NFL

Bucs vermöbeln Seattle, Saints überrollen Goff

Von SPOX
Jimmy Graham (r.) wird von der Bucs-Defense unangespitzt in den Boden gerammt
© getty
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Miami Dolphins (7-4) - San Francisco 49ers (1-10) 31:24 (0:7, 14:0, 10:7, 7:10) BOXSCORE

Die Dolphins gewinnen zum sechsten Mal hintereinander, die Niners verlieren das zehnte Spiel in Folge. Aber meine Herren, war das eng am Ende! Eins kann man San Fran nämlich nicht vorwerfen: Sie würden trotz einer verkorksten Saison nicht alles geben. An der 6-Yard-Linie stand Quarterback Colin Kaepernick in den letzten Sekunden der Partie. Eine Slant ging fehl, zwei Sekunden waren noch auf der Uhr. Beim nächsten Spielzug rannte er über rechts, schlug dann einen Haken nach innen - und wurde zwei Yards vor der Endzone und der potenziellen Overtime von Ndamukong Suh und Kiko Alonso im Doppelpack geplättet.

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Bis dahin hatte der durch seinen Hymnenprotest umstrittene Quarterback ein richtig gutes Spiel hingelegt: 296 Passing Yards und bärenstarke 113 Rushing Yards bei drei Touchdowns und einer Interception wies die Statistik am Ende aus. Angeführt von Kap und Carlos Hyde (65 YDS) dominierten die Gäste über ihr Running Game (193 YDS) - und hielten Jay Ajayi auf der anderen Seite fast völlig wirkungslos (18 CAR, 45 YDS, TD).

Aber auf der Gegenseite lieferte Ryan Tannehill (20/30, 285 YDS), 3 TD) mal wieder eine richtig gute Leistung ab - und konnte sich darauf verlassen, dass seine Receiver einige richtig gute Catches hinlegten. DeVante Parker z.B., der einen 46-Yard-Pass fing, oder Kenny Stills mit einem 43-Yard-Score. Nach einem Touchdown von Leonte Carroo führten die Dolphins elfeinhalb Minuten vor dem Ende mit 31:14 und sahen wie der sichere Sieger aus. Aber Kap führte sein Team noch einmal zurück - und am Ende fehlten gerade mal zwei Yards ...

Buffalo Bills (6-5) - Jacksonville Jaguars (2-9) 28:21 (0:7, 6:0, 14:7, 8:7 BOXSCORE

Was für eine hässliche erste Hälfte! Kein Wunder, dass die Bills zwischenzeitlich von den Zuschauern ausgebuht wurden, hatten sie doch gegen die Gäste fast überhaupt nichts zu Stande gebracht. Nach 30 Minuten hatte Tyrod Taylor 48 Passing Yards auf dem Konto, Running Back LeSean McCoy in 8 Carries sogar nur 5 Yards. Immerhin war war ein Laufspielzug davon nur Sekunden vor der Pause für einen Touchdown verantwortlich. Sonst aber gelang offensiv überhaupt nichts.

Die Jags waren auch nicht sehr viel besser, hatten aber durch Chris Ivory (44 YDS, TD) immerhin im Opening Drive einen Touchdown aufgelegt - das war ihnen in den 24 Spielen davor nicht gelungen. Bortles hatte zur Pause magere 30 Yards Passing, war aber im Scrambling extrem gefährlich (insgesamt 81 Rushing YDS).

Und kaum kamen die Teams aus der Kabine, war plötzlich alles anders! Shady McCoy fand beim ersten Play sofort die Lücke und war auf und davon - 75-Yard-Touchdown! Dabei war er vor einer Woche noch am Daumen operiert worden. Die Jaguars konterten mit einem Touchdown durch Marqise Lee, sechs Minuten später lief Taylor aus sieben Yards selbst über die Linie. Zuvor hatte Rückkehrer Sammy Watkins (80 YDS) einen 62-Yard-Catch hingelegt.

Schluss war noch lange nicht! Auch ohne den verletzten Chris Ivory gingen die Jags durch Allen Hurns noch einmal in Front, und der verletzte sich auch noch bei seinem 12-Yard-Catch. Aber im Gegenzug zog Watkins die Pass Interference, Taylor fand Justin Hunter zur erneuten Führung. Hatte Jacksonville noch einen Drive in petto? Nein, bei fourth-and-9 holte Lee nur vier Yards, die verbleibenden dreieinhalb Minuten spielte Buffalo herunter. Erst zum zweiten Mal konnte Tyrod Taylor (166 YDS, TD, 38 Rushing YDS, TD) einen Vier-Punkte-Rückstand noch drehen. In 13 Versuchen.

