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Die Rivalität zwischen 49ers und Seahawks

Ein Hauch der alten Tage

Donnerstag, 22.10.2015 | 13:03 Uhr
Linebacker Bobby Wagner steht den Seattle Seahawks am Sonntag wieder zur Verfügung
© getty
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Wenn die Seattle Seahawks(2-4) am Donnerstagabend bei den San Francisco 49ers(2-4) ran müssen, wartet ein merkwürdiges Spiel auf die Fans. Von der großen Rivalität der vergangenen Jahre scheint auf den ersten Blick nur noch wenig übrig, trotzdem steht viel auf dem Spiel. Beide Teams haben allerdings ihre Baustellen zu bewältigen und kommen mit unterschiedlichen Vorsätzen. SPOX zeigt die Partie in der Nacht zum Freitag ab 2.25 Uhr im LIVESTREAM FOR FREE!

Zumindest ein Hauch der alten Rivalität ging durch den Presseraum, als Niners-Coach Jim Tomsula zum anstehenden Duell mit den Seahawks befragt wurde. "Jeder hier weiß, dass das ein wichtiges Spiel ist. Da machen wir gar keinen Hehl draus. Immer wenn es gegen Seattle geht, ist das eine große Sache und ich erwarte nicht, dass ich im Vorfeld irgendjemanden zusätzlich motivieren muss", stellte Tomsula klar.

Der 47-Jährige hat sie, wenn auch damals noch als Defensive-Line-Coach, immerhin selbst erlebt: Die Tage von Jim Harbaugh gegen Pete Carroll, von Michael Crabtree gegen Richard Sherman und von zwei Teams, zwischen denen jedes Duell über mehrere Jahre hinweg einen absoluten Playoff-Charakter hatte. Der Grund dafür, dass diese Tage in der Vergangenheit liegen, liegt aber vor allem an San Francisco und Tomsula machte auch daraus kein Geheimnis.

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"Die Seahawks sind das gleiche Team wie im Vorjahr - ein sehr gutes Team. Ihr Quarterback ist noch immer der gleiche, genau wie ihr Running Back. Die O-Line spielt noch das gleiche Scheme und macht ihre Sache gut. Defensiv ziehen sie ihr Ding durch, also ja: Ein starkes Team", so Tomsula weiter. In San Francisco aber ist von dem Championship-Team von vor einigen Jahren nicht mehr viel übrig. Und damit wackelt auch zumindest vorübergehend die Rivalry zwischen Seahawks und 49ers.

Die Harbaugh-Carroll-Fehde

Es war, zumindest in dieser Intensität, eine junge Rivalry, basierend auf zwei Säulen: Zum einen waren Seattle und San Francisco rein sportlich gesehen über einige Jahre mit das Beste, was die NFC zu bieten hatte. Die Division-Duelle waren so unglaublich umkämpft und extrem intensiv, zumal es auch in den Playoffs gegeneinander ging. Die zweite Säule bestand aus den beiden Head Coaches: Tomsulas Vorgänger Jim Harbaugh und Seahakws-Coach Pete Carroll übertrugen ihre Rivalität aus dem College in die NFL.

Als Harbaugh 2007 in Stanford anheuerte dauerte es nicht lange, ehe er öffentlich verkündete, dass Carroll, damals Coach des Division-Top-Teams der University of Southern California, die USC nach der kommenden Saison verlassen würde. Carroll tobte daraufhin und eine ganz besondere Coach-Beziehung war geboren. Zwei Jahre später schockte Stanford USC schließlich und schlug Carrolls Team mit 55:21, die Rivalität zwischen den beiden kühlte niemals wieder ab.

Ab 2011 waren beide dann in der NFC West "wiedervereint" und verschonten einander auch in der NFL nicht. Die Duelle zwischen den Seahawks und den 49ers waren für einige Jahre echte Schwergewichtskämpfe, mit dem Highlight im packenden NFC-Championship-Game 2013. Doch aktuell scheint davon wenig übrig: San Francisco befindet sich nach der heftigen Offseason mit mehreren Rücktritten und sonstigen Abgängen unter Tomsula in der Findungsphase und dazu gehört auch, zu evaluieren, ob die Zukunft noch Quarterback Colin Kaepernick gehört.

Kaep vs. Wilson: Wohin geht die Reise?

Während die Fans viele der individuellen Duelle aus den 2012er und 2013er Spielzeiten am Donnerstagabend nicht mehr sehen werden, so ist doch zumindest eine Konstante auf beiden Seiten erkennbar: Die Quarterback-Position. Kaepernick und Russell Wilson eroberten die Liga, gemeinsam damals mit Washingtons Robert Griffin III, vor einigen Jahren noch im Sturm - doch dann gingen die Wege in komplett unterschiedliche Richtungen.

