Sonntag, 12.12.2010

NFL - Sixpack Week 14

Eine Nase aus Cornflakes

Ben Roethlisberger sieht aus wie ein Eishockey-Spieler, bei den New York Jets findet eine verrückte Beerdigung statt und Golden Boy Tom Brady hat mit seiner Patriots-Offense sein nächstes Opfer im Visier. Die Vorschau auf Week 14 der NFL.

Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger hat in dieser Saison in 8 Spielen 13 TD-Pässe geworfen
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Steelers-Quarterback Ben Roethlisberger hat in dieser Saison in 8 Spielen 13 TD-Pässe geworfen

Game of the Week: Bears vs. Patriots (Sonntag, 22.15 Uhr)

Gibt es irgendjemanden, der daran zweifelt, dass New England im Moment das beste Team der NFL ist? Hoffentlich nicht. Denn Zweifel sind nicht angebracht.

Die Patriots-Maschine scheint nach den Eindrücken des Monday-Night-Massakers gegen die Jets überhaupt nicht aufzuhalten zu sein. Besser als Tom Brady (27 TD, 4 INT) kann man die Quarterback-Position eigentlich gar nicht spielen.

In Chicago bekommt es der Golden Boy wieder mit einer herausragenden Defense zu tun. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass er es da schwer haben wird. Aber stopp! Wir überlegen einfach mal kurz, was Brady in den vergangenen Wochen mit herausragenden Defenses so angestellt hat. 39 Punkte gegen die Steelers, 45 Punkte gegen die Jets - noch Fragen?!

Die Bears sind nach fünf Siegen in Folge on fire, aber sie müssen es auch bleiben, denn ihre Playoff-Teilnahme ist trotz der Top-Bilanz (9-3) keineswegs sicher. Der Spielplan der Bears hat es nämlich in sich: Patriots, @Vikings, Jets, @Packers.

Another Game of the Week: Chargers vs. Chiefs (Sonntag, 22.15 Uhr)

Gerade als man dachte, dass die Chargers wie immer in den letzten Jahren die Kurve kriegen und die AFC West schon noch gewinnen werden, lieferten sie in der letzten Woche eine unfassbar schlechte Vorstellung ab und ließen sich zuhause von den Raiders fertig machen.

Aus San Diego wird niemand so recht schlau. Obwohl sie jetzt im Division-Rennen zwei Spiele Rückstand auf Kansas City haben, ist immer noch alles drin. Wenn sie die Chiefs schlagen und dann auch ihre restlichen, durchaus lösbaren Aufgaben meistern (SF, @CIN, @DEN), könnte es reichen, um Kansas City zu überholen.

Was außerdem für die Chargers spricht: Chiefs-Quarterback Matt Cassel, der eine ganz starke Saison spielt, hat sich zum ungünstigsten Zeitpunkt seinen Blinddarm entfernen lassen und fällt aus.

Man kann den Chiefs nur eines raten: Das Passspiel einfach mal weglassen und mit Jamaal Charles und Thomas Jones laufen, laufen, laufen! Denn die Fähigkeiten von Cassels Backup Brodie Croyle (0-9 als Starter in der NFL) halten sich in überschaubaren Grenzen.

