Montag, 25.04.2016

Berufungsgericht entscheidet gegen Brady

Schocker: Brady wird doch gesperrt

Überraschung vom Berufungsgericht: Die NFL hat die Sperre von Tom Brady im Zuge des Deflate-Gate-Skandals wieder in Kraft gesetzt. Der Quarterback würde demnach den Start der kommenden Saison verpassen.

Tom Brady muss im Zuge des Deflate-Gate-Skandals jetzt wohl doch vier Spiele aussetzen
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Tom Brady muss im Zuge des Deflate-Gate-Skandals jetzt wohl doch vier Spiele aussetzen

Der 38-Jährige war ursprünglich im Mai 2015 von der Liga gesperrt worden, nachdem bekannt geworden war, dass die Spielbälle im AFC-Championship-Game zwischen den Patriots und den Colts zu wenig Luft enthalten hatten. Brady war darin nach Meinung der Liga involviert, auch wenn seine Schuld nie klar bewiesen worden war.

Brady ging dagegen vor und gewann vor dem Bezirksrichter, weshalb die Vier-Spiele-Sperre unmittelbar vor Saisonbeginn in der vergangenen Spielzeit nicht griff. Den Richter störte unter anderem die Art, wie die NFL in dem Fall ermittelt hatte, sowie das Strafmaß. Die Liga sah in der Entscheidung wiederum einen Verstoß gegen die im Collective Bargaining Agreement festgehaltenen Regeln und fühlte sich unverhältnismäßig in ihren Kompetenzen eingeschränkt.

Daher ging die NFL ihrerseits in Berufung und vor dem Berufungsgericht wurde jetzt die ursprüngliche Entscheidung wieder in Kraft gesetzt. Brady ist demnach Stand jetzt für die ersten vier Spiele der kommenden Saison gesperrt. Die Richter entschieden mit 2:1 für die Liga und gegen Brady.

Damit fehlt er gegen die Arizona Cardinals, die Miami Dolphins, die Houston Texans und die Buffalo Bills. In Week 5 könnte er gegen die Browns zurückkehren und in einem Statement des Gerichts heißt es: "Wir sind der Meinung, dass der Commissioner seine umfassende Entscheidungsfreiheit angewandt hat und dass seine Entscheidungen mit dem Collective Bargaining Agreement vereinbar sind. Außerdem glauben wir nicht, dass Brady fundamentaler Fairness beraubt wurde."

Letztes Wort noch nicht gesprochen?

Der Routinier könnte jetzt zunächst eine einstweilige Verfügung erwirken und dann eine Neuanhörung fordern. Darüber hinaus könnte er mit dem Fall noch vor den obersten Gerichtshof gehen. Rechtsexperten räumen ihm dabei allerdings vergleichsweise geringe Erfolgschancen ein. Neben der Sperre gegen ihren Quarterback mussten die Patriots im Zuge des Deflate-Gate-Skandals bereits eine Strafe in Höhe von einer Million Dollar zahlen und verloren ihren diesjährigen Erstrunden-Draft-Pick.

NFL-Commissioner Roger Goodell hatte stets betont, wie wichtig der Fall für die Liga ist: "Dabei geht es uns nicht um einen individuellen Spieler. Es geht um die im Collective Bargaining Agreement ausgehandelten Rechte und wir glauben, dass die eine klare Sprache sprechen sowie extrem wichtig sind. Wir stimmen mit der Entscheidung des Bezirksgerichts nicht überein und gehen deshalb in Berufung."

Zumindest finanziell ist der Schaden für Brady deutlich kleiner, als das noch im Vorjahr der Fall gewesen wäre: Mit seiner Vertragsverlängerung und einer damit einhergehenden Umstrukturierung hat er sich für eine mögliche Sperre abgesichert. Durch die Vier-Spiele-Suspendierung würde er "nur" 235.000 Dollar an Gehalt verlieren. 2015 hätte er bei einer Vier-Spiele-Sperre noch 2,1 Millionen Dollar verloren.

Ohne Brady rückt, wie schon im Vorjahr, Jimmy Garoppolo während der Saisonvorbereitung wieder in den Fokus. Aktuell haben die Pats neben Brady und Garoppolo keinen weiteren Quarterback im Kader.

NFL reagiert erfreut

Wenige Minuten nach Verkündigung des Urteils meldete sich auch die Liga zu Wort: "Wir sind erfreut darüber, dass das Berufungsgericht heute entschieden hat, dass der Commissioner seine Autorität mit Blick auf das Collective Bargaining Agreement auf korrekte Art und Weise angewandt hat."

Diese Autorität, so das Statement weiter, "wurde von vielen Gerichten anerkannt und seit 40 Jahren in jedes Collective Bargaining Agreement zwischen der NFL und der Spielergewerkschaft eingearbeitet".

Gleichzeitig holt die Spielergewerkschaft NFLPA aber schon zum Gegenschlag aus und erklärte in einem Statement: "Wir sind enttäuscht von der Entscheidung des Gerichts. Wir haben gegen die Suspendierung gekämpft weil wir wissen, dass Roger Goodell kein fairer Richter war und dass die Rechte des Spielers verletzt wurden. Unsere Gewerkschaft wird jetzt alle Optionen genauestens abwägen und weiter für die Rechte des Spielers und die Integrität des Spiels kämpfen."

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SPOX

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