Indianapolis Colts - Cincinnati Bengals 26:10

Indy zähmt die Tiger

Sonntag, 04.01.2015 | 21:54 Uhr
Daniel Herron (r.) bahnt sich seinen Weg durch die Defense: Der 25-Jährige glänzte gegen Cincinnati
© getty
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Die Indianapolis Colts haben das Wildcard-Game gegen die Cincinnati Bengals souverän mit 26:10 (BOXSCORE) gewonnen und sich damit ein Aufeinandertreffen mit Franchise-Legende Peyton Manning und den Denver Broncos gesichert. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte gelang den Bengals nichts mehr, damit geht die Pleitenserie von Quarterback Andy Dalton weiter. Bei den Gastgebern überragte Andrew Luck - und ein unbekannter Running Back.

Luck kam auf 376 Yards (31/44) und einen Touchdown und stellte damit gleich mehrere Postseason-Rekorde auf. Kein QB zuvor hatte in seinen ersten vier Spielen mehr Pässe geworfen oder Yards Raumgewinn erzielt. Neben Luck spielte Daniel Herron groß auf: Der Running back kam auf 141 Yards und sorgte so für ein ausgeglichenes Angriffsspiel, leistete sich allerdings auch zwei Fumbles.

Nachdem die Bengals die Partie in den ersten 30 Minuten offen halten konnten und mit einem 10:13 in die Kabine gingen, brach die Offensive völlig ein. Fünf Three-and-outs in Serie, danach stand es 26:10 für die Hausherren, das Spiel war entschieden. Andy Dalton (18/35, 155 Yards), der auf mehrere wichtige Receiver verzichten musste, hat damit auch das vierte Playoffspiel seiner Karriere verloren.

NFC: Cowboys drehen Mega-Thriller!

Damit reisen die Colts am kommenden Sonntag nach Denver und müssen sich mit den Broncos, Nummer zwei der AFC-Setzliste messen. Das Auftaktspiel der Regular Season hatte Indy mit 24:31 im Mile High Stadium verloren.

Die Divisional Round im Überblick:

AFC:

Patriots - Ravens (Sa., 22:35 Uhr)

Broncos - Colts (So., 22:40 Uhr)

NFC:

Seahawks - Panthers (So., 02:15 Uhr)

Packers - Cowboys (So., 19:05 Uhr)

Die Reaktionen:

Marvin Lewis (Head Coach Cincinnati Bengals): "In meinen Augen hat Andy Dalton ein gutes Spiel gemacht. Er hat seinen Part erfüllt. Mein Plan ist es, auch nächstes Jahr noch hier zu sein. Ein Versprechen gibt es aber für niemanden."

Chuck Pagano (Head Coach Indianapolis Colts): "Ein großes Lob an unsere Fans, sie waren unglaublich. Ich bin stolz auf unsere Jungs, defensiv war das ein toller Job, der Shutout in der zweiten Hälfte."

Vor dem Kick-Off: Nur 110 Meilen liegen zwischen Indianapolis und Cincinnati, Reisestrapazen fallen also weg. Auch die Bedingungen im Lucas Oil Stadium (Dome) sind perfekt. Alles andere als perfekt sind jedoch die Vorzeichen für Cincinnati: Mit Superstar A.J. Green und Tight End Jermaine Gresham fallen die zwei besten Passfänger aus. Marvin Lewis reagiert und bietet mit Rex Burkhead einen Running Back als Wide Receiver auf. Die letzten sechs Playoff-Spiele hat Cincy allesamt verloren.

Indianapolis setzt im Backfield auf Daniel "Boom" Herron, der Trent Richardson aus der Startelf verdrängt hat. Das Duell in der Regular Season hatten die Colts souverän mit 27:0 gewonnen und dabei in den ersten acht Drives kein First Down zugelassen.

Kurz vor dem Start ehrt das Stadion den langjährigen ESPN-Moderator Stuart Scott. Der 49 Jahre alte Afro-Amerikaner war am Morgen nach langem Kampf gegen Krebs verstorben.

4.: Die Colts starten wie die Feuerwehr! Gegen nah an die Linie aufgerückte Bengals beginnt Luck mit vier Pässen, darunter ein 18-Yarder auf Daniel Herron. Ein Pitchout auf eben diesen bringt weitere 27 Yards, und er bringt den Ball schließlich auch über die Linie. 58 Yards vom Running Back bei diesem Drive, das No-Huddle geht für die Defense zu fix. Es ist der erste Mal in diesem Jahr, dass die Colts mit einem TD-Drive starten. 7:0 Indianapolis!

