Dienstag, 23.12.2014

Markus Kuhn im Interview

"Den Ball durfte ich behalten"

Anfang Dezember gelang Markus Kuhn der erste Touchdown eines deutschen Spielers in der NFL überhaupt. Damit schaffte es der Defensive Tackle der New York Giants im ganzen Land in die Schlagzeilen. SPOX sprach mit dem 28-Jährigen über seine Anfänge bei den Weinheim Longhorns, Highlight-DVDs für College-Trainer - und vegane Ernährung bei 142 Kilogramm.

Markus Kuhn (r.) schrieb mit seinem Touchdown gegen die Titans Geschichte
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Markus Kuhn (r.) schrieb mit seinem Touchdown gegen die Titans Geschichte

SPOX: Markus, wir müssen natürlich mit dem Touchdown gegen die Titans anfangen, der in Deutschland hohe Wellen schlug. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie den Ball dort liegen sahen und wussten: "Den kann ich mir schnappen!"

Markus Kuhn: Es war eine Situation, die wir oft trainieren. Turnover können ja entscheidend sein. Deswegen ist das Motto, wenn es einen Fumble gibt, relativ simpel: Immer auf den Ball werfen und ihn erobern.

SPOX: Was Sie aber nicht gemacht haben.

Kuhn: Ich habe gesehen, dass ich den Ball auch aufnehmen kann, und habe ihn mir zum Glück schnappen und in Richtung Endzone loslaufen können. Zwei Teamkollegen waren als Blocker dabei, und als mich niemand mehr vor der Endzone einholen konnte, habe ich mich riesig gefreut.

SPOX: Gibt es für Defensivspieler Rituale nach dem ersten Touchdown? Zum Beispiel in der Kabine?

Kuhn: Nein, aber es passiert natürlich auch relativ selten, dass man als solcher einen Touchdown feiern kann - und als Teil der Defensive Line natürlich noch seltener. Eine Interception kommt öfter vor, aber einen Fumble-Return zum Touchdown gab es bei den Giants davor zuletzt 2009 von Osi Umenyiora, das ist also auch schon eine ganze Weile her. Wenn es einem der kräftigen Jungs gelingt, freut sich jeder, aber es gab keine besonderen Weihungen. Den Ball durfte ich allerdings behalten - der ist hier bei mir.

SPOX: Sie sprechen es an. Defensivspieler feiern eher selten Touchdowns. Eine Ausnahme in diesem Jahr ist J.J. Watt. Hat er bei der MVP-Wahl eine Chance gegen die Quarterbacks und Running Backs? Gegen diese Super-Athleten?

Kuhn: Ich würde sagen, dass wir in der Defense die extremeren Athleten haben. Wir müssen ständig reagieren und trotzdem die ganze Palette abdecken: covern, tackeln, etc. Es gibt in der Defense viele gute Aktionen, die einem Touchdown ebenbürtig sind. Ein Sack, eine Interception, oder eben auch eine Fumble Recovery. Klar, die Fans wollen Touchdowns sehen, aber auch in der Defense kann man mit einigen guten Aktionen auf sich aufmerksam machen. Selbst wenn es sich nicht direkt auf dem Scoreboard niederschlägt.

SPOX: Wenn Sie eine Stimme hätten: Wäre Watt der neue MVP?

Kuhn: Andrew Luck und Aaron Rodgers zum Beispiel sind auch extrem gut. Aber Watt spielt schon eine unglaubliche Saison, das muss man wirklich sagen. Wenn man Clips von ihm sieht, dann ist der Junge wirklich jedes Mal fast am Quarterback dran. Das ist der Wahnsinn.

SPOX: Schaut man sich generell Aufnahmen von anderen Spielern an, um sich zu verbessern?

Kuhn: Natürlich studiert man andere Spieler und guckt sich Sachen ab. Was macht der in Sachen Technik noch besser oder einfach nur anders als ich? Auch von J.J. Watt, er spielt ja manchmal auch Defensive Tackle. Eigentlich ist er überall auf der Defensive Line unterwegs.

