Donnerstag, 20.10.2016

NFL: Preview: Green Bay Packers - Chicago Bears

Die hausgemachte Krise

Week 7 startet in Lambeau, und die Green Bay Packers (3-2) stehen unter Druck. Zu Gast sind die Chicago Bears (1-5), für die Packers zählt nach der enttäuschenden Pleite gegen Dallas nur ein Sieg. Doch die Offense hat Probleme, die mehr sind, als einige Ausrutscher - vielmehr ist es eine hausgemachte Krise. Erste Änderungen sind bereits in vollem Gange, gelingt der Umschwung? Zu sehen gibt es die Partie heute Nacht ab 2.25 Uhr live auf DAZN!

"Wissen Sie: Wir hatten offensiv 400 Yards. Deshalb weiß ich nicht, warum zum Teufel ich hier her kommen und Fragen über die Dinge, die nicht geklappt haben, beantworten muss!" Mike McCarthy war nach dem Erfolg über die Giants vor zwei Wochen alles andere als amüsiert. Erneut musste er, trotz des Heimsiegs, kritische Fragen bezüglich der eigenen Offense über sich ergehen lassen.

Und das nicht ohne Grund: Auch wenn die nackten Zahlen am Ende nicht schlecht aussahen, so wurde jedem, der das Spiel genauer betrachtete, schnell klar, dass dieser Offense Rhythmus und Konstanz nach wie vor fehlen. In keinem Spiel dieser Saison wurde das dann jedem so deutlich, wie anschließend am vergangenen Sonntag beim Kracher gegen die Cowboys.

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Während die Defense keine Antworten auf Dallas' Running hatte, häuften sich offensiv gegen eine durchaus schlagbare Defense die Fehler, so dass selbst McCarthy auf die wieder gestellten Fragen zur Offense zugab: "Mit "kaputt" würde ich nicht übereinstimmen. Aber in einigen Bereichen läuft sie ohne Frage nicht sauber."

Das ist, bei allem Respekt, noch milde ausgedrückt. Statt die erhoffte große Rodgers-Nelson-Show zu erleben, reiben sich die Fans in Lambeau Field inzwischen verwundert die Augen. Statt des Rhythmus-Timing-Passing-Games, das Green Bays Offense eigentlich ausmacht, sieht man ein fehlerbehaftetes, teilweise fast ängstlich wirkendes Passspiel. Aaron Rodgers ging in das Duell mit den Cowboys als ungenauester Quarterback der bisherigen Saison, Big Plays sucht man weitestgehend vergebens.

Die Gründe dafür sind vielfältig - und zu einem beachtlichen Teil hausgemacht.

Zu viel Isolation!

Denn viele der Schwierigkeiten sind im eigenen offensiven Scheme verwurzelt. Die Packers setzen stark auf ein Isolation-Passing-Game, bedeutet: Die Routes, welche die einzelnen Receiver laufen, bauen zu wenig aufeinander auf und helfen einander viel zu selten. Statt dass es also beispielsweise Mesh-Konzepte gibt, in denen zwei Receiver vereinfacht gesagt in entgegengesetzter Richtung aneinander vorbei laufen, um es Verteidigern so schwieriger machen, sie zu verfolgen, sieht man wenige Sekunden nach dem Snap oft ein ähnliches Bild.

Das sieht dann häufig so aus: Die Receiver sind alle bereits weit in ihrer Route - und dabei komplett über den Platz verstreut, jeweils in Eins-gegen-Eins-Duellen mit einem Verteidiger, ohne dass ein Mitspieler im Umkreis von mehreren Metern zu sehen wäre.

