Samstag, 05.01.2013

Wild Card Playoffs am Samstag

Willkommen im Eisschrank

Die Playoffs in der NFL (22.30 Uhr im LIVESCORE und auf ESPN America) gehen endlich los. Am Samstag müssen die Vikings um MVP-Anwärter Adrian Peterson ins frostige Green Bay. In Houston kommt es zu einem Deja-Vu zwischen den Texans und Bengals - inklusive der Frage: Wie wichtig ist das Momentum?

Das Lambeau Field ist für seine Wetterverhältnisse berühmt-berüchtigt
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Das Lambeau Field ist für seine Wetterverhältnisse berühmt-berüchtigt

NFC Wild Card Round

No. 3 Green Bay Packers - No. 6 Minnesota Vikings

Story of the Game: Jeder kennt ihn: Den Nachbarn, den man eigentlich nicht leiden kann, dem man aber viel zu häufig über den Weg läuft. So kann man das Duell zwischen den Packers und Vikings in der Wild Card Round wohl am besten beschreiben.

Zum dritten Mal innerhalb von 34 Tagen kommt es zum Duell der Erzrivalen. Und sollten die ersten Begegnungen richtungweisend gewesen sein, dürfte sich Green Bay freuen. Denn in der Regular Season verließ jedes Mal die Heimmannschaft das Feld als Sieger.

Doch damit würde man Minnesota nicht gerecht werden. Oder besser gesagt: Damit würde man Adrian Peterson nicht gerecht werden. Der Running Back hat eine sagenhafte Saison hinter sich. Mit insgesamt 2097 Rushing Yards verpasste "All Day" den Rekord von Eric Dickerson um mickrige neun Yards.

"Natürlich schmerzt es ein wenig, dass ich diese Schallmauer nicht geknackt habe. Aber es geht nicht nur um mich, sondern um das komplette Team. Ich bin einfach froh, dass wir die Playoffs erreicht haben", betonte Peterson.

Dass es nun gegen die Packers geht, dürfte seine Laune noch ein wenig mehr verbessern. In den Duellen in Week 13 und 17 verbuchte Peterson insgesamt 409 Yards. Green Bays Defense verzweifelte in schöner Regelmäßigkeit am heißen MVP-Kandidaten.

Das Ziel des Champions von 2010 ist also klar: Peterson stoppen! "Wir werden ihm nicht wieder 200 Yards schenken. Das ist sicher", so Clay Matthews. "Wir müssen uns einfach cleverer verhalten, ansonsten zahlen wir sofort den Preis für unsere Unachtsamkeit."

Player to Watch: Christian Ponder. Von Peterson wird erwartet, dass er seine Leistung auch in der Postseason bestätigt. Der wahre X-Faktor für die Vikings könnte aber Ponder werden. Der Quarterback dürfte nach seinem Auftritt beim Regular-Sesaon-Finale gegen die Packers (234 Yards, 16/28, 3 TD) vor Selbstbewusstsein nur so strotzen.

"Er hat großartig gespielt. Das muss man einfach neidlos anerkennen. Er ist sehr athletisch, das hilft ihm in vielen Situationen", fand auch Aaron Rodgers lobende Worte für seinen Gegenüber.

In Minnesota kennt man allerdings auch einen anderen Ponder. Nach einem soliden Saisonstart fiel der Quarterback in ein großes Loch und verbuchte in sechs Partien weniger als 131 Yards. Einige Vikings-Fans merkten damals sarkastisch an, ob es denn nicht möglich sei, bei jedem Play einfach Peterson den Ball zu geben.

Auch ans Lambeau Field hat der 24-Jährige schlechte Erinnerungen. Beim ersten Aufeinandertreffen Anfang Dezember warf Ponder zwei Red-Zone-Interceptions und wies nur ein Passer Rating von 41,9 auf.

Zudem macht ihm eine Prellung am Ellbogen zu schaffen. Dass Ponder im bislang größten Spiel seiner Karriere dennoch auflaufen wird, steht außer Frage.

