Freitag, 28.11.2014

San Francisco 49ers - Seattle Seahawks 3:19

Der Champion lässt die Muskeln spielen

Die Seattle Seahawks (8-4) haben das Aufeinandertreffen mit den San Francisco 49ers (7-5) souverän mit 19:3 (BOXSCORE) für sich entscheiden. Dabei dominierte der Super-Bowl-Champion den verhassten NFC-West-Erzrivalen in dessen Stadion von Beginn an und meldet sich als absoluter Titelfavorit zurück. Gegen die "Legion of Boom" macht Niners-Quarterback Colin Kaepernick keinen Stich.

Russell Wilson gibt ab an Running Back Marshawn Lynch - und der prescht nach vorn
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Russell Wilson gibt ab an Running Back Marshawn Lynch - und der prescht nach vorn

In einer wie erwartet von den Defensivreihen dominierten Partie kommen die 49ers in Halbzeit eins nicht einmal ansatzweise in die Nähe der gegnerischen Endzone. Seattle dagegen geht durch einen Touchdown von Robert Turbin in Führung und baut diese dann durch insgesamt vier Field Goals von Kicker Steven Hauschka sukzessive aus.

Während Seahawks-Quarterback Russell Wilson (15/22, 236 YDS, TD) von der gegnerischen Defense nie wirklich auszuschalten ist, erlebt Kaepernick einen rabenschwarzen Abend und kommt auf gerade mal 121 Yards und zwei Interceptions. Auch das Running Game der Gäste, angeführt von Marshawn Lynch (104 YDS), ist dem von San Francisco weit überlegen (nur 64 Yards).

Damit verkürzt Seattle den Rückstand in der NFC West auf die führenden Arizona Cardinals (9-2), hat am kommenden Sonntag in Philadelphia jedoch eine schwere Aufgabe vor sich. Eine Woche später kommt es zum Rematch gegen die Niners, die um die Postseason bangen müssen.

Seattles Sieg im RE-LIVE

Reaktionen:
Richard Sherman (Seattle Seahawks): "[Bei der zweiten Interception] musste ich lachen. Ich hatte ihnen an ihrer Seitenlinie gesagt, nicht in meine Richtung zu werfen, sonst beende ich das Spiel. Manchmal muss man schlafende Hunde in Ruhe lassen - sonst passiert so etwas."

Russell Wilson (Seattle Seahawks): "Bei den Jungs hat heute der Kampf in den Augen geglitzert."

Jim Harbaugh (Coach San Francisco 49ers): "Sie waren heute in allen Belangen das bessere Football-Team. Wir müssen uns davon erholen und dann einfach alles gewinnen."

Thanksgiving Games: Eagles dominant, Megatron historisch

Vor dem Kick-Off: Bei identischen Records von 7-4 gilt sowohl für Seattle als auch für San Francisco: verlieren verboten. Die Hausherren kommen mit drei gewonnenen Spielen in Serie daher, hatten zuletzt jedoch keine besonders explosive Offense vorzuweisen. Die Defense der Seahawks wiederum stampfte die Arizona Cardinals zuletzt ein und ließ nur drei Punkte zu. Die Verletzung von Center Max Unger tut weh, bei San Fran fehlen die Linebacker Patrick Willis (IR) und NaVorro Bowman.

1.: Oh oh! Schon beim zweiten Snap des Spiels ist der erste Verletzte des Spiels zu beklagen: Kaep findet mit einem kurzen Pass über die Mitte Michael Crabtree, der wird sofort vom knallharten Duo Chancellor/Wagner getackelt. Crabtree bleibt erst einmal liegen.

5.: Das sieht bislang so aus wie erwartet! Zuerst bringt Kaepernick gegen die Legion of Boom den Pass bei third-and-long nicht an den Mann, kurze Zeit später gibt Wilson das Ei bei third-and-very-long zu Lynch. Beide erwarten wohl eher wenig Punkte, also bloß kein Risiko eingehen! PS: Bei Crabtree war es ein Stoß in die Rippen, er ist aber wieder dabei.