Die Fantasy-Tipps für Week 7
Wen sollte man in Week 7 starten - und wen lieber nicht? SPOX gibt den Überblick
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Wen sollte man in Week 7 starten - und wen lieber nicht? SPOX gibt den Überblick
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Quarterbacks, STARTS: Alex Smith, Kansas City Chiefs (vs. Saints): Die Saints-Secondary ist nach wie vor eine der ligaweit anfälligsten, und auch die Front sorgt nicht unbedingt für Alpträume. Smith sollte im Passing und im Running Game punkten können
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Quarterbacks, STARTS: Alex Smith, Kansas City Chiefs (vs. Saints): Die Saints-Secondary ist nach wie vor eine der ligaweit anfälligsten, und auch die Front sorgt nicht unbedingt für Alpträume. Smith sollte im Passing und im Running Game punkten können
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Marcus Mariota, Tennessee Titans (vs. Colts): Mariota hat sich zuletzt deutlich gesteigert und kommt in Mularkeys Offense besser zurecht. Aufbauend auf dem Run Game sind Play Action und Read Option brandgefährlich - gegen Indy ohnehin
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Marcus Mariota, Tennessee Titans (vs. Colts): Mariota hat sich zuletzt deutlich gesteigert und kommt in Mularkeys Offense besser zurecht. Aufbauend auf dem Run Game sind Play Action und Read Option brandgefährlich - gegen Indy ohnehin
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Eli Manning, New York Giants (vs. Rams/London): Natürlich ist die Rams-Front ein Problem für Offenses, und die Giants werden im Run Game Probleme haben. Aber: L.A. ist in der Secondary angeschlagen und hat keine Antworten auf Beckham, Cruz und Shepard
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Eli Manning, New York Giants (vs. Rams/London): Natürlich ist die Rams-Front ein Problem für Offenses, und die Giants werden im Run Game Probleme haben. Aber: L.A. ist in der Secondary angeschlagen und hat keine Antworten auf Beckham, Cruz und Shepard
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Quarterbacks, SITS: Carson Palmer, Arizona Cardinals (vs. Seahawks): Arizona setzte gegen die Jets auf mehr kurze Pässe, was Palmer gut tat. Aber: Die O-Line wird gegen Seattle große Probleme bekommen, die Secondary ist brandgefährlich
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Carson Wentz, Philadelphia Eagles (vs. Vikings): Phillys O-Line hatte ohne Lane Johnson gegen Washington riesige Probleme - jetzt wartet eine ausgeruhte Vikings-Front. Wentz wird unter permanentem Druck stehen, Turnover alles andere als ausgeschlossen
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Ryan Tannehill, Miami Dolphins (vs. Bills): Überraschender Sieg gegen Pittsburgh - und Tannehill auf die Bank? Ja! Buffalos Front wird Miami Probleme bereiten, das Run Game wird nicht wieder so funktionieren und Tannehill wieder stärker unter Druck stehen
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Ryan Tannehill, Miami Dolphins (vs. Bills): Überraschender Sieg gegen Pittsburgh - und Tannehill auf die Bank? Ja! Buffalos Front wird Miami Probleme bereiten, das Run Game wird nicht wieder so funktionieren und Tannehill wieder stärker unter Druck stehen
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Running Backs, STARTS: DeMarco Murray, Tennessee Titans (vs. Colts): Tennessees Run Game war zuletzt deutlich verbessert, auch Marcus Mariots spielt besser. Jetzt wartet eine Colts-Defense, die im Run Game mehr als anfällig ist - und Murray ist gut drauf
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Matt Jones, Washington Redskins (@Lions): Gegen die starke Eagles-Front gelang Washingtons Running Back ein Breakout-Game, jetzt warten die Lions - die 4,7 Yards pro Run zulassen!
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Matt Jones, Washington Redskins (@Lions): Gegen die starke Eagles-Front gelang Washingtons Running Back ein Breakout-Game, jetzt warten die Lions - die 4,7 Yards pro Run zulassen!
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Jacquizz Rodgers, Tampa Bay Buccaneers (vs. 49ers): 35 (!) Touches erhielt Rodgers in Abwesenheit des nach wie vor verletzten Doug Martin gegen Carolina - jetzt geht es gegen die 49ers und deren historisch schlechte Run-Defense
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Running Backs, SITS: Lamar Miller, Houston Texans (@Broncos): Ja, Miller hatte seinen Texans-Breakout gegen die Colts am Sonntag. Aber diese Woche wird es viel härter: Denver wird zuhause das Running Game attackieren um so Osweiler zum Handeln zu zwingen
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Frank Gore, Indianapolis Colts (@Titans): Tennessees Run-Defense hat in dieser Saison noch keinen 100-Yard-Rusher zugelassen, die Front sieht aktuell gut aus - Indys O-Line dagegen nicht wirklich…
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C.J. Anderson, Denver Broncos (vs. Texans): Anderson kam seit Week 1 nicht mehr über 3,7 Yards pro Run hinaus und wartet noch auf sein erstes 100-Yard-Game. Großes Problem: Denvers O-Line
