Sonntag, 07.02.2010

Super Bowl XLIV: Saints vs. Colts im Head-to-Head

Michael Jordan, Will Smith und der X-Factor

Saints vs. Colts? Oder ganz einfach Drew Brees vs. Peyton Manning? SPOX hat gemeinsam mit ESPN-Experte Trent Dilfer, der die Baltimore Ravens als Quarterback zum Sieg in Super Bowl XXXV führte, und der mySPOX-Community alle Mannschaftsteile kurz vor dem Mega-Event (Sonntag, 0 Uhr im LIVE-TICKER) genau unter die Lupe genommen. Und siehe da, es herrscht Uneinigkeit.

Im Super Bowl kommt es zum Duell zwischen Drew Brees (l.) und Peyton Manning
© Getty
Im Super Bowl kommt es zum Duell zwischen Drew Brees (l.) und Peyton Manning

Quarterback

Drew Brees vs. Peyton Manning

Was für ein Matchup! Würde es gegen jeden anderen Quarterback gehen, wäre Drew Brees die klare Nummer eins. Der Saints-Spielmacher hat sich als einer der besten fünf Spieler der NFL etabliert. Die Colts-Scouts könnten jeden Tag 24 Stunden Video-Studium betreiben, sie würden keine Schwachstelle entdecken. Ist Brees einmal im Rhythmus, meist befindet er sich sofort im selbigen, ist es eine Wucht, ihm dabei zuzuschauen, wie er alle möglichen Spieler in den Angriff einbindet. Kurzum: Brees ist Weltklasse.

Trent Dilfer (2. v. l.) und seine ESPN-Kollegen Mike Tirico, Steve Young und Ron Jaworski
Trent Dilfer (2. v. l.) und seine ESPN-Kollegen Mike Tirico, Steve Young und Ron Jaworski
© Getty

Sein Problem: Sein Gegenüber Peyton Manning ist die Steigerung von Weltklasse. Der beste Spieler auf dem Football-Planeten. Kein Spieler bereitet sich so gut vor und versteht das Spiel so gut wie der Colts-Quarterback. Kein Spieler versteht die gegnerische Defense so gut und kann sich blitzschnell auf sie einstellen. Mannings taktische Spielchen an der Line of Scrimmage, die für Außenstehende wie wildes Herumgefuchtel aussehen, sind legendär. Da er außerdem unglaublich schnelle Entscheidungen trifft und der Ball sofort seine Hand verlässt, wird Manning im Vergleich zu anderen Quarterbacks praktisch nie gesackt.

Seine Intelligenz war auch 1998 schon der ausschlaggebende Grund, warum die Colts ihn an Nummer eins drafteten und nicht Ryan Leaf. Beide wurden damals - aus heutiger Sicht unfassbarerweise - als gleich gut eingeschätzt. Aber als die Colts beide fragten, was sie denn als erstes machen würden, wenn sie an Nummer eins gezogen werden, antwortete einer (Manning), dass er sofort das Playbook haben wolle, um es zu studieren und der anderere (Leaf) antwortete: "Nach Las Vegas fliegen und Party machen."

Was genau macht eigentlich Ryan Leaf heute? Genug gesagt. Es gab schon Super Bowls, in denen Quarterbacks standen, deren einzige Fähigkeit das "Game-Management" war. In Miami sieht die Welt das Duell der zwei dominantesten Passer der Gegenwart.

Verletzen sollte sich übrigens besser keiner der beiden. Ihre Backups sind entweder alt (Mark Brunell) oder einfach nicht besonders gut (Curtis Painter).

Das sagt Trent Dilfer: "Eine wirklich schwere Entscheidung, aber wenn mein Leben davon abhängen würde, würde ich immer Peyton Manning nehmen. Er ist für mich der großartigste Spieler, der jemals Quarterback gespielt hat. Wenn man bedenkt, was sein Team jedes Jahr von ihm erwartet, ist er die Nummer eins."

Vorteil: Colts.

Sonntag, 0 Uhr: Der Super Bowl live auf ESPN America! und im LIVE-TICKER

Running Back

Pierre Thomas / Reggie Bush / Mike Bell vs. Joseph Addai / Donald Brown

Dass das Laufspiel angesichts der Ausnahme-Quarterbacks bei beiden Teams erstmal nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist klar. Bei den Colts war das Running-Game über die ganze Saison praktisch nicht existent (Rang 32 in der NFL/nur 37 Prozent aller Spielzüge waren Run-Plays).

