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Dallas Mavericks - Utah Jazz 103:93

Mavs-Sieg mit Schönheitsfehler

Von Martin Gödderz
Samstag, 23.11.2013 | 05:46 Uhr
Dirk Nowitzki (r.) musste unnötigerweise 32 Minuten lang auf dem Feld stehen
© Getty
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Nach der intensiven Begegnung gegen die Rockets schienen die Dallas Mavericks (9-4) gegen das schlechteste Team der NBA relativ wenig Mühe zu haben, bis sie am Ende schluderten. Von Beginn an dominierten sie die Utah Jazz (1-13) und steuerten einem souveränen Sieg entgegen. Dann aber ließ die Einstellung in der Defensive nach, so dass am Ende Ellis und Nowitzki das Heft noch einmal in die Hand nehmen mussten und die Mavs letztlich souverän zum 103:93 (BOXSCORE) führten.

Dirk Nowitzki hatte sich schon über ein wenig Schonung gefreut, musste am Ende aber doch wieder aufs Feld und sorgte mit einem And One für wichtige Punkte in der Endphase. In 32 Minuten Spielzeit legte er 18 Punkte (5/14 FG) und 7 Rebounds auf. Monta Ellis war erneut Top-Scorer der Dallas Mavericks und kam am Ende auf 26 Punkte (8/19 FG) und 6 Assists.

Bester Mann bei den Mavs war aber Center Samuel Dalembert, der mit 18 Punkten sowie 12 Rebounds ein starkes Double Double auflegte und all seine 8 Wurfversuche im Korb unterbrachte. DeJuan Blair streute von der Bank kommend 11 Punkte und 9 Rebounds ein.

Bei den Utah Jazz fiel vor allen Dingen die starke Bank auf, die von Marvin Williams angeführt wurde. Der Small Forward brachte sein Team gerade im dritten Durchgang etwas heran und erzielte 19 Punkte (3/6 Dreier) sowie 5 Rebounds. Jeremy Evans holte 14 Punkte (7/7 FG) und 2 Blocks. Rookie Trey Burke machte in seinem zweiten NBA-Spiel einen ordentlichen Eindruck, traf aber nur 2 seiner 8 Wurfversuche und blieb bei 5 Punkten.

Die Jazz-Hoffnungen enttäuschten dagegen durch die Bank. Enes Kanter wirkte neben sich und kam auf lediglich 2 Punkte und 5 Rebounds. Derrick Favors sammelte zwar 3 Steals und 13 Punkte, konnte aber auch wenig gegen die Drives der Mavs ausrichten. Auch Gordon Hayward erlebte mit 13 Punkten (5/12 FG) einen relativ schwachen Abend.

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Nach dem Super-Comeback gegen die Rockets gibt es für Coach Rick Carlisle keinen Grund, irgendetwas am Mavs-Lineup zu ändern, also starten wieder Calderon, Ellis, Marion, Nowitzki und Dalembert. Tyron Corbin bringt John Lucas III, Hayward, Jefferson, Favors und Kanter von Beginn an für die Jazz und vertraut damit auch der gleichen Starting Five wie zuletzt.

5.: Calderon läuft Slalom um die regungslose Defensive der Jazz. In der Zeit rollt sich Dalembert ab und steht günstig in der Zone. Alley-Oop-Pass vom Spanier, Slam Dunk von Dalembert. Die Mavs starten offensiv stark. 13:4 Mavs. Corbin nimmt die erste Auszeit.

12.: Utahs Burke zieht zum Korb und hat beim Drive ein gutes Auge für Hayward, der in der Ecke auf den Ball wartet. Er kriegt den Ball in die Hände, zieht aus der Ecke ab zum Dreier. Airball. 31:18 Mavs.

16.: Shane Larkin kommt ins Spiel und holt sich gleich den zweiten Steal in einer Minute auf dem Feld. Dann leitet er den nächsten Spielzug an. Pass raus auf Crowder, der von der Dreierlinie abzieht. Sicher drin. 41:20 Mavs.

24.: Toller Schnellangriff der Mavericks. Nowitzki klaut in der Defensive Jeremy Evans den Ball beim Drive. Ellis leitet gleich den Fastbreak ein. Gleich zwei Spieler stürzen sich beim Zug zum Korb auf ihn, doch Ellis hat das Auge für den freien Nowitzki. Beidhängiger Dunk. Einfaches Spiel. 58:31 Mavs.

31.: Die Jazz kommen etwas ran, weil die Mavs gerade lasch verteidigen. Mit angefressener Miene nimmt Carlisle die 20-Sekunden-Auszeit und wählt scheinbar klare Worte. Dallas geht raus, Utah macht die Bahn frei und Ellis zieht schnell durch die Zone zum feinen Korbleger. 70:55 Mavs.

36.: Ganz starker Offensiv-Rebound von Blair! Carter vergibt den offenen Dreier, doch Blair ist zur Stelle, holt sich fast im Fallen den Abpraller, fängt sich und verwertet ihn gleich per Korbleger. 80:62 Mavs.

42.: Die Defensive der Mavs stimmt gar nicht mehr. Die Jazz fliegen plötzlich zu Alley Oops und punkten mit einfachsten Drives. Hayward bringt Utah per Korbleger auf 9 Punkte heran. 90:81 Mavs.

