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Eine Antwort auf die Identitätsfrage?

Von Pascal De Marco
Samstag, 30.09.2017 | 14:00 Uhr
Richard Sherman schaffte es gegen die Titnas drei Penalties in einem Play zu erhalten
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Als sich die Kalender-Planer der NFL über die Ansetzung des Sunday Night Games in Week 4 Gedanken gemacht hatten, hatten sie wohl anderes im Sinne als zwei Mannschaften, die nach drei Woche ihre einzigen Saisonsiege in Zitterpartien einfahren konnten. Und dies gegen Teams, die noch größere Probleme haben als die Seattle Seahawks (1-2) und die Indianapolis Colts (1-2) selbst. Doch für beide Teams könnte das Aufeinandertreffen ein entscheidendes Sprungbrett für den weiteren Saisonverlauf sein. Das Spiel gibt es in der Nacht auf Montag live auf DAZN zu sehen.

Während die Erwartungen der Colts bereits vor der Saison durch das Bekanntwerden der andauernden Abstinenz von Andrew Luck einen starken Dämpfer erhalten haben, so sind die Sorgenfalten auf Seiten der Seahawks erst im Verlauf der Saisonanfangsphase wirklich groß geworden. Ein Offensiv-Feuerwerk darf man deshalb wohl nicht erwarten, dafür aber ein überraschend enges Spiel.

Die Colts feierten am vergangenen Wochenende ihren ersten Saisonerfolg, auch wenn es nur die Cleveland Browns waren. Jacoby Brissett scheint sich nach einem Monat langsam mit dem neuen Playbook zurechtzufinden und eine Chemie mit den Mitspielern zu entwickeln. "Brissett hat in der kurzen Zeit einen großartigen Job geleistet. Das neue System und die Terminologie zu lernen, ist hart", sagte Head Coach Chuck Pagano zuletzt über seinen Quarterback, der gegen Cleveland für zwei Rushing-Scores lief.

Auf der anderen Seite haben die Seahawks in Tennessee ihre zweite Saisonniederlage erfahren, bei der sich plötzlich Fragen ob der eigenen Identität auftun. 33 Punkte ließ die einst als elitär bezeichnete Defense zu und rangiert auf dem 23. Platz in Sachen Total Defense. "Wir haben mehrfach schwere Fehler begangenen die unser teuer gekostet haben", erklärte Pete Carroll nach der Pleite in Nashville. "Gute Running Backs waren in der Lage Kapital daraus zu schlagen und dies zu maximieren."

Seattle Seahawks: Ein Meer von Problemen

Nach den Pleiten gegen die Packers und Titans sowie einem Zittersieg gegen die 49ers stechen allerdings in erster Linie die Probleme in der Offensive Line heraus. Diese nimmt laut Football Outsiders den 24. Platz im Run-Blocking und einen zugegebenermaßen überraschenden 14. Platz in der Adjusted-Sack-Rate ein. Weniger Grund zum Augenreiben sind die 42,3 Prozent von Wilsons Dropbacks, bei denen er Pressure hat. Der schlechteste Wert der Liga.

Die Personalrotation hat bei Oday Aboushi begonnen, der als Right Guard für Mark Glowinski in die Line rückt. Zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer für ein Running Game, das noch überhaupt nicht in die Saison gefunden hat. Gegen eine Top-Ten-Rushing-Defense soll einmal mehr Rookie Chris Carson in die Bresche springen.

Doch die Magie scheint in den letzten Jahren irgendwo auf der Strecke geblieben. Bei Erinnerungen an die Explosivität, die effektiven Read Options und Percy Harvin in der Slot aus der 2012-14er Seahawks-Offense läuft so manchem Seahawks-Fan das Wasser im Munde zusammen. Doch aus der High-Speed-Offense sind eine Hand voll Zauberstücke von Wilson geworden, die Seattle über das Feld befördern sollen. So machen acht Pässe von über 20 Yards und ein 29-Yard-Scramble Wilsons 30 Prozent der Seahawks-Offense aus.

In der Defense macht der Run-Stop weiterhin sehr große Probleme. Der 75-Yard-Touchdown von DeMarco Murray war der längste zugelassene Run in der Ära von Carroll. Die 195 erlaubten Rushing-Yards waren der höchste erlaubte Wert seit 2013. Uncharakteristisch sind außerdem sieben Offside-Penalties, zwei Neutral Zone Infractions und zwei Fouls wegen 12 Men on the Field in drei Spielen. Als weniger uncharakteristisch ist der Hang zu Roughness Fouls zu bezeichnen. Nicht wahr Mr. Sherman?

Wo liegt die Chance der Indianapolis Colts?

