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NFL: Preview - Carolina Panthers vs. New Orleans Saints

Der letzte Magier im Voodoo-Land

Von Pascal De Marco
Donnerstag, 17.11.2016 | 13:41 Uhr
Drew Brees und die New Orleans Saints steigen mit einem Sieg über die Carolina Panthers in das Rennen in die Playoffs ein
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In Carolina startet Week 11 mit einem Duell in der NFC South. Die Carolina Panthers empfangen die New Orleans Saints und hoffen, sich mit einem Sieg die letzte Playoff-Chance zu wahren. Die Gäste zeigen sich nach einer unruhigen Offseason und einem schwachen Saisonstart allerdings in stark verbesserter Verfassung. Verlassen können sie sich dabei auf eine alte Konstante, die trotz ihrer historischen Errungenschaften in der Vergangenheit viel zu wenig Erwähnung findet. Das Spiel seht ihr ab 2.25 Uhr live auf DAZN.

Das Entsetzen war ihm ins Gesicht geschrieben, als Drew Brees von der Seitenlinie feststellen musste, dass sein Touchdown-Drive mit knapp eineinhalb Minuten verbleibender Spielzeit auf der Uhr nicht zur Führung reichte. Dabei hatte sein 32-Yard-Pass auf Brandin Cooks gerade für den 23:23-Ausgleich gegen die Denver Broncos gesorgt. Der Extra-Punkt hätte New Orleans in Front bringen müssen.

Der Rest ist Geschichte. Denvers Justin Simmons sprang über die Saints-O-Line, blockte den Kick und Will Parks rannte mit dem Ball über 84 Yards in New Orleans' Endzone. Dabei zauberte der Quarterback gegen den Champion aus Colorado, der bislang gerade einmal 183,3 Passing-Yards pro Spiel zugelassen hatte, einmal mehr eine beeindruckende Leistung aus dem Hut. Brees baute mit dem 56. Spiel seiner Karriere, in dem er für über 300 Yards und gleichzeitig drei Touchdown-Pässe warf, seinen NFL-Rekord aus. Doch sollte es am Ende nicht reichen.

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Nach der bitteren Niederlage gegen die Oakland Raiders am ersten Spieltag, ist es also erneut ein Two-Point-Play, welches den Saints im heimischen Mercedes-Benz Superdome in letzter Minute eine schmerzhafte Pleite beschert. "Ich kann es noch nicht wirklich glauben", äußerte sich Brees geschockt über die spielentscheidende Szene. "Speziell wenn du am Ende punktest, denkst du, dass es, ich will nicht sagen der Game-Winner ist, aber es bringt dich eben in Führung."

Die Bilanz entspricht mit 4-5 nun nicht unbedingt der eines Teams, welches nach Woche 17 in den Playoffs stehen wird. Dennoch läutet man im Big Easy noch nicht mit den Alarmglocken. Das Vertrauen in den Anführer ist zu groß. Denn Drew Brees spielt erneut eine überragende Saison.

Unfassbare Konstanz

In seinem 16. Jahr in der Liga scheint er immer noch nicht müde zu werden. Der 37-Jährige ist auf bestem Wege, zum elften Mal in Folge für über 4000 Yards zu werfen (aktuell 2992). Mit dem Passer Rating von 107.0 hält er momentan das drittbeste in seiner Karriere. Außerdem warf Brees am Sonntag mit dem ersten TD seinen 450. Touchdown-Pass. Dies gelang bislang nur Peyton Manning (539) und Brett Favre (508).

Die Liste an erwähnenswerten Leistungen ist beim 32. Pick von 2001 (San Diego Chargers) ohnehin unübersichtlich lang geworden, die Konstanz des Texaners dabei bemerkenswert. Seit Brees 2006 das schwarz-goldene Trikot zum ersten Mal übergestreift hat, haben die Saints immer unter den Top-5 in Passing-Yards abgeschlossen. Der Quarterback verpasste dabei nur zwei der 169 Regular-Season-Spiele in diesem Zeitraum!