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Wide Receiver, STARTS: Allen Robinson&Allen Hurns, Jacksonville Jaguars (vs. Raiders): Ganz genau - beide Jaguars-Receiver! Jacksonville trifft auf eine Raiders-Secondary, die niemanden ernsthaft stoppt - und die Jags werden wohl wieder aufholen müssen
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Mike Evans, Tampa Bay Buccaneers (vs. 49ers): WR-Kollege Vincent Jackson fällt vorerst aus, die 49ers haben aktuell eine der schlechtesten Defenses der Liga. Alles andere als ein tolles Spiel von Evans käme überraschend!
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Terrelle Pryor, Cleveland Browns (@Bengals): 8,1 Yards pro Pass, 14 Passing-Touchdowns - das sind die Zahlen, die Cincinnatis Defense bisher erlaubt und Browns-QB Kessler spielt gut. Aber Achtung: Pryors Oberschenkel-Verletzung im Auge behalten!
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Terrelle Pryor, Cleveland Browns (@Bengals): 8,1 Yards pro Pass, 14 Passing-Touchdowns - das sind die Zahlen, die Cincinnatis Defense bisher erlaubt und Browns-QB Kessler spielt gut. Aber Achtung: Pryors Oberschenkel-Verletzung im Auge behalten!
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Wide Receiver, SITS: Brandon Marshall, New York Jets (vs. Ravens): Egal ob mit Fitzpatrick oder Geno Smith, New Yorks Offense hat massive Probleme. Schlechte O-Line, kein Run Game, kein Decker und Defenses können sich auf Marshall fokussieren
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DeAndre Hopkins, Houston Texans (@Broncos): Nur ein Mal knackte Hopkins in dieser Saison die 75-Yard-Marke, der 24-Jährige hat auf dem Platz noch keinen guten Draht zu Brock Osweiler. Gegen die starke Broncos-Secondary ändert sich daran nichts
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DeAndre Hopkins, Houston Texans (@Broncos): Nur ein Mal knackte Hopkins in dieser Saison die 75-Yard-Marke, der 24-Jährige hat auf dem Platz noch keinen guten Draht zu Brock Osweiler. Gegen die starke Broncos-Secondary ändert sich daran nichts
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Antonio Brown, Pittsburgh Steelers (vs. Patriots): Brown auf die Bank…? Ja! Schon letztes Jahr haben wir gesehen, wie stark Browns (Fantasy-)Produktion abfällt, wenn Roethlisberger nicht fit ist. Und dann noch gegen New England? Nein, danke
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Antonio Brown, Pittsburgh Steelers (vs. Patriots): Brown auf die Bank…? Ja! Schon letztes Jahr haben wir gesehen, wie stark Browns (Fantasy-)Produktion abfällt, wenn Roethlisberger nicht fit ist. Und dann noch gegen New England? Nein, danke
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Tight Ends, STARTS: Hunter Henry, San Diego Chargers (@Falcons): Die Übergabe des Staffelstabs ist in vollem Gange - Henry verdient sich mehr und mehr Snaps, der Rookie hat über die ersten Wochen beeindruckt und gegen Atlanta wird SD punkten müssen
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Charles Clay, Buffalo Bills (@Dolphins): Durch den Ausfall von Watkins ist der Fokus im Bills-Passing-Game auf Clay übergegangen: Der 27-Jährige hatte in jedem der letzten drei Spiele fünf Catches. Das setzt sich gegen die fragwürdige Miami-Secondary fort
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Charles Clay, Buffalo Bills (@Dolphins): Durch den Ausfall von Watkins ist der Fokus im Bills-Passing-Game auf Clay übergegangen: Der 27-Jährige hatte in jedem der letzten drei Spiele fünf Catches. Das setzt sich gegen die fragwürdige Miami-Secondary fort
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Tight Ends, SITS: Kyle Rudolph, Minnesota Vikings (@Eagles): Rudolph hat sich in dieser Saison deutlich verbessert und ist ein verlässlicherer (Fantasy-)Tight End geworden. Aber Vorsicht: Die Eagles-Defense ist eine der stärksten gegen Tight Ends!
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Tight Ends, SITS: Kyle Rudolph, Minnesota Vikings (@Eagles): Rudolph hat sich in dieser Saison deutlich verbessert und ist ein verlässlicherer (Fantasy-)Tight End geworden. Aber Vorsicht: Die Eagles-Defense ist eine der stärksten gegen Tight Ends!
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Coby Fleener, New Orleans Saints (@Chiefs): Fleener hatte jetzt zwei gute Spiele - das Problem mit den Saints ist die Tatsache, dass Brees den Ball so gut verteilt. Die Offense ist auswärts deutlich ineffizienter, und die Chiefs stark gegen Tight Ends
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Coby Fleener, New Orleans Saints (@Chiefs): Fleener hatte jetzt zwei gute Spiele - das Problem mit den Saints ist die Tatsache, dass Brees den Ball so gut verteilt. Die Offense ist auswärts deutlich ineffizienter, und die Chiefs stark gegen Tight Ends
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Allerdings haben die Packers im Receiving-Corps zu wenige - man könnte gar sagen keine - Matchup-Probleme für gegnerische Defenses, um mit dieser Art der Offense Erfolg zu haben. Die Rückkehr von Jordy Nelson hatte hier bislang nicht den erhofften Effekt, die Geschwindigkeit und die Explosivität fehlen. In der Folge ist Green Bays Deep-Passing-Game zu ungefährlich und Defenses können sich auf die kurzen Pässe einstellen, was auch dem Running Game schadet.