Die Super-Bowl-Sieger der letzten 20 Jahre
Super Bowl XXX: Den Super Bowl 1996 gewannen die Dallas Cowboys. Hier feiert Running Back Emmitt Smith
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Super Bowl XXX: Den Super Bowl 1996 gewannen die Dallas Cowboys. Hier feiert Running Back Emmitt Smith
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Super Bowl XXXI: 1997 gewann die Green Bay Packers gegen die New England Patriots das Finale. Mit Desmond Howard wurde der Kick- und Punt-Returner MVP
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Super Bowl XXXII: Die Green Bay Packers wollten ihren Titel verteidigen, aber die Denver Broncos hatten das Gegenmittel: Terrell Davis. Der Running Back war nicht zu stoppen
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Super Bowl XXXIII: Den Denver Broncos gelang 1999, was den Packers im Jahr zuvor verwehrt blieb: Sie verteidigten den Titel. Mittendrin: Quarterback-Legende John Elway
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Super Bowl XXXIV: "The Greatest Show on Turf", die St. Louis Rams um Kurt Warner, war auch von aggressiven Tennessee Titans nicht aufzuhalten.
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Super Bowl XXXV: Die Baltimore Ravens durften 2001 ihren ersten Titel bejubeln. Ray Lewis und Co. demütigten die New York Giants beim 34:7 geradezu
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Super Bowl XXXVI: Nach den Ravens 2001 feierte auch 2002 ein Team seinen ersten Titel. Die von Tom Brady angeführten New England Patriots besiegten die St. Louis Rams
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Super Bowl XXXVII: Die Tampa Bay Buccaneers und die Oakland Raiders boten beim 48:21 ein Spektakel. Trotzdem wurde mit Tampas Dexter Jackson ein Defensivspieler MVP
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Super Bowl XXXVIII: Nach einem Jahr Pause waren 2004 wieder die New England Patriots dran. Der MVP-Award beim Sieg über die Carolina Panthers ging wie 2002 an Tom Brady
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Super Bowl XXXIX: 2005 fuhren die New England Patriots ihren dritten Finalsieg in vier Jahren ein. Aber nicht Tom Brady, sondern Receiver Deion Branch wurde MVP
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Super Bowl XL: Die Jubiläumsausgabe 2006 war eine klare Kiste. Hines Ward und die Pittsburgh Steelers schlugen die Seattle Seahawks mit 21:10
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Super Bowl XLI: Endlich war es soweit. Nach neun Jahren in der NFL gewann Peyton Manning mit den Indianapolis Colts seinen ersten Titel. Geschlagen: Die Chicago Bears
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Super Bowl XLII: Ein Jahr nach Peyton Manning konnte auch sein Bruder Eli jubeln. Er führte die New York Giants 2008 zum Sensationssieg über die New England Patriots
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Super Bowl XXLIII: Mit diesem Catch machte sich Santonio Holmes unsterblich. In letzter Sekunde gewannen die Pittsburgh Steelers 2009 gegen die Arizona Cardinals
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Super Bowl XLIV: Das lange Warten hatte endlich ein Ende. Nach Jahren der Tristesse gaben die New Orleans Saints um Drew Brees 2010 ihren Fans einen Grund zu jubeln
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Super Bowl XLV: Im Jahr 2011 gewannen die Green Bay Packers den Titel. Quarterback Aaron Rodgers führte sein Team zum Sieg und wurde zum MVP gekürt
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Super Bowl XLVI: 2012 standen sich mal wieder die Giants und Patriots gegenüber. Und wieder siegten die Giants. 21:17 G-Men!
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Super Bowl XLVII: Die Baltimore Ravens sicherten sich gegen die San Francisco 49ers ihre zweite Championship. Überragend dabei: Joe Flacco (l.), der zum MVP gewählt wurde
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Super Bowl XLVIII: Die Seattle Seahawks zerstören Peyton Mannings Denver Broncos im MetLife Stadium zu New Jersey mit sage und schreibe 43:8
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Super Bowl XLIX: Tom Brady siegt mit den New England Patriots dramatisch gegen Russell Wilsons Seattle Seahawks und macht sich mit Titel Nummer vier unsterblich
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Quote of the Week: Eine Nase aus Cornflakes

Fuß kaputt, Nase gebrochen und dann auch noch von einer miesen Offensive Line "geschützt" - Ben Roethlisberger hat aktuell nicht den einfachsten Quarterback-Job in der NFL. Das steht mal fest. Umso beeindruckender ist die Toughness, die Big Ben mal wieder beweist.

Wie er im Sunday Night Game bei den Ravens kurz vor Schluss einem Sack von Terrell Suggs entkam, war eine der spektakulärsten Aktionen der gesamten Saison. Unter der Woche wurde Roethlisberger an der Nase operiert - und der Chirurg sorgte für den Spruch der Woche.

"Der Chirurg hat mir gesagt, dass die Knochen wie Cornflakes ausgesehen haben", erzählte Roethlisberger. Anerkennung gab es auch von Penguins-Legende Mario Lemieux, der Roethlisberger sagte, dass er endlich wie ein Eishockey-Spieler aussehen würde.

Weniger beeindruckt zeigte sich Terrell Owens, der in dieser Woche mit seinen 2-10-Bengals im Heinz Field vorbeischaut. "Ich habe mit zwei Schrauben und einer Platte in meinem Knöchel gespielt - und einem gebrochenen Bein. Eine gebrochene Nase? Bitte! Ich lach mich schlapp", schrieb Owens in seinen Twitter-Stream. Mal schauen, ob er auch noch lacht, wenn er von der Steelers-Defense rangenommen wird.