Road to Success: A.P. hier, A.P. da. Das große Thema in den amerikanischen Medien unter der Woche war das Duell Peterson gegen die Packers-Defense. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Green Bays Offense fast ein wenig in Vergessenheit geraten ist.

Dabei sollte eines klar sein: So gut Ponder am letzten Sonntag spielte, ist er dennoch bei weitem kein Aaron Rodgers. Der Packers-Quarterback lieferte in den letzten drei Partien Monster-Performances ab. Insgesamt brachte er 10 TD-Pässe an den Mann bei keiner einzigen Interception.

Gerade die Vikings scheinen eine Art Lieblingsgegner für Rodgers zu sein. Alleine sein durchschnittliches Passer Rating in zehn Partien gegen Minnesota (116,4) spricht eine eindeutige Sprache.

Außerdem wird A-Rod im Wild Card Game zum ersten Mal seit drei Monaten seine komplette Wide-Receiver-Riege (Greg Jennings, Jordy Nelson, Randall Cobb, James Jones) zur Verfügung stehen. Dass Minnesotas Pass Defense ligaweit nur auf Position 24 rangiert (244,3 Yards per Game), spielt Rodgers und Co. zudem in die Karten.

Was die Vikings dagegenhalten? Die Taktik der Offense dürfte sein, mit Hilfe von Peterson das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und sich nicht auf einen Shootout einzulassen. Neben dem Running Back und einem aus Minnesotas Sicht hoffentlich gut aufgelegten Ponder gilt es in der Defense, Rodgers von Anfang an unter Druck zu setzen. Den Gästen gelangen in der Regular Sesaon die fünftmeisten Sacks (44), Rodgers fand sich seinerseits am häufigsten aller Quarterbacks am Boden wieder (51).

Und dann wäre da noch die Causa Lambeau Field. In den Staaten entbrannte eine Diskussion, für wen der Austragungsort ein Vorteil sein könnte. Einerseits gewannen die Packers 20 ihrer letzten 21 Regular-Season-Partien vor heimischem Publikum. In den Playoffs sah es aber nicht ganz so rosig aus.

Von den letzten sechs Begegnungen in der Postseason gingen vier verloren. Am Samstag verwandelt sich das Lambeau Field laut den Wettervorhersagen außerdem mal wieder in einen echten Eisschrank. Das könnte die explosive Pass Attack der Packers lähmen. Allerdings gewannen die Vikings, bekanntermaßen im warmen und gemütlichen Metrodome beheimatet, in dieser Saison bislang noch kein Outdoor-Game. Trotz Peterson spricht also einiges für Green Bay, deswegen: Vorteil Packers.

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AFC Wild Card Round

No. 3 Houston Texans - No. 6 Cincinnati Bengals

Story of the Game: Es ist kein messbarer Wert. In keiner Statistik taucht es wirklich auf. Und dennoch wird viel darüber gesprochen. Das Momentum. In keinem anderen Wild Card Game könnten die psychologischen Voraussetzungen unterschiedlicher sein.

Die Texans marschierten lange Zeit durch die Liga, als würde es kein Morgen geben, und legten einen 11-1-Start hin. Ein Bye in der ersten Playoff-Runde sowie das Heimrecht in der Postseason schienen fest eingeplant. Doch dann kam der Dezember und drei Pleiten in den letzten vier Partien.

Das Selbstverständnis, vor allem in der Offense, war weg und damit auch Houstons Erfolgsserie. "Natürlich würden wir gerne in einer anderen Situation stecken. Aber das müssen wir einfach abhaken", so Andre Johnson.

Trend

Wer gewinnt Super Bowl XLVII?

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San Francisco 49ers

Ganz anders Cincinnati: Die Bengals kamen nur schwer in die Gänge, sind aber seit Mitte November heiß wie Frittenfett (sieben Siege in acht Spielen). Trotzdem will Head Coach Marvin Lewis von einem Momentum-Vorteil nichts wissen.

"Das interessiert in den Playoffs niemanden mehr. Du bekommst deswegen ja keine Punkte geschenkt. Jetzt zählt's." Wenn schon nicht das Momentum, dann sollte zumindest das Erlebnis aus dem letzten Jahr für zusätzliche Motivation sorgen.

