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Die interessantesten Spieler des NFL-Drafts

Von Jan-Hendrik Böhmer
Mittwoch, 21.04.2010 | 11:24 Uhr
Clemsons C.J. Spiller (l.) gilt als gefährlichster Angreifer im NFL-Draft 2010
© Getty
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Quarterback Sam Bradford verpasste wegen einer Verletzung seine wichtigste Saison. Notre-Dame-Star Jimmy Clausen wurde vom Playboy zum harten Arbeiter. Den besten Quarterback der College-Geschichte kennt fast niemand, genau wie den Mann, der die Rekorde von Superstar Jerry Rice brach. Dazu: Ein Runningback wie Ironman, ein Freak, die gefährlichste Waffe des Jahres und das Haus der Speere. SPOX erzählt die Geschichten hinter dem NFL-Draft 2010 und wo die Protagonisten jetzt spielen.

SPOX stellt die interessantesten Spieler des NFL-Drafts 2010 vor.

Sam Bradford (Quarterback, Oklahoma, 28 Spiele, 88 Pass-TD, 5 Rush-TD)

Elf Awards gewann Sam Bradford im Jahr 2008. Darunter die Heisman-Trophy als bester College-Spieler und den Davey O'Brien Award als bester Quarterback. Kurz: Er wäre wohl der klare Nummer-1-Pick im Draft gewesen. Dennoch entschied er sich gegen die NFL. Wollte noch ein Jahr am College verbringen, endlich eine Meisterschaft gewinnen.

Doch es kam anders. Es kam: eine Verletzung. Ganze zwei Spiele konnte er 2009 absolvieren. Dennoch gilt er wegen seiner herausragenden Pass-Genauigkeit, seiner guten Arbeitsmoral und hohen Intelligenz als bester Quarterback des Draft-Jahrgangs. Kann den Ball auch unter Druck an gut gedeckte Receiver bringen. Erinnert an Vinny Testaverde und Eli Manning. Allerdings gilt er nach seinem letzten College-Jahr als verletzungsanfällig.

Experten-Meinung: Bradfords Quarterback-Workout war das beeindruckendste, was ich seit Troy Aikman gesehen habe, als der uns in Kalifornien eine Privat-Vorstellung gab. Gil Brandt, ehem.Vice President of player personnel bei den Dallas Cowboys

Draft: 1. Runde, 1. Pick, St. Louis Rams

Blog: Das ist Draft-Kandidat Sam Bradford

 

Jimmy Clausen (Quarterback, Notre Dame, 27 Spiele, 60 Pass-TD, 3 Rush TD)

In einer Hummer-Stretch-Limousine fuhr er zur ersten Pressekonferenz seiner College-Karriere, wurde 2008 als Minderjähriger bei der Teilnahme an den "Beer Olympics" erwischt und 2009 in einem Restaurant von einem Fan verprügelt. Das ist die eine Seite des Jimmy Clausen. Die Playboy-Seite.

Doch dann gibt es da noch den unglaublich zähen Jimmy Clausen. Der, der in nur drei Jahren als bester Notre-Dame-QB aller Zeiten selbst Joe Montana, Joe Theismann und Brady Quinn in den Schatten stellte. Der, der besonders unter Druck zu Hochform aufläuft und wegen seiner exzellenten Wurftechnik als der am besten auf die Anforderungen der NFL vorbereitete QB des Draft-Jahrgangs gilt.

Experten-Meinung: Clausen hat als einer von wenigen QBs im Draft Erfahrung in einer NFL-ähnlichen Offense. Überzeugte die Scouts mit seinem starken Arm, exzellenter Beinarbeit und Pass-Genauigkeit. Vom Talent her ein klarer Top-Ten-Pick, Einziges Manko: Es bleiben Zweifel an seinem Charakter. Bucky Brooks, Ex-Profi und NFL-Analyst

Draft: noch ungedraftet

Blog: Die Kunst, einen Quarterback zu draften

 

Tim Tebow: (Florida Gators, 55 Spiele, 88 Pass-TD, 57 Rush-TD)

In Florida ist der 22-Jährige bereits jetzt eine Legende. Und das nicht etwa, weil er sein Team 2007 zum Titel führte und der erste Spieler der College-Football-Geschichte war, der in einer Saison mehr als 20 TD-Pässe warf und zudem 20 weitere TD selbst erlief.

Nein. Es ist wegen seines Charakters. Weil er als absolute Führungspersönlichkeit gilt, der ein komplettes Team und eine Stadt mitreißen kann. Seine Halbzeit-Ansprachen sind legendär, sein bekanntestes Post-Game-Statement wurde sogar auf einer Gedenktafel verewigt. Warum sollte man ihn also nicht haben wollen? Kritiker sprechen den Würfen des Dual-Threat-Quarterbacks die NFL-Tauglichkeit ab, sagen, er müsse seinen Stil umstellen.

Experten-Meinung: Tebow ist ein großartiger Sportler. Allerdings muss er an seiner Wurfbewegung arbeiten und kann wohl nicht gleich in seiner ersten Saison spielen. Allerdings wird er wegen seiner Arbeitsmoral und unglaublichen Spiel-Intelligenz binnen kürzester Zeit ein exzellenter NFL-Quarterback sein. Jon Gruden, ehemaliger NFL-Coach

Draft: 1. Runde, 25. Pick, Denver Broncos

 

Dan LeFevour (Central Michigan, 51 Spiele, 102 Pass-TD, 47 Rush-TD)

Dan LeFevour hat ein Problem. Es heißt: Central Michigan. Da erzielt der 23-Jährige die meisten Touchdowns in der NCAA-Geschichte - und dennoch heißt es, er wäre nur bedingt für die NFL geeignet. Die Kritik: Eine zu leichte College-Division, eine für die NFL ungeeignete Angriffs-Variante, Probleme mit langen Pässen.

Stimmt. Doch im Gegenzug leistet er sich auf kurze Distanz keine Fehler und überzeugt als knallharter Kämpfer mit enormer Spiel-Intelligenz und als zweitschnellster QB beim Combine. Die Meinungen gehen auseinander. Von "überbewertetster Spieler im Draft" (Todd McShay, Football-Experte) bis "guter Zweitrunden-Pick" (Mel Kiper Jr., ESPN). Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen.

Experten-Meinung: In zwei oder drei Jahren kann er vermutlich ein guter Starting-Quarterback in der NFL sein. Kaum ein anderer College-QB, den ich kenne, liebt das Spiel so wie er. LeFevour studiert stundenlang seine Aufzeichnungen, schaut sich alte Spiele auf DVD an. Dazu ist er unglaublich tough. Mel Kiper Jr., ESPN-Analyst

Draft: noch ungedraftet

Weitere QBs to Watch: Colt McCoy (Texas), Tony Pike (Cincinnati)

Running Backs und Receiver: Ironman und der Albtraum des Jerry Rice

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