SPOX: Ab und zu läuft Watt sogar als Tight End auf und hat so dieses Jahr bereits ein paar Touchdowns hingelegt. Könnten Sie sich vorstellen, wie er auch mal in der Offense aufzulaufen?

Kuhn: Ich glaube, vorstellen können sich das einige - aber das sind nur Wunschträume. Ich versuche es über die Defensive weiter. Wobei Watts neuer Vertrag ja 100 Millionen Dollar wert ist. Die Texans haben ihm so viel Geld gezahlt, da darf er machen, was er will (lacht). Zur Norm wird das aber auf keinen Fall.

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SPOX: Das Gefühl, Teil der Offense zu sein und einen Touchdown zu machen, kennen Sie aber auch. Immerhin haben Sie früher als Quarterback gespielt.

Kuhn: Das stimmt. In der Jugend war ich in meinem ersten Jahr Tight End, dann später Linebacker und auch Running Back. Und die letzten zwei Jahre habe ich zudem als Quarterback gespielt. Es war gegen die Titans nicht der allererste Touchdown für mich - nur eben auf diesem Level.

SPOX: Das öffentliche Interesse in Deutschland ist in den letzten Wochen durch Ihren Touchdown extrem gestiegen. Denkt man sich nicht: "Hallo, ich war schon die ganze Zeit hier"?

Kuhn: Es hat mich sehr gefreut, wie groß darüber berichtet wurde - das ist wichtig für den Sport. Auch dass die Leute sich richtig für mich gefreut haben. Aber klar, die Leistung, jetzt schon drei Jahre in der NFL zu spielen, ist größer zu bewerten als dieser eine Touchdown.

SPOX: Wie beurteilen Sie die Berichterstattung in den letzten Jahren?

Kuhn: Das Interesse an Football entwickelt sich schon weiter, das ist auch gut. Das Problem ist in meinen Augen ein anderes.

SPOX: Nämlich?