Thanksgiving Games: Santa, Fleisch und Football
You know what day it is? It's Thanksgiving! Und die Amerikaner ließen es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen, sich ihren Feiertag mit etwas Football zu versüßen
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Zugegeben, trotz der NFL-Kracher stand für den einen oder anderen dann doch der Truthahn ganz oben auf der Agenda
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Dallas. Texas. Ein Mann. Sein Hut. Und ein Stück Fleisch
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Apropos Dallas: Die Cowboys mussten sich zwar den Eagles geschlagen geben, aber das AT&T Stadium in Arlington ist schon immer wieder beeindruckend
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Und das Beste: Man kann es mit dem Auto, auf dem Rad, zu Fuß - oder sogar durch die Luft erreichen
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Oder man macht sich ein bisschen selber zum Affen. Aber irgendwie muss man sie ja auch lieben, diese verrückten NFL-Fans
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Was war in den letzten Jahren das Beste an den Cowboys? Ähm, mal überlegen...
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...so schwer kann das ja eigentlich nicht sein...
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Bei den Cowboys-Cheerleaders applaudiert sogar der Weihnachtsmann
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Für die musikalische Unterstützung sorgte in Dallas übrigens Ich-bin-überall-dabei-Pitbull und Mich-gibt's-übrigens-auch-noch-Ne-Yo
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Und wer war natürlich an ihrer Seite? Ach, lassen wir das...
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Schauen wir stattdessen lieber nach Detroit - interessante Kopfbedeckungen inklusive
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Auch in San Francisco wurde gespielt. Und die heimischen Fans hofften natürlich auf CK7
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Auch in San Francisco wurde gespielt. Und die heimischen Fans hofften natürlich auf CK7
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Zumindest war man sich bei den Niners ziemlich sicher, dass der amtierende Champion abgefieselt wird
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Zumindest war man sich bei den Niners ziemlich sicher, dass der amtierende Champion abgefieselt wird
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Tja, aber wie es nun mal so häufig im Leben ist: Erstens kommt es anders...
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Tja, aber wie es nun mal so häufig im Leben ist: Erstens kommt es anders...
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...und zweitens als man denkt. Nicht wahr, Mister Kaepernick?
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...und zweitens als man denkt. Nicht wahr, Mister Kaepernick?
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Übrigens, die Reaktion der Seahawks auf den Sieg gegen den Erzrivalen war ziemlich simpel: Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah!
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Übrigens, die Reaktion der Seahawks auf den Sieg gegen den Erzrivalen war ziemlich simpel: Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah! Yeah!
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Trotz der Pleite gilt in Frisco aber: Einmal Niners, immer Niners!
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Trotz der Pleite gilt in Frisco aber: Einmal Niners, immer Niners!
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10.: Das könnte das erste Big Play sein! Wieder dritter Versuch, Kaepernick sucht Brandon Lloyd, aber da stimmte die Kommunikation nicht! Lloyd bricht seine Route ab, rechnet mit dem Back-Shoulder-Throw, aber der kommt nicht. Stattdessen segelt Kaeps Pass direkt in die Arme von Richard Sherman!

14.: Und davon ist Seattles Offensive beflügelt: Kurze Pässe von Wilson bringen den Erfolg, weil die Defense nicht nah genug dran ist. Robert Turbin stiehlt sich aus dem Backfield, bekommt das Anspiel und tippelt die Seitenlinie entlang in die Endzone. 13-Yard-Touchdown! 7:0 Seattle!

19.: Wow! Russell Wilson, Baby! Third-and-long und Blitz der Niners, aber irgendwie entschlüpft der QB der Meute, rennt quer durch die Pocket und findet dann Tony Moeaki mutterseelenallein. Der Tight End rumpelt ganze 63 Yards das Feld entlang, bevor er einen Yard vor der Endzone gestellt wird. Danach die Defense aber bärenstark, Seattle bekommt nur das Field Goal. 10:0 Seahawks.

25.: Nichts geht in der Offensive der Niners! Fünf Drives, 35 Yards Raumgewinn - das ist ganz schwach! Seattle spielt gut, aber gerade Kaepernick bringt auch keine besonders guten Bälle. Hauschka legt für den Gast ein weiteres Field Goal nach - 13:0.

28.: Desaströs! Endlich muss Seattle auch mal wieder punten, und Hauschka lässt den Snap sogar fallen. Aber weil ihn niemand attackiert, haut er die Pille weg - und Perrish Cox lässt sich beim Return den Ball aus der Hand schlagen. Natürlich recovert Seattle.

30.: Mit 50 Sekunden auf der Uhr und einem Timeout kommt San Fran noch einmal an den Ball - vielleicht geht noch was? Nein. Absolut dilettantisch ausgespielt. Halbzeit-Shutout! 13:0 Seattle.

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37.: Alles wie gehabt. Mit einem langen Drive eröffnet Seattle die zweite Hälfte, arbeitet sich bis an die Redzone vor und wird dann von der Defense mal wieder mit vereinten Kräften gestoppt. Hauschka, übernehmen sie! Seattle hat fast doppelt so viel Ballbesitz bisher - die Niners-Defense läuft auf dem Zahnfleich. 16:0 Seahawks.

44.: It's alive! Die Niners-Offense lebt! Die Hausherren bringen doch tatsächlich einen ganz ansehnlichen Drive zustande, weil das Playcalling etwas variantenreicher wird und sich die Seahawks die eine oder andere Strafe einhandeln. Per Sack wird Kaep dann aber gestoppt. Phil Dawson aus 40 Yards. Nur noch 16:3.

51.: Aber Seattle macht das ganz abgezockt, nimmt wieder viel Zeit von der Uhr und punktet. Wilson ist von der D-Line einfach kaum zu greifen und wirft auch außerhalb der Pocket präzise Pässe. So braucht es kein Big Play. Hauschka aus 46 Yards, die Führung ist wieder ausgebaut. 19:3 Seattle.

