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5 Fragen zum Deflate-Gate-Urteil

Hartes Exempel oder teurer Fehler?

Von Adrian Franke
Dienstag, 12.05.2015 | 16:10 Uhr
Tom Brady wurde von der NFL für vier Spiele gesperrt
© getty
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Die NFL hat im Zuge des Deflate-Gate-Skandals ein unerwartet hartes Urteil gefällt und nicht nur Patriots-Quarterback Tom Brady für vier Spiele gesperrt, sondern auch das Team mit einer Geldstrafe und zwei verlorenen Draft-Picks hart belangt. SPOX beantwortet die fünf wichtigsten Fragen zum Deflate-Gate-Urteil.

Worum geht es beim Deflate-Gate?

Es geht, ganz simpel ausgedrückt, um den Luftdruck in den Spielbällen des vergangenen AFC-Championship-Games. 2006 hat die NFL entschieden, dass die Quarterbacks, innerhalb eines vorgegebenen Rahmens, die Bälle so stark oder schwach aufpumpen lassen dürfen, wie es ihnen beliebt.

Jedes Team stellt daher in jedem Spiel eigene Bälle, und während Packers-QB Aaron Rodgers etwa mit so hart wie möglich aufgepumpten Spielbällen agiert, bevorzugt Brady schwächer aufgepumpte Bälle.

Der normale Ablauf ist wie folgt: 2:15 Stunden vor einer Partie überprüft der Schiedsrichter zwölf Bälle jedes Teams und markiert sie anschließend. Danach darf an diesen Spielbällen nichts mehr verändert werden. In der Partie gegen die Indianapolis Colts, die New England komplett dominierte und mit 45:7 gewann, fiel den Colts-Spielern bei Bradys Interception kurz vor der Halbzeit aber der ungewöhnlich geringe Druck in dem Ball auf.

Die Bälle wurden in der Halbzeit der Partie neu präpariert. New England ließ sich davon nicht sonderlich beeindrucken und gewann die zweite Hälfte noch deutlicher mit 28:0. Berichten zufolge war den Colts bereits im Regular-Season-Duell am 16. November aufgefallen, dass einige der Pats-Bälle zu wenig Luft hatten - war die Liga bereits informiert?

Die Reaktionen zum Brady-Urteil: "This is absolutely ridiculous!!!"

In den zwei Wochen danach folgte eine Vielzahl an sich teilweise widersprechenden Meldungen: Wie viele Bälle hatten zu wenig Luft? Wie groß war die Differenz? Wer hatte das Problem zuerst gemeldet? Waren die Bälle von den Schiedsrichtern korrekt behandelt worden? Dann tauchten Aufnahmen einer Überwachungskamera auf und wurden an die NFL weitergegeben. Auf denen war Pats-Mitarbeiter Jim McNally zu sehen, der kurz vor Spielbeginn mit zwei Ballsäcken in einer Toilette verschwindet und dort rund eineinhalb Minuten bleibt, bevor er mit den Bällen wieder herauskommt.

Patriots-Coach Bill Belichick reagierte in den Tagen nach Beginn der Affäre irritiert - er habe sich mit dem Luftdruck der Bälle noch nie beschäftigt und verwies auf Brady. Man werde natürlich mit der NFL zusammenarbeiten. Brady wirkte seinerseits auf einer Pressekonferenz von den Anschuldigungen getroffen, schwor aber Stein und Bein, er habe nichts "außerhalb der Regeln" getan. Er habe während des Spiels ohnehin keine Zeit, sich über die Beschaffenheit des Balles Gedanken zu machen.

Die Untersuchung der Liga führte vor dem Super Bowl Anfang Januar zu keinem Ergebnis, Brady wurde vor dem Endspiel nicht einmal befragt. Es dauerte bis zum 6. Mai, bis der Anwalt Ted Wells schließlich einen 243 Seiten starken Bericht vorlegte. Dessen Quintessenz: "Wahrscheinlich" wurden die Bälle manipuliert.

Seite 1: Worum geht es beim Deflate-Gate?

Seite 2: Was wirft die Liga den Pats und Brady vor?

Seite 3: Warum ist die Strafe so hart ausgefallen?

Seite 4: Welche sportlichen Folgen hat das Urteil?

Seite 5: Wie können Brady und die Patriots reagieren?

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