Vor zwölf Monaten trafen beide Teams ebenfalls in der Wild Card Round aufeinander. Damals setzten sich die Texans mit 31:10 durch. "Diesmal ist es eine komplett andere Situation. Damals sind wir nur durch viel Glück in die Playoffs gekommen. In diesem Jahr hatten wir unser Schicksal in den eigenen Händen. Wir gehen mit einem ganz anderen Gefühl in die Partie", betonte Andy Dalton.

Player to Watch: J.J. Watt. Sollte die Offense um Matt Schaub auch gegen Cincinnati nicht in Fahrt kommen, ruhen die Hoffnungen der Texans-Anhänger unter anderem auf Watt. Der Defensive End ist wohl derzeit der beste Lineman in der NFL.

Watt hatte in dieser Saison ligaweit die meisten Sacks (20,5) auf dem Konto. Auch in Sachen Passes defensed (16) war er nicht zu schlagen. Der letzte Spieler, der ähnliche Zahlen ablieferte, war Hall of Famer Reggie White in der Saison 1991 (15 Sacks, 13 Passes defensed).

Fast hätte der 23-Jährige sogar noch den Sack-Rekord von Michael Strahan gebrochen (22,5). "Eine solche Saison habe ich noch nie gesehen. Man muss sich nur die Statistiken anschauen", schwärmte auch Defensive Coordinator Wade Phillips. "Er ist der beste Defensive Player der kompletten Liga. An ihm führt in diesem Jahr kein Weg vorbei."

Road to Success: Damit die Talfahrt der Texans nicht ihren Höhepunkt erreicht, muss die Offense endlich wieder aufwachen. Das gilt auch für Playoff-Debütant Schaub, der in den letzten vier Partien allerdings nur einen mageren TD-Pass warf.

"Ich muss mich wieder fangen und meine Teamkollegen besser einsetzen", so Houstons Quarterback, der zuletzt insbesondere unter Druck nicht die beste Figur machte. Seine zwei Interceptions in Week 17 gegen die Colts sprechen Bände.

Dass Schaub nun auf eine der besten Defensive Lines der Liga trifft, macht die Geschichte nicht gerade einfacher. Cincinnati stellte mit 51 Sacks sogar einen Franchise-Rekord auf, 41 davon gingen auf die Kappe der "Front Four".

In der Bengals-Offense wird viel auf BenJarvus Green-Ellis aufkommen. Der Running Back, der in seiner ersten Saison in Cincinnati 1094 Yards verbuchte, ist gleichermaßen Herz und Seele der Gäste.

Cincinnati sollte aber nicht nur deswegen auf sein Ground Game setzen. Houston ist durch die Verletzungen der Linebacker Brian Cushing, Daryl Sharpton und Tim Dobbins enorm anfällig geworden und hat in den letzten acht Partien 113,1 Yards per Game abgegeben.

Ganz sollte allerdings auch das Passing Game der Bengals nicht vergessen werden. Andy Dalton hat sich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert und ist vor allem im Zusammenspiel mit A.J. Green (1350 Yards, 11 TD) eine Waffe. Zwar steckt der Receiver momentan in einem kleinen Formtief (nur 1 TD in den letzten sechs Wochen), gegen die löchrige Secondary der Texans sollte das Duo jedoch genügend Chancen bekommen.

Houstons Taktik dürfte ähnlich ausfallen. Viel wird auf Arian Foster ankommen. Eine starke Performance des Running Backs macht vor allem Schaub und dementsprechend auch Andre Johnson das Leben um einiges leichter.

Trotzdem spricht viel dafür, dass Cincinnati die Texans endgültig ins Tal der Tränen schickt und damit den ersten Playoff-Sieg seit dem 6. Januar 1991 einfährt. Vorteil Bengals.

Die NFL-Playoffs in der Übersicht

Die Super-Bowl-Sieger der letzten 20 Jahre
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Bastian Strobl

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