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Detroit Lions - Pittsburgh Steelers: Highlights, Ergebnis, Analyse des Spiels

Nervenversagen! Lions scheitern an sich selbst

Von Pascal De Marco
Montag, 30.10.2017 | 05:30 Uhr
Matthew Stafford und die Lions konnten bei fünf Trips in die Red Zone keinen einzigen Touchdown erzielen
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Die Pittsburgh Steelers (6-2) gewinnen ein bemerkenswertes Spiel in Detroit. Obwohl die Defense 482 Yards abgegeben hat, konnte man die Detroit Lions (3-4) über das ganze Spiel von der eigenen Endzone fern halten. Die Ineffektivität der Lions in der Red Zone wurde zum großen Thema des Spiels. Genau wie die Break-Out-Performance eines gerade einmal 20-Jährigen!

Die Lions-Offense zeigte sich im Vergleich zu den Vorwochen weit verbessert, doch war das klare Problem nach 30 Minuten Football nicht von der Hand zu weisen. Man tut sich schwer, den Ball in die Endzone zu befördern. So auch gegen Pittsburgh, als vier Matt-Prater-Field-Goals und zwei Steeler-Turnover für eine knappe Halbzeit-Führung sorgten.

Steelers-Turnover, die man auf der einen Seite von Ben Roethlisberger (17/31, 317 YDS, TD, INT) zwar gegen die Jaguars bereits gesehen hatte. Le'Veon Bells Fumble, der wie die Roethlisberger-INT in den Händen von Glover Quin landete, hatte allerdings Seltenheitswert. Zwei Fehler in aussichtsreichen Drives machten eine Halbzeit-Führung zugunsten der Steelers zunichte. Sechs Stops bei Third Down hingegen eine schwache Leistung im Pass-Rush-Bereich wett.

Pittsburghs Defenese schaffte es auch im zweiten Durchgang Matthew Stafford (27/45, 423 YDS) und Co. aus der Endzone fernzuhalten. Gleich zwei Drives gingen bis an die Ein-Yard-Linie. Dabei sprangen nicht mehr wie drei Punkte heraus. Die Probleme in der Red Zone machten eine hervorragende Leistung von Stafford zunichte. Der Quarterback zeigte sich nach der Bye Week mit tollen Würfen in enge Fenster.

Auf der anderen Seite war es JuJu Smith-Schuster, der für die Steelers-Offense als Dosenöffner fungierte. Der Receiver sorgte mit einem 97-Yard-Touchdown für den einzigen großen Score der zweiten Halbzeit und somit für den nötigen Vorsprung, den die Steelers in erster Linie in der eigenen Red Zone zu verteidigen wussten.

Die wichtigsten Statistiken

Detroit Lions (3-4) - Pittsburgh Steelers (6-2) 15:20 (3:3, 9:7, 0:10, 3:0) BOXSCORE

  • Auch die Steelers zeigen sich weiterhin mit Problemen, Touchdowns in der Red Zone zu erzielen. Das Field Goal im Opening Drive war bereits das 15. in dieser Saison. Kein Team hat sich in der Red Zone häufiger mit drei Punkten begnügen müssen.
  • Der verlorene Fumble von Le'Veon Bell war einer, einer raren Sorte. Der Running Back hat in seiner fünften Saison erst zum dritten Mal einen Ball aus den Händen gegeben, den sich daraufhin der Gegner schnappte.
  • Die 97-Yard-Touchdown-Reception von Smith-Schuster war der längste Receiving Touchdown in der Geschichte der Steelers. Außerdem war es der längste Receiving Touchdown aller Teams in der aktuellen NFL Saison.
  • Die Lions haben zu diesem Zeitpunkt bereits mehr Turnover erzwungen als in der gesamten letzten Saison. Wo es bislang 16 sind, waren es letztes Jahr nur 14.
  • Es war Staffords achtes Spiel seiner Karriere, in dem er für mehr als 400 Yards gepasst hat. Die Lions konnten nur drei davon siegreich gestalten. Stafford ist außerdem der erste Quarterback, der in einem Spiel mit über 400 Passing Yards keinen Touchdown erzielt, seit ihm selbst, in Week 16 der 2012er Saison.
  • Matt Prater unterzeichnete Anfang der Woche einen neuen Drei-Jahres-Vertrag. Zur Feier gab es gegen Pittsburgh den Einzug in die Top-50-Kicker-Rangliste mit dem 230. Field Goal seiner Karriere. Außerdem ist es vor ihm noch keinem Kicker gelungen, über 20 50-Yard-Field-Goals mit mehr als einem Team zu erzielen.
  • Die Steelers haben neun der letzten zehn Spiele gegen die Lions gewonnen. Detroits letzter Erfolg stammt von Thanksgiving 1998, als die Lions durch ein Field Goal in der Overtime siegreich waren.