Aktuell steht Rodgers bei 3,3 Air-Yards (Passing Yards Downfield vor dem Catch) pro Pass - der niedrigste Wert aller Quarterbacks, die in dieser Saison mindestens zwei Starts auf dem Konto haben! Zum Vergleich: Case Keenum steht bei 4,29, Trevor Siemian bei 4,01 und Cody Kessler bei 3,95. Defenses können mit Cover-2-Man, also Manndeckung in Kombination mit zwei Safetys, die tief je eine Seite des Feldes in Zone-Coverage decken, lange Pässe fast vollständig eliminieren.

Rodgers nicht mehr frei von Kritik

Gleichzeitig darf man Rodgers, der seit 14 Spielen auf ein 300-Yard-Game wartet, bei der Ursachen-Forschung aber nicht länger raushalten. Denn auch wenn man sich den Packers-Quarterback, der so lange aus fast jeglicher öffentlicher Kritik raus gehalten wurde, genauer anschaut, fallen Fehler auf.

Zu häufig findet Rodgers offene Receiver nicht, obwohl er den Ball ewig hält. Er zeigt individuelle Probleme mit der Passgenauigkeit, die man von ihm bisher nicht kannte - das offensichtlichste Beispiel war ein Passversuch auf den offenen Randall Cobb in der Cowboys-Endzone, der deutlich über Cobbs ausgestreckte Arme ins Aus flog.

Legenden-Serie: Curly Lambeau - "Warum nennst du sie nicht einfach Packers?!"

Rodgers, dessen Improvisationsfähigkeiten über Jahre ein X-Faktor in der Packers-Offense waren und das Team in der Vorsaison bei ähnlichen schematischen Problemen in die Playoffs trug, verlässt die Pocket jetzt oftmals zu früh, obwohl die Protection noch standhält. Teilweise wirkt es, als würde er die Improvisation bewusst suchen, anstatt sich an die Struktur des Plays zu halten. Diese Bereitschaft, die Pocket zu verlassen, resultiert dann zu oft in schlechter Beinarbeit beim Wurf.

Ein Aspekt, der dagegen in dieser Saison frei von Kritik ist, ist die Offensive Line. Gerade in Pass-Protection hält die Line, gegen Dallas stand Rodgers laut PFF in nur sechs seiner 46 Dropbacks unter Druck. Auf die ganze Saison gesehen, hat die Packers-O-Line lediglich 27 Pressures zugelassen. Allein: Es hilft wenig, bedenkt man die Kombination aus zu eng gedeckten Receivern und Rodgers' Problemen.

