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Falcons vs. Buccaneers: Ein Ungleichgewicht der Feuerkraft

Montag, 18.12.2017 | 14:45 Uhr
Die Falcons treffen in Week 15 auf die Buccaneers - und dürfen sich keine Ausrutscher leisten

Zum Abschluss von Week 15 gilt für die Atlanta Falcons (8-5): Ausrutscher aller Art verboten! Gegen die Tampa Bay Buccaneers (4-9) brauchen die Falcons mit Blick auf das enge Playoff-Rennen in der NFC in jedem Fall einen Sieg, die Bucs auf der anderen Seite können dem Division-Rivalen in die Suppe spucken. Doch wie gelingt das? mySPOX-User Moo_NFL startet einen Erklärungsversuch, SPOX-Redakteur Adrian Franke argumentiert für die Falcons. Zu sehen gibt es das Spiel in der Nacht auf Dienstag (2.30 Uhr) live auf DAZN!

Tampa Bay Buccaneers (4-9) - Atlanta Falcons (8-5) (Di., 2.30 Uhr live auf DAZN)

mySPOX-User Moo_NFL: Als die Spielplangestalter der NFL im April diesen Jahres dieses Primetime-Spiel terminierten, hatten sie sicher anderes im Sinn. Anstatt eines Showdowns um die Division-Krone sieht die nationale Audienz ein Spiel, in dem es für die Bucs lediglich darum geht, dem Gegner aus Atlanta in die Suppe zu spucken.

Das wird jedoch keine leichte Aufgabe. Der Edge-Rush ist quasi nicht existent, nach Adjusted Sack Rate von Football Outsiders ist man mit schockierend großem Rückstand Letzter. Der Ausfall von Gerald McCoy wird den Druck auf Matt Ryan weiter reduzieren. Schon im Duell vor drei Wochen musste Ryan nicht einen einzigen Sack nehmen und nutzte seine Freiheiten für eines seiner besseren Spiele der Saison.

Das größte Problem war jedoch Julio Jones, der immer wieder Lücken in der Zone fand oder bei Man Coverage den unerfahrenen Ryan Smith vernaschte und so bei 15 Targets 12 Catches für 253 Yards fing. Wenn man eine Chance haben will, muss die nach DVOA auf 31 platzierte Pass-Defense, die auf Cornerback Vernon Hargreaves verzichten muss, dies unbedingt verhindern. Ebenso wichtig wird es sein, dass die Defense ihre Probleme beim Tackling ablegt. Zu oft wurden solche verpasst und es somit versäumt, die Gegner bei Third Down für konservatives Play-Calling zu bestrafen. Dies könnten die Falcons mit ihrem Backfield oder dem flinken Taylor Gabriel ausnutzen.

Bucs: Kann Jameis Winston Turnover vermeiden?

In der Offensive fallen weiterhin die Starting-Linemen Marpet und Dotson aus, ansonsten sind alle an Bord. Ob dies reicht, hängt vor allem davon ab, ob Winston und Co. Turnover vermeiden. Fünf Giveaways wie gegen die Lions darf es nicht noch mal geben. Gelingt dies, traue ich es der Offense zu den Ball zu bewegen, denn die Falcons reißen trotz ihrer starken Leistung letzte Woche defensiv keine Bäume aus. Gegen den Lauf liegen sie nach DVOA auf Platz 30.

Hoffnung für die Bucs liefert daher vor allem Peyton Barber, der in den letzten zwei Spielen vermehrt zum Einsatz kam und dabei mit insgesamt über 200 Yards from Scrimmage und mit 4,6 Yards pro Attempt durchaus zu gefallen wusste. In Woche 13 war er nach DYAR der fünftbeste RB der Liga und in Woche 14 erlief er 41 seiner 58 Yards nach Gegnerkontakt. Dies lässt hoffen, dass das über die Saison schwache Run Game trotz ersatzgeschwächter O-Line doch noch Fahrt aufnimmt und Atlantas Defense auf und Matt Ryan neben dem Platz hält.

Auf defensiver Seite ruht die Hoffnung auf Takeaways. Dort gehört man zu den Besten der Liga, lediglich die Jaguars und Ravens sind besser. Bei eroberten Fumbles ist man gar die Nummer 1. Diese Statistik gilt zwar nicht als voraussagend, nichtsdestotrotz scheint dies vor allem bei Lavonte David eher eine Fähigkeit statt Glück zu sein. Der Linebacker konnte diese Saison schon fünf Fumbles erzwingen und ebenso viele erobern, was seit 30 Jahren sonst Niemandem gelang. Glück für die Ballträger der Falcons, dass David verletzt ausfällt. Was Interceptions angeht, gehört man auch zu den Besseren der Liga - aufgrund des mangelnden Drucks auf den gegnerischen Quarterback bemerkenswert.

