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NFL: Gewinner und Verlierer der Free Agency

Fullbacks, Patriots - und die Browns?!

Mittwoch, 15.03.2017 | 11:08 Uhr
Tom Brady und die New England Patriots gehen nochmals gestärkt aus der Free Agency hervor
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Die erste große Welle der Free Agency ist vorbei. Auch wenn einige große Namen, allen voran Dont'a Hightower, sowie mehrere interessante Spieler - etwa Colin Kaepernick, Adrian Peterson, Jay Cutler oder Jamaal Charles - auf dem Markt bleiben, ist es Zeit, für ein erstes Zwischenfazit. Wer geht bislang als Sieger hervor, wer als Verlierer? SPOX liefert den Überblick.

Gewinner

Die Browns: Ob der Plan der im Vorjahr installierten neuen Browns-Führung funktioniert, wird sich zeigen müssen - ultimativ hängt bei dieser Strategie alles davon ab, dass Cleveland seine massive Draft-Pick-Munition auch in gute College-Spieler ummünzt. Doch die Vorgehensweise ist konsequent, in sich schlüssig, und mitunter auch kreativ. So etwa gesehen beim - für NFL-Verhältnisse - fast schon revolutionären Trade für Brock Osweiler.

Cleveland hat jetzt, wie schon im vergangenen Jahr, in den nächsten beiden Drafts eine absurde Menge an Picks, um einerseits viel junges Talent zu verpflichten, andererseits aber auch, um sich via Trades fast frei im Draft bewegen zu können. Gleichzeitig beinhaltet der Rebuild auch einen "Build", also einen Aufbau. Und den sieht Cleveland in der O-Line: Mit der Vertragsverlängerung von Joel Bitonio sowie den Neuzugängen J.C. Tretter und Kevin Zeitler sollte die Line auf vier von fünf Positionen bestens aufgestellt sein.

Ohnehin hatte Cleveland Probleme, sein Geld - die Browns gingen mit über 100 Millionen Dollar an Cap Space in die Free Agency - unter die Leute zu bringen. So nahm etwa Safety Tony Jefferson weniger Geld von den Ravens. Das rückt auch die Osweiler-Aktion ins rechte Licht, in dem Fall spielt das Geld für die Browns fast keine Rolle. Sein Geld in die Offensive Line als Rückgrat für das Team und Quarterback X zu stecken, ist da nicht die schlechteste Vorgehensweise.

Die Patriots: Ob es jetzt ein All-In-Ansatz, oder angesichts der Verträge (Stephon Gilmore ausgeschlossen) ein schlicht gutes Risk-Reward-Verhältnis ist, ist zum jetzigen Stand Interpretationssache. Klar ist: New Englands ungewöhnlich aggressive Free Agency bringt das Team in die frühe Pole Position, auch 2017 als absoluter Top-Favorit in die Saison zu gehen.

Für Gilmore hat New England zwar tief in die Tasche gegriffen, aber auch einen der beiden Top-Cornerbacks auf dem Markt verpflichtet. Sei es als Ersatz oder als Nebenmann für Malcolm Butler, für den die Pats in einem Trade Draft-Picks einsammeln könnten. Die nämlich sind vor allem in den frühen Runden aktuell eher rar in Foxborough.

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Stattdessen investierte New England Picks in Defensive End Kony Ealy (Panthers), Tight End Dwayne Allen (Colts) und vor allem Receiver Brandin Cooks. Drei Spieler mit viel Talent, aber auch klaren Limitierungen, insbesondere Ealy (Konstanz) und Allen (primär ein Blocker). Cooks dagegen sollte mit seiner Geschwindigkeit über die Mitte New Englands Offense eine neue Dimension geben. Alle drei haben eines gemeinsam: Sehr gute Verträge für 2017.

Fullbacks: Kyle Shanahan hat es in der vergangenen Saison vorgemacht: Der neue Head Coach der 49ers gab Fullback Patrick DiMarco in Atlantas hochklassiger Offense eine Rolle, setzte ihn als Blocker, aber auch ausgewählt im Passing Game ein. Und weil in der NFL erfolgreiche Schachzüge kopiert werden, reagierte der Free-Agency-Markt darauf eindrucksvoll.

Mit Mike Tolbert (von Carolina nach Buffalo), DiMarco (von Atlanta nach Buffalo) und Kyle Juszczyk (von Baltimore nach San Francisco) kamen gleich drei Fullbacks erstaunlich schnell vom Markt. Besonders bemerkenswert: Juszczyk unterschrieb bei Shanahans 49ers für vier Jahre und bis zu 21 Millionen Dollar. Derweil ist der Markt für Running Backs ein Ödland.