10.: Punts auf beiden Seiten, dann sind wieder die Bengals dran. Zwei Third Downs werden erfolgreich gespielt, dann fängt "Receiver-Back" Rex Burkhead durch die Mitte für 26 Yards. Jeremy Hill geht aus kurzer Distanz über die Linie - Ausgleich! Dalton sieht bisher sehr gut aus. 7:7.

18.: Indy ist wieder an der Reihe. Zunächst scrambelt Luck bei Third Down 18 Yards durch die Mitte, dann findet er endlich auch T.Y. Hilton! Zwei Plays, 47 Yards! Danach steht die Secondary, Adam Vinatieri trifft aus 38 Yards. Bitter für die Bengals: Linebacker Rey Maualuga muss mit einer Oberschenkelverletzung raus. 10:7 Colts.

22.: Three-and-out der Gäste, dann haut Luck einen Deep Ball auf Hakeem Nicks raus. Der ist zwar eng gedeckt, fängt aber trotzdem - das sind 45 Yards! An der 11-Yard-Linie lässt Hilton dann einen guten Pass von Luck durch die Finger rutschen. Kein Team hatte in der Regular Season so viele Drops wie die Colts. Ob sich das rächt? Vinatieri wieder - 13:7 Colts!

Colts - Bengals: Die Partie im Re-Live

28.: Oh no! Herron war so gut gestartet, aber beim nächsten Ballbesitz der Colts macht er den entscheidenden Fehler. Zunächst wird Luck zum ersten Mal an diesem Abend gesackt, dann macht Herron bei Second-and-18 fast alles richtig, lässt sich das Ei aber kurz vor der gelben Linie aus der Hand schlagen. Reggie Nelson sichert den Turnover für Cincy. Weiter 13:7 Indianapolis.

30.: Dalton verteilt zwar hübsch den Ball, aber das Clock Management der Bengals lässt zu wünschen übrig! Weil der Drive stockt, muss Mike Nugent ran, aus 57 Yards. Der Kicker hatte in der Regular Season keinen Versuch über 50 Yards versenkt... Anlauf, Kick - Innenpfosten, good! Direkt darunter regt sich das Colts-Maskottchen fürchterlich auf. Großartige Szene! 57 Yards sind Career High, Franchise-Playoff-Rekord und das zweitlängste NFL-Playoff-Field-Goal aller Zeiten! Halbzeit, 13:10 Colts!

38.: Drei Three-and-outs zu Beginn der zweiten Halbzeit - irgendwie ist kurzzeitig die Luft raus. Das kann einer ändern: Andrew Luck! Gegen den Pass Rush geht nach vorn, wird von hinten getackelt und wirft fast im Vorwärtsfallen gen Endzone. Der Ball ist gute 40 Yards in der Luft und segelt genau in die Arme von Donte Moncrief! What a play! Touchdown! 20:10 Colts!

44.: Die Bengals wissen, was die Stunde geschlagen hat: Lewis sagt gleich beim ersten Play einen Flea-Flicker an. Aber der Ball ist zu nah am Verteidiger dran, Corner Greg Toler steigt hoch und schlägt ihn vor Branton Tate weg. Stark gemacht! Cincy puntet erneut, die Colts legen ein weiteres Field Goal nach: 23:10 Indianapolis!

49.: Oh weh, das sind die altbekannten Playoff-Bengals! Beim dritten Versuch wird Dalton an der eigenen Zehn-Yard-Linie gesackt - nächster Punt. Die Colts nehmen ein paar Minuten von der Uhr und schicken Vinatieri aufs Grün. Der Altmeister aus 53 Yards ganz sicher! Noch sind es erst zwei Scores... 26:10 Colts!

58.: Letzte Chance - vorbei. Zum ersten Mal in dieser Hälfte sind die Bengals bei Third Down erfolgreich, weil Dalton per pedes 16 Yards herausholt. Doch wenig später kommt Linebacker Jerrell Freeman durch. Strip-Sack, Indy hat den Ball. Das Ding ist durch! 26:10 Indianapolis.