45.: Sam Dalembert mit den Big Points. Nach einem vergebenen Ellis-Korbleger ist er zur Stelle und verwertet per Hook Shot. Danach legt Nowitzki noch einen drauf. Im Post zieht er das Foul und verwandelt den Fade Away. Wieder 98:87 Mavs.

48.: Nowitzki schnappt sich den Rebound. Ellis erhält den Ball und kann die Uhr herunter spielen. Obwohl es noch einmal knapp wurden, siegen die Mavs letztlich souverän mit 103:93.

Dallas Mavericks vs. Utah Jazz: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Samuel Dalembert. Gegen die Rockets wirkte der Mavs-Center noch etwas lethargisch, gegen die Jazz gab er dagegen von Beginn an Power. Gegen das hochtalentierte Frontcourt-Duo Kanter/Favors machte Dalembert einen sehr guten Eindruck.

Er zeigte sich sehr beweglich in der Offensive und verdeutlichte nochmal, dass er sehr vielseitig erfolgreich sein kann. Er traf per Spin Move, aus der Mitteldistanz oder per Alley Oop. Auch in der Endphase war er mit zwei wichtigen Punkten und etlichen Rebounds zur Stelle. Zudem wie schon gegen die Rockets in Block-Laune. Zweimal schickte er einen Wurf der Jazz zum Absender zurück.

Der Flop des Spiels: Enes Kanter. 21 Minuten stand der Türke auf dem Feld und blieb weitestgehend unsichtbar. Man fragte sich schon, wo der Jazz-Center steckte, als Ellis und Co nach Belieben in der ersten Hälfte in die Zone penetrierten und in Ringnähe problemlos punkten konnten.

Kanter war zu keiner Zeit präsent, leistete sich im Low Post sogar einen dummen Schrittfehler und hatte am Ende mit -17 das zweitschlechteste Plus-Minus-Rating aller Spieler. Wies zudem mit nur 1 von 6 verwandelten Wurfversuchen eine für einen Big Man unterirdische Quote auf.

Das fiel auf:

  • Der Klassenunterschied war gerade zu Beginn gewaltig. Die Mavs penetrierten durch die Jazz-Defensive wie Butter. Utah leistete bei den Drives von Ellis kaum Gegenwehr. Dafür leisteten die Jazz sich gleich nach sieben Minuten anfängerhafte 3 Schrittfehler. Die Mavs machten dagegen da weiter, wo sie gegen die Rockets aufgehört hatten und spielten tollen Team-Basketball. 11 der ersten 13 erfolgreichen Würfe aus dem Feld ging ein Assist voraus.
  • Zur Halbzeit standen die Mavs bei 59 Prozent verwandelten Feldwürfen. Die Offensive funktionierte sehr gut. Die Spielzüge wurden ruhig gelaufen, der Ball uneigennützig weitergespielt. Die Jazz machten es den Mavs allerdings auch wirklich leicht. Kanter und Favors hatten die Zone und den Ring nicht einmal ansatzweise unter Kontrolle. Das Reboundverhältnis zur Halbzeit? Mavs: 23, Jazz: 14
  • In der zweiten Hälfte zogen sich die Mundwinkel von Mavs-Coach Rick Carlisle immer weiter nach unten. Die Mavs verloren vollständig ihre Konzentration und den Fokus in der Defensive. Man hatte den Eindruck, als würden sie die Reservisten der Jazz nicht ernst nehmen. Jeremy Evans verwandelte 7 seiner 7 Versuche aus dem Feld, obwohl er über keinen vernünftigen Wurf verfügt. Er kam einfach immer frei zu Korblegern und Dunks. So schmolz der Vorsprung von 28 Punkten auf zwischenzeitlich nur noch 5.
  • Durch die konzentrierte Leistung im ersten Durchgang bot sich die Chance, einige Stammkräfte zu schonen. Doch genau diese Chance verbauten sich die Mavs letztendlich. So musste Nowitzki wieder 32 Minuten ran, Ellis stand 38 Minuten auf dem Feld. Beide führten Dallas am Ende zum Sieg. Dass sie in den Schlussminuten auf dem Feld standen, ist gerade deswegen ärgerlich, weil die Mavs in der nächsten Nacht im Back-to-Back-Game gegen die Nuggets antreten müssen.
  • Den 11 Team-Assists der Mavs im ersten Viertel folgten nur noch 8 Team-Assists in den anderen drei Vierteln. Auch das ein Zeichen der nachlassenden Konzentration. Dallas spielte seine Spielzüge nicht mehr richtig aus. Ein noch deutlicheres Indiz für den Verlust der Konzentration: Im ersten Durchgang hielt Dallas die Jazz bei 38,9 Prozent aus dem Feld, in der zweiten Hälfte erzielte Utah größtenteils dank einfacher Korbleger 59,5 Prozent aus dem Feld. Wenigstens konnten sich die Mavs wieder auf den sicheren Dreier (41,2 Prozent) verlassen.
  • Die Rookies Shane Larkin und Trey Burke erhielten viele Minuten und standen sich die meisten davon im direkten Matchup gegenüber. In der ersten Hälfte erzielte Burke ein And One gegen Larkin, der sammelte dafür sehr schnell zwei Steals und war in der Schlussphase selbst per And One zur Stelle. Beide wirkten im Spielaufbau für Rookies relativ ruhig und abgeklärt.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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