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Brady/Carr/Prescott werden MVP, wenn ...

Tom Brady, Derek Carr und Dak Prescott sind heiße Favoriten im MVP-Rennen
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David Johnson, Running Back, Arizona Cardinals (5-6-1)

Die Stats: 1.005 Yards, 11 Touchdowns, 4,4 Yards/Carry, 3 Fumbles (1 Lost), 704 Receiving Yards, 4 Touchdowns

Für ihn spricht:

  • Johnson ist der Spieler mit den meisten "Yards from Scrimmage", also der Spieler, der insgesamt für den größten Raumgewinn verantwortlich ist. Mit 1.709 Yards liegt er über 100 Yards vor Elliot. Auch bei den Touchdowns (15) liegt er ganz vorn
  • Johnson hat bisher in allen zwölf Spielen mindestens 100 Yards from Scrimmage erreicht. Der Rekord in einer Saison liegt bei 15 und wird unter anderem von Legende Barry Sanders gehalten. Johnson könnte die konstanteste Saison aller Zeiten hinlegen
  • Der 24-Jährige ist nicht nur ein Passfänger aus dem Backfield, sondern ein verdammt guter Receiver, der auch Routes läuft. Fliegt der Ball auf diesen Routen in seine Richtung, verzeichnet Arizona ein Passer Rating von 116.2

Gegen ihn spricht:

  • Im Gegensatz zu Elliott hat Johnson nicht die O-Line der Cowboys vor sich. Dafür kann er nichts, und die 62 "missed Tackles" gegen ihn sind laut PFF mit Abstand die meisten. Trotzdem lesen sich die 4,4 Yards pro Carry erstmal nicht unbedingt beeindruckend
  • Der Absturz der Cardinals: Wo das Team anno 2015 noch zu den besten der NFL gehörte, ist es heute nicht mehr als Mittelmaß. Johnson fehlt schlicht und ergreifend das Rampenlicht, seine Leistung ist mehr Randnotiz denn Schlagzeile
  • Sollten die Cardinals die Playoffs verpassen, wonach es stark aussieht, wird Johnson wohl keine Chance haben. Frei nach dem Motto: Wie wertvoll kann ein Spieler wohl sein, wenn sein Team nicht in der Postseason spielt?

Was passieren müsste:

Die Cardinals müssten allen Schwierigkeiten zum Trotz doch noch in die Playoffs stürmen, Johnson eine neue "100-Yard"-Bestmarke aufstellen und Zahlen liefern, die man nicht ignorieren kann (1.500 Rushing und 1.000 Receiving Yards?). Außerdem müsste der eine oder andere QB schwächeln, der derzeit vor ihm gehandelt wird.

Julio Jones, Wide Receiver, Atlanta Falcons (7-5)

Die Stats: 1.253 Yards, 5 Touchdowns, 72 Receptions, 17,4 Yards/Catch, 0 Fumbles

Für ihn spricht:

  • Antonio Brown hin, Odell Beckham Jr. her - der Receiver mit den meisten Yards ist Julio. Er ist ein physisches Wunder, dass auch trotz Verletzungen immer Leistung bringt und von der Slant bis zum Deep Ball alles beherrscht. Schon sieben Spiele mit mindestens 100 Yards Receiving, und es sind keine billigen Catches, wie die herausragenden 17,4 Yards pro Reception beweisen
  • Und diese Leistungen ruft er trotz Double Coverage und auf ihn abgestimmten Game Plans ab. Er hat keinen ähnlich guten Receiver neben sich, jeder weiß: Wenn es eng wird, geht der Ball zu Julio. Und selbst dann ist er eigentlich nur mit unfairen Mitteln zu stoppen (siehe Seattle)
  • Jones hatte in der Saison bereits ein Meisterstück abgeliefert: 12 Catches und 300 (!) Receiving Yards gegen Carolina, vielleicht die beste Leistung eines Spielers in diesem Jahr überhaupt. Was ihm zusätzlich Sympathien einbringen könnte: Es gibt keine Kontroversen mit Jones. Er bringt seine Leistung und fertig

