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NBA

"Das schwerste Jahr meiner Karriere"

Von Interview: Jan-Hendrik Boehmer
Dirk Nowitzki kommt in dieser Saison bislang auf 16,4 Punkte pro Spiel
© imago

Knie-Verletzung, verfrühtes Comeback und Dallas' schwache Saison: Aufgeben kommt für Dirk Nowitzki dennoch nicht in Frage. Ganz im Gegenteil: Im Sommer sollen die Mavericks noch einmal für einen Titel-Run nachrüsten - und Dirk weiß auch schon genau, wer kommen soll. Außerdem: Alles über Bärte, Tennis und Twitter.

SPOX: Dirk Nowitzki, die wichtigste Frage zuerst: Starker Bart, wie lange bleibt der noch dran?

Dirk Nowitzki (lacht): Hoffentlich nicht mehr lange. Als wir den Pakt geschlossen haben, dass wir uns nicht mehr rasieren bis wir wieder über .500 sind, waren wir knapp dran. Das war vor zwei Monaten. Irgendwie haben wir anschließend eine ganze Reihe Heimspiele verloren, so dass es mit dem Rasieren ganz mies aussah und das Ding jetzt immer noch dran ist. Aber ich hoffe, dass ich mich in dieser Saison noch rasieren kann...

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SPOX: Ok, mal im Ernst: wie geht es Ihnen - abgesehen vom Bart-Problem?

Nowitzki: Gut - endlich! Am Anfang war es für mich eine frustrierende Saison. Ich habe alles getan, um eine Operation zu verhindern, aber die Schwellung im Knie kam immer wieder und wir mussten die OP doch machen. Das war eine frustrierende Zeit.

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SPOX: Wie haben Sie diese Zeit erlebt?

Nowitzki: Fast zwei Monate weg zu sein, das macht natürlich keinen Spaß. Immer nur zuzuschauen und dabei zu sehen, dass die Mannschaft strauchelt und mich braucht. Das war hart. Deshalb habe ich gepusht und bin vielleicht sogar ein bisschen zu früh zurückgekommen. Ich war eigentlich noch nicht ganz fit.

SPOX: Was genau hat am Anfang noch gefehlt - und wann war es wieder da?

Nowitzki: Jeder Schritt war schwer und ich musste lange kämpfen. Ich war einfach zu langsam. Die Regeneration hat länger gedauert, als wir alle gehofft haben - besonders als ich gehofft hatte. Aufwärts ging es erst kurz vor dem All-Star-Game. Nicht nur vom Schießen her, sondern auch von den Bewegungen, vom ersten Schritt. Seitdem ist es solide. Aber noch lange nicht so, wie ich es mir wünschen würde...

SPOX: Also sind Sie noch nicht wieder bei 100 Prozent?

Nowitzki: Hm, schwer zu sagen. Es sind vermutlich schon so gut wie 100 Prozent. Allerdings auch nur, weil ich nicht weiß, ob es jetzt noch einmal so viel besser wird. Aber zumindest bewege ich mich wieder gut, hatte einige gute Rebound-Spiele. Für mich ist es jetzt das Wichtigste, dass ich der Mannschaft helfe. Auch in der Verteidigung. Da haben wir einige Pick-and-Roll Coverages, in denen ich eine Rolle spiele.

SPOX: Das klingt eher ernüchtert als euphorisch. Ist der Spaß noch nicht wieder da?

Nowitzki: Naja. Spaß ist in der NBA immer stark mit Siegen verknüpft. Wenn man also viel verliert, ist der Spaß nicht unbedingt gegeben. Von daher ist es auch vermutlich das schwerste Jahr meiner Karriere. Ich war es in den vergangenen elf Jahren gewohnt, immer in den Playoffs zu spielen. Deshalb ist das jetzt natürlich eine ungewohnte Situation. Aber wir müssen das Beste daraus machen und werden alles versuchen, Richtung Playoffs zu pushen und uns vielleicht doch noch irgendwie da rein zu drängeln. Aktuell läuft es besser, aber es wird mit Sicherheit schwer.

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SPOX: Aufgeben kommt aber nicht in Frage, oder?

Nowitzki: Aufgeben? Das habe ich in meiner gesamten Karriere noch nicht gemacht. Auch wenn es mal schlecht gelaufen ist. Und das werde ich jetzt auch nicht tun.

SPOX: Inwiefern helfen die vielen Motivationsbücher, die Sie lesen. Eines davon heißt "Taifun". Darin geht es darum, dass es alles immer noch schlimmer kommen kann und man nie den Mut und die Hoffnung verlieren soll. Was bringt mentales Training?

Nowitzki: Viel. Und das fällt einem dann besonders in solchen Situationen auf. Ich mache zudem auch noch seit einigen Jahren Yoga - und diese positive Einstellung, dieser Drang immer das Beste zu geben, hilft einem über Krisen hinweg. Es hat mich darin bestärkt, nie aufzugeben und das wird sich auch jetzt nicht ändern.

SPOX: Ein vorzeitiger Abschied kam und kommt also für Sie nicht in Frage?

Nowitzki: Nein, auf keinen Fall. Es gab nur einen Grund, warum ich jemals vorzeitig Dallas verlassen hätte: Wenn wir 2011 nicht den Titel gewonnen hätten. Dann wäre ich vielleicht noch einmal gewechselt, um noch eine Chance zu bekommen. Aber den Traum vom Titel habe ich mir damals erfüllt. Jetzt gehen wir eben durch eine Zeit, die nicht so toll ist. Aber das Gute ist ja, dass wir im Sommer Cap-Room haben. Und da hoffe ich, dass wir uns da noch einmal richtig verbessern. Das ist ein wichtiger Sommer für uns...

Seite 2: Nowitzki über den nächsten Blockbuster-Deal, Wunsch-Kollegen und Twittern

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