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Nowitzki: "Spurs haben dazugelernt"

Von Stefan Petri
Donnerstag, 01.05.2014 | 17:00 Uhr
Dirk Nowitzki (l.) wird von Tim Duncan abgeschirmt
© getty
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Mit 109:103 (Boxscore) gewannen die San Antonio Spurs in eigener Halle gegen die Dallas Mavericks und führen in der Playoff-Serie nun mit 3-2. Die Defense der Mavs scheint entschlüsselt, San Antonios Stars dominierten. In der Nacht auf Samstag (ab 2 Uhr im LIVE-TICKER) müssen Dirk Nowitzki und Co. nun gewinnen, sonst ist die Saison vorbei. Gibt es noch Hoffnung für den Underdog?

11 Punkte. Dann 16. Dann 18. Dann 19. Dann 27 Minuten Leerlauf in den ersten drei Vierteln von Spiel 5. Und dann war es plötzlich der alte Dirk Nowitzki, ein blonder Samson mit verschwitzter Mähne und federleichtem Touch aus der Mitteldistanz. Über die komplette Partie waren die Mavericks einem Rückstand hinterhergelaufen, aber jetzt, 2:20 Minuten vor dem Ende, steht Nowitzki bereits bei 14 Punkten im letzten Quarter. Nur noch 94:98. Ein Pump Fake an der Dreierlinie und Tiago Splitter springt aus dem Bild, weites Land vor Dirk, ein offener Midrange-Jumper - seine Spezialität.

Er fällt nicht.

"Das hat das Spiel mehr oder weniger entschieden", konstatierte der Deutsche (26 Punkte, 15 Rebounds) nach dem Spiel nüchtern. "Den hätte ich gerne zurück. Den muss ich einfach machen."

Auf der Gegenseite nimmt Tony Parker einen einigermaßen verteidigten Dreier nach dem Pick-and-Roll. Ganz und gar nicht seine Spezialität. Ein Wurf, der fällt, und der vielleicht - wahrscheinlich - die Mavericks fällt. Momentum gedreht. Der große Favorit sitzt wieder im Sattel und hat seine Sporen an den Flanken des vor wenigen Tagen noch so aufmüpfigen Wildpferdes.

Spurs: Einfach, aber effektiv

"Wir haben ganz simpel gespielt", erklärte Gregg Popovich die Taktik seines Teams. Mit 54 Punkten in der Zone hatten seine Spurs die Mavericks bluten lassen, 12 Offensiv-Rebounds eingesammelt, nur fünfmal den Ball verloren. "Wir haben das gemacht, was wir sonst auch tun. Nichts Besonderes." Wie man's nimmt: Über vier Spiele hatte Mavs-Coach Rick Carlisle im "Parkettschach" mit Pop die Nase auf gleicher Höhe - mindestens. Seine genialen Winkelzüge in der Defensive hatten San Antonio das Leben schwer gemacht, den Spurs-Angriff phasenweise eindimensional und einfallslos aussehen lassen.

Diesmal funktionierte es nicht. Die vermeintlich besten Defender Shawn Marion und Devin Harris ließen sich von Parker und Ginobili ein ums andere Mal übertölpeln, zusätzliche Help-Defense den soliden Splitter am Ende wie einen Star aussehen (17 Punkte, 12 Rebounds, 5 Assists). Die Pick-and-Roll-Angriffswellen der Spurs rollten wie sonst auch, insofern hat Popovich Recht. Allerdings mit dem Unterschied, dass sie sich unerbittlich auf Nowitzki konzentrierten.

Der auch zu seinen besten Zeiten wohl eher mittelmäßige Verteidiger ist mit 35 Jahren einfach nicht mehr leichtfüßig genug, um Parker und Co. am Ring zu stoppen: "Sie haben dazugelernt, es war ja schon das fünfte Spiel", musste die Nummer 41 zugeben. "Der rollende Big Man ist hart. Wir dürfen Duncan und Splitter nicht diese unbedrängten Layups geben."

Carlise muss zurück ans Reißbrett

Gab er aber. Und so gab der Superstar die verwandelten Jumper in der Schlussphase in der Defense postwendend wieder her, die Aufholjagd war nicht von Erfolg gekrönt. "Wir haben nicht genügend Defense gespielt", zeigte sich Nowitzki selbstkritisch. "Sie haben den Ball gut laufen lassen und dann natürlich jede Menge Layups bekommen", so Vince Carter, der mit seinen 28 Punkten die Zeit noch einmal zurückgedreht hatte. "Wir müssen zurück ans Reißbrett."

Kann Carlisle noch einmal kontern, die Spurs-Maschinerie noch einmal für 96 Minuten (oder mehr) im Zaum halten? "Es gibt Dinge, die wir in Spiel 6 besser machen müssen, gerade in Sachen Mumm und Einsatzbereitschaft. Das können wir. Und das werden wir", betonte er. Aber wie stoppt man dieses Pick-and-Roll, dieses punktgenaue Passspiel in der Zone, ohne gleichzeitig den Perimeter zu entblößen? Es ist die Qual der Wahl, denn die Wahrheit ist: San Antonio ist das bessere Team.

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Aber selbst wenn den Mavericks diese Serie langsam aber sicher zu entgleiten droht (Spiel 2: Kantersieg; Spiel 3: Buzzer-Beater; Spiel 4: Niederlage in letzter Sekunde; Spiel 5: Knappe Niederlage, aber ohne je in Führung gelegen zu haben): Es gibt Hoffnungsschimmer für das Team, dem viele Experten sogar einen Sweep prophezeit hatten.

Luft nach oben

Da wäre zum einen Die Big-Men-Rotation: DeJuan Blair hat dem Team mit seiner Sperre nach dem Tritt gegen Splitter einen Bärendienst erwiesen und wäre in Spiel 5 zumindest für den einen oder anderen Tempowechsel gut gewesen. Samuel Dalembert verstauchte sich zu allem Überfluss den Knöchel und blieb in 23 Minuten blass (2 Punkte, 9 Rebounds). Da ist also noch Luft nach oben.

Jose Calderon, Monta Ellis und Devin Harris (zusammen 14/38 FG, 10 Turnover) enttäuschten fast durch die Bank, also sollte in dieser Hinsicht Optimismus vorhanden sein - selbst wenn VC sein Pulver verschossen hat. Auch Marion kann besser verteidigen (und werfen) als in der Nacht auf Donnerstag.

Bleibt Dirk heiß?

Die größte Hoffnung sollten "MFFLs" (Mavs Fans For Life") allerdings in jenen großen blonden Deutschen setzen, der in den letzten 12 Minuten endlich die Würfe traf, die schon in den Monaten zuvor fast immer gefallen waren. "Wenn er diese schwierigen Dinger reinmacht, dann kann man nicht viel gegen ihn ausrichten, ob man ihn nun doppelt oder nicht", staunte Duncan, der mit 16 Punkten und 12 Rebounds das 151. Double-Double seiner Playoff-Karriere aufgelegt hatte. Steigert Nowitzki seine Punktzahl zum fünften Mal in Folge, dann ist alles drin.

Die ersten 5 Spiele sind Geschichte, und trotz aller Probleme und des hochkarätigen Gegners haben die Mavericks noch keine Blowout-Niederlage hinnehmen müssen. Ein Spiel 7 ist durchaus in Reichweite - und wäre dieser engen und hochspannenden Serie auch angemessen. "Hoffentlich beenden wir es in Dallas", kündigte Duncan an, "aber wenn es 7 Spiele werden, dann werden es eben 7."

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