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NFL-Profis mit deutschen Wurzeln, Teil 2

"Der beste deutsche Import seit Bier"

Sonntag, 15.05.2016 | 23:09 Uhr
Daniel Benetka verfolgte seinen NFL-Traum jahrelang - fand sein Glück aber dann als Schauspieler
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Moritz Böhringer ist aus deutscher Sicht dieser Tage das große NFL-Thema: Der 22-Jährige will es als erster deutscher Receiver in die NFL schaffen, bereits als erster direkt aus Europa gedrafteter Spieler schrieb Böhringer Geschichte. Doch ist er mitnichten der erste Deutsche, der sein Glück jenseits des Teichs versucht: Nach dem ersten Teil in der Vorwoche blickt SPOX auf das bunte Podpourri deutscher Geschichten in der NFL.

Ralf Mojsiejenko (Punter/Kicker, Chargers 1985-88, Redskins 1989/90, 49ers 1991)

Es war ohne jeden Zweifel ein besonderer Moment, als Ralf Mojsiejenko zu seinem ersten Field-Goal-Versuch antrat. Der in Salzgitter geborene Kicker trug das Michigan-State-Trikot und sollte es jetzt gegen Illinois richten - aus schlanken 61 Yards. Er traf und es war der Beginn einer erfolgreichen College-Karriere, die für Mojsiejenko schließlich in der 4. Runde des 1985er Drafts endete.

Und an Selbstvertrauen mangelte es ihm ebenfalls nicht, wie der Deutsche wenige Monate nach Beginn seiner Rookie-Saison durchblicken ließ: "Ich will jetzt nicht angeben, aber ich habe die körperlichen Voraussetzungen, um Punter und Kicker zu sein. Ich bin mit vielen körperlichen Fähigkeiten gesegnet. Ich glaube, ich könnte einer der besten Punter und einer der besten Kicker sein."

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Verletzungen im Team sorgten dafür, dass Mojsiejenko tatsächlich beide Jobs für die Chargers übernehmen musste, der Großteil seiner NFL-Karriere lag aber im Punting - ein Pro-Bowl-Ticket 1987 inklusive. Als die Redskins dann 1989 einen Fünftrunden-Pick (für einen Punter/Kicker!) anboten, ließen ihn die Chargers dennoch gehen. "Mann, ich war echt überrascht. Ich hatte jetzt nicht das überragende Training Camp, aber ich glaube, das gilt für alle Punter", gab Mojsiejenko anschließend zu.

Es war gleichzeitig der Anfang vom Ende. In der Hauptstadt konnte der Deutsche nie an seine guten Tage als Chargers-Allzweckwaffe anknüpfen und nach nur einem Jahr während der Saison ersetzt. "Ein Schock", bilanzierte er. Nach nur noch fünf Spielen für die San Francisco 49ers beendete Mojsiejenko seine Karriere.

Horst Mühlmann (Kicker, Cincinnati Bengals 1969-74, Philadelphia Eagles 1975-77)

Horst Mühlmann hatte nie Angst vor dem riskanten Sprung: In der Jugend von Borussia Dortmund gereift, entschied sich der Torwart für den brisanten Wechsel zum FC Schalke, wo er 1961 sein Oberliga-Debüt gab. 1967 packte er den Koffer und wagte den Sprung über den Großen Teich, um für die Kansas City Spurs aufzulaufen und nur ein Jahr später machte er den Sprung-Dreierpack perfekt: Mühlmann ging den Schritt in die American Football League, unterschrieb bei den Cincinnati Bengals - und wurde eine Legende.

"Der beste Import aus Deutschland seit Bier und Elke Sommer", titelte die San Diego Union. Mühlmann kam zur genau richtigen Zeit, als europäische Kicker im Football Hochkonjunktur hatten. Ob Armenier, Norweger oder Deutsche - von überall her kamen die ehemaligen Fußballer, um in den USA in der nur halb so langen Saison das gleiche Geld zu verdienen.

Für ein Leben in Saus und Braus reichte Mühlmanns Gehalt aber trotzdem nicht. In der Off-Season gab es für den Kicker, der mit Field Goals aus über 50 Yards in drei aufeinanderfolgenden Spielen einen Rekord aufstellte, keine wilden Party-Nächte. Stattdessen arbeitete er währenddessen als Fliesenleger in der Heimat - und lief für Schalkes Altherrenmannschaft auf.

Constantin Ritzmann (Defensive End, Buffalo Bills 2004, Atlanta Falcons 2005)

Der erste deutsche Nicht-Special-Teamer in der NFL kam aus...Freiburg! Ritzmann zeichnete sich schon früh in Deutschland aus, über das Jugendteam der Berlin Adler wurde er drei Mal in Folge als MVP der Europa-Auswahl ausgezeichnet und verfolgte seinen Traum in den USA, wo er seine Schule mit der High School abschloss, weiter. Die Angebote ließen nicht lange auf sich warten: Florida, Florida State, Alabama, Tennessee, Ohio State - zahlreiche große Colleges wollten den deutschen Pass-Rusher.

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Ritzmann entschied sich für Tennessee, wo er zum Team-Kapitän aufstieg und Teil des Teams war, das Miamis Rekord-Heimsieg-Serie beendete. Trotz guter College-Saison wurde er 2004 nicht gedraftet, schaffte als Undraftet Free Agent aber den Sprung in den finalen Kader der Buffalo Bills. Und gleich im ersten Preseason-Spiel sorgte Ritzmann für einen TV-Moment: Gegen Denver gelang dem Deutschen direkt ein Sack, im gleichen Spiel flog ihm während eines Spielzugs spektakulär der Helm vom Kopf.

Den ersten Regular-Season-Einsatz gab es allerdings erst ein Jahr später und für ein neues Team. "Sehr aufregend, aber auch sehr stressig", blickte Ritzmann Jahre später im SWR zurück: "Das war an Heilig Abend. Mit den Atlanta Falcons habe ich gegen die Tampa Bay Buccaneers gespielt. Für die letzten acht Spielzüge kam ich rein. Es ging alles so schnell." Zahlreiche Verletzungen verhinderten eine langfristigere Karriere, nach der dritten Knie-OP machte Ritzmann 2007 Schluss.

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