Mittwoch, 16.10.2013

Der Absturz der New York Giants

Eine Frage der Qualität

2011 holten die New York Giants um Quarterback Eli Manning den Super Bowl. 20 Monate später legen sie mit sechs Niederlagen in sechs Partien einen historischen Fehlstart hin. In fast allen Mannschaftsteilen mangelt es an Qualität. Dennoch gibt es Hoffnung für das Team aus dem Big Apple.

Der typische Eli dieser Tage: Mit hängendem Kopf und zuckenden Schultern
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Der typische Eli dieser Tage: Mit hängendem Kopf und zuckenden Schultern

Es läuft das vierte Viertel im Soldier Field von Chicago. Die New York Giants liegen mit 21:27 gegen die Bears zurück. Eli Manning bekommt den Ball an der eigenen 10-Yard-Linie und hat die Chance, mit einem Touchdown seinem Team endlich den ersten Saisonsieg zu bescheren.

Der Drive läuft gut. Die präzisen Pässe und das dynamische Running Game erinnern an die alten Giants, an den alten Eli. Man fühlt sich in die beiden Super Bowls zurückversetzt, die der Quarterback mit späten Touchdowns entschied.

Dann nimmt Manning seinen Tight End Brandon Myers ins Visier. Der Pass gerät wenige Inches zu hoch, Myers touchiert den Football mit den Fingerspitzen und von dort trudelt er in die offenen Arme von Bears-Cornerback Tim Jennings. Mannings Interception besiegelt den historischen Fehlstart der Giants.

Niedergang in 20 Monaten

Wie sehr dem Quarterback die momentane Situation zu Herzen geht, zeigte sich nach Spielende, als er mit Tränen in den Augen vor die Mikrofone trat. "Ich fühle mich schlecht.

Es tut mir leid für meine Trainer und Kollegen und für jeden anderen bei uns, der immer alles gibt. Aber ich kämpfe auch. Ich versuche einen Sieg für diese Jungs herauszuholen."

Dieser wäre bitter nötig - für die Männer in blau stehen nach sechs Saisonspielen zum erst zweiten Mal in der 88-jährigen Vereinshistorie sechs Niederlagen zu Buche. Dabei sind die Hauptprotagonisten dieselben wie beim Super-Bowl-Triumph gegen die New England Patriots vor 20 Monaten: Teambesitzer Jerry Reese beobachtet das Geschehen von der Tribüne, Tom Coughlin dirigiert seine Mannschaft an der Seitenlinie und Eli Manning ist der zentrale Mann auf dem Feld.

Dennoch scheint das Team wie ausgewechselt. Warum?

Der Quarterback

Der Quarterback ist die zentrale und wichtigste Position im American Football. Bei den Giants ist diese seit 2004 fest von Eli Manning besetzt - seine 151 aufeinanderfolgenden Spiele in der Startformation sind die längste aktive Serie. In jeder Spielzeit als Starter hat Manning mindestens die Hälfte der Partien gewonnen, dabei konnte er besonders in knappen Matches immer wieder mit starken Nerven überzeugen (24 spielentscheidende Drives im letzten Viertel). Mannings Möglichkeiten sind unbestritten.

Bei seinen jüngsten Leistungen fragt man sich allerdings, wie er die Giants zu zwei Super-Bowl-Siegen führen konnte. Der typische Eli dieser Tage pendelt mit hängendem Kopf und zuckenden Schultern zwischen Seitenlinie und Footballfeld, Drives über mehr als ein halbes Dutzend Plays sind eine Seltenheit.

Die fünfzehn Interceptions aus der Vorsaison hat Manning bereits eingestellt. Neben unglücklichen Missverständnissen mit den Receivern sind sie oft seiner eigenen Ungenauigkeit geschuldet.

Hinzu kommt, dass Manning in der Pocket kaum Zeit bekommt, den Ball bestmöglich zu platzieren. Der Grund hierfür: Die O-Line.

Die Offensive Line

Wer einen Franchise Quarterback auf dem Feld stehen hat, sollte sein Möglichstes tun, diesen auch zu beschützen. 16 Sacks in sechs Spielen sprechen allerdings eine andere Sprache: Es herrscht ein akuter Mangel an kompetenten Linemen. Left Tackle Will Beatty scheint sich auf seinem 38-Millionen-Dollar-Kontrakt auszuruhen. Hinzu kommen Verletzungsprobleme: Für den viermaligen Pro-Bowler Chris Snee, vermutlich bester Giants-Lineman der vergangenen Jahre, ist die Saison aufgrund einer Hüftverletzung beendet.

Dass man Martellus Bennet ziehen ließ und nun mit Brandon Myers den wohl blockschwächsten Tight End der Liga unter Vertrag hat, ist auch nicht von Vorteil. Resultat ist eine O-Line, die weder die gegnerischen Pass Rusher aufhalten noch den Weg für den eigenen Running Back freiblocken kann. Gegen die Chicago Bears zeigte die Offensive Line allerdings die erste ansprechende Saisonleistung: Nur ein zugelassener Sack und ein deutlich verbessertes Running-Game führten fast zum ersten Saisonsieg.