Gegen ihn spricht:

  • Die Touchdowns. Nur fünf Scores in diesem Jahr machen doch stutzig. 151 Spieler haben in der Red Zone schon mehr Pässe gefangen als er. Zufall, Game Plan, oder eine Achillesferse in seinem Spiel? Fakt ist: Eine solch niedrige Zahl schreckt ab
  • Im Gegensatz etwa zu David Johnson ist Jones nicht ganz so konstant. Er hat die Ausreißer nach oben, aber eben auch schon vier Spiele, in denen er nicht über 35 Yards kam
  • Wie für Defensivspieler gilt: Receiver werden eigentlich nie wirklich als ernsthafte MVP-Kandidaten genannt. Dazu spricht wie bei seinem Quarterback die Bilanz der Falcons gegen ihn

Was passieren müsste:

  • Jones spielt wohl eher um einen Award wie den Offensive Player of the Year. Und auch für den bräuchte wohl einen wahnsinnigen Schlussspurt, mit vier Siegen, fünf oder mehr Touchdowns und über 1.800 Yards. Er würde wohl nur noch einmal ernsthaft als MVP gehandelt werden, wenn ihm ein weiteres Spiel wie gegen die Panthers gelingt.

Von Miller, Outside Linebacker, Denver Broncos (8-4)

Die Stats: 12,5 Sacks, 1 Forced Fumble, 51 Combined Tackles, 3 Passes Defensed

Für ihn spricht:

  • Miller unterschrieb in der Offseason einen Monstervertrag - und hat den bislang gerechtfertigt! Vom Saisonauftakt gegen die Panthers an dominierte der Pass Rusher über seine linke Seite und grüßt in der Sack-Statistik von ganz oben. Auch gegen den Run und sogar in Coverage wusste Miller zu überzeugen - so sehr, dass der DPOY-Award eigentlich schon zur Saison-Halbzeit vergeben schien
  • Im Gegensatz zu den Teams der Quarterbacks oder Running Backs in dieser Liste kommen die Broncos hauptsächlich über ihre Defense - und da ist Miller der Superstar. Sollten die Broncos, die ihren Playoff-Spot zugegebenermaßen noch längst nicht sicher haben, in der AFC doch noch um die Bye Weeks mitspielen, gäbe es aus der Offense keine Konkurrenz um den Award
  • Miller weiß sich auch abseits zu vermarkten, sei es durch seine knallige Garderobe, nationale Werbespots oder kredenzte Weine für die Konkurrenz. In Abwesenheit von J.J. Watt ist er der Abwehrspieler, der am meisten in der Öffentlichkeit steht. Sollten die Wähler Defense honorieren wollen, wäre Miller die wohl erste Wahl

Gegen ihn spricht:

  • Miller spielt eine starke Saison - aber ist sie wirklich stärker als die sensationellen Watt-Auftritte der letzten Jahre? Die Zahlen geben das nicht wirklich her, und auch Watt schrammte immer wieder am Award vorbei - während Millers AFC-West-Kollege Khalil Mack über die letzten beiden Wochen eher die Pass-Rusher-Schlagzeilen schrieb
  • Denver müsste schon mit einer der besten Bilanzen der NFL aufwarten, um Voter zu überzeugen. Dafür ist das Team in diesem Jahr aber nicht gut genug. Das liegt vor allem an der Offense, aber auch die Defense bot schon ein paar mäßige Spiele
  • Um es ganz platt zu sagen: Defensivspieler werden nun mal kein MVP, egal wie gut sie sind

Was passieren müsste:

  • Miller müsste schon vier Auftritte jenseits von Gut und Böse hinlegen und die Saison mit 20+ Sacks und mehreren Game-Winning-Plays beenden. Außerdem müsste Denver mit 12-4 eine Bye Week oder sogar den Top-Seed in der Conference erobern. Sind wir ehrlich: Mehr als der DPOY-Award ist nicht drin.
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