53.: Was macht Kaep da! Er wird aus der Pocket gespült, sprintet nach rechts und will den Ball noch an den Mann bringen. Aber der wird von Sherman bewacht - und Sherman schnappt erneut zu! Den darf Kaep niemals werfen, selbst wenn das nicht Sherman wäre! Unentschuldbar! Der Cornerback hat seinerseits natürlich eine Menge Spaß und legt angesichts der Buhrufe provozierend seinen Finger an die Lippen. 19:3.

60.: Seattle legt einen letzten langen Drive hin und spielt dann in der gegnerischen Hälfte sogar erfolglos den vierten Versuch aus. Macht aber nichts, denn einen Touchdown kann San Fran an diesem Abend vergessen - und zwei sowieso. Schluss!

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Der Star des Spiels: Richard Sherman. Der polarisierende Cornerback hatte unter der Woche für Aufsehen gesorgt, als er auf einer Pressekonferenz schneidende Kritik an der NFL und Commissioner Roger Goodell übte. Zudem legte er sich mal wieder mit den gegnerischen Fans an. Womöglich braucht er einfach die Aufmerksamkeit. Gegen die Niners ragte er mit zwei Interceptions aus der Legion of Boom heraus und machte seine Seite des Feldes mal wieder dicht.

Der Flop des Spiels: Colin Kaepernick. Wenn eine Offense derart schwach auf der Brust ist, liegt das niemals an nur einem Mann. So war etwa das Running Game auch größtenteils abgemeldet. Aber Kaep leistete sich einfach viel zu viele unendschuldbare Fehler, und damit sind nicht nur die zwei Picks gemeint. Er zielte zu oft einfach schlecht bzw. warf in Double Coverage, nahm Sacks, statt den Ball wegzuwerfen, und sah hin und wieder auch offene Receiver nicht. Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Das fiel auf:

  • Seattle bietet einfach die perfekte Mischung aus Muskeln und Hirnschmalz auf, und zwar in Person von Russell Wilson und Marshawn Lynch. Während letzterer alles über den Haufen rennt, ist Wilson unglaublich schlüpfrig, wendig und kaum zu halten. Immer wieder holten sie sich so die nötigen Yards - sich auf zwei so unterschiedliche Spieler einzustellen, ist für eine Defense einfach unglaublich schwer.
  • Was San Francisco in der ersten Halbzeit offensiv ablieferte war einfach nur bemitleidenswert. 71 Yards insgesamt, nur 1/7 bei Third Downs, 2,3 Yards pro Rush. Und natürlich zwei Turnover. Man kam genau einmal in des Gegners Hälfte - beim allerletzten Spielzug.
  • Wie kann man ein solches Seattle schlagen? Man braucht die Big Plays. Davon hatten die Hausherren kein einziges vorzuweisen! Größter Raumgewinn: 16 Yards...
  • Die Seahawks spielten auch diesmal wieder auf der feinen Linie zwischen knallhart und unsportlich. Am Ende standen 14 Strafen auf dem Boxscore-Zettel, und die eine oder andere wurde von den Refs auch übersehen. Aber es funktionierte, und den Niners (nur drei Penalties) wurde so der Schneid abgekauft.
  • Seattle hatte an diesem Abend auch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Vier Fumbles waren zu verzeichnen, kein einziger landete bei einem Mann mit rotem Jersey. Das schien bei einem Fumble von Wilson auch am mangelnden Einsatz der Defense zu liegen, es gibt aber statistisch gesehen keine Teams, die langfristig "besser" sind, was das Aufsammeln von Fumbles angeht. Pete Carroll kann sich also auch zumindest ein bisschen glücklich schätzen.
  • Stars machen eben doch den Unterschied: Während bei den Seahawks Defensiv-Größen wie Kam Chancellor oder Bobby Wagner mittlerweile wieder mitwirken, fehlen Patrick Willis und NaVorro Bowman auf Seiten der Niners an allen Ecken und Enden. Ohne die Star-Linebacker war gerade hinter der Line of Scrimmage immer wieder Platz für Wilsons Ausflüge oder kurze Dump-offs auf die Running Backs.
  • Trotzdem kann man der Defense der Niners kaum Vorwürfe machen. Immer wieder bewies sie ihre Klasse und hielt Seattle zu Field Goals - man muss bedenken, dass sie aufgrund der schwachen Offense oft kaum Pausen bekam. Zu großem Raumgewinn kam es selten, und wenn, dann wurde das möglich gemacht durch Wilsons unfassbar gute Scrambles. Und das ist einfach nicht zu verteidigen.

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Stefan Petri

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Stefan Petri(Redaktion)

Stefan Petri, Jahrgang 1983, ist seit 2012 für SPOX.com tätig. Aufgewachsen in Hemsbach an der schönen Bergstraße, verschlug es ihn nach seinem Anglistik- und Geschichtsstudium in Heidelberg nach München. Festes Mitglied im NFL- und im NBA-Ressort, kümmert sich als Sports-Allrounder u.a. auch um Tennis, Baseball, Snooker, Wintersport, etc.

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