Die Stimmen zum Spiel

Mike Tomlin (Head Coach, Pittsburgh Steelers):

"Wir waren nicht perfekt. Aber wir haben heute Kampfgeist und Durchhaltevermögen gezeigt. Die Einzelspieler und im Kollektiv. Die Spieler haben sich gegenseitig gepusht und so sind die signifikanten Plays in der Red Zone und in der Offense entstanden."

Matthew Stafford (Detroit Lions):

"Ich denke, dass wir gute Calls hatten. Wir waren der Endzone sehr nahe, müssen aber einen Weg finden, den Ball hinein zu bekommen. In diesen Situationen müssen wir einfach Plays zustande bekommen. Unter anderem ich. Ich muss hier die offenen Spieler finden. Und im Running Game müssen wir hier auch etwas verbessern."

Der Knackpunkt: Lions' Red-Zone-Schwäche

Fünf Trips in die Red Zone reichen den Lions nicht, um auch nur ein einziges Mal in die Endzone zu kommen. Egal ob mit dem Run oder über Staffords Pässe. So groß, wie die Probleme der Steelers in der Passverteidigung im restlichen Feld waren, so stark verteidigte man die Endzone. Das Playcalling der Lions wirft hier aber auch einige Fragen auf. Detroit kam bei 17 Red-Zone-Plays auf neun Yards und zehn Offensive Penalty Yards.

Das entscheidende Duell: Lions' Run-D gegen Le'Veon Bell

Nach magerem Start in die Saison war Bell in den vergangenen Spielen endlich in der Saison angekommen und konnte mit seinem Laufspiel viel Flexibilität für die gesamte Offense der Steelers generieren. Pittsburgh hoffte auch in Detroit darauf, früh über diesen Weg ins Spiel zu finden. Die Lions jedoch hatten meist die richtige Antwort parat. Angesichts der hohen Anzahl an Carries sind die 76 Yards bei 25 Laufversuchen für Bell ein sehr ordentlicher Wert. Das Konzept der Lions-D war klar darauf ausgerichtet, das Zentrum zuzustopfen und dies zahlte sich aus.

Der Star des Spiels: JuJu Smith-Schuster

Das absolute Break-Out-Game eines neuen Stars der Liga? Smith-Schuster machte unter der Woche wegen der Suche nach seinem gestohlenem Fahrrad Schlagzeilen. Sonntag-Nacht war es dann die sportliche Leistung. Smith-Schuster war schon eingangs der Partie die meistgesuchte Receiver-Option und zeigte wichtige Catches um die Steelers-Offense trotz stockendem Running Game und enger Coverage gegen Antonio Brown zu bewegen. Der 97-Yard-Touchdown zeigte seine ganze Explosivkraft und sorgte für ein dringend benötigtes Big Play der Steelers Offense. Am Ende standen 193 Receiving Yards bei sieben Catches zu Buche.

Der Flop des Spiels: Jim Bob Cooter

Die Lions waren in der letzte Saison für ihre Comebacks bekannt. Der "Swagger" ist in diesem Jahr offenbar verloren gegangen. Zu Ausrechenbar war das, was die Lions schließlich versuchten, um in die Endzone zu kommen. In der zweiten Halbzeit hatte man sogar das Gefühl, eine mentale Barriere hätte sich aufgestellt. Lions Offensive Coordinator Jim Bob Cooter muss hier für das Playcalling einiges an Übel auf sich nehmen. Beim potenziellen Game-Winning-Drive lief man beispielsweise ein Draw-Play bei Third and Five. Schon von vorne herein schien dies ohne jegliche Erfolgsaussicht. Die Kreativität, die man im Rest des Feldes aufwies, ließ in der Red Zone zu wünschen übrig.

Die Taktik-Tafel

  • Das Steelers Running Game florierte nicht wie gewohnt. Bei der niedrigen Score-Differenz wurde selbstverständlich dennoch häufig auf die Fähigkeiten von Bell gesetzt. 3,0 Yards pro Laufversuch sammelte der Star-Back schließlich ein.
  • Mit dem anderen Star der Offense eng verteidigt suchte Roethlisberger häufig den jungen Smith-Schuster. Zehn Targets für Brown standen zehn für Schuster gegenüber. Martavis Bryant wurde nach seinen fragwürdigen Tweets im Vorfeld der Partie im Spiel gegen die Lions nicht eingesetzt.
  • Stafford leitete die Lions-Offense mit einer gewohnt hohen Anzahl an kurzen Pässen auf die Running Backs und kleinen Receiver. Gerade Screen Plays zeigten sich dabei durchaus als Erfolgsrezept. Die beweglichen Lions-Receiver konnten so einige Missed Tackles provozieren. Sollte es doch ein Big Play sein, so hatte Stafford in Marvin Jones und T.J. Jones seine Abnehmer.
  • Defensiv stellten sich für die Lions zwei große Aufgaben dar. Run-Stop und Brown-Stop. Bells Läufe wurden in beeindruckender Manier im Zaum gehalten. Darius Slay kümmerte sich indes lange ordentlich um Antonio Brown.
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