Auch in diesem Jahr ist New Orleans wieder an der Spitze, was offensive Produktion angeht. Dabei visiert der Veteran am liebsten NFL-Frischlinge an: Die Top-3-Receiver der Saints sind Michael Thomas (51 Receptions/Rookie), Brandin Cooks (44/3. Saison) und Willie Snead (42/2. Saison). Generell konnte Brees in seiner Zeit in New Orleans nie wirklich auf die Fähigkeiten von Superstar-Receivern hoffen. So gab es in der Brees-Ära mit Jimmy Graham nur einen einzigen Pro-Bowler, der auf einer offensiven Skill-Position spielte.

Doch während die Offense konstant abliefert, genießt die Defensive nicht zu Unrecht einen bescheidenen Ruf. Mit 292,7 Passing Yards pro Spiel lässt keine andere Secondary der Liga mehr zu. Derartige Statistiken haben sich in New Orleans zur Tradition entwickelt. Head Coach Sean Payton, der 2006 zwei Monate vor dem Quarterback in New Orleans anheuerte, legt nämlich seit Amtsantritt sein Hauptaugenmerk auf die Offense. Zum ersten Mal seit vier Jahren überlässt der Coach in dieser Saison die Play-Calls seinem Offensive-Coordinator Pete Carmichael Jr.

Fortsetzung der Payton-Ära

Leidtragender dieser Philosophie sind die Defenses und deren Coaches. Die Saints haben 2012 unter Defensive Coordinator Steve Spagnuolo mit 440,1 Yard pro Spiel einen Negativrekord für zugelassene Yards aufgestellt. Im letzten Jahr fiel dann der Rekord für zugelassene Touchdown-Pässe (59) und gegnerisches Passer-Rating (116,2) unter Coordinator Rob Ryan. In seiner zehnjährigen Amtszeit installierte Payton mittlerweile fünf Defensiv-Koordinatoren.

Und auch ein weiteres Manko begleitet die Saints seit der Ära Payton. Durch die teuren Verträge, die man sich in all dem Offense-Wahn an Land zog, hat die Franchise kontinuierlich Probleme mit dem Cap Space. Niemand in der NFL hat derart viel Dead Money auf dem Konto. Wo es letztes Jahr noch knapp 35 Millionen Dollar waren, sind es in dieser Saison bereits über 43 Millionen. Zum zweithöchsten Dead-Money-Betrag, dem der Cleveland Browns, befindet sich ein Abstand von 13 Millionen Dollar.

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Auch Drew Brees' Vertrag, der die Cap mit 30 Millionen Dollar belastete, stellte zuletzt ein Problem dar. Die berechtigten Zweifel, ob das Team in dieser Konstellation mit Brees überhaupt noch einmal die Chance auf einen Championship-Run hinlegen könne, sorgten in der jüngsten Vergangenheit deshalb für eine Menge Spekulationen, ob das Duo Payton/Brees in dieser Saison noch in New Orleans bleiben würde. Ein Neuanfang stand im Raum.

Im März allerdings unterzeichnete Payton für fünf weitere Jahre. Kurz vor der Saison war es dann Brees, der mit seinem neuen Arbeitspapier bis mindestens 2018 in Louisiana bleiben wird. Interessant: Das Basisgehalt des Quarterbacks verringerte sich dabei für das erste Vertragsjahr auf gerade einmal 1,25 Millionen Dollar (Signing-Bonus: 30 Millionen Dollar). Damit verringerten die Saints zumindest ihre historisch hohe Cap Number.

Turnaround of a Franchise

Gemeinsam stellt das Duo Payton-Brees eines der erfolgreichsten in der Geschichte der NFL dar. "Die Saints haben einen so hohen Standard gesetzt, dass die Fans in New Orleans verwirrt sind, wenn man einmal nicht 30 Punkte erzielt oder Brees unter 300 Yards wirft", beschreibt NOLA.com die Situation treffend.

