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Kniefall vor dem Karriereende

Von David Digili
Mittwoch, 04.09.2013 | 09:13 Uhr
No way out? Tim Tebow bangt um seine Zukunft in der NFL
© getty
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Die NFL-Saison steht in ihren Startlöchern. Für Tim Tebow bleibt aber nur die Zuschauerrolle. Nach der Entlassung bei den New England Patriots stehen hinter der Karriere des Quarterback viele Fragezeichen.

Überraschend kam es für Tim Tebow wohl nicht. "Die New England Patriots geben die Freistellung von 13 Spielern bekannt" hieß es so sachlich wie eben nötig von Seiten des dreimaligen Super-Bowl-Champions.

Das Prozedere kurz vor einem NFL-Saisonstart ist gang und gäbe, die Teams dürfen nicht mehr als 53 Akteure umfassen. Tebow war eines jener 13 Rotstift-Opfer am vergangenen Samstag, an dem die Kaderplanung abgeschlossen werden musste.

Durchwachsene Leistungen

Damit ist einer der bekanntesten Sportler der USA derzeit ohne Arbeitgeber. Dass sein Status weniger mit seinen sportlichen Leistungen zu tun hat, ist dabei mittlerweile kein Geheimnis mehr. Der Missionarssohn fiel in seiner bisherigen Profikarriere mehr durch religiöse Frömmeleien als durch sein überragendes Spiel auf. Seine Gebetspose auf dem Footballfeld ist als "Tebowing" längst in den amerikanischen Sprachgebrauch übergegangen und hat sogar eine eigene Website.

Die Person Tebow polarisiert, nicht nur wegen fürstlich dotierter Werbeverträge. Wurde das einstige Talent zu Universitätszeiten als Lenker und Denker der Florida Gators mit verschiedensten individuellen Auszeichnungen und Rekorden dekoriert, lässt der große Durchbruch bei den Profis allerdings auf sich warten.

Bei den Pats war der Spielmacher erst seit dieser Sommerpause im Trainingscamp, doch hinter Star-Quarterback Tom Brady und dem bewährten Ersatzmann Ryan Mallett war kein Platz mehr. Durchwachsene Leistungen in den Preseason-Games, in denen sich hoffnungsvolle Momente mit haarsträubenden Ballverlusten abwechselten, taten ihr Übriges.

Das Ende aller Träume?

"Es kommt auf den Gesamteindruck an", erklärte Patriots-Coach Bill Belichick zuletzt. "Wir bewerten das Potenzial jedes Spielers, sein Auftreten, seine Fähigkeit, Anforderungen zu erfüllen." Der Gesamteindruck sprach offenbar gegen den 25-Jährigen. Belichick steht mit seiner Einschätzung des Spielers Tebow jedoch nicht allein. Mit der nun erfolgten Demission könnte das endgültige Ende aller NFL-Träume des einstigen College-Stars gekommen sein. Eine weitere Chance bei einem Klub ist fraglich - es wäre schon seine vierte.

Bereits bei den Denver Broncos, in deren Trikots seine Profikarriere 2010 begann, war ihm kein langfristiges Glück vergönnt. Spärlichen Einsätzen in der ersten Spielzeit folgten zwar einige Heldentaten im Jahr darauf, die in einer TebowMania gipfelten. Die Zweifel an seinen Fähigkeiten blieben aber weiterhin bestehen.

Broncos-Vizepräsident und -Legende John Elway verkündete trotzdem: "Wir haben Tim als Stammspieler eingeplant." In der Off-Season wurde dennoch Peyton Manning verpflichtetet. Damit war Tebows Abschied besiegelt.

Kein Glück im Big Apple

Der Wechsel zu den New York Jets brachte ebenfalls kein Glück. Die Leistungsschwankungen durchsetzten auch das abgelaufene Jahr, in dem es dazu auch weitaus weniger Einsatzzeit gab als erwartet. Fast zwangsläufig kam auch bei den Jets im April die Freistellung des einstigen Talents.

Die Berühmtheit Tebows schlug im Anschluss mal wieder skurrile Blüten: Nach dem Aus im Big Apple warben die Omaha Beef, ein kleines Indoor-Football-Team, in aller Öffentlichkeit um die Dienste des Quarterbacks.

"Ich denke, Tim kann noch viel von mir lernen", erklärte sein Omaha-Gegenstück James McNear schlagzeilenträchtig. Das Angebot an den Millionär, für 75 Dollar pro Spiel den Football zu werfen, verlief dann aber doch im Sande.

Vorzeitiges Karriereende?

Zuletzt wurden gar Auftritte in der populären Wrestling-Organisation WWE in die wilden Gedankenspiele miteinbezogen - viele der Wrestler im Ring haben einen Football-Hintergrund.

Auch nach der Entlassung durch die Patriots bleibt die Reizfigur also in den Schlagzeilen, ein Karriereende scheint zu drohen. Einzig Tebow ließ bereits gewohnt gottesfürchtig wissen: "Dank meines Glaubens mache ich mir keine Sorgen. Meine Zukunft liegt in den Händen des Herrn. Dieser Gedanke gibt mir inneren Frieden. Ich werde weiter meinen Traum verfolgen, in dieser Liga zu spielen."

Der NFL-Spielplan

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