Falls Ryan wie letzte Woche wieder ungenaue Würfe und schlechte Entscheidungen an den Tag legt, ist man in der Lage, daraus Kapital zu schlagen. Insgesamt sind die Falcons vor allem aufgrund der defensiven Probleme und Ausfälle der Bucs klarer Favorit. Wenn man jedoch Big Plays verhindern kann, gute Tackles setzt und die Offense unnötige Fehler vermeidet, könnte man den Primetime-Slot doch noch rechtfertigen und zumindest passiv in den Playoff-Kampf eingreifen.

Adrian Franke (SPOX): Die beiden für mich kritischsten Baustellen für die Bucs in diesem Spiele hast du bereits angesprochen: Kein Team ist im Pass-Rush harmloser als Tampa - und Lavonte David fällt aus. Matt Ryan hat in dieser Saison einige Probleme mit Pressure, von den Bucs wird er den nicht bekommen. Das öffnet Tür und Tor auch für das Play-Action-Passspiel, vor allem aber sollte Ryan gezielt die Linebacker attackieren.

Tampa offenbarte zuletzt auffällige Probleme, wenn die Linebacker mit Running Backs im Passing Game angegriffen wurden. Das war unter Kyle Shanahan ein Markenzeichen der Falcons-Offense, unter Steve Sarkisian sieht man das bislang viel zu selten. Zwar fällt Tevin Coleman aus, Devonta Freeman kann diese Rolle aber ebenfalls problemlos einnehmen.

Und immerhin die Tight-End-Pass-Pakete gibt es auch bei Sarkisian, das wäre eine mögliche Alternative. Ganz zu schweigen natürlich von Julio Jones, der aus dem Slot heraus ein Matchup-Alptraum selbst für eine gute Secondary ist - und dazu zählt Tampa dieser Tage sicher nicht.

Dazu kommt, dass die Bucs auch in der Run-Defense Lücken haben: 4,2 Yards pro gegnerischer Run, nur zehn Teams lassen mehr zu. 14 gegnerische Rushing-Touchdowns sind der vierthöchste Wert und hier werden die Ausfälle von David und McCoy mindestens genauso schwer ins Gewicht fallen wie gegen den Pass. Mutmaßlich eher schwerer. Gelingt es Tampa nicht, das Run Game der Falcons zu stoppen, kann Atlanta darauf aufbauend sein Passspiel betreiben. Und dann erwartet die Bucs-Defense ein sehr langer Abend.

Bucs vs. Falcons: Ein Shootout? Keine Chance für Tampa!

Defensiv wird die Run-Defense die oberste Priorität genießen. Hier waren die Falcons auf die Saison gesehen immer wieder anfällig und hier liegt die beste Chance für Tampa Bay, den Rhythmus des Spiels bestimmen zu können. Gleichzeitig erwarte ich, dass Atlantas verbesserter Pass-Rush zumindest einige Male Jameis Winston hinter den Backups in der O-Line unter Druck setzt - und Winston zeigt mit bitterer Regelmäßigkeit, dass er in diesen Situationen zu mitunter absurden Fehlern neigt.

Dann bleibt defensiv vor allem eine Frage: Kann Tampa Big Plays im Passspiel produzieren? Die Statistik jedenfalls macht den Bucs wenig Mut, Atlanta hat bislang nur 34 Passing Plays von mindestens 20 Yards zugelassen - es ist der Liga-Tiefstwert. In der Folge erlauben die Falcons nur 6,6 Yards pro Pass, lediglich die Interceptions (4) lassen Wünsche offen.

Tampa ging in die Saison, mit dem Ziel, eine vertikalere Offense aufs Feld zu bringen. Davon sieht man bisher überhaupt nichts, weil das Downfield-Game neben den Risiko-Aktionen der schwächste Aspekt in Winstons Spiel ist und die Connection etwa zu DeSean Jackson überhaupt nicht funktioniert. Selbst für Mike Evans sollte Atlanta mit Desmond Trufant eine gute Antwort haben.

Somit läuft das Team von Dirk Koetter Gefahr, in einen Shootout mit einer noch immer mit jeder Menge Feuerkraft ausgestatteten Falcons-Offense verwickelt zu werden - und dabei selbst auf beständige Drives mit kurzen Pässen und effizienten Runs bauen zu müssen. So wie Winston spielt, wie das Run Game aussieht und wie sich die O-Line personell präsentieren muss, kann man das Tampa Bay kaum zutrauen.

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