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"Gewinnen - das ist wichtig"

Von Florian Bogner
Freitag, 14.09.2007 | 09:28 Uhr
san diego, chargers, tomlinson
© Getty
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München - Für die Experten ist es bereits das vorweggenommene Endspiel um die Spitzenposition der AFC, doch vor dem Aufeinandertreffen der beiden Schwergewichte New England Patriots und San Diego Chargers in Week 2 herrscht in der NFL Aufregung über einen vermeintlichen Spionagefall.

Der Stein des Anstoßes: Die New York Jets, die am ersten Spieltag den Patriots mit 14:38 unterlegen waren, meldeten der Liga empört, der Gegner hätte sie illegal belauscht.

Laut den Jets haben die Patriots die Anweisungen der Offense- und Defense-Coaches der New Yorker gefilmt und sofort ans Trainerteam weitergeleitet - ein schwerer Verstoß gegen die Regeln der NFL.

Um der Sache auf den Grund zu gehen, beschlagnahmte die NFL eine Kamera und ein Video-Tape. Was darauf zu sehen war, muss eindeutig gewesen sein, denn die Liga zog sofort Konsequenzen: New Englands Headcoach Bill Belichick wurde mit einer 500.000 Dollar-Strafe belegt, der Klub selbst muss 250.000 Dollar zahlen.

Sollten die Pats in diesem Jahr die Playoffs erreichen, wird ihnen darüber hinaus auch noch der First-Round-Pick im kommenden Draft entzogen. Beim Verpassen der Postseason darf New England in der zweiten und dritten Runde nicht draften.

Belichick entschuldigt sich

Belichick hatte bereits vorab eine General-Entschuldigung an seine Franchise über den Äther geschickt, hielt sich mit Schuldbekenntnissen aber zurück.

"Ich möchte mich bei jedem entschuldigen, den es betroffen hat, vor allem bei den Team-Besitzern, den Mitarbeiten und den Spielern", meinte Belichick. Er fügte an: "Bis zur Entscheidung der Liga will ich das aber nicht weiter kommentieren."

Auf der Pressekonferenz am Mittwoch hagelte es Fragen zum Spionagefall, die der Pats-Coach alle gleichgültig abwehrte. "Will hier überhaupt jemand über das Football-Spiel reden?", raunte er den Pressevertreten missmutig zu.

Lobesarie auf "LT"

Als er dann doch noch zum Aufeinandertreffen mit den Chargers befragt wurde, war Belichick ungewöhnlich zahm und lobte die Offense des Gegners über den grünen Klee.

Vor allem der MVP der vergangenen Saison, LaDainian Tomlinson, bekam eine wahre Lobesarie ab: "Er hat die Fähigkeit, auch nur die kleinste Schwachstelle einer Defense zu erkennen und zu durchbrechen. Wir müssen ihr Laufspiel früh stoppen, das wird eine große Herausforderung."

Und dass obwohl Belichicks Respekt für Tomlinson nicht gerade auf Gegenseitigkeit beruht. Denn nach dem letzten Aufeinandertreffen der beiden in den Playoffs war "LT" gar nicht gut auf New Englands Headcoach zu sprechen.

Kampfansage von Tomlinson

Beim 21:24 im Conference-Finale im Januar hatten die Patriots den Superstar verärgert, weil sie ihre Jubelfeier direkt nach Spielende auf dem Logo der Chargers austrugen.

Tomlinson damals: "Das ist respektlos und hat keine Klasse, aber vielleicht hat das ja was mit dem Headcoach zu tun."

Neun Monate später ist LTs Zorn zwar verraucht, seine Kampfansage an die Patriots ist dennoch kernig: "Es ist doch egal, was ich über sie denke. Ich will sie schlagen, was ich von ihnen halte, ist unwichtig. Gewinnen - das ist wichtig."

Matchwinner trotz schwerem Stand

Tomlinson hatte in Week 1 einen schweren Stand gegen die aggressive Defense der Chicago Bears. Nur 25 Yards Raumgewinn bei 14 Läufen bedeuteten sogar LTs zweitschlechtesten Karrierewert.

Doch was zeichnet einen MVP aus? Die "big plays" trotzdem machen, auch wenn es gerade nicht läuft. Mit einem TD und einem Touchdown-Pass auf Antonio Gates - dem siebten seiner Karriere - war er dennoch der Matchwinner beim 14:3-Erfolg.

Neues Traumduo bei den Pats?

Auf Seiten der Pats schlug vor allem Enfant terrible Randy Moss voll ein. Der Wide Receiver, der von den Oakland Raiders gekommen war, harmonierte perfekt mit Quarterback Tom Brady und lehrte die Jets-Secondary mit neun Catches für 183 Yards gehörig das Fürchten.

Das Lob gab Moss - eigentlich als Lautsprecher bekannt - anschließend artig weiter: "Es stehen immer noch elf Spieler auf dem Platz. Es sind nicht nur Tom und ich, die auf derselben Wellenlänge sein müssen."

Gegen die Chargers will das neue Traumduo wieder die richtige Frequenz finden - auch ohne Lauschangriff auf den Gegner.

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