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Dallas Mavericks - Golden State Warriors 116:91

Mavericks deklassieren Warriors

Von Martin Gödderz
Sonntag, 10.02.2013 | 06:13 Uhr
Dirk Nowitzki traf zwar nur wenig, trotzdem gewannen seine Dallas Mavericks gegen die Warriors
© Getty
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Auch wenn Dirk Nowitzki enorme Probleme mit seinem Wurf offenbart, spielen die Dallas Mavericks (22-28) die Golden State Warriors (30-21) an die Wand und gewinnen klar mit 116:91. Über drei Viertel lang führt Dallas mit mehr als 10 Punkten. Shawn Marion knackt eine Saisonbestmarke und die Mannschaft hat wohl einen Bart-Pakt geschlossen.

Es ist ja nicht so, als gingen seine Jumper weit daneben und auch seine Fade Aways enden nicht mit einem Airball, trotzdem bleibt Dirk Nowitzki das Wurfglück derzeit verwehrt. Gegen die Warriors fand nur selten einer seiner Würfe den Weg zum Korb. Nowitzki traf nur 3 seiner 12 Wurfversuche und kam am Ende vor allen Dingen dank seiner Freiwürfe (8/11) auf 15 Punkte.

Von Nowitzki abgesehen liefen allerdings diverse Mavericks heiß. Fünf Spieler punkteten zweistellig, allen voran Matchwinner Shawn Marion, der 26 Punkte und 11 Rebounds erzielte. O.J. Mayo hatte im Mavs-Jersey wohl noch nie so ein gutes Assists-Turnover-Verhältnis. Der Shooting Guard kam am Ende auf 19 Punkte und 9 Assists bei nur 2 Ballverlusten.

Sein Kollege im Backcourt, Darren Collison, erzielte 13 seiner 18 Punkte im ersten Viertel und verteilte nebenbei ebenfalls starke 8 Assists. Elton Brand steuerte von der Bank ein Double Double bei (11 Punkte, 11 Rebounds) und hatte am Ende das beste Plus-Minus-Rating aller Spieler (+32).

Die Warriors dagegen, die einen Tag zuvor bereits eine Niederlage gegen die Grizzlies hinnehmen mussten, waren das ganze Spiel über von der Rolle. Stephen Curry war zwar bester Punktesammler, seine Quoten waren aber schwach (18 Punkte, 8/23 FG). Auch Klay Thompson (11 Punkte, 4/14 FG) und Harrison Barnes (12 Punkte, 4/10 FG) fanden nie ihren Rhythmus. All-Star David Lee hatte früh mit Foulproblemen zu kämpfen und fand nie ins Spiel. Am Ende holte er nur 10 Punkte und 6 Rebounds.

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Die Reaktionen:

Darren Collison (Dallas Mavericks): "Jeder hat uns schon ausgezählt. Wir sind die einzigen, die daran glauben, dass wir noch immer die Playoffs erreichen können. Wir müssen weiter drücken und uns nach vorne bewegen, damit wir unsere Bärte abrasieren können. Ich persönlich trage keinen Bart, weil mir keiner wächst. (Anm. d. Red.: Die Spieler der Mavs lassen sich so lange einen Bart wachsen, bis das Team bei 50 Prozent gewonnener Spiele steht)"

Shawn Marion (Dallas Mavericks): "Ich war einfach aggressiv und habe das Spiel zu mir kommen lassen. Wenn wir das Momentum auf unsere Seite kriegen, wird man das schon sehen. Momentan stehen wir noch immer hinter unseren Waffen und sind bereit abzuheben."

...zu den Trade-Gerüchten um seine Person: "Stand jetzt bin ich ein Dallas Maverick und darum geht es."

Mark Jackson (Trainer Golden State Warriors): "Uns geht es gut, keine Panik. Wir haben noch ein Spiel verloren. Wir haben nicht gut gespielt, wir haben Fehler gemacht und keine 48 Minuten guten Basketball zusammenbekommen, aber es wird keine Panik geben. Wir setzen uns jetzt zusammen und bereiten uns auf das nächste Spiel vor."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Da Kaman noch immer auf unbestimmte Zeit fehlt, bleibt Rookie Bernard James in der Starting Five. Neben ihm istt alles beim Alten: Collison, Mayo, Marion, Nowitzki, James - so lautet die Starting Five, die Rick Carlisle aufs Feld schickt.

