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"Es war ein Gedanke Gottes"

Von Für SPOX in Miami: Tobias Goldbrunner
Montag, 08.02.2010 | 11:08 Uhr
Gegen Garrett Hartleys (M.) Kicks war kein Kraut gewachsen - drei Schuss, drei Treffer
© Getty
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Die New Orleans Saints haben dank eines 31:17 über die favorisierten Indianapolis Colts im Super Bowl XLIV in Miami den ersten Titel ihrer Klubgeschichte eingefahren und das Image des Loser-Teams abgelegt. Der überragende Quarterback Drew Brees wurde als MVP ausgezeichnet. Eine Schlüsselrolle kam aber auch Kicker Garrett Hartley zu, der Nerven aus Stahl bewiesen hatte.

Keine Frage, ohne Spielmacher Drew Brees und Headcoach und Mastermind Sean Payton wären die New Orleans nicht Super-Bowl-Champion geworden. Niemals.

Aber ohne einen jungen Kicker, für den Nervenflattern offenbar ein Fremdwort ist, wären die genialen Momente von Quarterback und Trainer vielleicht fruchtlos geblieben.

Spielbericht und Analyse: New Orleans gewinnt den Super Bowl

Garrett Hartley brachte die Saints mit seinen Field Goals im zweiten Viertel wieder auf Schlagdistanz heran. Auch im dritten Spielabschnitt lautete sein Auftrag, den Rückstand auf die Colts zu verkürzen. Dreimal trat er an, dreimal lieferte er perfekte Wertarbeit ab, Treffer aus 46, 44 und 47 Yards.

Im Gespräch mit SPOX lässt der 23-Jährige das größte Spiel seiner noch jungen Karriere Revue passieren, verrät, was man als Kicker beim Super Bowl so treibt - und kommentiert den Geistesblitz seines Trainers Sean Payton.

SPOX: Mr. Hartley, mit gerade 23 Jahren in so einem großen Match so cool zu bleiben - wie in aller Welt haben Sie das geschafft?

Garrett Hartley: Ich mache meinen Job. Egal, wann und wo. Was immer für mein Team gemacht werden muss, das erledige ich.

SPOX: Aber in einem Super Bowl zu kicken, ist kein Job wie jeder andere...

Hartley: Es ist einfach der Wahnsinn im Nachhinein. Wir haben alles auf diesen Moment ausgerichtet und dann passt es so perfekt zusammen. Ich kann es nicht fassen. Das ist noch so surreal für mich.

SPOX: Waren Sie denn kein bisschen nervös? Hätten Sie sich einen Fehlschuss erlaubt, wäre es vielleicht ganz anders gelaufen.

Hartley: Nein, ich kenne meine Stärken. 40, 50 Yards sind im Training nichts Neues für mich. Ich habe keinen Druck verspürt. Und letztlich waren es ja auch ziemlich sichere Versuche.

SPOX: Hat es Sie überrascht, dass Headcoach Sean Peyton so früh und häufig auf ihre Versuche setzen würde?

Hartley: Wir haben es tatsächlich immer erst sehr spät entschieden. Aber es war die einzige Möglichkeit zu Beginn, überhaupt zu punkten. Die Colts standen sehr sicher in der Defensive, doch wir wussten, dass alles möglich ist, wenn wir nur irgendwie dranbleiben. So war es dann ja auch.

SPOX: Und was haben Sie und Ihre Kollegen gedacht, als der Coach einen Onside-Kick befahl, was ja grundsätzlich schon ungewöhnlich ist, aber erst recht zu einem so frühen Zeitpunkt eines Spiels?

Hartley: Das war schon wesentlich überraschender als die Maßnahme, auf meine Field Goals zu setzen. Er hat uns in der Halbzeit mit seiner Idee konfrontiert. Es ist ein großartiger Trainer, also hören wir auf ihn. Es war wohl ein Gedanke Gottes.

SPOX: Ihre Offensive hat sich anfangs buchstäblich aufgerieben, ohne viel zu bewirken. Wie erlebt man das als Kicker und was macht man eigentlich die ganze Zeit über?

Hartley: Es ist natürlich schwer, von draußen zuzusehen. Aber ich nehme das eh immer ganz locker. Im Grunde habe ich ja eine super Situation: Ich halte mich einfach warm und quatsche mit meinen Freunden.

SPOX: War das für Sie nur der erste Titel in einer noch ruhmreichen Karriere?

Hartley: Puh, das kann ich jetzt noch nicht sagen. Man weiß nie, was kommt. Aber selbstverständlich werde ich genauso hart weiter arbeiten wie bisher. Auch wenn jetzt erstmal jeder von uns feiern darf. Oh Mann, ich kann es kaum erwarten, nach New Orleans zurück zu kommen. Die ganze Stadt dreht sicher durch.

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