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Week 4: Pittsburgh Steelers vs. Baltimore Ravens

Vicks letzte Chance: "Um jeden Preis"

Donnerstag, 01.10.2015 | 15:50 Uhr
Vick soll die Steelers ohne Roethlisberger auf Kurs halten - es könnte seine letzte Chance sein
© getty
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Die Pittsburgh Steelers empfangen die Baltimore Ravens zum AFC-North-Kracher: Während Pittsburgh ohne den verletzten Ben Roethlisberger auf Michael Vick baut, stehen die Ravens nach drei Pleiten zum Auftakt mit dem Rücken zur Wand. Eine weitere Niederlage könnte alle Playoff-Träume schon beenden, doch Pittsburgh kommt mit Vick als Wundertüte daher. Was hat der einst so elektrisierende Routinier noch im Tank?

Es waren ungewöhnlich ehrliche Worte, die Michael Vick vor fast exakt einem Jahr nach seinem enttäuschenden Auftritt für die New York Jets gegen San Diego an die Presse richtete. "Vielleicht habe ich mich nicht vorbereitet oder war nicht ausreichend vorbereitet. Aber ich garantiere euch: Das wird nicht nochmal passieren", erklärte Vick nach seinem Debakel (8/19, 47 YDS), das in einem Shutout resultierte.

Für den Routinier blieb es damals so letztlich die ungenutzte Chance, zur Saisonmitte Geno Smith dauerhaft auf die Bank zu verweisen. Stattdessen folgte im weiteren Verlauf der Saison ein unproduktives Quarterback-Wechselspiel und letztlich der Abschied aus New York nach nur einem Jahr.

Zugegeben: Egal wie Vick in den kommenden Wochen auftritt, niemand in Pittsburgh (oder sonst irgendwo) wird nach einem Quarterback-Tausch schreien. Und doch sind die Steelers infolge der Knieverletzung von Ben Roethlisberger für die nächsten rund vier bis sechs Wochen auf Vick angewiesen. Er soll das Team auf Playoff-Kurs halten - und kann schon am Donnerstagabend ein großes Ausrufezeichen setzen.

Dann nämlich kommen die Baltimore Ravens nach Pittsburgh und das Duell mit dem Erzrivalen, das auf beiden Seiten ohnehin keine zusätzliche Motivation benötigt, verspricht besondere Brisanz: Schlagen die Steelers Baltimore, stünden die Ravens bei vier Pleiten zum Auftakt, zwei davon innerhalb der Division. Die Playoff-Hoffnungen könnten damit wohl schon zu den Akten gelegt werden.

Vick: "Befreit spielen, den Moment genießen"

Doch bis dahin liegt noch ein weiter Weg vor den Steelers. Vick ist, bei all seinen physischen Talenten, nicht mehr das laufende Monster, das eine Offense alleine schultert - zumal er in den vergangenen Jahren viele Hits eingesteckt hat. Der inzwischen 35-Jährige, für den es die letzte Chance bei einem Top-Team sein dürfte, war nicht ohne Grund im Sommer monatelang ohne Team. Und das obwohl er nach dem Jets-Debakel längst öffentlich verkündet hatte, dass er eine klare Backup-Rolle akzeptieren werde.

Als Pittsburgh schließlich zuschlug konnte man Vick die Erleichterung in den ersten Interviews förmlich ansehen. Er wollte unbedingt noch diese eine Gelegenheit, und plötzlich erhält er sie in einer der talentiertesten Offenses der Liga. "Ich weiß nicht, ob ich so eine Möglichkeit nochmal bekomme. Vor einem Monat hatte ich noch kein Team, jetzt glaube ich, dass ich einfach da raus gehen, befreit spielen und den Moment genießen kann", erklärte Vick unter der Woche. "Jetzt liegt es an mir, das professionell anzugehen und darauf freue ich mich."

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Für Vick, der nach dem Skandal um die Hundekämpfe, an denen er intensiv beteiligt war, in Philadelphia seine zweite Chance bekam, ist es gleichzeitig aber eine ganz neue Ausgangslage. Als klarer Backup in das Team gekommen, hat er dennoch eine gewisse Vorbildfunktion. "Viele von uns haben ihm im Fernsehen zugeschaut, als wir aufgewachsen sind. Es gab wenige Spieler wie ihn", erklärte Tackle Ramon Foster im Gespräch mit der Washington Post.

Kurz darauf fügte Foster aber ein wichtiges Detail hinzu: "Das Ding mit ihm ist: Er schafft es, dass niemand nervös wird. Er ist sehr ruhig und wir verlassen uns auf ihn. Er verhält sich wie ein Profi und mit einer Trainingswoche mit den Startern kann er die Situation meistern. Es ist unser Job, ihm das zu erleichtern."

Effizienz durch Vereinfachung

Aus Pittsburgh sickert so insgesamt eine klare Message durch: Michael Vick hat seine Rolle akzeptiert und eine ganz andere Einstellung zu seiner Aufgabe, als noch im Vorjahr bei den Jets. Doch die professionelle Herangehensweise ist maximal die halbe Miete: Die Offense von Coordinator Todd Haley ist kompliziert, es dauerte schon eine Zeit, bis Roethlisberger diese vernünftig auf den Platz bringen konnte - und Vick hat nicht nur kaum Einheiten mit den Startern absolviert, er ist auch erst seit wenigen Wochen überhaupt im Team.