Peyton Manning - Rekordhalter in der NFL
Peyton Manning ist eine Ausnahmeerscheinung in der NFL. SPOX zeigt die Höhen und Tiefen einer beeindruckenden Karriere, in der der Quarterback Rekorde brach, aber auch bittere Niederlagen einstecken musste
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Manning (l.) kommt aus einer echten Football-Familie. Sein Vater Archie (M.) spielte 13 Jahre als Quarterback in der NFL. Sein Bruder Eli (r.) spielt aktuell bei den New York Giants als QB
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Am College spielt der Quarterback für die University of Tennessee und gewinnt 1997 die SEC Championship. Seine Nummer wird seit 2005 nicht mehr bei den Volunteers vergeben
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Im NFL-Draft 1998 ziehen die Indianapolis Colts den damals 22-Jährigen an erster Stelle. Es ist der Beginn einer Erfolgsgeschichte
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Bei den Colts mausert er sich schnell zu einem der besten QBs der Liga und bricht reihenweise Rekorde. Aber in den Playoffs will es, gerade in den ersten Jahren, nicht wirklich funktionieren
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Bis der Superstar sich 2007 dann endlich den lang ersehnten Titel schnappt. Die Colts gewinnen den Super Bowl XLI gegen die Chicago Bears. Manning nimmt die Glückwünsche entgegen
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Er wird zum Most Valuable Player des Super Bowls gewählt. Die Nummer 18 ist endlich am Ziel. Er hat seinen ersten Championship-Ring
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Einer seiner größten Rivalen auf dem Feld, QB Tom Brady (r.) von den New England Patriots sagte einmal über Manning: "To me, he's the greatest of all time." Es gibt wohl kein größeres Kompliment
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In der Saison 2009/2010 zieht Peyton erneut in den Super Bowl ein, unterliegt dort aber den New Orleans Saints mit 31:17. Es ist ein gefundenes Fressen für seine Kritiker: Die werfen ihm immer wieder vor, nur in der regulären Saison zu überzeugen
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Es kommt noch schlimmer: Die Rückenprobleme des QBs nehmen zu. Er muss 2011 einen großen Eingriff an der Halswirbelsäule vornehmen lassen und fällt die komplette Saison aus. Sein Team geht ohne ihn mit einer Bilanz von 2-14 unter
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Der beste Colts-Spieler aller Zeiten muss sich vom "Lucas Oil Stadium" verabschieden: "The house that Peyton built" gehört ab 2012 Top-Pick Andrew Luck, der Vertrag mit Manning wird aufgelöst
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Nach 14 Jahren und vier MVP-Trophäen verlässt er die Colts und schließt sich 2012 den Denver Broncos um General Manager und QB-Legende John Elway (r.) an. Zur Info: Elway gewann seine beiden Super Bowl Titel zum Ende seiner Karriere mit stolzen 37 und 38
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Vor der Saison 2012/2013 raten ihm viele Experten zum Karriereende. Doch Manning kommt zurück - und wie! Die Denver Broncos beenden die Saison mit einer Bilanz von 13-3, ihr QB wird zum Comeback Player of the Year gewählt
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In seinem zweiten Jahr bei den Orange wirft Peyton 55 TD Pässe - Rekord. Der Superstar spielt stärker den je. Doch im Super Bowl XLVIII werden seine Denver Broncos von den Seattle Seahawks mit 43:8 vernichtend geschlagen
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Abseits des Feldes ist Manning für jeden Spaß zu haben und macht auch im Anzug eine gute Figur. Hier bei der Verleihung der ESPYs 2014 neben NBA-Superstar Blake Griffin (l.)
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Auf dem Gridiron aber folgen schwierige Jahre. Ein frühes Playoff-Aus ausgerechnet gegen die Colts, gefolgt von einer verletzungsgeplagten Saison...
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...eine hartnäckige Fußverletzung in Kombination mit mitunter desolaten Leistungen bringt Manning schließlich auf die Bank - Backup Brock Osweiler übernimmt vorübergehend im Herbst 2015
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...eine hartnäckige Fußverletzung in Kombination mit mitunter desolaten Leistungen bringt Manning schließlich auf die Bank - Backup Brock Osweiler übernimmt vorübergehend im Herbst 2015
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Doch Manning holt sich den Stammplatz zurück und darf nach einer turbulenten Saison am Ende seinen zweiten Super-Bowl-Titel feiern. Der Routinier tritt jetzt als Champion ab - da kann man eigentlich nur noch gratulieren!
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Doch Manning holt sich den Stammplatz zurück und darf nach einer turbulenten Saison am Ende seinen zweiten Super-Bowl-Titel feiern. Der Routinier tritt jetzt als Champion ab - da kann man eigentlich nur noch gratulieren!
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Kuhn: Man müsste noch mehr darauf achten, dass talentierte Nachwuchsspieler eine Chance bekommen. Etwa dadurch, dass der deutsche Verband seine Beziehungen nach Amerika verbessert. Nicht unbedingt zur NFL, aber gerade zu den Colleges. Damit die Talente in ein paar Jahre auf dem College spielen. Deswegen wird jetzt nicht jeder Profi, das weiß ich auch. Aber allein die Erfahrung, auf dem College gespielt zu haben, wäre enorm wertvoll.

SPOX: Warum?

Kuhn: Sie würden mit einer neuen Spielerfahrung nach Deutschland zurückkehren. Sie wären auf einem ganz anderen Level, was Trainingseinheiten und Spielkenntnisse betrifft. Das würde dem Sport in Deutschland ziemlich weiterhelfen. Leider passiert das viel zu selten.

SPOX: Sie waren fünf Jahre auf der North Carolina State University. Angefangen hat jedoch alles bei den Weinheim Longhorns. Wie kamen Sie zum Team?