Weil die Warriors bereits gestern ein Spiel absolviert haben, schont Coach Mark Jackson nach Absprache seinen erst vor Kurzem wiedergenesenen Center Andrew Bogut. Die erste Fünf lautet wie folgt: Curry, Thompson, Barnes, Lee und Biedrins.

5.: Nowitzki mit dem Jumper aus der Halbdistanz. Airball. Der Deutsche beginnt eiskalt und hat noch keinen einzigen seiner ersten fünf Wurfversuche verwandeln können. Carlisle setzt ihn erst einmal auf die Bank und bringt Elton Brand. 9:8 Mavs.

10.: Ohne Nowitzki startet Dallas einen 14:0-Lauf. Mayo blockt Bazemore und versenkt den Korbleger im Fastbreak. Collison trifft den völlig freien Dreier aus der Ecke und Jackson nimmt die Auszeit. Unmittelbar danach trifft Collison einen schwierigen Fade Away mit Foul. Auch der Freiwurf sitzt. 10 Punkte schon für den Point Guard. 23:10 Mavs.

15.: Es geht noch gar nichts zusammen bei den Warriors, die sich nach drei Minuten im zweiten Viertel bereits das fünfte Foul leisten. Dallas erhält ab sofort für jedes Foul Bonus-Freiwürfe. Und jetzt läuft auch Nowitzki heiß. Dreier von der Glocke? Drin! Halfcourt-Jumper mit Foul? Drin!! 42:21 Mavs.

20.: So langsam sollten sich die Warriors Sorgen machen. Mayo spielt einen Pass über das ganze Feld und findet Marion. Der steht völlig frei und muss den Ball nur noch stopfen. Dallas hat nun doppelt so viele Punkte wie Golden State auf dem Konto. 54:27 Mavs.

24.: Collison versucht den Halfcourt-Shot zum Abschluss der ersten Halbzeit. Der Ball kratzt sogar fast am Netz, geht aber raus. Es wäre der irre Abschluss einer überragenden ersten Hälfte der Mavs gewesen. 62:36 Mavs.

31.: Die Warriors kommen ein wenig heran und finden jetzt mit Unterstützung einer laschen Dallas-Defensive etwas besser ins Spiel. Auf der Gegenseite haben die Mavericks aber fast immer eine Antwort. Marion streut erst den Dreier ein, dann den Jumper von der Freiwurflinie. 72:51 Mavs.

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36.: Beaubois leistet sich bei einem Passversuch zu Nowitzki einen ganz blöden Turnover mit Ansage. Green stealt den Ball und verwandelt auf der Gegenseite per Dunk. Nur noch 81:63 Mavs. Carlisle nimmt genervt die Auszeit. Dennoch bleibt es dabei: Wenn die Mavs auch nur ein bisschen die Konzentration bewahren, darf hier nichts mehr anbrennen.

40.: Die Warriors kommen bis auf 15 Punkte heran und sind jetzt in der Offensive da. Doch prompt als Marion wieder eingewechselt wird, erzielt der Small Forward vier ganz wichtige Punkte in Serie und bringt den Vorsprung wieder in ruhigere Gefilde. Trotzdem: Klay Thompson drei Meter Platz zu lassen, während der zum Dreier ansetzt ist einfach höchst fahrlässig und unnötig. Auch wenn der heute wirklich nicht heiß ist, bestraft er sowas sofort. 96:76 Mavs.

43.: Mayo macht die Fastbreak-Punkte 28 und 29 nach einem weiteren dummen Warriors-Turnover. Jetzt ist das Spiel durch. Carlisle schickt die Garbage-Time-Formation aufs Feld. 109:83 Mavs.

Der Star des Spiels: Shawn Marion. Der Small Forward befindet sich bereits seit einigen Spielen in bestechend guter Form. Heute setzte Marion dem noch einmal die Krone auf. Seine 26 Punkte bedeuten einen persönlichen Saisonrekord. Der 34-Jährige profitierte enorm von der Turnover-Anfälligkeit der Warriors und zeigte, dass er den Fastbreak auch im höheren Alter noch immer überragend laufen kann. Er traf aber nicht nur im Fastbreak, sondern auch aus allen anderen Lagen (11/16 FG), sogar der Dreier fiel sicher (2/3).

Dabei ist nicht zu verachten, wie wichtig Marions Punkte teilweise waren, so zum Beispiel im letzten Viertel, als die Warriors ganz kurz am Comeback schnupperten, ehe Marion alle Hoffnungen zunichte machte. "The Matrix" verbuchte nebenbei 11 Rebounds und holte sich ein Double-Double. Auch seine Plus-Minus-Differenz von +21 war bärenstark.

