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Redskins raus - Chiefs gewinnen Division

Von SPOX
Die Washington Redskins sind durch die Heimpleite gegen die Giants aus dem Playoff-Rennen raus
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San Diego Chargers (5-11) - Kansas City Chiefs (12-4) 27:37 (3:3, 7:17, 7:14, 10:3) BOXSCORE

Die Chiefs haben es geschafft - der AFC-West-Titel und damit die Bye-Week in der ersten Playoff-Runde gehen nach Kansas City! Im womöglich letzten NFL-Spiel in San Diego vor dem bevorstehenden Umzug der Chargers war es eine Partie, die zur bisherigen Saison der Hausherren bestens passte.

Obwohl die Defense, einmal mehr angetrieben von Joey Bosa, anfangs noch gut dagegen hielt, brachten sich die Chargers mit leichten Fehlern selbst in Schwierigkeiten. Mehrfach konnte Alex Smith (21/28, 264 YDS, 2 TD, INT; 6 ATT, 21 YDS, TD) mit kurzen Runs oder einfachen Pässen First Downs kreieren, während umgekehrt Philip Rivers (22/38, 269 YDS, 2 TD, 2 INT) seine Negativ-Tendenz aus den letzten Wochen fortsetzte: Rivers beendet die Saison mit 21 Interceptions, ein persönlicher Karriere-Höchstwert.

Dazu kam ein Special-Teams-Aussetzer, als San Diego Tyreek Hill einen Punt 95 Yards zum Touchdown zurücktragen ließ, sowie kostspielige Strafen in der eigenen Hälfte - da half auch ein 90-Yard-Pick-Six von Addae gegen Smith nichts. Immerhin: Antonio Gates (5 REC, 55 YDS, TD) zog durch seinen Touchdown in der All-Time-Liste mit Tony Gonzalez gleich. Beide haben jetzt 111 Career-Touchdowns auf dem Konto, kein Tight End hat mehr.

Viel mehr Positives gibt es in einem aus Chargers-Sicht durchaus symptomatisch Spiel allerdings nicht zu berichten. Den Chiefs reichte eine über weite Strecken durchschnittliche Leistung zu einem ungefährdeten Auswärtssieg.

Los Angeles Rams (4-12) - Arizona Cardinals (7-8-1) 6:44 (0:3, 6:13, 0:14, 0:14) BOXSCORE

Eine ohnehin massiv enttäuschende Saison endet aus Sicht der Cardinals womöglich mit einem brutalen Finish: Bei einem sehr unglücklichen Tackle wurde das Bein von Star-Running-Back David Johnson heftig umgebogen, Johnson wurde in die Kabine gefahren - mit schlimmen ersten Prognosen. Immerhin konnte er aber im Laufe der zweiten Halbzeit an die Seitenlinie zurückkehren und das Bein belasten. Auch Head Coach Bruce Arians gab anschließend leichte Entwarnung, weitere Untersuchungen erfolgen am Montag.

Auf dem Platz derweil war Arizonas Defense der Star dieses Spiels: Die Cardinals setzten Jared Goff (13/20, 120 YDS) wie erwartet ohne Pause unter Druck, was zu 2,5 Sacks für Markus Golden und 1,5 für Chandler Jones führte. Golden (12,5) und Jones (11) sind damit das erste Cardinals-Duo mit zweistelligen Sacks seit 1984, insgesamt ging Goff sieben Mal mit Ball zu Boden. Die Rams-Offense war nahezu durchweg eine einzige Baustelle.

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Rookie Harlan Miller sicherte sich bei einem Trick-Play dann noch seine erste NFL-Interception, als Rams-Receiver Pharoh Cooper einen Pass versuchte. Auch Todd Gurley (14 ATT, 40 YDS) war weitestgehend abgemeldet, während die Rams-Defense vor spärlich gefüllten Rängen ebenfalls ein weiteres enttäuschendes Spiel ablieferte. Carson Palmer (20/38, 255 YDS, 3 TD, INT) legte einige starke Drives auf den Rasen, in Abwesenheit des verletzten Johnson hatte auch Kerwynn Williams (12 ATT, 60 YDS, TD) einmal mehr einige gute Szenen.

Als die Cardinals im zweiten Viertel durch einen kurzen Touchdown von Jeremy Ross davonzogen, lauteten die Net-Yards: Arizona 165, Los Angeles 5. Williams und Darren Fells per 37-Yarder legten in der zweiten Halbzeit nach, das Spiel war spätestens zu diesem Zeitpunkt angesichts des Gesamtauftritts der Rams entschieden. Am Ende machten die Cards dann noch etwas für die Statistik-Bücher: Der 5-Yard-TD-Catch von Larry Fitzgerald sichert dem Receiver den Titel für die meisten Catches dieser Saison, vor Pittsburghs Antonio Brown.

