Mittwoch, 02.12.2015

SPOX-Power-Ranking im Dezember

Höchste Zeit zu tanzen!

Monatsanfang ist Power-Ranking-Zeit! Die Carolina Panthers grüßen von der Spitze, bei den Machtverhältnissen der AFC ändert sich allerdings, begünstigt durch die Entwarnung rund um Rob Gronkowski, wenig. Die Dallas Cowboys fallen weiter, während die Texans und die Chiefs träumen dürfen. Außerdem: Kahlschlag in Miami, St. Louis enttäuscht und die Cleveland Browns bereiten ihren Fans einmal mehr Bauchschmerzen.

Cam Newton sorgt mit seinen Touchdown-Einlagen für Diskussionen - und tanzt sich durch die Liga
© getty
Cam Newton sorgt mit seinen Touchdown-Einlagen für Diskussionen - und tanzt sich durch die Liga

32. Cleveland Browns (2-9)

(Die ausstehenden Aufgaben: Bengals, 49ers, @Seahawks, @Chiefs, Steelers)

Viel bitterer als Cleveland am Montagabend gegen Baltimore kann man eigentlich nicht verlieren. Browns-Fans konnten ein weiteres Kapitel zu ihrer leidvollen Geschichte hinzufügen und dürfen sich, als ob die bis dato (wieder einmal) frustrierende Saison nicht genug wäre, bis zum Saisonende auf eine Quarterback-Debatte freuen: Weil Routinier Josh McCown bis zum Saisonende ausfällt und Johnny Manziel wegen erneuten Fehlverhaltens (angeblich hat er nach einer Party-Nacht in der Bye Week die Coaches angelogen) degradiert wurde, könnte die Option bis zum Schluss Austin Davis heißen. Oder doch Manziel, falls Coach Mike Pettine einknickt. Vorerst jedenfalls darf, das bestätigte das Team am Mittwoch, Davis ran. So oder so: Cleveland kann defensiv niemanden im Running Game stoppen, das CB-Corps ist eine massive Enttäuschung und offensiv gibt es überhaupt kein Run Game. Kurzum: Der Nummer-1-Draftpick winkt...

31. Tennessee Titans (2-9)

(Jaguars, @Jets, @Patriots, Texans, @Colts)

Tennessee fehlt, das wurde in den vergangenen Wochen mehr als nur deutlich, schlicht die offensive Feuerkraft. Die Thursday-Night-Niederlage in Jacksonville, als zu allem Überfluss Nummer-1-Receiver Kendall Wright ausfiel, tat besonders weh, es folgte am Sonntag die nächste Pleite gegen Oakland. Das Running Game steht trotz Trainerwechsel Anfang November nach wie vor bei nur 3,9 Yards pro Versuch, während zumindest die Defense alles in allem solide Arbeit abliefert. Die gute Nachricht für alle Titans-Fans: In Marcus Mariota, der trotz des schlechten Records eine gute Saison spielt, hat Tennessee seinen Quarterback der Zukunft - und wenn man der Gerüchteküche Glauben schenken will, könnte der Hawaiianer schon bald mit (Noch-)Eagles-Coach Chip Kelly vereint werden. Letzteres allerdings ohne Gewähr.

30. Dallas Cowboys (3-8)

(@Redskins, @Packers, Jets, @Bills, Redskins)

Es soll für die Cowboys in dieser Saison einfach nicht sein. Ganze zwei (eigentlich nur gut eineinhalb) Spiele konnten die Fans in Big D Quarterback Tony Romo nach dessen siebenwöchiger Zwangspause wieder genießen, ehe er sich beim Debakel gegen Carolina an Thanksgiving erneut verletzte und jetzt für den Rest des Jahres ausfällt. Ohne Romo haben die Cowboys in dieser Saison kein einziges Spiel gewonnen und die Offensive Line, das Rückgrat in der starken Vorsaison, spielte zuletzt auch nicht auf ihrem gewohnten Level - weder in Pass Protection, noch im Run Blocking. Eine gute Front Seven (zusammen mit einer aktuell durchschnittlichen Secondary) reicht nicht, zumal offensiv Receiver Dez Bryant nicht bei 100 Prozent zu sein scheint. Dallas wird in dieser Saison nicht mehr viele Spiele gewinnen.

29. San Francisco 49ers (3-8)

(@Bears, @Browns, Bengals, @Lions, Rams)

Wie schon über weite Teile der Saison, spielte San Franciscos Defense auch gegen Arizona beeindruckend gut - zumindest zuhause ist die Niners-Defense extrem unangenehm. Überraschend sind die Entwicklungen in der Offense unter Blaine Gabbert: Gabbert (8,1 Yards) steht in dieser Saison bei unglaublichen 1,5 Yards mehr pro Passversuch als Colin Kaepernick (6,6). Neben einer Defense mit viel Herz und einem Quarterback mit viel gutem Willen bleiben zwei Dinge, auf die Niners-Fans für den Rest der Saison gespannt sein können: Running Back Shaun Draugh überraschte gegen Arizona und dürfte in den verbleibenden Spielen weitere Gelegenheiten bekommen. Außerdem steht die QB-Frage für die Zukunft an - und im Moment ist nicht auszuschließen, dass Kaepernick im Februar auf dem Markt und Gabbert der (vorläufige) Starter ist. Crazy Times...

