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Green Bay Packers - Detroit Lions: Highlights, Ergebnis, Analyse des Spiels

Stafford! Lions siegen trotz Lambeau-Fluch

Von Pascal De Marco
Dienstag, 07.11.2017 | 06:45 Uhr
Matthew Stafford ist der viertjüngste Spieler in der Geschichte der Liga, der die 200-Touchdown-Marke erreicht
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Dank einem überragenden Matthew Stafford gewinnen die Detroit Lions (4-4) in Lambeau Field, nachdem sie dort vorher 24 von 25 Duellen verloren hatten. Die Green Bay Packers (4-4) hatten bei der 17:30-Niederlage ohne Aaron Rodgers große Probleme, die Offense in Gang zu bekommen.

Die Packers schienen die Bye Week genutzt zu haben, um ihre Verletzungen auszukurieren und Brett Hundley (26/38, 245 YDS, Rushing: 4 CAR, 22 YDS, TD) auf das Spiel gegen die Lions vorzubereiten. Beide große Vorhaben gingen aber nach hinten los. Bryan Bulaga und Morgan Burnett verletzten sich während dem Spiel erneut. Die beste Offensive-Line-Kombination der Packers hatte vorher nur 15 Plays in der gesamten Saison in dieser Konstellation gespielt.

Für Hundley scheint die Herausforderung NFL derzeit noch etwas zu groß. Die Packers versuchten ihm durch kurze Pässe Selbstvertrauen zu schenken. Spätestens als er aber gezwungen war Risiko zu gehen, wurde klar, dass der Weg noch weit ist. Hundley brauchte in der Pocket zu viel Zeit, um Entscheidungen zu treffen. Bei 3rd Down machte sich die Nervosität deutlich bemerkbar.

Besser machte es da der Playcaller auf der Gegenseite. Matthew Stafford (26/33, 361 YDS, 2TD) spielte eine beeindruckende Partie und überzeugte in allen Phasen des Spiels. Selbst die Lions-Probleme in der Red Zone schien Stafford Vergessen machen zu können. Doch hier hatte das Lions' Run Game etwas dagegen. Am Ende beendete man nur zwei von vier Red-Zone-Trips mit einem Touchdown.

Die Lions dominierten das Duell bei 3rd Down. Wo Detroit 8 von 13 Versuchen verwerten konnte, waren es bei Green Bay nur 2 von 9. Ohne Rodgers haben die Packers damit alle drei Spiele verloren.

Die wichtigsten Statistiken

Green Bay Packers (4-4) - Detroit Lions (4-4) 17:30 (0:7, 3:7, 0:3, 14:13) BOXSCORE

  • Stafford ist der viertjüngste Spieler in der Geschichte der Liga, der die 200-Touchdown-Marke erreicht. Außerdem haben nur fünf Spieler weniger Spiele als er gebraucht, um die 200 voll zu machen. Die Liste klingt wie folgt: Marino, Rodgers, Manning, Favre und Brady.
  • Stafford konnte außerdem einen nicht unbedeutenden Schritt in der Passing-Yards-Rangliste machen. Er überholte Kurt Warner und steht nun auf Rang 38 der Rangliste.
  • Marvin Jones hatte das zweite Spiel in Folge mit zwei Touchdown-Receptions in Lambeau Field. Nachdem er im letzten Jahr für bemerkenswerte 205 Yards gefangen hatte, waren es diesmal 107 Yards.
  • Auch Kollege Golden Tate hatte ein bärenstarkes Spiel mit 7 Catches für 113 Yards.
  • Green Bays Defense verbrachte viel zu viel Zeit auf dem Feld. Die Lions-Possession betrug am Ende der Partie 36:55 Minuten. Die Lions hatten 24 First Downs, 8 davon kamen bei 3rd-Down-Situationen zustande.
  • Bei den Packers hingegen war Randall Cobb mit 58 Yards bester Receiver. Selbst diese Line wurde aber durch einen 46-Yard-Catch-and-Run geschönigt.
  • Die Lions punteten in dem Spiel kein einziges Mal. Dies ist ihnen zuletzt 1971 gelungen.
  • Für die Lions war es der erste zweistellige Sieg in Lambeau Field seit 1982, einem 30:10-Erfolg mit Gary Danielson als Quarterback.

Die Stimmen zum Spiel

Matthew Stafford (Detroit Lions):

"3rd Downs sind besonders wichtig, weil du deine Drives am Leben hältst und Punkte machst. Das haben wir letzte Woche nicht gut genug gemacht. Diese Woche haben wir es besser gemacht und dadurch Punkte erzielt."

