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NFL-Offenses unter der Lupe

In der Vielfalt liegt die Kraft

Mittwoch, 14.10.2015 | 18:57 Uhr
Manning, hier auf dem Weg in die "Shotgun", war in den vergangenen Jahren das Maß aller Dinge
© getty
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Das Passing Game: Screens, Play Action und No Huddle

Obwohl das Running Game nach wie vor fester Bestandteil einer jeden Offense ist, dürften die meisten NFL-Fans die Aussage, wonach wir uns in einer "Passing League" befinden, schon einmal gehört haben. Daran gibt es auch wenig zu deuteln: Die Regeländerungen des vergangenen Jahrzehnts haben Quarterbacks und Receiver klar bevorzugt, um so das für viele Zuschauer elektrisierendere Passspiel zu fördern - mit Erfolg.

Quarterbacks im Visier: Messias und Sündenbock

Zahlreiche Rekorde wurden in den vergangenen Jahren von Peyton Manning, Drew Brees und Co. gebrochen, weitere werden folgen. Im Part zu den Quarterbacks wurden bereits einige elementare Dinge hierzu angesprochen, deshalb gleich ins Detail - während einer NFL-Übertragung fliegen dem Zuschauer schließlich viele Begriffe um die Ohren, mit denen man zunächst wenig anfangen kann. Einer davon: Der Screen Pass.

Was ist ein "Screen Pass"? Es handelt sich dabei um einen kurzen Pass zu einem Receiver oder Runnig Back, häufig zu einem der schnellsten Spieler im Team. Vor diesem soll eine Wand von Blockern (engl. "Screen" = Schutzwand) dann den Weg frei machen. Ähnlich wie bei einem Outside Zone Run ziehen hierbei meist mehrere Spieler der Offensive Line zur Seite, sodass der Quarterback den Ball schnell loswerden muss - er hat in diesem Fall schließlich fast keinen Schutz.

Anders verhält es sich beim "Bubble Screen", über die vergangenen Jahre eine Spezialität von Peyton Manning: Hierbei blockt die Line normal, doch zwei bis drei Receiver auf einer Seite sorgen dafür, dass ein dritter (oder vierter) Receiver freie Bahn bekommt. Die Vorteile von gelegentlich eingestreuten Screen Pässen sind enorm: Ein aggressiver Pass-Rush wird so immer wieder aus dem Spiel genommen, da die Verteidiger umsonst auf den QB zustürmen und nicht mehr eingreifen können. Gerade wenn der Gegner einen Blitz ansagt, kann ein Screen als Konter tödlich sein.

Pick, Play Action und No Huddle

Eine weitere gern genutzte Waffe, um die Defense langsamer und müde zu machen, ist die "No-Huddle-Offense". Wie der Name schon sagt, bildet die Offense dabei nach einem abgeschlossenen Spielzug kein Rudel (kein "Huddle"), um den nächsten Spielzug zu besprechen. Stattdessen stellt sich jeder Spieler direkt wieder auf und der Quarterback sagt einen neuen Spielzug an der Line of Scrimmage an. So wird auch verhindert, dass die Defense auswechselt, denn dafür bleibt keine Zeit. Die New England Patriots und Denver Broncos, zumindest in den vergangenen Jahren, sind große Verfechter dieses Systems. Doch das Konzept ist weit verbreitet und wird zumindest situativ von vielen Teams genutzt.

Bereits im Abschnitt zum Running Game kamen die "Play-Action"-Spielzüge kurz zur Sprache, und das zurecht - beide sind untrennbar miteinander verbunden: Nur mit einem guten Running Game funktioniert ein Play-Action-Spielzug. Dabei täuscht der Quarterback die Ballübergabe an den Running Back und somit einen Laufspielzug an, nur um den Ball in letzter Sekunde wieder zurück zu ziehen. Fällt die Defense darauf rein und glaubt, einen Laufspielzug stoppen zu müssen, tun sich unweigerlich große Löcher für mögliche Pässe auf: Die Safeties stürzen sich auf die Line of Scrimmage und auch Cornerbacks können dazu verleitet werden, die ihnen zugeteilten Receiver aus den Augen zu lassen.

Ein dritter Begriff, der im Passspiel oftmals zu hören ist, ist das sogenannte "Pick Play", welches jedes Team nutzt und das hin und wieder für einen komplett freien Receiver verantwortlich ist. Ein Verteidiger soll dabei von einem Receiver nur kurz aus dem Rhythmus gebracht werden, indem dieser Receiver vor ihm vorbei läuft und ihm so kurzzeitig den Weg versperrt.

Die Grenzen sind dabei fließend: Alles über einen vermeintlich zufälligen kreuzenden Laufweg hinaus wäre Offensive Pass Interference. Das reicht aber häufig schon, um so den Weg für einen anderen Receiver, dem dieser Verteidiger eigentlich zugeteilt war, frei zu machen und dem Quarterback so einen einfachen Pass zu ermöglichen. Beispiele gefällig? Die Arizona Cardinals und die New England Patriots seien hierfür jedem ans Herz gelegt.

Abschließend sei hier noch der "Route Tree" erwähnt, anhand welchem man bestimmt, welche Route ein Receiver gerade gelaufen ist und der einer jeglichen Passing Offense zugrunde liegt. Einfach gesagt: Wann immer von einer ungeraden Zahl die Rede ist, also zum Beispiel einer "3-Route" oder einer "5-Route", geht der Laufweg des Passfängers weg vom Ball. Bei geraden Zahlen in Richtung des Balls - und je höher die Zahl ist, desto weiter entfernt sich der Receiver von der Line of Scrimmage. Eine gerade auf die Endzone gerichtete Route ist eine "9-Route", die höchste Zahl im Route-Tree.

Seite 1: Der Quarterback - der Chef in jeder Formation

Seite 2: Das Running Game: Inside, Outside, Zone und Man

Seite 3: Das Passing Game: Screens, Play Action und No Huddle

Seite 4: Offensive Philosophien: Ein Blick auf die Grundlagen

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