Suche...

Utah Jazz - Dallas Mavericks 100:94

Hayward on Fire! Mavs verlieren auch gegen Utah

Von Max Marbeiter
Dienstag, 08.01.2013 | 06:52 Uhr
Gordon Hayward (l.) war Topscorer beim Sieg der Jazz gegen Dallas
© Getty
Advertisement
NBA
Timberwolves @ Spurs
NBA
Knicks @ Thunder
NBA
Cavaliers @ Bucks
NBA
Warriors @ Grizzlies
NBA
Hawks @ Nets
NBA
Warriors @ Mavericks
NBA
Knicks @ Celtics
NBA
Pacers @ Thunder
NBA
Celtics @ Bucks
NBA
Thunder @ Timberwolves
NBA
Cavaliers @ Pelicans
NBA
Spurs @ Pacers
NBA
Spurs @ Celtics

Zwölf Niederlagen aus den letzten 14 Spielen. Auch die zweite Partie nach Dirk Nowitzkis Starting-Five-Comeback brachte für die Dallas Mavericks (13-22) keine Besserung. Bei den Utah Jazz (18-18) setzte es eine 94:100-Pleite. Speziell Gordon Hayward war von den Mavs zu keiner Zeit in den Griff zu bekommen.

Es bleibt dabei: Auswärts ist für Dallas in dieser Saison einfach nichts zu holen. Dabei überragte in Salt Lake City nicht einmal Utahs eigentlich so imposanter Front Court. Vielmehr mauserte sich der eigentlich so unscheinbare Gordon Hayward zum ganz persönlichen Mavs-Albtraum. Hayward traf von Downtown, wie er wollte (4/5), erzielte starke 27 Punkte und lieferte 2 Blocks.

Ganz tatenlos wollten die Big-Men der Jazz da natürlich nicht zusehen. Al Jefferson legte ein Double-Double auf (15 Punkte, 11 Rebounds), Paul Millsap klaute den Mavs zwei Mal den Ball, scorte wenn er gebraucht wurde (14 Punkte) und Enes Kanter schnappte sich in nur 15 Minuten 7 Rebounds.

Dirk Nowitzki bekam beim zweiten Starting-Five-Auftritt seit seinem Comeback dagegen erneut den harten NBA-Alltag zu spüren. Zwar war der Würzburger mit 20 Punkten Topscorer der Mavs und hielt Dallas mitunter sogar im Spiel. Gerade in der Crunchtime leistete er sich allerdings einige unnötige Ballverluste (3 insgesamt). Einen Großteil der Unterstützung erhielt Nowitzki von Chris Kaman (14 Punkte, 9 Rebounds), der nach starkem Beginn allerdings merklich abkühlte, und O.J. Mayo (13 Punkte, 5 Assists).

Die Reaktionen:

Rick Carlisle (Mavs) über Dirk Nowitzkis Aussagen zu Dallas' Situation: "Der Grund, weshalb er einer der besten Spieler aller Zeiten ist, ist, dass er extrem hohe Standards hat. Bis er bei 95 oder 100 Prozent ist, wird jeder eine polarisierende Meinung zu unserer Bilanz haben - auch Nowitzki, wenn er danach gefragt wird. Wir müssen einfach jeden Tag weiter arbeiten, um uns als Basketball-Team zu verbessern.

Dirk Nowitzki (Mavs): "Eins weiß ich sicher: Wir werden weiter hart arbeiten. Ich werde immer besser in Form kommen und der Coach wird die kleinen Dinge ständig ansprechen. Wir werden das hinbekommen."

Gordon Hayward (Jazz): "Wenn wir uns in der Defense reinhängen und wirklich anfangen, die Leute zu verteidigen, sind wir ein ziemlich angsteinflößendes Team."

Tyrone Corbin (Jazz) über seine Lineup am Ende - mit Randy Foye, Alec Burks und Gordon Hayward: "Wir haben etwas mehr Tempo und Scoring gebraucht. Wegen Collisons Speed habe ich mir ein wenig Sorgen gemacht, aber ich denke, Gordon Hayward und Alec Burks haben einen guten Job gemacht, waren meistens zwischen ihm und dem Korb. Und es hat uns in der Offensive einiges gebracht."

Schlaglichter: Knicks verlieren gegen Celtics - Melo flippt aus

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff:

Die Jazz beginnen mit Jamaal Tinsley, Randy Foye, Marvin Williams, Paul Millsap und Al Jefferson.

Rick Carlisle bringt Dirk Nowitzki kaum überraschend erneut von Beginn an. Flankiert wird der Finals-MVP von 2011 von Darren Collison, O.J. Mayo, Shawn Marion und Chris Kaman.

4.: Das Big-Man-Duo der Mavs ist direkt im Spiel. Kaman trifft den Fadeaway, Nowitzki zieht von Downtown nach und zu guter Letzt schnappt sich wiederum Kaman den Steal. Es folgt ein kaum für möglich gehaltener Sprint - Slam-Dunk!

9.: Marion freut sich nach Carters schönem Pass in die Zone bereits auf den leichten Leger. Aus dem Hintergrund fliegt jedoch Favors heran und räumt die Matrix unsanft ab. Dennoch funktioniert Dallas' Offense, vor allem dank Nowitzki und Kaman, die die ersten 15 Mavs-Punkte erzielt haben, durchaus ansehnlich.

14.: Rick Carlisle muss hilflos mitansehen, wie nach Watson auch noch Hayward völlig frei von draußen trifft. Der Coach hat erst einmal genug - Timeout Dallas!

18.: Nowitzki auf der Bank, Mayo noch nicht wirklich im Spiel angekommen - also übernimmt Marion. Per Leger und Floater bringt der Forward die Mavs mit 37:36 in Front.