Bevor das Duo ankam, hatten die Saints ein einziges Playoff-Spiel gewinnen können, seit dem man 1967 in die NFL eingestiegen war. In den ersten vier Jahrzehnten hatte die Franchise magere fünf Saisons, in der man zehn oder mehr Siege feierte. In den letzten zehn Jahren gab es ebenso viele (inklusive eines Super-Bowl-Siegs 2009).

Zuletzt verpasste man den Einzug in die Playoffs mit der Bilanz von 7-9 in den vergangenen beiden Jahren. In dieser Saison jedoch sieht die Ausgangslage wieder besser aus. Zwar stehen die Saints bei der Bilanz von 4-5, doch kamen die vier Siege innerhalb der letzten sechs Spiele zustande. Die beiden Niederlagen gegen Kansas City (21:27) und Denver (23:25) waren denkbar knapp.

Kopf-an-Kopf-Rennen um die NFC South?

An der Spitze der NFC South steht mit den Atlanta Falcons (6-4) die zweitbeste Offense der NFL. Ein Sieg über die Carolina Panthers (3-6) würde die Saints wieder auf ein Spiel an die Falcons heranbringen.

In Woche 17 kommt es dann noch einmal zum möglicherweise entscheidenden direkten Duell im Georgia Dome und zur Revanche-Chance für den Falcons-Sieg aus Woche drei. Beide Teams haben allerdings ein machbares Restprogramm. Im Hinblick auf die bisherigen Leistungen der Konkurrenz aus der NFC sollte deshalb auch ein Wildcard-Spot im Raum stehen.

Für Carolina ist das Thursday Night Game ein Must-Win. Nach der Pleite gegen die Chiefs steht der NFC-Champion des vergangenen Jahres mit dem Rücken zur Wand. Eine Niederlage gegen den Rivalen würde die verheerende Division-Bilanz von 0-4 bedeuten. Darüber hinaus sieht das Folge-Programm Auswärtsspiele bei den Oakland Raiders (7-2) und Seattle Seahawks (6-2-1) vor.

"Es gibt keinen Raum für Fehler mehr"

Beim Team von Coach Ron Rivera liegen die Nerven derweil blank. "Es gibt keinen Raum für Fehler mehr", stellte der Trainer nach der Pleite gegen die Chiefs fest. Cam Newton fand nach dem Spiel selbstkritische Worte: "Wir haben die Aggression nicht aufrecht erhalten. Es fängt mit mir an. Als Offense-Leader muss ich verstehen, dass jedes Play zählt. Es geht darum, auf das Gas-Pedal zu treten und zu wissen, dass wir die Spiele beenden müssen."

Ein durchgetretenes Gaspedal können die Panthers am Donnerstag-Abend gut gebrauchen. Für die Offense muss die Devise nämlich lauten, so lange wie möglich auf dem Feld zu stehen - und die eigenen Cornerbacks gegen New Orleans' Offense zu entlasten. Gegen den leicht verbesserten Pass Rush der Saints wird das für die wacklige Panthers-O-Line, die schon gegen Kansas City keinen guten Eindruck machte, eine schwere, aber vermutlich die entscheidende Aufgabe. Zumal Carolina voraussichtlich auf Center Ryan Kalil und Tackle Michael Oher verzichten muss.

Beide Teams können sich nach Woche zehn zumindest freuen, nur vier Tage an ihren Niederlagen knabbern zu müssen. Eine weitere könnte allerdings die Saison beider Mannschaften beenden. Das weiß auch Drew Brees. Doch kann man sich bereits jetzt darauf einstellen, dass der letzte Magier aus New Orleans wieder auf alle offensiven Register zugreifen wird, um ein Feuerwerk abzuspulen. Vielleicht erneut mit 300 und 3?

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