Back to the Roots

Und so sprach dann auch Coach McCarthy nach der Cowboys-Pleite davon, kleinere Änderungen vorzunehmen - ein Prozess, der tatsächlich schon in den vergangenen Wochen begonnen hat. Zusammenfassen lässt sich das so: Weniger Fokus auf die No-Huddle-Offense und stattdessen eine größere Vielfalt bei den Personal-Packages.

Laut den Statistikern von ESPN brachte McCarthy beim Opening-Drive gegen die Cowboys jeden aktiven Offensiv-Spieler, abgesehen von Backup-Quarterback Brett Hundley, zum Einsatz. Vom "Standard Huddle" sprach McCarthy am Montag, in gewisser Weise ist es eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln.

Denn bereits 2011, als amtierender Champion, baute Green Bay auf viele verschiedene Personnel-Groups und wechselte permanent während Drives durch. In jener Saison, als die Packers-Offense fast durchweg dominierte und Green Bay 15 von 16 Regular-Season-Spielen mit dem Liga-Höchstwert von insgesamt 70 Touchdowns gewann, spielte Green Bay gemäß ESPN-Statistiken beispielsweise nur 45,5 Prozent aus 11-Personnel (drei Receiver, ein Tight End, ein Running Back).

Die Stadien-Projekte in der NFL
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Von vorne glänzt die Arena mit einer beeindruckenden Glas-Front
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Das erste absolute Highlight ist die riesige Anzeigetafel, die unter dem Dach einen kompletten Kreis schließt. Damit wird es die größte Video-Tafel in der NFL
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In Washington gibt es ebenfalls große Pläne: Mitte März stellten die Redskins gemeinsam mit dem Architekturbüro BIG ihre Ideen von einer neuen Arena vor
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Das Markenzeichen der ohne Dach geplanten 60.000-Zuschauer-Arena dürfte die spektakuläre Außenfassade sein - und das nicht nur, weil sie schön glänzt...
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...vor dem Stadion soll eine Art Vergnügungspark inklusive Surf-Pool und zahlreichen Freizeit-Aktivitäten gebaut werden! Das Stadion wird damit zum Erlebnis-Event-Park
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Das gilt auch für den Winter, wenn der Pool zugefroren ist
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In Minnesota sind wir über die wilde Planungsphase längst hinaus. Die Vikings zogen zum Saisonbeginn in ihr spektakuläres US Bank Stadium ein!
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Das Vikinger-Thema kommt in der für etwas über eine Millarde Dollar gebauten Arena überall sehr gut zum Vorschein
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Das Vikinger-Thema kommt in der für etwas über eine Millarde Dollar gebauten Arena überall sehr gut zum Vorschein
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65.000 Fans passen hier rein, riesige Glas-Wände geben den Eindruck von einer Outside-Atmosphäre - und die Lautstärke ist enorm!
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65.000 Fans passen hier rein, riesige Glas-Wände geben den Eindruck von einer Outside-Atmosphäre - und die Lautstärke ist enorm!
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Schon jetzt steht fest: Die Vikings dürfen in ihrer neuen Heimat den Super Bowl 2018 ausrichten!
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Schon jetzt steht fest: Die Vikings dürfen in ihrer neuen Heimat den Super Bowl 2018 ausrichten!
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Was tun, ohne Running Backs?

Doch McCarthys Philosophie änderte sich, immer stärker fokussierte er sich auf einen No-Huddle-Ansatz und wollte Defenses mehr mit erhöhtem Tempo, statt mit Matchup- und Scheme-Problemen knacken. Fast 70 Prozent der Snaps über die ersten beiden Saisonspiele in diesem Jahr kamen aus 11-Personnel, Wechsel fanden viel seltener statt. Ein Trend, der seither deutlich rückläufig ist.

Schon in den vergangenen Wochen hat entschieden mehr Vielfalt in Green Bays Offense Einzug erhalten, wodurch unter anderem auch die Balance zwischen Runs und Pässen wieder besser klappen soll - das war auch einer der Gründe dafür, dass McCarthy in der Vorsaison das offensive Play-Calling nach zwölf Spielen wieder von Tom Clements übernahm.