Die Defense

Die Defense ist zweifelsohne das größte Problem der Giants. Bei allen wichtigen Statistiken - zugelassene Yards, Touchdowns und Punkte - sind die New Yorker ganz weit hinten zu finden, bei den Punkten mit 204 sogar noch hinter den desolaten Jacksonville Jaguars. Sowohl die Secondary als auch die D-Line sind chronisch unterbesetzt.

Defensive End Osi Umenyiora wechselte zu Saisonbeginn zu den Atlanta Falcons, ein gleichwertiger Ersatz wurde nicht verpflichtet. Zudem findet Jason Pierre-Paul, der 2010 und 2011 in den Pro Bowl gewählt wurde, nach seiner Rücken-OP nicht mehr zurück in die Spur. Auch Justin Tuck kann nicht an die Leistungen früherer Jahre anknüpfen.

Das Resultat: Pass Rushing oder Blitzing finden kaum noch statt. Den gegnerischen 16 stehen gerade einmal fünf eigene Sacks gegenüber. Dadurch musste man in den ersten fünf Ligapartien immer mehr als 30 Punkte hinnehmen - Einstellung des NFL-Rekords. Hier müssen von General Manager Jerry Reese unbedingt Verstärkungen verpflichtet werden.

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Running Back und Receiver

Das Prunkstück der Giants ist eindeutig die Quarterback-Receiver-Connection. Mit Hakeem Nicks und Victor Cruz hat man zwei Routiniers in den Reihen, die zusammen schon wieder fast 1.000 Yards auf dem Konto haben. Seit letzter Saison stößt mit Rueben Randle ein weiterer talentierter Receiver dazu. Dennoch führen Laufweg-Missverständnisse mit Manning immer wieder zu kostspieligen Interceptions.

Die größere Baustelle ist allerdings das Running Game. Der Abgang von Ahmad Bradshaw konnte nicht kompensiert werden. In den ersten 5 Ligaspielen gelangen dem kompletten Giants-Team nur 301 Rushing-Yards - 14 Spieler erreichten bis dato im Alleingang mehr. David Wilson, der eigentlich als erster Running Back fest eingeplant war, hat neben seinen Fumble-Problemen momentan mit einer Nackenverletzung zu kämpfen.

Die Partie gegen die Bears ließ jedoch Hoffnung aufkeimen: Brandon Jacobs, der von den Giants 2012 eigentlich ausgemustert worden war, sprang in die Bresche und konnte überzeugen. Die nächsten Spiele versprechen Besserung.

General Manager und Head Coach

Al Davis, der frühere Raiders-Besitzer, stellte in den 80er Jahren die Weisheit auf, dass ein NFL-Coach nach zehn Jahren abgelöst werden müsse - danach erreiche er seine Spieler mit immer denselben Parolen nicht mehr.

Tom Coughlin ist in seiner zehnten Saison als Headcoach der Giants, aber im Gegensatz zu Davis' Zeiten gibt es heutzutage kaum noch Spieler, die ihrem Team so viele Jahre die Treue halten. Außerdem: Wer mit einer leicht überdurchschnittlichen Mannschaft innerhalb eines Jahrzehnts zwei Super-Bowl-Ringe holt, hat wohl genug Kredit, um auch eine schwierige Saison zu überstehen. "Tom ist hier, solange er hier sein will" ließ Giants-Besitzer Jerry Reese zuletzt verlauten, ein Trainerwechsel erscheint unwahrscheinlich.

Stattdessen stellt sich die Frage, ob der General Manager ausgetauscht werden sollte. In der Vergangenheit ließ Reese mehrfach arrivierte Leistungsträger wie Bradshaw oder Umenyiora ziehen, ohne adäquaten Ersatz zu verpflichten. Die Versäumnisse auf der Linebacker-Position sind besonders offensichtlich. Darunter litt sowohl die Qualität als auch die Tiefe des Rosters.

Ausblick

Die Giants der letzten Jahre waren kein dominantes Team, in drei der letzten vier Seasons wurden die Playoffs sogar knapp verpasst. Der Niedergang vom Super-Bowl-Champion zum 0-6-Team stimmt dennoch nachdenklich und ist nicht an einer einzelnen Person festzumachen. Neben Verletzungssorgen, ungünstiger Personalpolitik und enttäuschenden Ex-Leistungsträgern ist vor allem eines offensichtlich: Das Selbstbewusstsein und die Gewinnermentalität sind verschwunden.

Dass man in Big Apple noch nicht dem Aktionismus verfallen ist, hängt wohl hauptsächlich damit zusammen, dass man nach den New England Patriots die vermutlich am besten eingespielte Headcoach-Quarterback-Kombination hat. Seitdem Tom Coughlin und Eli Manning ein Team bilden, gab es in New York noch keine Spielzeit mit mehr Niederlagen als Siegen.

Daher gibt es für die Fans weiterhin einen Hoffnungsstreifen am Horizont. Sollte Manning wieder in die Spur zurückfinden, könnten die Giants dank schwächelnder Division-Rivalen sogar noch die Playoffs packen. Das Team um ihn herum muss aber unabhängig vom Ausgang der Saison verstärkt und teilweise erneuert werden. Ein solides Fundament ist vorhanden.

Die New York Giants im Überblick

David Wünschel

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