Ritual of the Week: Beerdigung bei den Jets

Rex Ryan ist und bleibt der verrückteste Coach der NFL. Der Typ tickt etwas anders als normale Menschen. Vor dem Super-Matchup bei den Pats klopfte er große Sprüche, nur um dann zuschauen zu müssen, wie sein Team den Hintern versohlt bekommt.

Ryan wäre aber nicht Ryan, wenn ihm keine Idee kommen würde, um das Spiel abzuhaken und nach vorne zu schauen. Folgende Szene: Die Jets halten ein Team-Meeting ab, als Ryan plötzlich unterbricht und seine Spieler auffordert, ihm nach draußen zu folgen.

Also wackeln die Spieler hinter ihrem Headcoach aufs Trainingsfeld hinterher, bis sie vor einem Loch stehen, das schon ausgebuddelt wurde. Ryan schnappte sich den Game Ball aus dem Patriots-Spiel und warf ihn ins Loch. Eine astreine Beerdigung.

Selten hat ein Trainer sein Team wohl so kreativ motiviert wie Ryan. Die Jets brauchen die Motivation aber auch, denn sie befinden sich in einer gefährlichen Phase. Patzen sollten sie gegen die Dolphins nicht, danach stehen nämlich schwere Auswärtsspiele in Pittsburgh und Chicago auf dem Programm. Vor allem weil Mark Sanchez wieder anfällig für Interceptions geworden ist, kann da schnell eine Niederlagenserie entstehen.

NFL: Sexiest Cheerleader
Die heißesten Cheerleader der NFL: Dallas Cowboys
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Die heißesten Cheerleader der NFL: Atlanta Falcons mit Maskottchen Freddie
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Stat of the Week: 69,6

Man könnte jetzt auch 297 als Zahl der Woche nehmen, weil Brett Favre 297 Spiele in Folge absolviert hat und sein NFL-Rekord aufgrund seiner lädierten Schulter enden könnte. Aber jetzt mal ehrlich: Es ist wie immer bei Favre, viel Blabla um Nichts. Natürlich wird er die Vikings gegen die Giants wieder aufs Feld führen.

Zumal er einen Tag mehr Pause hat, weil das Spiel wegen eines Schneesturms, der die Giants auf dem Flughafen in Kansas City festhält, auf Montag verschoben werden musste. Das Dach des Metrodomes ist aufgrund des Schneechaos übrigens zusammengebrochen - und so wurde die Partie kurzerhand nach Detroit verlegt.

Aber zurück zur Zahl der Woche. 69,6. Sie beschreibt nämlich das Quarterback-Rating von Favre in dieser Saison. 69,6! Es gibt in der ganzen NFL nur zwei Quarterbacks, die schlechter sind. Die Namen: Derek Anderson und Jimmy Clausen!

Was die Interceptions angeht, ist Favre mit 18 Stück sogar die unangefochtene Nummer eins. Schon traurig, wie so eine legendäre Karriere zu Ende geht. Aber wer weiß, vielleicht kommt er ja nächste Saison entgegen aller Beteuerungen wieder zurück... Traut sich jemand, das auszuschließen?

Coach on the Hot Seat: Ken Whisenhunt

Arizona vs. Denver: Was ein Kracher... Es ist ein Spiel, das niemand braucht. Aus mehreren Gründen ist es aber dennoch nicht völlig uninteressant. Für die Broncos ist es Spiel eins nach der Entlassung von Headcoach Josh McDaniels.

Mit Eric Studesville, der bis dato die Running Backs trainierte, übernahm ein völliger Nobody das Zepter. Aber mehr als ein Interimscoach wird er nicht werden. Broncos-Boss Pat Bowlen will einen großen Namen und dürfte hellhörig geworden sein, als Ex-Steelers-Coach Bill Cowher jetzt zum ersten Mal seit Jahren seine Offenheit für einen neuen Job bekundete.

Auch in Arizona wird unter Umständen bald ein Job frei. Ken Whisenhunt muss nach sieben Pleiten in Folge zur Diskussion stehen. Die Quarterback-Situation bei den Cardinals ist für alle Nicht-Arizona-Fans schon ziemlich lustig.

Derek Anderson: schlecht. Dann mal Rookie Max Hall probieren. Der ist aber auch schlecht. Dann wieder Anderson rein. Der spielt aber wieder schlecht. Dann wieder Hall. Der verletzt sich. So darf gegen die Broncos nun Rookie John Skelton ran. Mal schauen, wie lange.

NFL: Der 14. Spieltag im Überblick

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