O-Liner: Timing ist oft alles, und für die diesjährige Offensive-Line-Klasse lässt sich diese Erkenntnis definitiv festhalten. Angesichts einer in der Spitze bestenfalls durchwachsenen Draft-Klasse auf den O-Line-Positionen sowie einem insgesamt dünnen Free-Agency-Markt hier, kassierten mehrere O-Liner richtig ab.

Konkret: Mit den Guards Kevin Zeitler (31,5 Mio. garantiert), T.J. Lang (19 Mio.), Ron Leary (18,6 Mio.) und Larry Warford (17 Mio.) sowie den Tackles Russell Okung (25 Mio.. garantiert), Matt Kalil (21 Mio.), Ricky Wagner (20,5 Mio.) und Andrew Whitworth (15 Mio.) sind in der Top-18 der diesjährigen Free-Agency-Verträge, was die garantierte Summe betrifft, acht O-Liner.

Davon mögen einige - Zeitler, Lang, Whitworth unter anderem - ihr Geld wert sein. Doch vor allem die Deals von Kalil und Okung kamen angesichts ihrer Leistungen in den vergangenen Jahren mehr als überraschend.

Carson Wentz: Die Eagles hatten in der vergangenen Saison Drop-Probleme. Große Drop-Probleme. Wentz baute im Laufe seiner Rookie-Saison auch selbst deutlich ab, Gegner stellten sich besser auf die eher simple Offense ein. Doch die ersten Weichen für seine Weiterentwicklung 2017 sind gestellt: Mit Torrey Smith als Speedster und Alshon Jeffery als Catch-Point-Receiver kann Jordan Matthews den Slot übernehmen. Ergänzt durch Tight End Zach Ertz und Allzweckwaffe Darren Sproles hat Wentz jetzt ein grundsolides Receiving-Corps.

Tampa Bay: Die beiden Top-Verpflichtungen der Bucs sollen Tampa in der kommenden Saison endlich in die Playoffs führen: Mit DeSean Jackson kam endlich der Speed-Receiver, der Mike Evans ergänzen soll, darüber hinaus holten die Bucs Chris Baker, Washingtons besten D-Liner in der vergangenen Saison. Nummer drei im Bunde ist Safety J.J. Wilcox (Ex-Cowboys), Tampa hat sich sinnvoll verstärkt und dabei keine Leistungsträger verloren. Bleibt noch die Frage: Was passiert auf der Running-Back-Position?

Jacksonville: Die Jaguars sind einer der Gewinner der Free Agency - wieder einmal. Reicht es in diesem Jahr endlich, um das auch in Ergebnisse umzumünzen? Klar ist: Die Defense, die schon gegen Ende der Vorsaison merklich besser aussah, hat mit Cornerback A.J. Bouye, Defensive End Calais Campbell und Safety Barry Church nochmals drei deutliche Upgrades bekommen.

Campbell, der letztjährige Free-Agency-Star Malik Jackson und Dante Fowler sollten an der D-Line Offenses große Probleme bereiten, Bouye mit Jalen Ramsey eines der besten Cornerback-Duos der Liga bilden. Dazu kommen Spieler wie Telvin Smith und Myles Jack: Die Jaguars haben auf dem Papier eine sensationelle Defense zusammengestellt. Gleichzeitig bleibt dabei aber stets die Frage, zu was das reicht, so lange Blake Bortles das Ruder nicht tatsächlich komplett herumreißt.

Mike Glennon: Über Jahre war Mike Glennon der alljährliche Quarterback-Trade-Kandidat. Jedes Team, das Anfang März einen Quarterback brauchte, wurde früher oder später mit Glennon in Verbindung gebracht. Letztlich blieb es jedoch stets bei den Gerüchten. Bis zu diesem Jahr und dem Ende von Glennons Rookie-Vertrag. Der komplette QB-Umbruch bei den Bears (Jay Cutler, Brian Hoyer und Matt Barkley sind weg) macht es möglich, Glennon bekommt endlich die zweite Chance, sich als Starter zu beweisen. Und falls es nicht klappt, wird er mit 18,5 Millionen Dollar garantiert entschädigt.

Seite 1: Die Gewinner - Cleveland, die Patriots, Fullbacks und Carson Wentz

Seite 2: Die Verlierer - Washington, Tony Romo, Adrian Peterson, die Bengals und Arizona

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