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Magic Mariota und Manning-Misere

Dienstag, 15.09.2015 | 11:10 Uhr
Rookie Marcus Mariota hatte ein historisches NFL-Debüt
© getty
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Marcus Mariota feierte ein historisches Bilderbuch-Debüt, während die Verletzungen weder Rang noch Namen kennen. Der Big Point der Woche geht an die Cowboys, der Katastrophen-Call im Gegenzug an die Giants. Außerdem: Die Manning-Brüder erleben einen bitteren Auftakt, Pacman Jones schießt über das Ziel hinaus und die Rams öffnen Seattles Super-Bowl-Wunde. SPOX lässt den ersten Spieltag Revue passieren.

Top der Woche: Marcus Mariota. Kann ein Rookie-Quarterback ein besseres Debüt haben? In der NFL soll man niemals nie sagen, bisher zumindest hat aber noch kein QB bei seinem Debüt vier Touchdown-Pässe in einer Halbzeit aufgelegt. Mariota gelang mal eben ein perfektes Passer Rating (158,3) und am Ende hatte er mehr Touchdowns als Incompletions.

Dass in der Partie seiner Tennessee Titans gegen die Tampa Bay Buccaneers (42:14) auf der anderen Seite ausgerechnet Jameis Winston, der im Draft direkt vor ihm an erster Stelle gezogen worden war, stand, setzte dem ganzen selbstverständlich noch die Krone auf. Blöd für Winston: Sieht man sich in der Zwischenzeit nicht im Super Bowl oder wechselt das Team, gibt es die Revanche erst 2019.

Verletzung(en) der Woche: Der erste Spieltag hat gleich zwei prominente Opfer gefordert: Ravens-OLB Terrell Suggs riss sich im Duell mit den Denver Broncos (13:19) die Achillessehne und wird somit den Rest der Saison verpassen. Der Verlust des 32-Jährigen wird den Ravens in zweierlei Hinsicht wehtun. Einmal fehlt, nachdem Pernell McPhee in der Offseason bereits ziehen gelassen wurde, ein weiterer Top-Pass-Rusher - hier aber ist Baltimore mit Courtney Upshaw, Elvis Dumervil und Albert McClellan nach wie vor solide aufgestellt.

Allerdings ist Suggs das Herz der Ravens-Defense und einen solchen Leader auf dem Platz zu ersetzen, ist eine Herkulesaufgabe. Gleiches gilt für den Versuch, Dez Bryants Ausfall aufzufangen. Der Cowboys-Receiver feierte zwar nach dem Last-Minute-Sieg über die Giants mit viel Adrenalin im Blut noch im Gang vor der Kabine mit seinen Teamkollegen, zuvor aber hatte er sich einen Knochen im Fuß gebrochen. Ohne Bryant auf dem Platz werden gegnerische Defenses noch stärkeren Fokus auf die Run-Defense legen und aggressiver in ihren Blitz-Packages werden.

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Nicht unerwähnt sollte allerdings darüber hinaus bleiben, dass die Suggs-Verletzung nicht die einzige im Broncos-Ravens-Spiel war: Schiedsrichter Gary Arthur prallte im ersten Viertel an der Seitenlinie mit einem Spieler zusammen und erlitt dabei einen Schlüsselbeinbruch. Arthur musste vom Feld gefahren werden - ist aber bestimmt gut krankenversichert.

One-Hit-Wonder der Woche: Dass Freud und Leid auch in der NFL eng beisammen liegen, bewies in Week 1 Johnny Football - und zwar auf eindrucksvolle Art und Weise. Nachdem Clevelands Quarterback Josh McCown nach einem Dropback inklusive anschließendem Sprint Richtung Endzone ordentlich abgeräumt wurde (Helicopter-Style!) und mit einer Gehirnerschütterung raus musste, kam der Auftritt Manziels.

Als gäbe es nichts Leichteres, übernahm der Backup der Browns das Kommando und führte sein Team mit einer unglaublichen Sicherheit sowie einem 54-Yard-Touchdown-Pass auf Travis Benjamin in die Endzone der New York Jets - und damit zur 7:0-Führung Clevelands.

Das Team aus dem Big Apple hatte jedoch so gar keine Lust auf die Show von Johnny Football und zerlegte den 22-Jährigen im Anschluss nach allen Regeln der Kunst. Manziel fraß nicht nur drei Sacks, sondern brachte nur 13 seiner 24 Versuche an den Mitspieler, ein Ball landete sogar in den Amen von New Yorks Marcus Williams. Zudem erzwangen die Jets zwei Fumbles von Manziel. Endstand: 31:10 Jets. Ouch!

Tweet der Woche: Der Thriller in St. Louis war wohl das Comeback der ersten Woche - sorry Cowboys. Mit dem Ausgang dürften wohl nur die wenigsten Fans gerechnet haben - und nicht nur die. Nachdem die Rams dank eines 37-Yard-Touchdown-Passes von Quarterback Nick Foles auf Lance Kendricks gegen den haushohen Favoriten tatsächlich noch die Overtime erzwingen konnten, ging es drunter und drüber.

Seattle ließ in der Verlängerung zwar nur ein Field Goal von Legatron Greg Zuerlein zu, der das Leder aus 37 Yards zwischen die Stangen knallte, konnte aber trotz eigenen Ballbesitzes und Marshawn Lynch die Blamage zum Auftakt nicht mehr verhindern. Klar, dass im Anschluss die Social-Media-Kanäle nahezu explodierten. Die Vorlage zum Tweet der Woche lieferte jedoch jemand, auf den der geneigte User auf Anhieb wohl nicht kommen würde: Russell Wilson.

Der Quarterback der Seahawks lehnte sich vor dem Spiel schon mal aus dem Fenster und prophezeite mit den Worten "1-0 #GoHawks" den Auftaktsieg des Teams von Head Coach Pete Carroll. Was sollte schon schiefgehen? Diese Steilvorlage ließen sich die Rams natürlich nicht entgehen und legten nach sechs Sacks auf dem Feld noch einen via Twitter nach: Bitte nicht löschen, DangeRuss. Tja, wer den Schaden hat...

Big Point der Woche: Der Sieg der Cowboys gegen die Giants, und das aus mehrerlei Hinsicht. Zunächst einmal steht Dallas jetzt als einziges Team aus der NFC East mit einem Sieg da und hat so prompt Kapital aus der überraschenden Eagles-Pleite geschlagen, ehe das direkte Duell mit Philadelphia ansteht.

Darüber hinaus sollte der Sieg auch aus moralischer Sicht etwas bewirken: Dallas gewann das Spiel ohne Dez Bryant auf dem Feld und ohne ein konstantes Running Game. Tony Romo ist fit und kann die Offense tragen, wenngleich das nicht der erste Plan sein sollte. Dass die Giants den Cowboys dabei enorm unter die Arme griffen, ist natürlich nicht von der Hand zu weisen - doch dazu später mehr.

Seite 1: Mariota, Johnny Football, Dallas und ein Zivilopfer

Seite 2: Das Giants-Debakel und Mannings Karriereende

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