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"Meine Mutter ist der Herr der Ringe"

Von Für SPOX in Miami: Tobias Goldbrunner
Montag, 08.02.2010 | 17:59 Uhr
Jeremy Shockey sorgte für die Führung der New Orleans Saints im letzten Viertel
© Imago
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Vor zwei Jahren musste er zusehen, wie die New York Giants ohne ihn den Super Bowl holten. Jetzt war Jeremy Shockey ein wichtiger Garant dafür, dass die New Orleans Saints in Miami zum ersten Mal in ihrer Klubgeschichte Champion wurden.

Es war im Dezember 2007 kurz vor dem Ende der regular season, als sich Jeremy Shockey einen Wadenbeinbruch zuzog und lange ausfiel. Ohne ihn sorgten die New York Giants im Super Bowl für eine Sensation gegen die damals schier unschlagbaren New England Patriots.

Jetzt wurde wieder NFL-Geschichte geschrieben und diesmal war der 29-jährige Tight End mittendrin, als er und seine New Orleans Saints die favorisierten Indianapolis Colts mit 31:17 bezwangen. Shockey selbst sorgte mit seinem Touchdown-Catch knapp sechs Minuten vor dem Ende für die Vorentscheidung.

Spielbericht und Analyse: New Orleans gewinnt den Super Bowl

SPOX: Mr. Shockey, ausgerechnet in Miami dieser Triumph. Was bedeutet Ihnen das?

Jeremy Shockey: Alles. Ich habe für die Universität von Miami gespielt. Es ist sozusagen mein zweites Zuhause.

SPOX: 2008 wurden sie von den Giants nicht eingesetzt. Wie groß ist die Genugtuung jetzt?

Shockey: Es ist ein unglaubliches Gefühl. Damals haben viele Leute schlechte Dinge über mich geschrieben. Ich hoffe, jetzt denken sie anders. Ich habe so viel durchgemacht, mir so viele Knochen gebrochen. Manchmal ist das ein hässliches Spiel. Aber ich liebe diesen Sport so sehr und für den heutigen Tag hat sich alles gelohnt.

SPOX: Sie haben den Touchdown zum 22:17 erzielt, danach waren die Saints nicht mehr zu halten.

Shockey: Das war ein großartiger Spielzug. Obwohl ich ihn bestimmt schon 1000 Mal in meiner Karriere durchgespielt habe, war das echt was Besonderes. Wir wussten, dass wir eine Chance haben und haben nie aufgeben. Unsere Fans in New Orleans haben diesen Titel mehr als verdient. Sie bauen diese Stadt nach Hurrikan Katrina wieder auf - und wir wollten ihnen dafür etwas zurückgeben.

SPOX: Vor dem Match sprach alles von Colts-Quarterback Peyton Manning. Hat ihm Drew Brees den Rang angelaufen?

Shockey: Was Drew geleistet hat, war spektakulär. Er setzt alles perfekt um, was er sich vornimmt. Wenn man in seiner Nähe ist, spürt man förmlich die Energie. Er gehört zu den wunderbarsten Menschen, die ich je kennenlernen durfte.

SPOX: Und er hat immer an sie geglaubt?

Shockey: Wie kaum ein anderer. Als ich zu den Saints kam, hat er mir ein Buch mit einer Widmung geschenkt. Darin beschrieb er, wie wertvoll ich für das Team sein kann. Wer macht so was schon.

SPOX: Und wie war Ihr Eindruck von Manning?

Shockey: Wir hatten natürlich großen Respekt vor ihm. Er war die Schlüsselfigur, die es zu stoppen galt. Wir wussten: Wir können noch so gut in der Offensive sein, wenn er zum Zug kommt, dann wird es hart.

SPOX: Wo bewahren Sie nun Ihren Super-Bowl-Ring auf?

Shockey: Bei meiner Mutter. Sie ist der Herr der Ringe.

Alle Super Bowls im Überblick

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