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Das bessere Team verliert

Von Tim Hasselbeck / Jan-Hendrik Böhmer
Sonntag, 06.02.2011 | 15:39 Uhr
Steelers oder Packers - wer gewinnt den Super Bowl?
© Getty
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Die Pittsburgh Steelers haben das bessere Team. Gegen ihre Defense ist kein Kraut gewachsen. Dennoch verlieren sie den Super Bowl (0.15 Uhr im LIVE-TICKER) gegen die Green Bay Packers - sagt jedenfalls "ESPN"-Experte Tim Hasselbeck. Der ehemalige NFL-Quarterback und vergleicht exklusiv für SPOX die beiden Teams auf allen Positionen. Am Ende erklärt er, warum am Ende die Packers gewinnen.

Quarterback: Big Ben? Unkonventionell!

Ben Roethlisberger vs. Aaron Rodgers

 Aaron Rodgers ist genau der Quarterback, den man als Coach haben will. Seine Wurftechnik ist hervorragend, er kann Situationen außerordentlich gut einschätzen und ist zudem extrem athletisch. Das ist sein X-Faktor. Seine Mobilität macht viele Spielzüge erst möglich.

Ben Roethlisberger ist hingegen ein bisschen unkonventionell. Dennoch verfügt er über die gleichen Qualitäten wie Rodgers - besonders im Bezug auf Scrambling und das kreieren von Big Plays. Er macht es eben nur anders.

Zwei völlig verschiedene Quarterbacks, die dennoch ungeheuer effektiv mit ihrem Stil sind. Über eine komplette Saison sind beide für mich gleichwertig. Aber in einem Spiel, dem größten Spiel von allen, wenn es wirklich darauf ankommt? Da setze ich auf Big Ben. Alleine schon wegen seiner Erfahrung. Besonders mit Game-Winning-Drives im Super Bowl.

Running: Running-Game? Gegen Pittsburgh?

Rashard Mendenhall / Isaac Redman vs. Brandon Jackson / James Starks / John Kuhn

Rashard Mendenhall ist ein herausragender Running Back - und vielleicht einer der am häufigsten unterschätzten Spieler im Super Bowl. Weil er neben Stars wie Big Ben und Hines Ward spielt, wird er oft einfach übersehen. Jeder redet über die Steelers-Defense, aber Mendenhall ist ein überragender Running Back. Er hat das komplette Paket. Er ist ein Power-Runner, kann den Ball im Backfield fangen und Verteidigern davonlaufen.

Bei den Packers hat zuletzt James Starks überrascht. Die Frage ist nur: Wie kann er sich gegen die Steelers-Defense behaupten? Running-Game? Gegen Pittsburgh? Das ist eine der härtesten Sachen, die man sich vorstellen kann. Ich glaube nicht, dass er ein gutes Spiel haben wird. Vielleicht kann er einige Pässe im Backfield fangen, doch das war's dann auch.

Hier sind für mich die Steelers im Vorteil, Mendenhall ist klar besser als Starks. Allerdings gleicht Green Bays überlegene O-Line (dazu später mehr) das Duell wieder ein bisschen aus. Dennoch bleibe ich dabei: Running Game ist ganz klar Pittsburgh-Territory.

Receiveing: Vorsicht vor Mike Wallace

Mike Wallace / Hines Ward / Emmanuel Sanders / Heath Miller vs. Greg Jennings / James Jones / Donald Driver / Jordy Nelson / Brett Swain / Andrew Quarless

Hier muss man sich das Gesamtbild anschauen. Alle Receiver des jeweiligen Teams zusammenfassen. Und wenn man das tut, besteht für mich kein Zweifel daran, dass die Packers das bessere Packet haben. Vielleicht sogar das beste in der Liga.

Das muss aber nicht heißen, dass sie damit im Super Bowl einen enormen Vorteil haben. Als ehemaliger Quarterback würde ich persönlich das Receiving-Corps des Packers bevorzugen, aber das heißt nicht, dass die Steelers hier keine Waffen hätten. Hines Ward ist seit Jahren eine Bank und auch Mike Wallace ist ein Top-Receiver. Viele Experten reden immer nur über seinen Speed, doch er kann viel mehr. Big Plays, solide Routen. Er ist richtig gut.

Die Green Bay Packers im Blog-Porträt: Alles Käse, oder was?

Ich denke, dass die Packers hier keinen so großen Vorteil haben, wie viele Experten denken. Dennoch sehe auch ich sie leicht vorne. Besonders deshalb, weil sie echt gute fünf Receiver-Sets aufs Feld bringen können. Greg Jennings, Donald Driver, Jordy Nelson, James Jones und Brett Swain. Das wird die Steelers enorm beschäftigen und vielleicht einen Linebacker aus dem Spiel nehmen. Sie sind eigentlich die große stärke der Steelers - doch gegen fünf Receiver muss man vielleicht einen opfern und dafür die Secondary stärken. Das ist vielleicht der größte Vorteil der Packers im Kampf gegen die Steelers-D.

Offensive Line: Packers überraschend gut

Jonathan Scott / Chris Kemoeatu / Doug Legursky / Ramon Foster / Flozell Adams vs. Chad Clifton / Daryn Colledge / Scott Wells / Josh Sitton / Bryan Bulaga

Die O-Line der Packers hat in diesem Jahr einen richtig guten Job gemacht. Noch im letzten Jahr wurde Aaron Rodgers unglaublich oft gesackt, weil er den Ball länger gehalten hat, als es seine stark geschwächte Line zuließ. In diesem Jahr waren sie großartig. Bryan Bulaga in der ersten Runde des Drafts zu holen war ganz wichtig. Center Scott Wells ist aktuell vermutlich einer der besten Spieler auf dieser Position. Sie haben aus den Spielern, die sie haben, das Beste herausgeholt. Was noch für die Packers spricht, ist das direkte Matchup gegen die Defensive Line der Steelers. Im ersten Moment mag einem das vielleicht komisch vorkommen. Aber so gut zum Beispiel James Harrison als Pass-Rusher ist, er ist auch kein Riese. Und jemand wie Chat Clifton könnte richtig gut gegen ihn aussehen.

Super Bowl XLV Drinking Game: Trinken mit der ARD

Bei den Steelers hingegen gilt die O-Line als größter Schwachpunkt. Zwar hat Rookie-Center Maurkice Pouncey das ganze wieder ein wenig stabilisiert, da der aber ausfällt und durch den in Frankfurt geborenen Doug Legursky ersetzt wird, geht der Punkt an die Packers. Auch weil Flozell Adams, so beeindruckend er körperlich auch ist, traditionell Probleme gegen bewegliche Pass-Rusher wie Clay Matthews hat und auch jetzt wieder haben wird.

Defensive Line: Die beste Line der NFL

Ziggy Hood / Casey Hampton / Brett Keisel vs. Ryan Pickett / B.J. Raji / Cullen Jenkins

Die D-Line der Steelers ist eine der besten der NFL. Da gibt es keinen Zweifel. Besonders gegen den Run. Und das trifft nicht nur auf die Starter Casey Hampton (Defensive Tackle), Brett Keisel und Ziggy Hood (Defensive Ends) zu. Die Steelers haben Tiefe, können rotieren.

Natürlich wird aktuell viel über B.J Raji von den Packers geredet und wie gut er und Defensive End Cullen Jenkins aktuell spielen, aber beim Run-Stopping sehen sie im Vergleich mit den Steelers keine Sonne.  Ich sehe Pittsburgh klar vorne, auch wenn man mit beiden Defensive-Fronts nichts falsch machen kann.

Teil II: Superstar vs. Team und der Experten-Tipp

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