Es gehe darum, "die Dinge einfach zu halten", gab Haley daher zu und Vick bestätigte: "Man kann nicht innerhalb von wenigen Tagen irgendwelche Dinge improvisieren. Aber diese Offense hat wirklich viele gute Aspekte in sich." Zwar gilt es hierbei zu bedenken, dass Pittsburghs Starting-Center Maurkice Pouncey aufgrund seines Wadenbeinbruchs nach wie vor ausfällt. Und doch scheint die Antwort zumindest auf dem Papier klar.

Nutzt Vick seine Waffen?

Zum einen wird die Offense über Le'Veon Bell laufen müssen: Der Running Back hat seine Sperre abgesessen und kehrte in Topform zurück, mit Baltimore (3,4 Yards pro Run-Versuch zugelassen) wartet jetzt auch ohne den verletzten Terrell Suggs nach der Rams-Front gleich die nächste spannende Prüfung.

Vor allem wird Bell aber auch im Passing Game gebraucht werden. Vick braucht zum Start kurze, sichere Pässe um schnell in die Partie rein zu kommen, Bell und Tight End Heath Miller stehen hierfür im Fokus. Auch Screens und Play-Action-Pässe zu Antonio Brown sind ein adäquates Mittel, sollte sich Baltimore auf den Run fokussieren. An Waffen mangelt es den Steelers nicht, die Frage ist vielmehr, ob es Haley gelingt, diese für Vick so einfach wie möglich erreichbar zu machen.

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Auch Vick weiß schließlich: "Ich muss nicht da raus gehen und das Spiel alleine gewinnen." Zudem verbreitete Haley im Vorfeld Optimismus, als er von seinem mehrstündigen Treffen mit Vick am Montag berichtete: "Man konnte sehen, dass er viel Zeit investiert hat, um sich die Calls aus dem Game Plan einzuprägen. Ich habe ihm ein Play gegeben, und er konnte es mir sofort ansagen."

Das Vertrauen seines Trainers, dem defensiv Linebacker Ryan Shazier (Schulter) fehlt, hat er darüber hinaus in jedem Fall: Mike Tomlin wollte Vick bereits 2008 als Roethlisberger-Backup holen, als Vick seine Gefängnisstrafe infolge des Hundekampf-Eklats abgesessen hatte. Damals legte die Rooney-Familie, welche die Franchise besitzt, ihr Veto ein. Jetzt bekommt Tomlin, der in der gleichen Stadt wie Vick aufwuchs, doch noch unverhofft die Chance, mit ihm aufs Feld zu marschieren.

Yanda: "Schwere Situation für uns"

Doch bei all den Unsicherheiten um Vick und die Steelers-Offense scheint es schon fast ein wenig unterzugehen, welches Team am Donnerstagabend tatsächlich unter Druck steht: Baltimore hat, zum ersten Mal in der Team-Geschichte überhaupt, seine ersten drei Spiele verloren und läuft Gefahr, in der Division womöglich schon aussichtslos zurück zu fallen.

"Das ist eine wirklich schwere Situation für uns. Wir müssen uns da raus kämpfen", forderte Guard Marshal Yanda. Doch bislang brennt auf beiden Seiten des Balls der Baum: Die Defense hat zwei Mal in Folge über 440 Yards zugelassen, offensiv stockt das im Vorjahr so starke Running Game. Offensive Coordinator Marc Trestman konnte den Abgang seines Vorgängers Gary Kubiak hier bislang überhaupt nicht auffangen.

3,3 Yards pro Versuch sind der fünftschwächste Wert der NFL, vor allem in der Red Zone macht sich das bemerkbar: Drei Touchdowns sprangen aus neun Red-Zone-Trips heraus (33 Prozent), nur zwei Teams sind hier schlechter - da hilft es wenig, dass Left Tackle Eugene Monroe erneut ausfällt. Dazu kommt eine für die Ravens ungewohnte Undiszipliniertheit: 23 (!) Strafen setzte es über die letzten beiden Spiele.

Harbaugh glaubt an den Turnaround

Coach John Harbaugh, dem auch Tight End Crockett Gillmore verletzt fehlt, bleibt trotz allem optimistisch: "Wir sind ein zuversichtliches Football-Team. Wir glauben, dass wir alle Hindernisse überwinden können. Das ist uns zuvor gelungen und das wird uns wieder gelingen. Wir müssen uns einfach in allen Bereichen steigern. Wenn du verlierst, willst du dich natürlich möglichst schnell rehabilitieren. Die Jungs brennen darauf."

Defensive Coordinator Dean Pees, dessen Defense seit dem Suggs-Ausfall sehr anfällig wirkt, fügte hinzu: "Wir müssen besser werden und wir müssen weiter hart arbeiten. Ich garantiere euch: Jeder hier gibt alles." Baltimores Pass-Rush steht immerhin bereits bei sieben Sacks, doch auf die Frage, ob er seinen Backup-Quarterback angewiesen habe, Hits unbedingt zu vermeiden, antwortete Haley: "Ich habe ihm gesagt, dass er um jeden Preis gewinnen soll. Mike muss seinen Job gut erledigen."

Und so kann Vick zeigen, dass er seine vor fast exakt einem Jahr gewonnene Erkenntnis verinnerlicht hat: "Ich habe [gegen San Diego] eine Lektion gelernt: Man muss immer bereit sein und sich immer vorbereiten. Die Tatsache, dass ich meinem Team nicht helfen konnte, hat bei mir einen faden Beigeschmack hinterlassen. Zukünftig wird meine Vorbereitung komplett anders aussehen."

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Week 4:

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Bye: Titans, Patriots
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