Der Star des Spiels: Daniel Herron. Here comes the Boom! Natürlich ist Andrew Luck der beste Spieler der Colts. Aber mit "Boom" Herron hat Coach Chuck Pagano rechtzeitig zur Postseason einen mehr als kompetenten Running Back aus dem Hut gezaubert - die Zeiten von Trent "3 Yards pro Carry" Richardson sind wohl endgültig vorbei. 56 am Boden, 85 als Passfänger: So viele Yards Raumgewinn hatte in Indianapolis seit drei Jahren kein Running Back erreicht. Weitere Fumbles sollte er sich gegen Denver allerdings nicht mehr erlauben.

Der Flop des Spiels: Der Pass Rush der Bengals. Dalton kann man angesichts des dezimierten Receiver-Korps nicht die Hauptschuld anlasen - mehr war einfach nicht drin. Die hochgelobte Defense um Geno Atkins, die Peyton Manning vor wenigen Wochen vier Interceptions untergejubelt hatte, fand diesmal allerdings nicht statt. Ein Hauptgrund dafür war, dass man - ob Blitz oder ohne - einfach viel zu selten zu Luck durchkam (nur ein Sack). So wurde dieser nicht zu Fehlern gezwungen und die Secondary entblößt.

Das fiel auf:

  • Die Ausfälle von Green und Gresham waren für Cincinnati einfach nicht zu kompensieren. Auf kurze Distanz wirkte Dalton zunächst sehr sicher, aber als sich die Colts darauf eingestellt hatten, fehlten die Anspielstationen für den Deep Ball. Erst ein Halbzeit zwei visierte Dalton ein paar Mal Brandon Tate an, aber der ist eben kein A.J. Green. So gelang den Bengals lediglich ein Passspielzug über 20 Yards.
  • Die erste Hälfte machte Hoffnung - danach erinnerte die Partie frappierend an das Spiel in der Regular Season. Sechs Third Downs in Serie vergeigten die Bengals, so blieben die Drives kurz und die Defense war irgendwann platt. Sechs von 15 Third Downs waren zwar in etwa so gut wie die Colts (6/14), aber die hatten eben die Big Plays vorzuweisen.
  • Man spricht immer von Joe Flacco als Deep-Ball-Thrower, aber Andrew Luck ist mindestens genauso gefährlich. Schon von Anfang an war klar: Der erste Read ging immer in Richtung Deep Threat, vor allem T.Y. Hilton. Nicht alles funktionierte, Hilton leistete sich einige Drops, aber wenn Luck Zeit hatte, segelte der Ball fast immer lange durch die Luft. Gleich drei Pässe brachten mehr als 30 Yards Raumgewinn.
  • Wo andere Teams einen ausgeglichenen Gameplan suchen, setzt Pagano ganz auf Luck: Die ersten vier Plays waren Pässe, am Ende waren es fast doppelt so viele Pass-Plays wie Running-Plays. Wäre das Spiel enger gewesen, Luck hätte wohl rund 50 Pässe versucht.
  • Kicker - und vor allem Punter - stechen der Öffentlichkeit oftmals nicht so sehr ins Auge wie Running Backs oder Receiver, spielen aber ebenfalls eine entscheidende Rolle. Und da sind die Colts bärenstark: Punter Pat McAfee kam bei vier Versuchen auf im Schnitt 51,5 Yards und haute sogar einen 68-Yarder raus. Beudetet: Schlechte Field Position für die Bengals. Vinatieri zeigte sich auch auf lange Distanz treffsicher und hat nun acht Versuche über 50 Yards in Serie sicher verwandelt. Damit können Spiele entschieden werden, und niemand weiß das besser als der mehrfache Champion Vinatieri.
  • Noch mehr Rekorde: Die Bengals bleiben in den Playoffs in der Fremde ohne Sieg (0-6). Für Head Coach Marvin Lewis ist es im sechsten Postseason-Spiel die sechste Pleite. Mit vier Playoff-Pleiten ohne Sieg zieht Dalton mit Rekordhalter Y.A. Tittle gleich.
  • Der Deutsche Björn Werner verbrachte seinen Tag diesmal größtenteils an der Seitenlinie. Der Outside Linebacker hatte aufgrund einer Schulterverletzung schon das Finale der Regular Season verpasst und unter der Woche nicht trainieren können. Womöglich sieht er gegen die Broncos wieder öfter das Feld.

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