Mike McCarthy (Green Bay Packers, Head Coach):

"Sie haben den 3rd-Down-Kampf für sich entschieden. Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns. Das steht außer Frage und es muss schnell passieren. In Brett (Hundley) glaube ich und das ist nicht nur eine Aussage auf einer Pressekonferenz."

Der Knackpunkt: Mike Daniels' Unnecessary-Roughness-Strafe

Schon früh ging das Spiel in eine Richtung, als die Lions ihren ersten Opening-Possession-Touchdown der Saison erzielten und daraufhin nicht mehr aufzuhalten waren. Das hätte aber nicht der Fall sein müssen. Die Packers hatten den ersten Lions-Drive schon bei Three-and-Out. Eine vollkommen überflüssige Unnecessary-Roughness-Penalty wegen eines Kopfstoßes von Mike Daniels hielt den Drive aber am Leben. Stafford kapitalisierte mit einem tollen Drive von neun Plays über 71 Yards und einem Touchdown-Pass auf Marvin Jones.

Das entscheidende Duell: Packers-Blitzes gegen Stafford

In den letzten Wochen hatten die Lions immer wieder Probleme mit gegnerischen Blitz-Paketen. Gegen die Packers aber hatte Offensive Coordinator Jim Bob Cooter die richtigen Antworten parat. Stafford warf bei 20 Versuchen 13 erfolgreiche Pässe gegen den Blitz, meist mit schnellen kurzen Pässen und Screen Pässen. Das Resultat waren 254 Yards und ein Touchdowns bei einem Quarterback-Rating von 125,0 gegen den Blitz. Das Highlight war ein 63-Yards-Screen-Pass bei 2nd and 10 auf Theo Riddick im vierten Viertel. Das Play nahm Green Bay jegliches Momentum vom vorherigen Touchdown.

Der Star des Spiels: Matthew Stafford

Der höchstbezahlte Quarterback der Liga stellte eindrucksvoll den großen Vorteil der Lions in der NFC North unter Beweis: Die Quarterback-Position. Stafford dirigierte die Lions mit Ruhe und hervorragenden Reads. Der Mix aus Runs, kurzen und langen Pässen stellte die Packers kontinuierlich vor Fragen. Den Blitz erkannte Stafford immer wieder. Die Genauigkeit seiner Pässe zwischen Cornerbacks und Safeties war beeindruckend und bei 3rd Down schien er eine Antwort auf jede Herausforderung zu haben.

Der Flop des Spiels: Ameer Abdullah

Die Lions hätten es um einiges einfacher haben können. Grund dafür, dass das Spiel nicht schon Mitte des dritten Viertels beendet war, war der 24-jährige Abdullah. Der Running Back fumbelte zunächst, nachdem die Lions den Ball nach einem Turnover on Downs in der Hälfte der Packers übernommen hatten. Im nächsten Drive fumbelte Abdullah bei First and Goal. Diesmal hatte er aber Glück, dass Teamkollege Rick Wagner auf den Ball sprang. Abseits der Ballsicherheit lief Abdullah bei 21 Carries für 48 Yards und einen Touchdown. Die Lions haben große Probleme im Running Game und in Red-Zone-Effizienz. Die Back-Position spielt hier eine große Rolle.

Die Taktik-Tafel

  • Schon früh in der Partie war das offensive Konzept der Packers zu erkennen. Mike McCarthy wollte seinem Quarterback durch kurze Pässe Selbstvertrauen schenken. Hundley warf alle seiner ersten neun Passversuche für maximal fünf Yards. Play-Action-Fakes und End Arounds hielten die Lions in Bewegung. Dem starken Receiver-Trio der Packers wurden früh zu wenige Chancen gegeben.
  • Auf der defensiven Seite versuchten die Packers ihre Pass-Rush-Probleme mit verschiedenen Rush-Formationen zu überkommen. Doch die four- und five-Men-Rush-Formationen konnten erneut zu wenig Druck auf den gegnerischen Quarterback ausüben. Zumindest das schwache Run Game der Lions bereitete keine allzu großen Probleme.
  • Die Lions sind das Team, das den geringsten Anteil an Run Plays (36 Prozent) in der gesamten Liga läuft. Grund dafür ist schlichtweg die schwache Produktion. Gegen die Packers konnte man den Anteil zwar etwas nach oben schrauben. Die Run-Play-Design sahen aber erneut nicht gut aus. Effektiver waren kurze Pässe auf Receiver innerhalb der ersten fünf Yards in Golden Tate und Theo Riddick.
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