Der Flop des Spiels: Stephen Curry. Der heutige Top-Scorer der Warriors repräsentiert anschaulich die erschreckend schwache Vorstellung des gesamten Warriors-Teams, die ihren Beweis vor allen Dingen in zwei Statistiken findet: Eine miserable Wurfquote und jede Menge Ballverluste.

Curry vereinte beide negativen Aspekte des heutigen Spiels der Warriors. Der Point Guard versenkte nur acht seiner 23 Wurfversuche und leistete sich fünf Ballverluste bei nur vier Assists. Dass er mit 18 Punkten der beste Punktesammler der Warriors war, ist vielmehr ein Indiz dafür, dass auch der Rest des Teams versagte.

Analyse: Selten startete Dallas so gut in ein Spiel. Nach Nowitzkis anfänglichen Wurfschwierigkeiten legte Dallas einen 14:0-Lauf aufs Parkett. Collison spielte im ersten Viertel überragend auf, versenkte all seine vier Wurfversuche, darunter zwei Dreier bis Carlisle ihn rausnahm. Der Lauf setzte sich im zweiten Viertel fort. Dabei schossen sich die Mavs, von Collison abgesehen, nicht einmal in einen Rausch. Zur Halbzeit standen knapp über 50 Prozent verwandelte Feldwürfe, was ein zweifellos starker, aber nicht überragender Wert ist.

Der Grund dafür, dass Dallas dominierte,ist viel eher in der unterirdischen Quote der Warriors zu finden: 30,4 Prozent verwandelte Würfe aus dem Feld in der ersten Hälfte, 38,2 Prozent am Ende. Auch hier bleibt zu sagen: Dallas verteidigte zwar stark, aber nicht überragend. Alleine Klay Thompson und Stephen Curry verwarfen ungewöhnlicherweise offene Jumper in Serie, so dass die Warriors zur Halbzeit auf gerade einmal 36 Punkte kamen. So wenige Punkte hatte in dieser Saison noch kein Kontrahent der Mavs zu dieser Zeit gesammelt.

Ein Hauptgrund dafür war auch die Ballsicherheit der Mavs, die sich bis zum Ende des zweiten Durchgangs gerade einmal zwei Turnover geleistet hatten. Dass die Mavericks zur Hälfte mehr Offensiv-Rebounds (3) als Ballverluste gesammelt hatten, erscheint nahezu surreal angesichts der Turnover- und Reboundschwäche in dieser Saison.

Am Ende kamen dann doch noch ein paar dumme Ballverluste hinzu und die Mavericks hatten sich wieder 10 Turnovers geleistet, Golden State ging aber noch weniger sorgsam mit dem Ball um und leistete sich 16 Ballverluste. Viel wichtiger allerdings war die Tatsache, dass Dallas die Ballerverluste des Gegners viel besser ausnutzte und am Ende auf 29 Fastbreak-Punkte kam, während die Warriors lediglich 8 Punkte im Schnellangriff holten. Insbesondere Mayo und Marion rannten den Fastbreak vorbildlich.

Zwei weitere Kernpunkte des Blowouts war das Assist- und Dreierverhältnis beider Teams. Die Warriors kamen am Ende immerhin noch auf eine Dreierquote von 37,5 Prozent, trafen aber im ersten Durchgang nur zwei von 10 Dreiern. Die Mavs dagegen liefen schon von Beginn an heiß. Marion, Mayo und Collison trafen nahezu alles von Downtown. Das lag aber auch am starken Ball-Movement in der Offensive. Die Mavs ließen den Ball klasse laufen, wenig durchdachte Einzelaktionen waren fast gar nicht zu finden. 25 Assists holten die Mavs als Team, die Warriors gerade einmal 12.

Unter dem Strich bleibt eine der besten Saisonleistungen der Mavs, die in der Verteidigung fast die ganze Zeit auf der Höhe waren und in der Offensive stark zusammenspielten. Allerdings profitierte Dallas auch von einem platten Gegner, der große Probleme hatte und zu keiner Phase ins Spiel fand.

Die Mavericks haben jetzt drei ihrer letzten sechs Spiele gewonnen und sollten die gute Form konservieren. Die nächsten Gegner lauten Atlanta, Sacramento, Orlando und New Orleans - allesamt machbare Aufgaben. Auf die Warriors, die gegen Dallas ihr viertes Spiel in Serie verloren, warten mit den Rockets und einem Auswärtsspiel in Utah härtere Brocken.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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