Kuhn: Bei einer Rundreise mit meiner Familie durch Florida war Football zum ersten Mal etwas mehr präsent. Zudem waren Freunde von mir in einem Verein aktiv, und ein Klassenkamerad meiner drei Jahre älteren Schwester. Sie hat einfach mal nachgefragt - und die Jungs haben mich mit ins Training genommen. Mir hat es sofort gefallen, ich wusste: Das ist etwas für mich. Ich bin dann dabeigeblieben - und der Rest ist Geschichte, wie man so schön sagt. (lacht)

SPOX: Wie lief das mit dem College ab? Sie haben das ja auf eigene Faust organisiert. Am Telefon?

Kuhn: Es fing mit E-Mails an College-Trainer an. Ich hatte auch einen Kontakt vor Ort, der schon anderen Spielern geholfen hatte. Aber der größte Schritt war, als ich 2006 mit meinem Vater nach Amerika geflogen bin, mit Highlight-DVDs im Gepäck. Wir sind nach Washington D.C. und haben dann eine kleine Ostküsten-Tour gemacht. Zuerst haben wir kleinere Colleges abgeklappert. Als dann die Begeisterung relativ groß war und ich schon die ersten Stipendien-Angebote in der Tasche hatte, bin ich weitergefahren zu größeren Colleges - und auch dort kam ich gut an.

SPOX: Nach fünf Jahren an der NC State wurden Sie schließlich 2012 in der siebten Runde gedraftet. So spät im Draft weiß man nie genau, ob es für eine NFL-Karriere reicht. Hatten Sie bereits Ausweichpläne für den Fall der Fälle?

Kuhn: Ich hatte auf der Uni meinen Abschluss gemacht, einen Bachelor in Business Management. Was auch das Ziel Nummer eins war. Aber dann war ich auf einmal der erste Deutsche, der ins Combine nach Indianapolis eingeladen wurde.

SPOX: Die Sichtung der Talente vor dem Draft.

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Den Super Bowl in dieser Saison gewinnt...

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Seattle
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Ein anderes Team

Kuhn: Genau. Dort habe ich einen guten Job gemacht. So wusste ich schon vor dem Draft, dass ich, sollte ich nicht gedraftet werden, zumindest zu einigen Training Camps eingeladen werde. Dass ich einen Fuß in der Tür habe und meine Chance bekomme, das war relativ schnell klar. Aber man weiß natürlich nie, was passiert. Insofern bin ich froh, dass ich immer auf meinen Abschluss zurückgreifen kann.

SPOX: Sie wurden von den New York Giants gedraftet. Hatte sich das Team schon vorher bei Ihnen gemeldet?

Kuhn: Lustigerweise hatte ich eigentlich mit fast allen Teams Kontakt, nur mit den Giants nicht. Was aber auch oft eine Draft-Strategie ist: Die anderen Teams in die Irre führen, um den Spieler in den späteren Runden noch abgreifen zu können. Es gab also keinen Kontakt, aber als die Giants dann dran waren, sagte mein Agent: "Es kann sein, dass jetzt gleich das Telefon klingelt." So war es dann auch - und als die Vorwahl von New York angezeigt wurde, war die Freude riesengroß.

Seite 1: Kuhn über seinen historischen Touchdown, J.J. Watt und den Draft 2012

Seite 2: Kuhn über Odell Beckham Jr., vegane Ernährung und Gehirnerschütterungen

Stefan Petri

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Stefan Petri(Redaktion)

Stefan Petri, Jahrgang 1983, ist seit 2012 für SPOX.com tätig. Aufgewachsen in Hemsbach an der schönen Bergstraße, verschlug es ihn nach seinem Anglistik- und Geschichtsstudium in Heidelberg nach München. Festes Mitglied im NFL- und im NBA-Ressort, kümmert sich als Sports-Allrounder u.a. auch um Tennis, Baseball, Snooker, Wintersport, etc.

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