Joseph Addai hat in der laufenden Spielzeit kein einziges 100-Yard-Spiel auf dem Konto. Trotzdem hat Manning Vertrauen in ihn und wird sich nicht scheuen, Addai den Ball zu geben, wenn es die Defense erfordert. Addai ist kein explosiver Home-Run-Hitter, aber er hat das Talent, Löcher zu erkennen und sie für guten Raumgewinn auszunutzen.

Dennoch: Addai wird kaum ein großer Faktor werden. Das dreiköpfige Monster der Saints könnte das Spiel dagegen schon beeinflussen. Das Verhältnis Pass-Lauf (55:45) ist bei New Orleans viel gesünder. Ein unglaublich dynamischer Freak (Bush), ein recht untalentierter Bulldozer für kurze Distanzen (Bell) - und jemand, der irgendwo die Mischung aus beidem ist (Thomas). Sollten sich die Colts auf die Passverteidigung konzentrieren, könnten ihnen die Saints-Running-Backs richtig wehtun.

Das sagt mySPOX-User Red_7: In den Playoffs haben die Saints gezeigt, dass sie mit dem Lauf Drew Brees wertvolle Zeit verschaffen können. Und auch in den Passangriff sind die Running Backs der Saints besser eingebunden.

Vorteil: Saints.

Blog Hier geht es zur kompletten Analyse von Red_7

Receiver/Tight End

Marques Colston / Robert Meachem / Lance Moore / Devery Henderson / Jeremy Shockey / David Thomas vs. Reggie Wayne / Pierre Garcon / Austin Collie / Dallas Clark

Reggie Wayne wird vom Talent her der beste Spieler auf dem Feld sein, der nicht Manning oder Brees heißt. Wayne ist nicht bemerkenswert schnell, aber dafür kann sich keiner so von Cornerbacks lösen wie er. Dazu kommen gute Hände, einfach ein echter Playmaker. Wie gut die Colts sind, zeigt, dass fast niemand über Wayne oder Mannings Lieblingsanspielstation Dallas Clark spricht.

Dass die beiden top sind, weiß man. Aber dass Pierre Garcon und Austin Collie derart einschlagen würden, war nicht zu erwarten. Auch wenn jeder Receiver von Manning profitiert, sollte man ihnen den Respekt geben, den sie verdienen. Garcon ist schnell wie der Blitz, Collie trotz geringer Körpergröße unglaublich tough.

Auf der Gegenseite ist Marques Colston der Go-to-Guy von Brees. Der Nummer-1-Receiver der Saints ist groß, körperlich ungemein stark und fängt (fast) alles. Ist Colston gedeckt, hat Brees immer noch einen Haufen Waffen zur Auswahl.

Ob es der immer stärker werdende Meachem ist, ob es der Mann für die weiten Pässe ist (Henderson), oder ob es Jeremy Shockey ist - jeder ist brandgefährlich. Des Weiteren leisten sich die Saints-Receiver kaum Drops. Nur ganze 19 waren es in dieser Saison, die Colts-Receiver ließen 30 Bälle fallen.

Das sagt Trent Dilfer: "Die Saints haben insgesamt in der Offense - trotz Manning - einen kleinen Vorteil, weil sie einfach so viele Optionen haben. Die Balance ist viel besser als bei den Colts."

Vorteil: Saints.

Offensive Line

Jermon Bushrod / Carl Nicks / Jonathan Goodwin / Jahri Evans / Jon Stinchcomb vs. Charlie Johnson / Ryan Lilja / Jeff Saturday / Kyle DeVan / Ryan Diem

Der beste Mann der O-Line der Colts heißt ohne Frage Jeff Saturday. Der Center ist zum einen ein harter Junge, ganz so wie man sich einen Lineman vorstellt, auf der anderen Seite aber auch ein sehr kluges Köpfchen, der für Mannings Taktik-Variationen essenziell ist.

Probleme haben die Colts ausgerechnet auf der Left-Tackle-Position - weder Charlie Johnson noch Tony Ugoh gehören zur Creme de la Creme. Eine ziemliche No-Name-Truppe, die aber sehr effektiv spielt. Das Herz der Saints-O-Line ist das bärenstarke Guard-Duo Carl Nicks / Jahri Evans. Für viele das beste Tandem der NFL. Vor allem Evans ist eine Granate. Die Saints haben mit Evans, Center Jonathan Goodwin und Tackle Jon Stinchcomb insgesamt drei Pro Bowler in ihren Reihen.

Das sagt Red_7: Die Saints haben die Protection für Brees in diesem Jahr erhöht. Sie ließen in der Postseason nur einen Sack und sieben Hits bei 63 Dropbacks zu. Einen ähnlichen Wert im Januar haben nur die Jets.

Vorteil: Saints.

Hier geht's weiter zur Defense und zur Prognose

Florian Regelmann

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