Wilson etablierte sich als flexibler, anpassungsfähiger Quarterback, der seine Runs geschickt einstreut und im Passspiel wie nur wenige andere QBs improvisieren kann. Das ist auch nötig, kassiert er doch in dieser Saison bei 11,2 Prozent seiner Dropbacks einen Sack: Ligahöchstwert. Carroll bestätigte daher, dass offen ist, ob wie zuletzt Patrick Lewis oder doch wieder Drew Nowak als Starting-Center auflaufen wird.

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Immerhin: Die Abstimmung mit Seattles neuem Tight End Jimmy Graham funktioniert immer besser, vor allem sucht Wilson Graham inzwischen häufiger, wenn er in Bedrängnis gerät. Ein gutes Zeichen. Kaepernick dagegen hat nach wie vor Probleme, sich in der Pocket wohl zu fühlen und über das Passspiel dominieren zu können. Mit Seattles angestachelter, wütender Legion of Boom wartet jetzt womöglich zu früh ein zu harter Test.

Zuletzt aber konnte er immerhin mit zwei guten Spielen Selbstvertrauen tanken und Kaepernick betonte infolge des Sieges über die Baltimore Ravens am Sonntag: "Ich denke, unser Team findet sich. Wir nehmen langsam Fahrt auf und spielen besser. Daran müssen wir festhalten. Wir brauchen diesen Sieg am Donnerstag" Gelingt das gegen den alten Erzfeind tatsächlich, wäre es womöglich die Chance auf eine Trendwende: Seattle hat fünf seiner letzten sieben Spiele gegen San Francisco gewonnen.

Kratzer im Selbstverständnis

Immerhin offenbaren die Hawks plötzlich ungewöhnliche individuelle Anfälligkeiten (insbesondere Cornerback Cary Williams) und Kommunikationsprobleme in der Secondary, während die schwächste Pass-Blocking-Offensive-Line der Liga Wilson und dem Passing Game das Leben schwer macht. Das Selbstverständnis der Seahawks ist gerade defensiv angekratzt, wie Carroll nach der jüngsten Pleite gegen Carolina durchblicken ließ: "Unsere Erwartung an uns selbst war, jedes Spiel bislang zu gewinnen. Eigentlich sollten wir jetzt bei 6-0 stehen."

Ein kurzer Blick auf die Tabelle bestätigt allerdings Seattles überraschende 2-4-Bilanz. Die ist umso verwunderlicher, da die Seahawks in jedem der vier Spiele, die sie verloren haben, im vierten Viertel in Führung lagen. Das Team lässt bisher angeschlagene Gegner regelmäßig zurück ins Spiel, auch zu sehen beim knappen Heimsieg gegen die Detroit Lions.

Wirklich deutlich war es nur gegen die Chicago Bears, die ohne Alshon Jeffery sowie ohne Jay Cutler nach Seattle mussten und Safety Earl Thomas gab dementsprechend zu: "Es ist sehr frustrierend, keine Frage. Wir sind nicht schlecht und wir wissen, wer wir sind. Aber im Moment schaffen wir es nicht, Spiele über die Zeit zu bringen. Im Moment sind wir nicht wir selbst."

"Wir spielen schon am Donnerstag, das ist nach der Heimniederlage gut für uns", stellte auch Carroll klar und brachte aber ebenfalls den ungewöhnlichen Charakter des Spiels gegen die Niners zur Sprache: "Das ist ein Team, das wir bislang noch nicht allzu genau kennen. Wir müssen erst noch herausfinden, was sie so machen. Das wird eine große Herausforderung für uns."

Carroll: "Ein enorm wichtiges Spiel"

Auch wenn die persönlichen Rivalitäten, die diesem Spiel in den vergangenen Jahren das besondere Feuer gaben, zweifellos nicht mehr (oder noch nicht) so ausgeprägt gegeben sind und beide Teams noch längst nicht an dem Punkt sind, an dem sie sein wollen: Sportlich steht einiges auf dem Spiel und allein daher kommt auch am Donnerstag Brisanz in das Division-Duell.

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Der Verlierer kassiert seine zweite Division-Pleite, würde innerhalb der NFC West auf den letzten Platz abrutschen und die Playoffs so zumindest vorerst in ganz weite Ferne rücken lassen - vor allem für die ambitionierten Seahawks, ihres Zeichens immerhin amtierende NFC-Champions, keine Option.

So blieb dann auch Carroll, der defensiv wohl wieder mit Linebacker Bobby Wagner planen kann, nichts anderes übrig als zuzugeben, "dass es für uns ein enorm wichtiges Spiel ist. Das kann das Spiel sein, in dem wir das Ruder herumreißen. Wir müssen alles geben. Die Niners werden nach ihrem Sieg brandheiß und fraglos bereit sein. Das Spiel am Donnerstag ist eine große Chance für uns." Und schon war der Hauch der alten Tage auch in Seattle zu verspüren.

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