28. Jacksonville Jaguars (4-7)

(@Titans, Colts, Falcons, @Saints, @Texans)

Es dürfte sich für Jags-Fans zunehmend wie eine verschenkte Chance anfühlen: Jacksonville hatte vor einigen Wochen noch ernsthafte Playoff-Chancen, doch völlig vermeidbare Pleiten gegen die Jets sowie am Sonntag gegen San Diego haben die Jaguars im Division-Rennen zurück geworfen. Die Problemzonen: Quarterback Blake Bortles muss die Interceptions (13 bislang) runter schrauben, vor allem aber brauchen die Jags, während die Run-Defense gut funktioniert, endlich konstanten Pass-Rush, um die Secondary zu entlasten. Die Passing-Defense liest sich wie folgt: 7,4 Yards pro Versuch, 21 Touchdowns, fünf Interceptions. Not good.

27. San Diego Chargers (3-8)

(Broncos, @Chiefs, Dolphins, @Raiders, @Broncos)

Armer Philip Rivers...eine kleine Übersicht der Spieler, ohne die San Diegos Ein-Mann-Armee unter anderem in den vergangenen Wochen (ob lang- oder kurzfristig) auskommen musste: King Dunlap, D.J. Fluker, Keenan Allen, Malcom Floyd, Orlando Franklin. Zusammengefasst: San Diegos O-Line ist ein verletzungsgeplagtes Desaster, zwei der drei Top-Receiver sind schwer (Allen) oder zumindest hartnäckig (Floyd) verletzt und vom Running Game kommt auch viel zu wenig. Kein Spieler hat in dieser Saison so viele Touches wie Rookie-RB Melvin Gordon (170), ohne dabei einen Touchdown zu erzielen. Umso überraschender ist der Kampfgeist, den San Diego (gelegentlich) noch an den Tag legt. Angesichts des Rest-Schedules wird das alleine aber nicht reichen.

26. Philadelphia Eagles (4-7)

(@Patriots, Bills, Cardinals, Redskins, @Giants)

Der Eagles-Lichtblick über die erste Saisonhälfte war die starke Front Seven. Die stoppte gegnerische Running Backs, sorgte für gehörig Pass-Rush und half so der wackligen Secondary. Doch das scheint Geschichte zu sein. Philly kassierte über die letzten beiden Spiele zusammen genommen 90 Punkte (je 45 gegen Detroit und Tampa Bay) und ging gegen die Lions an Thanksgiving komplett unter. Keine Neuigkeiten sind die Probleme in der Offense: Left Tackle Jason Peters ist schon wieder verletzt, die Offensive Line bleibt so eine einzige Baustelle. Wie schon seit Saisonbeginn bekommt Coach Chip Kelly, um den die Wechselgerüchte lauter werden, so sein Downhill-Running-Game nicht hin. Da das Passing Game in Kellys Offense massiv auf einem erfolgreichen Running Game basiert, ist eine schnelle Verbesserung hier nicht zu erwarten. Dank der konstant inkonstanten NFC East ist zwar selbst mit Blick auf die Playoffs noch alles offen, doch die Saison könnte in Philadelphia auch extrem unschön enden.

25. Baltimore Ravens (4-7)

(@Dolphins, Seahawks, Chiefs, Steelers, @Bengals)

Die vergangenen vier Wochen haben klar gezeigt, was dieses Ravens-Team hat: Jede Menge Herz! Gegen San Diego, St. Louis und im irren Finish gegen die Browns gab es drei Siege aus vier Spielen, den vierten hätte es gegen Jacksonville eigentlich auch geben müssen. Baltimore ist das erste Team in der Geschichte der NFL, dessen erste elf Saisonspiele allesamt (!) mit je maximal acht Punkten Unterschied ausgingen. Vieles hätte also anders laufen können, doch das inzwischen unglaublich gut besetzte Lazarett verhindert größere Sprünge im letzten Saisondrittel: Joe Flacco, Justin Forsett, Breshad Perriman, Steve Smith, Terrelle Suggs - um nur einige der Ravens-Ausfälle aufzuzählen - können schlicht und ergreifend nicht ersetzt werden. Klar ist dennoch: Auch mit Matt Schaub wird Baltimore über die kommenden Wochen weiter einen harten Kampf liefern.

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Adrian Franke

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Adrian Franke(Redaktion)

Adrian Franke, Jahrgang 1989, ist seit 2013 bei SPOX.com tätig. Nach dem Abitur 2007 in Mannheim sammelte er erste Praxiserfahrungen im Printjournalismus. Anschließend war er 2010 bereits für einige Monate als Praktikant bei SPOX und kehrte 2013 parallel zu seinem Geschichts- und Anglistikstudium in Heidelberg zurück. Seit Herbst 2015 ist sein Kernressort die NFL.

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