Nach guten bis sehr guten Auftritten gegen Indy, Seattle und Houston, wo er plötzlich auch technische Fortschritte zeigte, gab es zum Regular-Season-Abschluss gegen San Francisco und Tennessee wieder eine merkliche Regression. Bortles hat wieder mehr Probleme in der Pocket, wirft desolate Pässe in Double Coverage oder über die Mitte zu kurz beziehungsweise in den Rücken seiner Receiver.

Buffalos Zone-Defense ist für solche Quarterbacks brandgefährlich. Die Bills sind in der Secondary nicht nur individuell sehr gut besetzt, das Scheme hilft auch, in solchen Situationen einen schlechten Wurf zu "finden" und abzufangen. Nicht umsonst hatten in der gerade beendeten Regular Season nur fünf Teams mehr Interceptions als die Bills (18). Das ist die größte Chance für Buffalo, um Jacksonville zu schlagen.

No. 3 Los Angeles Rams - No. 6 Atlanta Falcons

Schlüsselmatchup: Atlantas Running Backs gegen die Rams-Linebacker

War es eine Trendwende oder war es Zufall? Devonta Freeman hatte in keinem Spiel dieser Saison über fünf Receptions - bis zum Regular-Season-Finale gegen Carolina: Da waren es gleich neun, zwei weitere verzeichnete Running-Back-Kollege Tevin Coleman.

Unter Kyle Shanahan war die Rolle der Running Backs im Passing Game ein elementarer Bestandteil der Offense, sein Nachfolger Steve Sarkisian hat sich bisher erfolgreich dagegen gewehrt. Gegen die Rams hätte ein Fortsetzen dieses Trends gleich zwei positive Aspekte: Man könnte den Pass-Rush um Aaron Donald besser ausschalten, und man könnte die Rams-Linebacker in Coverage attackieren - ein Matchup, das L.A. garantiert vermeiden will und das den Falcons dabei helfen kann, in einem möglichen (und nicht unwahrscheinlichen) Shootout mitzuhalten.

No. 4 New Orleans Saints - No. 5 Carolina Panthers

Schlüsselmatchup: Carolinas Linebacker gegen das Screen-Game

New Orleans hatte in den vergangenen Wochen einige holprigere Spiele, der Kern dieses Teams ist aber noch immer klar: Der Einsatz der Running Backs als Runner und Receiver. Kein Team hat ein besser designtes Screen-Game als die Saints, New Orleans spielt hier großartig mit Play Action und verschiedenen Formationen, um Defenses unter Druck zu setzen.

Ganz besonders springt dabei ein Trend ins Auge, den man in der NFL häufiger sieht: Der Einsatz des Fullbacks als Matchup-Spieler. Gemeint ist, dass die Offense mit einem Running Back und einem Fullback aufs Feld kommt, was die Defense in den allermeisten Fällen in ihre Base-Coverage (anstatt Linebacker oder D-Liner durch Defensive Backs zu ersetzen) zwingt. Wenn eine Offense dann - Kyle Shanahan ist ein Meister darin, die Patriots nutzen das in diesem Jahr auch vermehrt - den Fullback via Pre-Snap-Motion als Receiver aufstellen und so aus einer I- in eine Spread-Formation übergehen kann, übt das riesigen Stress auf die Defense aus.

Die Panthers haben in Luke Kuechly den besten Cover-Linebacker in der NFL, mit dem Screen Game der Saints und deren kreativem Einsatz der Running Backs wartet jetzt aber eine echte Prüfung. Umso mehr, da New Orleans mit der vielleicht besten Offensive Line dieser Saison aufwarten kann und so die aggressiven Blitz-Pakete der Panthers weniger schwer ins Gewicht fallen.

Auf der anderen Seite des Balls ist klar: Carolina muss sein Standard-Run-Game (also ohne Cam Newton) ins Rollen bringen. Die Panthers sind im Passing Game isoliert betrachtet viel zu harmlos und wenn die Offense alleine von Newtons Runs abhängt, wird Carolina mit der Saints-Offense nicht Schritt halten können.

Seite 1: Die entscheidenden Matchups für die Wildcard-Spiele

Seite 2: Nach Black Monday: Welche Head Coaches machen wo Sinn?

Seite 3: Gruden, Head-Coaching-Suche, Enttäuschungen, Seahawks - eure Fragen

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