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Paukenschlag! Miami Dolphins bezwingen harmlose New England Patriots

Von Pascal De Marco
Dienstag, 12.12.2017 | 06:15 Uhr
Kenyan Drake war von den Patriots-Defensive-Backs nicht zu stoppen

Die Miami Dolphins haben am Montag-Abend für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Beim 27:20-Sieg über die New England Patriots spielte man in allen drei Phasen ein hervorragendes Spiel. Die angeschlagenen Patriots fanden lange Zeit überhaupt nicht in die Partie. Auf der defensiven Seite hatte man keine Antwort gegen Kenyan Drake parat und selbst Tom Brady leistete sich ungewohnte Fehler.

Ohne den gesperrten Rob Gronkowski erwischten die Patriots einen ganz schwachen Start in die Partie. Brady (24/43, 233 YDS, TD, 2INT) warf im ersten Drive eine Interception und auch im zweiten kam nichts zustande. Die defensive Seite konnte Miami nicht zurückhalten und nur eine gute Red-Zone-Defense schützte New England vor einem größeren Rückstand. Brady musste aber nicht nur auf Gronk verzichten, auch die Receiver kamen im ersten Durchgang nicht zum Zug. Keine einzige Reception gab es für Danny Amendola, Brandin Cooks und Chris Hogan nach 30 Minuten.

Auf der anderen Seite zeigte nicht nur Miamis Defense, dass sie gut auf das Spiel gegen den Division Rivalen eingestellt waren. Auch die Offense um Jay Cutler (25/38, 263 YDS, 3TD) spielte sehr ordentlich. Der Playcaller der Dolphins fand großen Gefallen daran, gerade Running Back Kenyan Drake in Szene zu setzen. Gleich mehrere Big Plays gelangen dem Back, der nach ersten Anlaufschwierigkeiten nun einen guten Job darin macht, Jay Ajayi zu ersetzen.

Mit großen Problemen in der Pass Protection hatten Brady und New Englands Offense auch weiterhin große Probleme zu produzieren. Gleich sieben Three and Outs verzeichneten die Patriots. Keines der elf Third Downs konnte man verwerten. Ein komplett gebrauchter Tag vor dem großen Duell gegen die Pittsburgh Steelers am kommenden Wochenende, der die Wichtigkeit von Gronkowski nochmals vor Augen führt.

Die Dolphins konnten in der zweiten Halbzeit noch einige Big Plays landen. Ohne Kyle Van Noy und David Harris konnten die Patriots weder im Zentrum genug zusätzlichen Druck ausüben, noch ordentlich in Coverage fallen. Jarvis Landry fungierte hier meist als Receiver für kurze Pässe, fing alle acht seiner Targets und darunter gleich zwei Touchdowns, die das Spiel entscheiden sollten.

Die wichtigsten Statistiken

Miami Dolphins (6-7) - New England Patriots (10-3) 27:20 (6:0, 7:10, 14:0, 0:10) BOXSCORE

  • Das letzte mal, als die Patriots kein Third Down verwerten konnte, war Tom Brady 13 Jahre alt. 1991 verlor man das sechste Saisonspiel damals gegen die Phoenix Cardinals.
  • Brady hat vier der letzten fünf Spiele in Miami verloren. In seiner Karriere steht er in South Beach nun bei einer Bilanz von 7-9.
  • Die zwei Yards im ersten Viertel waren die geringste Ausbeute, die die Patriots jemals in einem Spiel mit Brady im ersten Viertel geholt haben. Es war Bradys 282. Start.
  • Für die Pats geht eine Serie von 14 Spielen in Folge zu Ende, bei der man auswärts jedes Spiel gewinnen konnte.
  • Xavien Howard ist einer von zwei Spielern, die in den letzten 10 Jahren gleich zwei Pässe von Brady intercepten konnten. Colts' Mike Adams gelang dies noch 2014.
  • Zum ersten Mal seit 2010 gelangen Jay Cutler in einer Saison zwei Spiele mit drei Touchdown-Pässen und keiner einzigen Interception.
  • Vor dem Sieg verloren die Dolphins jedes ihrer drei Prime-Time-Spiele in dieser Saison.