Für Indianapolis gilt es auf der defensiven Seite schwierige Entscheidungen zu treffen. Attackiert man die Seahawks-O-Line zentral und hofft, dass Outside-Linebacker John Simon, Jabaal Sheard sowie eine alles andere als sattelfeste Secondary die Ecken verteidigen können? Oder attackiert man von außen und setzt auf die dezent verbesserte Interior Defense? Die Limitierung von Wilsons Beweglichkeit ist jedenfalls essenziell.

Auf der offensiven Seite muss man auf die Entwicklung von Jacoby Brissett hoffen. Dieser hat im dünn besetzten Receiving Corps zumindest mit T.Y. Hilton im Browns-Game einen dankbaren Abnehmer gefunden. Hilton könnte gerade für Underneath-Routen ein wichtiger Faktor sein. Bekommen die Colts Yards after Catch zustande so könnte die Offense einen Rythmus finden.

Verzichten müssen die Colts neben Luck auf Marlon Mack, Chester Rogers und Ryan Kelly im offensiven Bereich. Defensiv fehlen Anthony Walker und Quincy Wilson. Fragezeichen stehen hinter dem Einsatz von Matthias Farley und Chris Milton.

Die Seahawks werden voraussichtlich auf C.J. Prosise verzichten müssen. Doug Baldwin und Corner Neiko Thorpe gelten als fraglich.

Seahawks vs. Colts - Preview im Kurzformat:

Seattle Seahawks (1-2) - Indianapolis Colts (1-2) (Mo., 2.25 Uhr live auf DAZN)

  • Russell Wilson legte im Spiel gegen die Titans Karrierebestwerte auf. 373 Yards und vier Touchdowns gab es für Wilson erstmals. Doug Baldwin belegt den geteilten sechsten Platz in Receptions mit 20 für 212 Yards.
  • Wilson und Marshawn Lynch liefen im letzten Spiel der beiden Teams (2013) jeweils für sage und schreibe 102 Yards. Die Colts behielten dennoch die Oberhand mit 34:28.
  • Wilson läuft über seine Karriere durchschnittlich siebenmal und erzielt dabei 33 Yards Raumgewinn pro Spiel. Die Colts gaben in Woche 3 gegen DeShone Kizer 44 Yards und einen Touchdown bei sieben Carries ab.
  • Nur zwei Teams haben mehr Rushing-Yards erlaubt als die Seahawks (146). Niemand gewährt derart viele Yards pro Laufversuch (5,3) und nur fünf Teams haben mehr als viermal Runs von über 20 Yards zugelassen.
  • Frank Gore lief in seiner Karriere bei den 49ers in 18 Spielen gegen die Seahawks für 1.421 Yards. In zwei Spielen lief er für über 200 Yards und in weiteren zweien für über 100.
  • Ein derart erfolgreiches Spiel scheint allerdings auch gegen die schwächelnde Seahawks-Front fraglich. Die Colts sind laut Football Outsiders Letzter in Adjusted Line Yards (2,83). Vor der Line of Scrimmage werden sie bei 30 Prozent der Runs gestoppt. Ligaweit Platz 28.
  • Zuletzt ging es für Indinanapolis allerdings auch gegen Platz acht (Cardinals) und Platz sechs (Browns) in der Kategorie Run-Defense. Ein funktionierendes Running Game könnte für Brissett die Umsetzung des Gameplans weitaus erleichtern.

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Week 4:

Florian

Regelmann

Adrian

Franke

Marcus

Blumberg

Pascal

De Marco

Bears @PackersPackersPackersPackersPackers
Saints @DolphinsDolphinsSaintsSaintsSaints
Titans @TexansTitansTitansTexansTitans
Jaguars @JetsJaguarsJaguarsJaguarsJaguars
Panthers @PatriotsPatriotsPatriotsPatriotsPatriots
Lions @VikingsVikingsVikingsVikingsVikings
Bills @FalconsFalconsFalconsFalconsFalcons
Steelers @RavensSteelersSteelersSteelersSteelers
Bengals @BrownsBengalsBengalsBrownsBengals
Rams @CowboysCowboysCowboysCowboysCowboys
Eagles @ChargersEaglesChargersChargersEagles
Giants @BuccaneersBuccaneersBuccaneersBuccaneersGiants
49ers @CardinalsCardinalsCardinalsCardinalsCardinals
Raiders @BroncosBroncosBroncosBroncosBroncos
Colts @SeahawksSeahawksSeahawksSeahawksSeahawks
Redskins @ChiefsChiefsChiefsChiefsChiefs
Week 310-67-99-79-7
Insgesamt
32-15

27-20

30-1730-17
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