24.: Das Spiel ist unglaublich ausgeglichen. Auf der einen Seite trifft Jefferson aus der Mitteldistanz, auf der anderen macht Collison den Layup. Dann lassen die Mavs Hayward am Perimeter allerdings gleich zwei Mal völlig offen. Noch bitterer ist jedoch Williams' Dreier mit der Halbzeitsirene - 53:53!

28.: Kaman fällt auf Jeffersons Headfake rein, reißt den Jazz-Center am Kopf zu Boden und kassiert das unsportliche Foul. Jefferson nimmt Rache von der Linie - 2 von 2 - 60:59 Utah!

32.: Die Jazz räumen unter den Brettern ordentlich auf. Sogar Randy Foye verdingt sich gegen Collison als Shot-Blocker. Auf der anderen Seite lässt Hayward dem Fake gegen Carter, einen weichen Mid-Range-Jumper folgen - 69-68 Utah!

37.: Nach einem Run am Ende des dritten Viertels gehen die Mavs mit einem sechs Punkte Vorsprung in den Schlussabschnitt. Für Nowitzki offenbar nicht genug. Eng verteidigt steigt der Würzburger am Zonenrand hoch - nothing but net!

38.: Utah erhöht die Intensität! Favors drückt Nowitzki beim Drive unsanft zu Boden. Vorne schmeißen sie allerdings den Ball weg. Beaubois hat viel Parkett vor sich, wird beim Dunk-Versuch jedoch bitterböse, vor allem aber fair, von Hayward abgeräumt.

42.: Jetzt wird's kurios: Nachdem Nowitzkis Jumper die Unterseite des Netzes immerhin noch knapp streift, verfehlt Mayo das Ziel aus der Ecke komplett. Beiden Airballs zum Trotz führen die Mavs mit 84:80.

46.: Gordon Hayward ist absolut nicht in den Griff zu bekommen. Von Downtown markiert der Flügel seine Punkte 23,24 und 25 - 93:86 Jazz!

Der Star des Spiels: Gordon Hayward. Der Flügel war von den Mavs zu keiner Zeit in den Griff zu bekommen und sorgte vorne wie hinten für eminent wichtige Plays. Mit zwei spektakulären Blocks brachte er die Zuschauer ins Spiel. Noch wichtiger war aber sein offensiver Output (8/14 für 27 Punkte, 5 Assists, 0 Turnover). Egal, wo er hochstieg, der Ball fand meistens den Weg in den Korb - speziell von jenseits der Dreierlinie (4/5).

Der Flop des Spiels: Derrick Favors. Gegen den körperlich und in Sachen Geschwindigkeit nicht gerade angsteinflößenden Mavs-Frontcourt hätte der Big-Man eigentlich seine immense Athletik ausspielen sollen. 5 Fouls in nur 13 Minuten nahmen Favors allerdings früh aus dem Spiel, so dass am Ende andere das Spiel zu Gunsten der Jazz entscheiden mussten.

Die Analyse: Passen Chris Kaman und Dirk Nowitzki eigentlich zusammen - nicht nur in der Defensive auch im Angriff? Legt man einzig die ersten Minuten in Salt Lake City zu Grunde, so müsste die Antwort deutlich "Ja" lauten. Denn während sich Kaman seine Würfe im Low-Post erarbeitete, wich Nowitzki immer wieder in Richtung Freiwurflinie aus. Mit Erfolg: Die ersten 15 Mavs-Punkte gingen allesamt auf das Konto des Big-Man-Duos.

Inwieweit ein solches Modell zukunftsträchtig sein wird, muss sich allerdings noch zeigen. Noch verdingt sich der Würzburger nämlich größtenteils als Spot-up-Shooter. Kurz nach seiner Verletzungspause will er offenbar noch nicht allzu viel riskieren und meidet das Dribbling, so oft es nur geht. Dazu funktionierte das Zusammenspiel mit zunehmender Spieldauer immer schlechter - auch weil Kaman nach 4/5 und 10 Punkten zu Beginn gegen Ende deutlich abkühlte (5/12, 14 Punkte)

Dennoch wird immer deutlicher, wie die Offense der Mavs in Zukunft aussehen kann. Wo in den ersten Saisonwochen noch regelmäßig der schnelle Abschluss gesucht wurde, geht Dallas mit Nowitzki inzwischen wieder wesentlich häufiger ins Setplay.

Dabei limitiert Rick Carlisle die Minuten seines Superstars weiterhin, hat inzwischen allerdings auch die Option, mit O.J. Mayo oder Nowitzki zu jeder Zeit mindestens einen potenten Scorer auf dem Parkett zu haben.

Und dennoch hatten die Mavs ausgerechnet im letzten Viertel Probleme, zu Punkten zu kommen. Das Big-Man-Arsenal der Jazz um Al Jefferson (15 Punkte, 11 Rebounds), Enes Kanter (7 Rebounds in 12 Minuten) und Paul Millsap (14 Punkte, 8 Rebounds, 2 Steals) rackerte unter den Brettern und führte die intensive Jazz-Defense in den letzten Minuten an.

Den Rest übernahm Gordon Hayward, der vorne wie hinten einen herausragenden Abend erwischt hatte (8/14, 27 Punkte, 4/5 Dreier, 2 Blocks).

Interessanter Nebenaspekt: In der Crunchtime bedachte Rick Carlisle Rodrigue Beaubois und nicht etwa Darren Collison mit dem Ballvortrag. Der Erfolg blieb freilich auch diesmal aus. Die Mavs beginnen ihren Drei-Spiele-Auswärtstrip mit der 12. Niederlage aus den letzten 14 Spielen. Und nun warten am Mittwoch auch noch die Los Angeles Clippers.

Der NBA-Spielplan im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung