Dienstag, 01.11.2016

NFL: Hangover - Week 8

Der Dildo-Wurf von Buffalo

Die Buffalo Bills mögen zwar von den New England Patriots übel verhauen worden sein, für das wohl größte Hangover-Highlight der Woche haben sie dennoch gesorgt. Derweil läuft es bei den Cleveland Browns wieder wie geschmiert. Cam Newton tritt in einer Doppelrolle in Erscheinung und Pat McAfee erinnert uns, dass Punter "People, too" sind und Gefühle haben! Wir haben mal wieder einen Mörder-Hangover und beschließend damit Woche 8.

Der Wurf der Woche: Nein, hier können wir nicht mit einem Hail Mary dienen und auch der Deep Ball von Tom Brady auf Chris Hogan gegen dessen Ex-Team Buffalo hat es nicht geschafft. Dafür aber ein anderer Wurf in die Endzone der Bills im New Era Field! Ein Zuschauer warf kurz nach einem Patriots-Touchdown einen Dildo aufs Spielfeld!

Was zunächst besonders für TV-Zuschauer aussah wie eine Flagge - die ja schon mal fliegt bei jedem erdenklichen Spielzug in der NFL dieser Tage - war dann doch das, wonach es aussah. Tom Brady sah das "Gerät" aus nächster Nähe und erklärte im Anschluss: "Ich dachte, es war witzig, dass der Ref ihn nicht aufheben wollte. Er hat ihn weg gekickt. Keiner wollte sich bücken und ihn aufheben."

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Und dann brachte er es schließlich vollends treffend auf den Punkt: "Das war ungewöhnlich. Das war was Neues. Only in Buffalo..." Verbindungen zu Gronkowskis berühmter 69? Nicht ausgeschlossen! Doch wie kam dieser Gegenstand eigentlich ins Stadion? NFL-Richtlinien verbieten eindeutig das Mitbringen von Stich- oder Stoßwaffen...

Buchstabenkette der Woche: Zugegeben, Fan der Cleveland Browns zu sein ist dieser Tage sicherlich noch prickelnder als früher, als alle Sportteams dieser Stadt eine mittlere Katastrophe waren. Nun sind die Cavaliers amtierender NBA-Champion und die Indians sind einen Sieg vom Triumph in der World Series entfernt.

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Doch die Fans der Browns haben wenigstens noch ihren Stolz und zeigen dies besonders bei Heimspielen. Die ganz großen Fans, also der harte Kern, ist dabei immer hinter einem der Field Goals zu finden, quasi der Fankurve. In Cleveland nennt man diese traditionell den "Dawg Pound", denn man ist ja cool. Nur ist das mit dem Buchstabieren manchmal so eine Sache.

Am Sonntag gegen die Jets - ja, auch dieses Mal fanden die Browns einen Weg, trotz klarer Führung zu verlieren - hielten die Hardcore-Fans ein Transparent hoch, das man hierzulande fast jede Woche in Fußballstadien sieht. Jedenfalls bestand dieses Exemplar aus drei Teilen und sollte die Botschaft "This is the Dawg Pound" verbreiten. Blöd nur, dass die Reihenfolge der Teile nicht so ganz akkurat war. Dort stand nämlich: "GPODAWUND". Daumen hoch!

Schiedsrichter-Schelte, Part 1: Obwohl die Carolina Panthers doch mal wieder ein Spiel gewannen und gegen die Arizona Cardinals ihre wohl beste Leistung der Saison gezeigt haben, war Quarterback Cam Newton anschließend richtiggehend sauer. Er ging nach dem Spiel auf der Pressekonferenz in die Offensive und machte seinem Frust ob der erneut späten und ungeahndeten Hits gegen ihn Luft: "Es hat mir wirklich den Spaß am Spiel geraubt, um ehrlich zu sein, denn manchmal fühle ich mich nicht sicher."

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Und er gab sogar an, dass er sich mit Commissioner Roger Goodell über diese Aktionen unterhalten wolle. Jüngster Auslöser für seine Frustration war im Übrigen eine sehr tiefer Hit von Calais Campbell, der ihn von hinten gefährlich von den Beinen holte. Eine schlimme Verletzung am Knie nahm er da billigend in Kauf, sah aber keine Flagge. Die NFL hat am Montag allerdings angekündigt, die ganzen Attacken auf Newton nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Teilerfolg also für Newton?

Gotham in Angst: Während Newton diese deutlichen Worte Richtung Schiedsrichter und NFL äußerte, trug er ein selbst für seine Verhältnisse recht gewagtes Outfit. Schaut man sich dieses genauer an, fragt man sich allerdings schon, wovon der Mann da gerade gesprochen hat - nicht geahndete Fouls oder doch einen möglichen Anschlag auf Gotham City?!

Schiedsrichter-Schelte, Part 2: Newton war jedoch nicht der einzige, der sich die Zebras verbal vorgenommen hat. Auch Cornerback Josh Norman, der mit den Washington Redskins im Londoner Wembley Stadium gegen die Cincinnati Bengals Unentschieden gespielt hat, war anschließend mehr als bedient. Er begann seine PK mit der Frage, wer denn der Schiedsrichter mit der Nummer 88 gewesen sein. Auf Nachfrage, warum das so wichtig sei, gab er trocken an, dass die Refs in diesem Spiel "scheiße" waren. Klares Statement, Brief der NFL dürfte folgen.

Sein Hauptärgernis war eine glasklare Facemask beim Touchdown von Jamison Crowder, die nicht geahndet wurde. Gleichzeitig aber flog eine Facemask-Strafe gegen einen Redskins-Spieler mitten in einer Spielertraube nach einem Fumble. In beiden Fällen kann man sicherlich die Frustration nachvollziehen - aber dem guten Josh ist schon klar, dass er durchaus erneut auf die jeweiligen Zebras treffen könnte und die dann vielleicht genauer hinschauen, was da so auf dem Platz passiert, oder?

Trade der Woche: Stellt euch vor, ihr spielt bei einem Super-Bowl-Anwärter, der gerade absolut on Fire ist und von Sieg zu Sieg marschiert. Und nun stellt euch vor, dass ihr so viel Geld verlangt, dass der Super-Bowl-Anwärter dankend ablehnt. Mehr noch: Der Super-Bowl-Anwärter macht nicht lange rum und tradet euch - AUSGERECHNET - nach Cleveland! Genau das ist Jamie Collins passiert.

Der Linebacker mit riesigem Potenzial wollte dem Vernehmen nach "Von Miller Money", doch erstens zahlen das die Patriots sowieso nicht und zweitens ist besagter Miller dann doch deutlich dominanter. Folglich manövrierte sich Collins gehörig ins Abseits und hat nun die Browns an der Backe. So schnell kann's gehen in der NFL - und in Foxboro.

Crash der Woche: Die Broncos gewannen ihr Heimspiel gegen die San Diego Chargers zwar knapp, aber doch recht sicher. Dabei war eigentlich schon im Voraus klar, dass Quarterback Trevor Siemian einiges wird einstecken müssen. Doch der Bronco, der den härtesten Hit kassierte, spielte gar nicht mit!

Es war Defensive Coordinator Wade Phillips, der von Running Back Melvin Gordon an der Seitenlinie massiv umgenietet wurde. Das war so schlimm, dass der 69-Jährige abtransportiert und ins Krankenhaus gebracht wurde. Doch keine Sorge, der Defensiv-Guru hat das Krankenhaus noch am Sonntag wieder verlassen und war am Montag schon wieder bei der Arbeit. Nach kurzem Schrecken alles gut also!

Rekord der Woche: Es gibt einfach Dinge, die werden sich nie ändern. So auch die fast schon manische Disziplinlosigkeit der Oakland Raiders, und zwar generationsübergreifend. Seit jeher ist diese Franchise dafür bekannt, sich konsequent selbst ins Bein zu schießen. So auch beim Gastspiel in Tampa.