Chicago Bears (2-9) - Tennessee Titans (6-6) 21:27 (7:7, 0:14, 0:3, 14:3) BOXSCORE

Kein Jay Cutler für die Bears an diesem Abend, dessen Schulter machte einen Einsatz unmöglich. Auftritt Matt Barkley (28/54, 316 YDS, 3 TD, 2 INT): Der Backup durfte seinen ersten NFL-Start feiern - und wäre am Ende beinahe zum Helden geworden. 7:27 hatten die Bears im letzten Viertel schon zurück gelegen, aber Touchdown-Pässe von Barkley auf Marquess Wilson und Deonte Thompson stellten auf 21:27. Und in der letzten Minute führte er sein Team noch einmal bis kurz vor die Endzone. First-and-Goal von der 7-Yard-Linie, aber von seinen vier Pass-Versuchen wurden gleich zwei völlig unbedrängt fallen gelassen.

So durften die Titans am Ende gegen doch arg ersatzgeschwächtes Team noch einmal erleichtert durchatmen. Marcus Mariota (15/23, 226 YDS, 2 TD) blieb in der Red Zone mal wieder fehlerlos, seine Anspielstationen Rishard Matthews (64 YDS, TD) und Delanie Walker (50 YDS, TD) setzten ihre starken Spielzeiten fort. Im Running Game erarbeitete man sich eine klare Überlegenheit (149:95 Yards). Nun hat man zu den Texans an der Spitze der AFC South fast aufgeschlossen.

Aber es hätte auch noch sehr viel schlimmer kommen können. Hätte Matt Barkley neben seinen guten Aktionen nicht auch noch zwei ganz üble Klopper abgeliefert, es wäre womöglich noch schief gegangen. Im zweiten Viertel warf er eine Interception in der gegnerischen Red Zone, nach einem überraschenden - und erfolgreichen - Onside Kick der Bears zu Beginn der zweiten Hälfte leistete er sich sogar noch eine völlig überflüssige Interception in der Endzone.

Cleveland Browns (0-12) - New York Giants (8-3) 13:27 (0:0, 6:14, 0:0, 7:13) BOXSCORE

Es war wieder mal kein Gala-Auftritt der Giants, aber wieder mal reichte es zum Sieg - zum sechsten in Folge, um genau zu sein. Und bei den Browns tickt die Uhr - vier Spiele bleiben noch, um die gefürchtete "0-16" perfekt zu machen. 30 der letzten 33 Spiele gingen verloren.

Nach der Gehirnerschütterung von Cody Kessler sollte es wieder Josh McCown auf der Quarterback-Position richten, und der spielte sogar richtig gut (25/43, 322 YDS, TD). Aber seine O-Line um Left Tackle Joe Thomas, der in seiner Karriere noch keinen einzigen Snap verpasst hat und gegen New York die 10.000 (!) voll machte, hatte gegen den Pass Rush große Probleme - gleich sieben Sacks musste McCown einstecken.

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Dennoch hatten die G-Men lange Zeit ebenfalls Probleme, Punkte aufzulegen. Odell Beckham Jr. war von Joe Haden gut bewacht und musste sich in der ersten Halbzeit sogar einmal an der Hand behandeln lassen. So endeten die ersten vier Drives mit Punts und es brauchte einen Fumble von Isaiah Crowell, den Eli Manning (194 YDS, 3 TD) mit einem perfekten Pass auf Dwayne Harris abschloss.

Und irgendwann war eben auch OBJ (6 REC, 96 YDS) nicht mehr zu halten. 1:13 Minuten vor der Pause legte er bei einer Crossing Route den Turbo ein und lief allen Browns für einen 32-Yard-TD davon, im Schlussviertel durfte er sogar noch einmal jubeln. Die Browns mussten ihrerseits vor der Pause an der 7-Yard-Linie nur das Field Goal erzielen - und nachdem die zweite Hälfte mit acht Punts in Serie eröffnet worden war, schien der Ausgleich nach einem 54-Yard-Pass von McCown auf Terrelle Pryor Sr. (131 YDS) nicht unmöglich. Aber zwei Plays später wurde McCown gesackt, der Ball sprang in die Arme von Jason Pierre-Paul und der machte mühelos den Touchdown. Tja - bei 0-12 läuft irgendwann auch alles gegen dich.

Restprogramm für Cleveland: Bengals, @Bills, Chargers, @Steelers. Da ist Cincy nach der Bye Week vielleicht die beste Chance auf den ersehnten Sieg.

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