Denver Broncos (9-7) - Oakland Raiders (12-4) 24:6 (7:0, 10:0, 7:6, 0:0) BOXSCORE

Mit Selbstvertrauen in die Playoffs sieht zweifellos anders aus: Die Oakland Raiders haben mit der Pleite in Denver nicht nur den Division-Titel und damit auch die Playoff-Bye-Week verspielt - auch die Art und Weise, wie das zustande kam, dürfte im Raiders-Lager für Ernüchterung sorgen.

Denn ohne den verletzten Derek Carr war Oaklands Offense ein riesiger Problembereich: Backup Matt McGloin (6/11, 21 YDS) steckte harte Hits ein und musste früh verletzt raus, so dass Connor Cook (14/21, 150 YDS, TD, INT) rein geworfen wurde. Der Rookie ließ sich zu Beginn der zweiten Hälfte prompt von Shane Ray den Ball aus der Hand schlagen, brachte aber spätestens immerhin einen TD-Pass auf Amari Cooper an. Vom Run Game dagegen gab es nahezu überhaupt keine Unterstützung.

Umgekehrt enttäuschte allerdings auch Oaklands Defense: Denver begann das Spiel mit einem dominanten Drive inklusive sechs First Downs, abgeschlossen durch einen 11-Yard-TD-Run von Devontae Booker. Im zweiten Viertel fand Trevor Siemian (17/27, 206 YDS, 2 TD, INT) dann bei langem Third Down erneut Booker, der den Screen-Pass 43 Yards in die Endzone trug.

Die Broncos boten, nachdem im Vorfeld bekannt geworden war, dass Head Coach Gary Kubiak nach der Saison völlig überraschend zurücktritt, insgesamt eine solide Leistung zum Abschluss. Kubiak soll seine Entscheidung nach dem Spiel auch dem Team mitgeteilt haben. Oakland dagegen muss womöglich einen weiteren Ausfall verkraften, Left Tackle Donald Penn musste raus. Klar ist: Die Raiders treten in der Wildcard-Runde in Houston gegen die Texans an. Mit welchem Quarterback bleibt abzuwarten.

Washington Redskins (8-7-1) - New York Giants (11-5) 10:19 (0:3, 0:7, 3:0, 7:9) BOXSCORE

Von wegen Playoffs - die Redskins sind raus! Die ganze Woche über hatten die Giants angekündigt, dass sie das für sie rechnerisch bedeutungslose Spiel mitnichten abschenken würden - und früh war klar: Das war keine leere Phrase. New York bot tatsächlich alle fitten Starter von Anfang an auf und setzte Kirk Cousins (22/35, 287 YDS, TD, 2 INT) von Anfang an massiv unter Druck, so kam auch dessen Interception kurz vor dem Ende des dritten Viertels zustande.

Nachdem die Redskins in den ersten 15 Spielen nur 19 Sacks zugelassen hatten, kamen gegen den Division-Rivalen zum Abschluss vier weitere dazu und folgerichtig fand die Offense lange überhaupt keinen Rhythmus - New Yorks Defense bot ihr ganzes Coverage- und Blitzing-Arsenal auf. Derweil ließ sich Josh Norman erneut vom Duell mit Odell Beckham aus dem Konzept bringen und leistete sich mehrere unnötige bis hin zu schlicht grob unsportlichen Fouls.

Die Enttäuschten dieser Saison - Part 2: Warum ist der Champ raus?

New York baute seine Führung durch einen kurzen TD-Run von Rashad Jennings aus, die O-Line dominierte früh, während aufseiten der Redskins Outside Linebacker Ryan Kerrigan verletzt raus musste. Und so schien es, als würde Washington in seinem letztlich ersten Playoff-Spiel komplett enttäuschen. Doch es sollte ein absolut packendes Schlussviertel folgen.

Washingtons Offense kam jetzt zunehmend ins Rollen, ein toller Screen auf Garcon und dann ein kurzer Touchdown auf Reed - Ausgleich! Während Beckham längst aus dem Spiel war, brachte Eli Manning (17/27, 180 YDS) die Giants wenig später mit einem 44-Yard-Pass auf King in Field-Goal-Reichweite, drei Minuten vor dem Ende des Spiels ging New York wieder in Führung! Die Chance für Cousins, mit dem Last-Minute-Drive zum Helden zu werden - doch sein Pass über die Mitte wurde erneut von Rodgers-Cromartie abgefangen! Beim Last-Second-Verzweiflungswurf wenig später gelang den Giants dann gar noch ein Touchdown, damit sind die Lions und die Packers definitiv in der Postseason.