Die Truppe von Head Coach Jack Del Rio kassierte sage und schreibe 23 Strafen - genau genommen sogar 24, doch eine wurde abgelehnt. 23 Strafen und zwar für unfassbare 200 Yards Raumverlust sind ein neuer Allzeit-Rekord! Die alte Marke lag bei 22 Strafen in einem Spiel.

Unglaublicherweise hat die Truppe in Schwarz und Silber das Spiel aber dennoch gewonnen, weil man grandiose 626 Yards an Total Offense produziert hat. Quarterback Derek Carr warf 59 Mal für 513 Yards, irgendwo aber auch verständlich, schließlich buddelten ihm seine Teamkollegen nicht wenige Löcher selbst.

Palmers Protection: Wo wir bei Rekorden sind: Auch Carson Palmer kam an diesem Wochenende auf eine persönliche Bestmarke im Gastspiel bei den Carolina Panthers. Der Quarterback der Arizona Cardinals bekam so richtig auf die Socken und kassierte acht Sacks. Acht!

Da ist es fast schon wahnsinnig, dass Palmer dennoch für 363 Yards (3 TD, INT) warf. Geholfen hat es freilich nicht, denn die Panthers beendeten ihre Durststrecke und gewannen die Partie - zur Abwechslung sogar mal wieder überzeugend.

Der Tweet der Woche: Wie wir nicht erst seit Rich Eisen vom NFL Network wissen, gilt folgender Grundsatz: "Punters are People, too!" Und weil dem so ist, haben selbige dann und wann auch mal ihre eigene Meinung, die sie kundtun möchten.

Und nachdem der meinungsstarke "Journalist" Skip Bayless infolge der eher suboptimalen Kicker-Leistungen der letzten Wochen seinen Hass allen Kickern gegenüber zum Ausdruck brachte, schoss Colts-Punter - see what I did there? - Pat McAfee zurück: "Alle von uns professionellen Kickern LIEBEN alte Männer, die ins Fernsehen gehen und sich wie Idioten verhalten, während sie Makeup tragen..." Rumms! Der hat gesessen! Man legt sich halt nicht mit Puntern an.

Ausraster der Woche: Special Teams werden bekanntlich nicht immer ihrem Namen gerecht. So auch zu Beginn der zweiten Halbzeit zwischen den Houston Texans und Detroit Lions: Die Texans brachten das Kunststück fertig, zum Kick-Off nur zehn Mann auf dem Feld zu haben. Head Coach Bill O'Brien war ob dessen nur bedingt begeistert und, naja, wendete sich prompt an Special Teams Coordinator Larry Izzo, um ein paar Anmerkungen dazu loszuwerden.

Um es deutlicher auszudrücken: Er stauchte ihn an der Seitenlinie ordentlich zusammen. Am Tag danach hatte sich O'Brien dann wieder gefangen und klärte seine Sicht der Dinge: "Ich habe das Video danach gesehen. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Es musste ein Hochstapler sein, oder? Es ist Halloween, es werden also einige Leute in Houston verkleidet wie ich mit einem 'Tritt mich'-Zeichen auf dem Rücken rumlaufen."

Doch am Ende war ja alles gut, die Texans schlugen die Lions und bauten ihre perfekte Heimbilanz auf 5-0 aus.

Der NFL-Spielplan im Überblick

Marcus Blumberg

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Marcus Blumberg(Redaktion)

Marcus Blumberg, Jahrgang 1984, ist seit 2014 für SPOX.com tätig. Geboren und aufgewachsen im Herzen Niedersachsens studierte er Germanistik und Philosophie in Göttingen. Schon währenddessen war er für Baseballinsider und AmericanFootballinsider tätig. Nach einem Praktikum bei SPOX Anfang 2012 kehrte er zurück und ist vor allem in den Bereichen Sportal, Live und US-Sport tätig.

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