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Concussion-Deal schreitet voran

Von Adrian Bohrdt
Dienstag, 08.07.2014 | 12:02 Uhr
Die NFL kann verletzte Spieler nun entschädigen
© getty
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Der Finanz-Pool für die Vorsorge bei Spätfolgen von Gehirnerschütterungen ist vorläufig genehmigt, die Liga kann ehemaligen Spielern eine finanzielle Absicherung bieten. Drew Brees hofft auf eine schnelle Einigung im Fall um Jimmy Graham, während Tony Gonzalez die Liga heftig kritisiert und D'Qwell Jackson Hilfe für Josh Gordon fordert. Außerdem: Wird die Broncos-Offense noch besser als im Vorjahr?

Einigung im Gehirnerschütterungen-Prozess: Zwei Wochen, nachdem die NFL die Obergrenze über 675 Millionen Dollar für den Entschädigungs-Pool für Spieler, die an den Folgen von Gehirnerschütterungen leiden, aufgehoben hat, gibt es jetzt den nächsten wichtigen Durchbruch: Bundesrichterin Anita Brody erteilte dem Deal am Montag eine vorläufige Genehmigung.

"Eine Einigung in dieser Gemeinschaftsklage, die sofortige Hilfe verspricht, ist besser als die wahrscheinlichste Alternative - Jahre von teuren, schwierigen und unsicheren Verhandlungen, ohne sichere Besserung, während sich die mentalen und physischen Zustände ehemaliger Spieler weiter verschlechtern", erklärte Brody in einem schriftlichen Statement.

Über 4.500 Ex-Spieler hatten sich der Sammelklage angeschlossen, um für eine Absicherung der weit verbreiteten Spätfolgen von Gehirnerschütterungen zu sorgen. Brody hatte zuvor große Zweifel an der von der NFL beschlossenen Obergrenze kundgetan, deren Aufhebung hat die Zustimmung zum von der Liga vorgelegten Plan wohl maßgeblich beeinflusst.

Der Vorsorge-Pool soll mindestens für 65 Jahre vorhalten und Spieler versorgen, die an den Folgen von in ihrer Karriere erlittenen Gehirnerschütterungen leiden. Die Einigung eliminiert zwar eine finanzielle Obergrenze, sieht aber weiter festgelegte Summen gemessen an der Art der Krankheit und des Alters vor. Ein junger ehemaliger Spieler, der beispielsweise an ALS leidet, würde demnach fünf Millionen Dollar erhalten. Ein 50-Jähriger mit Alzheimer 1,6 Millionen und ein 80-Jähriger mit Demenz im frühen Stadium 25.000 Dollar.

Brees fordert Graham-Deal: Jimmy Graham wurde als Tight End eingestuft und kann somit den deutlich geringeren Franchise Tag der New Orleans Saints erhalten. Saints-Quarterback Drew Brees forderte bereits Tage vor dem offiziellen Beschluss in einem Interview, das jetzt veröffentlicht wurde: "Jimmy ist mein Junge. Ich will das Beste für ihn und für das Team. Es gibt sicher einen Weg, mit dem alle einverstanden sind."

Brees selbst hatte mit den Saints vor zwei Jahren hartnäckige Verhandlungen, ehe sich beide Seiten schließlich auf einen Deal einigten. Darauf hofft er jetzt auch für Graham: "Es ist einfach die geschäftliche Seite von dem Ganzen. Hoffentlich wird die Sache schnell geregelt, damit ich vor der Saison mit ihm arbeiten kann. Aber ich bin zuversichtlich, dass er den langfristigen Vertrag bekommen wird, den er verdient."

Berichten aus New Orleans zufolge war das Team von Anfang an auf die aktuelle Situation vorbereitet, nach wie vor herrsche Optimismus, dass man sich mit Graham einigen kann. Die Deadline für langfristige Verträge für Franchise Player ist der 15. Juli. Sollte bis dahin kein Deal stehen, könnte Graham das Trainingslager und sogar den Saisonstart schwänzen.

Gonzalez kritisiert NFL: Ex-Tight-End Tony Gonzalez ist derweil überhaupt nicht erfreut angesichts des Graham-Urteils. Da er als Tight End eingestuft wurde, beträgt der Franchise Tag lediglich 7,05 Millionen Dollar. Als, wie von Graham angestrebt, Receiver wären es 12,132 Millionen für die kommende Saison gewesen.

"Mir fallen einige Ausdrücke ein, um die Zustände in der NFL zu beschreiben, wie etwa 'rückständig' oder 'ohne Sinn und Verstand'. Aber was es am meisten Trifft ist 'Diskriminierung'. Das Gehalt sollte sich an der Leistung und dem Beitrag eines Spielers orientieren, nicht an seiner Position", kritisierte Gonzalez bei "CBSSports.com".

Jackson: Gordon braucht Hilfe: Colts-Linebacker D'Qwell Jackson, Mitspieler von Browns-Receiver Josh Gordon während der vergangenen beiden Jahre, hat Gordons Umfeld nach dessen erneuten Zwischenfalls mit der Polizei um Hilfe gebeten.

"Alle, die Josh Gordon nahe stehen: Bitte helft dem Jungen. Es geht nicht mehr um Football, sondern darum, sein Leben in Ordnung zu bekommen", erklärte Jackson via Twitter und bei "ESPN" legte er noch nach: "Er braucht wirklich Hilfe. Er braucht Leute, die über sich hinauswachsen und mehr tun, als sie wahrscheinlich wollten. Aber wenn er den Browns auch nur irgendwas bedeutet, müssen sie das machen."

Ein einfacher Anruf sei da nicht genug: "Man muss zu ihm fliegen, wo auch immer er ist, ihm ein Abendessen spendieren und herausfinden, was ihm wirklich wichtig ist." Nach seinem erneuten positiven Drogentest droht Gordon eine lange Sperre. Da er zudem Anfang Juli betrunken am Steuer erwischt wurde, scheint eine Strafmilderung kaum denkbar.

Broncos-OC droht der Liga: Die Offense der Denver Broncos war bereits im Vorjahr, zumindest in der Regular Season, kaum zu stoppen. Doch Offensive Coordinator Adam Gase will noch einen draufsetzen. "Oh ja, wir können noch besser sein. Wir können einige Dinge verbessern, ich kann uns in bessere Situationen bringen. Wir arbeiten da an einigem", kündigte er bei "ESPN" an.

Die Hauptaufgabe der Broncos wird es sein, die Super-Bowl-Pleite gegen die Seahawks aufzuarbeiten. Seattle verstand es perfekt, die für Quarterback Peyton Manning wichtigen Screen Passes und Underneath Crossing Routes fast komplett aus dem Spiel zu nehmen. Darüber hinaus muss Running Back Montee Ball erst beweisen, dass er den abgewanderten Knowshon Moreno konstant ersetzen kann.

Der komplette Spielplan der Saison 2014/15

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