Die Stimmen zum Spiel

Xavien Howard (Miami Dolphins):

"Ich wusste, dass Brady in meine Richtung werfen wird. Deshalb wollte ich aggressiv spielen und meinem Gegenspieler keinen Raum lassen. Ich habe versucht meine Plays zu machen und meinen Teil zu einem Sieg für mein Team beizusteuern."

Bill Belichik (New England Patriots):

"Sie haben in jedem Teil des Spiels einen besseren Job gemacht als wir. Wir waren nirgends gut genug. Nirgends konstant genug. Sie haben Punkte erzielt, wir nicht. Dafür müssen wir ihnen ein Kompliment machen."

Der Knackpunkt: Patriots' Third-Down-Effizienz

Die großen Probleme der Pats kamen vor allem bei Third-Down-Situationen zum Vorschein. Mit der wackligen Pass Protection gab es für Brady viel zu wenig Zeit, seine Receiver zu finden. Diese haben dementsprechend das ganze Spiel kaum eine Rolle gespielt. Die Dolphins hielten schon die Broncos in der Vorwoche bei einer von 13 Third-Down-Conversions. Dass ähnliches gegen Patriots möglich ist, war dann eher nicht vorstellbar. So aber hielt New England den Ball nur über 23:51 Minuten der Spielzeit.

Das entscheidende Duell: Patriots' Pass Rush gegen Dolphins O-Line

Wenig Druck auf der anderen Seite sah sich hingegen Cutler ausgesetzt. Die Pass Protection der Dolphins funktionierte sehr gut. Miami ließ nur 2 Sacks und 2 weitere Quarterback-Hits zu, nachdem es im Duell vor zwei Wochen noch 7 Sacks und 9 QB-Hits waren. Cutler hatte genug Zeit in der Pocket und konnte so eine Offense diktieren, die sich auch im Downfield-Game gegen die Patriots durchsetzte.

Der Star des Spiels: Kenyan Drake

Der Running Back der Dolphins hat nun endgültig seine Fußstapfen auf der Ligalandkarte hinterlassen. Als einer der modernen All-Purpose-Backs war er für die Pats nicht unter Kontrolle zu bekommen. Dabei zeigte Drake das volle Repertoire seines Skill-Sets. Die Cuts waren hervorragend anzusehen, ein Spin-Move setzte Patrick Chung auf den Hosenboden und auch im Blocking bewies sich Drake als körperlich resistent genug. Mit 114 Yards auf dem Boden und 79 Yards als Receiver war er der Dreh- und Angelpunkt in der Offense der Dolphins.

Der Flop des Spiels: Brandin Cooks

Eine komplett enttäuschende Partie für Cooks. Gegen Xavien Howard wurde der Wideout komplett kalt gestellt. Gleich zwei Interceptions gelangen Howard bei Targets für Cooks. Nur eine seine weiteren fünf Targets konnte er sichern und verbuchte am Ende des Tages zusätzlich nur noch eine herausgeholte Pass-Interfernece-Penalty.

Die Taktik-Tafel

  • Wie erwartet griffen die Patriots ohne Gronkowski auf Formationen mit vielen Receivern zurück. Neben Amendola, Cooks und Hogan wurden außerdem auch Lewis und Burkhead teilweise auf der Außenbahn positioniert. Nachdem die Anfangsphase nicht den Vorstellungen entsprechend verlief fand Brady gerade über kurze Pässe auf seine Backs zum Glück.
  • Die Dolphins gaben den Patriots auf der defensiven Seite zwei Wochen nach dem ersten Aufeinandertreffen viele Looks, die neu waren. Der Druck, den Miami gerade mit seinen Blitz-Paketen ausüben konnte, war groß und stellte die Patriots vor Probleme. Selbst aber gab man nach kurzen Pässen auf die Pats-Backs zu viel Raum ab.
  • Viele ungewohnte Gesichter kamen bei New England auf der defensiven Seite zum Einsatz. Eric Lee kam zum zweiten Mal für den angeschlagenen Trey Flowers zum Einsatz. Marquis Flowers spielte einen der beiden Linebacker.
  • Die Dolphins griffen auf viele Open-, Empty- und No-Back-Formations zurück, um die jungen Defensive Backs der Patriots unter Druck zu setzen. Gerade Drake fand hier sehr großen Spielraum. New England konnte lange aber auch nicht genug Druck auf Cutler ausüben. Lediglich auf Defensive-Back-Blitzes waren die Dolphins nicht vorbereitet.
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