Zumindest gegen die Bears aber wird das zusätzlich erschwert: Nach James Starks muss auch Eddie Lacy verletzungsbedingt passen, der bislang eine solide Saison gespielt hatte. Den Packers gehen die Running Backs aus, weshalb unter der Woche bereits Knile Davis aus Kansas City geholt wurde. Receiver Ty Montgomery dürfte wieder einige Snaps im Backfield erhalten.

Wundertüte Chicago Bears

Umso wichtiger wird es daher sein, der Offense schematisch unter die Arme zu greifen, um so auch Rodgers weniger Raum für (unnötige) Improvisationen zu geben. Chicago dürfte, wie schon Dallas und die Giants zuletzt, ebenfalls darauf setzen, möglichst selten zu blitzen - und stattdessen die Pass-Wege mit mehr Spielern zustellen. Allerdings ist die Defense personell angeschlagen, die Cornerbacks Deiondre Hall und Kyle Fuller, Pass-Rusher Pernell McPhee sowie mutmaßlich auch Tackle Eddie Goldman fehlen allesamt.

Das Fan-Engagement in der NFL: "Die Erfüllung eines Traums!"

Das Problem aus Packers-Sicht: Auch Green Bays Secondary ist angeschlagen, und in Chicago sorgt Brian Hoyer in Abwesenheit des nach wie vor verletzten Jay Cutler aktuell dafür, dass die Zeichen mit Cutler verstärkt auf Trennung im Frühjahr stehen. "Ich achte darauf, keine Turnover zu riskieren. Das ist, denke ich, die oberste Priorität. Wenn man sich Turnover leistet - das habe ich letztes Jahr in den Playoffs auf die harte Tour gelernt - gibt man sich selbst keine Chance", verriet Hoyer unter der Woche seinen Ansatz.

Verzichten muss er dabei am Donnerstag allerdings auf Eddie Royal. Alshon Jeffery und der zuletzt überzeugende Running Back Jordan Howard stehen somit noch stärker im Fokus. Die Bears rücken nach fünf Pleiten aus den ersten sechs Spielen eher in die Rolle des Spielverderbers - doch den Packers ein Bein zu stellen, ist für das Team aus der Windy City sowieso immer ein besonderer Anreiz.

Und die Packers? "Ein Glas Scotch" wollte Rodgers am Sonntagabend trinken, "etwas entspannen und das Game Tape anschauen. Ich bin selbst mein größter Kritiker und schaue mir dieses Spiel so sorgfältig an, wie jedes andere auch, um mich zu verbessern."

Eines ist dabei klar: Geht es auch gegen die Bears schief, dürften die Fragen der Reporter ungleich schärfer werden.

Der NFL-Spielplan im Überblick

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Week 7:

Florian RegelmannStefan PetriAdrian FrankeMarcus Blumberg

Bears @Packers

PackersPackersPackersPackers

Giants @Rams

RamsGiantsGiantsGiants
Saints @ChiefsChiefsChiefsChiefsChiefs
Colts @Titans
TitansTitansTitansTitans
Vikings @EaglesVikingsVikingsVikingsVikings
Browns @BengalsBengalsBengalsBengalsBengals
Redskins @LionsRedskinsRedskinsLionsRedskins
Raiders @JaguarsRaidersRaidersRaidersRaiders
Bills @DolphinsDolphinsBillsBillsBills
Ravens @JetsRavensRavensRavensRavens
Buccaneers @49ersBuccaneersBuccaneersBuccaneers49ers
Chargers @FalconsFalconsFalconsFalconsFalcons
Patriots @SteelersSteelersPatriotsPatriotsPatriots
Seahawks @CardinalsCardinalsSeahawksCardinalsSeahawks
Texans @BroncosBroncosBroncosBroncosBroncos
Week 610-59-69-67-8
Insgesamt49-4349-43

56-36

53-39
Adrian Franke

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Adrian Franke(Redaktion)

Adrian Franke, Jahrgang 1989, ist seit 2013 bei SPOX.com tätig. Nach dem Abitur 2007 in Mannheim sammelte er erste Praxiserfahrungen im Printjournalismus. Anschließend war er 2010 bereits für einige Monate als Praktikant bei SPOX und kehrte 2013 parallel zu seinem Geschichts- und Anglistikstudium in Heidelberg zurück. Seit Herbst 2015 ist sein Kernressort die NFL.

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