San Francisco 49ers (2-14) - Seattle Seahawks (10-5-1) 23:25 (7:3, 7:16, 2:3, 7:3) BOXSCORE

Das Spiel war noch keine zwei Minuten alt, da sickerte die Nachricht aus Pittsburgh durch: Die Cleveland Browns hatten soeben in Overtime gegen die Steelers verloren und damit den Nummer-1-Draft-Pick gesichert, somit war klar: San Francisco wählt im Draft an Nummer 2, egal, was gegen Seattle passieren würde.

Grund zur Entspannung gab es dennoch nicht, vielmehr hatte sich im Vorfeld ein größerer Umbruch angekündigt: Übereinstimmenden Medienberichten zufolge sollen Head Coach Chip Kelly sowie Geschäftsführer Trent Baalke gefeuert, ein kompletter Neuanfang so initiiert werden. Und keine fünf Minuten nachdem die Nachricht aus Pittsburgh bekanntgeworden war, bestätigte Baalke seine Entlassung.

Football gespielt wurde trotzdem, und das zunächst tatsächlich besser von den 49ers. Colin Kaepernick (17/22, 215 YDS, TD) bot anfangs eine weitere gute Leistung, vor allem aber Shaun Draughn (21 ATT, 41 YDS, 2 TD; 4 REC, 68 YDS) und das Run Game bereiteten Seattle Probleme. Allein: Es war nicht von Dauer. Nach Draughns zweitem Touchdown brachten die nächsten sieben Niners-Drives ganze 34 Yards Raumgewinn ein, garniert durch einen Draughn-Fumble.

Seattle dagegen wachte genau jetzt auf, die nächsten 19 Punkte gehörten allesamt den Hawks. Russell Wilson (19/32, 258 YDS, TD) hatte zwar einmal mehr mit einigem Druck zu kämpfen, lieferte aber auch einige spektakuläre Pässe. Die nächsten Punkte der Niners kamen durch einen kuriosen Safety, als der Snap über Punter Jon Ryan aus der Endzone flog. Knapp zehn Minuten vor dem Ende kam Trevone Boykin dann für Wilson rein und blieb auch drin, als San Francisco schließlich doch auf 23:25 verkürzte - obwohl es für Seattle noch um den Nummer-3-Seed ging. Doch die Niners kamen nicht mehr zurück, Seattle konnte die Uhr runter spielen.

Atlanta Falcons (11-5) - New Orleans Saints (7-9) 38:32 (14:10, 21:3, 3:0, 0:19) BOXSCORE

Während es für die Saints rechnerisch längst um nichts mehr ging, wussten die Hausherren: Ein Sieg, und der Nummer-2-Seed sowie die damit verbundene Playoff-Bye-Week gehört den Falcons. Und genau so trat Atlanta auch auf.

Die Falcons marschierten komplett nach Lust und Laune durch die Saints-Defense und eröffneten das Spiel mit einem Touchdown von Tevin Coleman, einem 75-Yard-TD-Run von Devonta Freeman und einem kurzen TD-Pass von Matt Ryan (27/36, 331 YDS, 4 TD) auf Julio Jones. Unter dem Strich standen nach den ersten neun Falcons-Plays drei (!) Touchdowns zu Buche und die Falcons nahmen den Fuß nicht vom Gas.

Ryan fand aus zehn Yards auch Sanu sowie wenig später Justin Hardy zum TD, und so endete jede der ersten fünf Falcons-Possessions in Touchdowns - während die Saints nur im ersten Viertel durch einen guten 7-Play-Drive, abgeschlossen aus zwei Yards von Tim Hightower, mithalten konnten.

Es dauerte bis in die zweite Hälfte, ehe New Orleans, schon deutlich im Rückstand, aufwachte. Dann aber - angeführt von Drew Brees (29/50, 350 YDS, 2, TD, INT), der erneut die 5.000-Yard-Marke knackte - brachten die Saints den Division-Rivalen zumindest nochmals ein wenig in Bedrängnis: Michael Thomas und Mark Ingram verkürzten, die Gäste sicherten sich daraufhin den Onside Kick. Knapp eine Minute vor dem Ende brachte Cadet New Orleans in Schlagdistanz, ein zweites Mal aber klappte der Onside Kick nicht. Atlanta ist damit der Nummer-2-Seed!

Detroit Lions (9-7) - Green Bay Packers (10-6) 24:31 (0:0, 14:10, 0:7, 10:14) BOXSCORE

Analyse: Rodgers-Gala! Packers gewinnen NFC North

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