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Am Ende doch wieder nichts

Von Philipp Dornhegge
Donnerstag, 10.01.2013 | 07:22 Uhr
Dirk Nowitzki kassierte mit den Mavericks gegen die Clippers die vierte Pleite in Serie
© Getty
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Die Dallas Mavericks (13-23) haben bei den L.A. Clippers (28-8) die vierte Niederlage in Folge kassiert. Beim 93:99 waren die Texaner lange gut im Spiel, doch am Ende fehlte die Klasse. Auch Dirk Nowitzki konnte nicht helfen.

Der Deutsche beendete die Partie mit 15 Punkten, warf jedoch schwach und schien mit der Energie des jungen Clippers-Frontcourts ein ums andere Mal überfordert zu sein.

Darren Collison machte derweil ein hervorragendes Spiel (22 Punkte), wurde im letzten Viertel aber von Chris Paul kaltgestellt. Der Spielmacher der Clippers stand am Ende bei 19 Punkten und 16 Assists.

Matt Barnes erzielte ebenfalls 19 Punkte für die Gastgeber, Blake Griffin 15 Punkte und 13 Rebounds. O.J. Mayo trug 17 Zähler für die Mavs bei.

Die Reaktionen:

Chris Paul (Clippers): "Wir nehmen diesen Sieg gern an, aber wir wissen, dass wir besser spielen können. Wir hatten anfangs keine Energie, aber es kann nicht jeden Abend wunderschön sein. Es war vielleicht gut, so ein Spiel gegen ein zähes Team auch mal schmutzig zu gewinnen."

Vinny Del Negro (Trainer Clippers): "Wir waren nicht so stabil wie gewohnt. Wir hatten viele Ballverluste, keinen Rhythmus. Aber wenn wir offensiv Probleme haben, müssen wir in der Defense Gas geben. Das haben wir dann getan."

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Rick Carlisle (Trainer Mavericks): "Wir hätten im letzten Viertel aggressiv bleiben müssen, um ihre hohe Intensität mitzugehen. Aber wir haben es nicht geschafft. Wir werden weiter arbeiten, wollen besser rebounden und unsere Würfe besser treffen."

Shawn Marion (Mavericks): "Wir waren mal wieder nah dran. So ein Spiel dann zu verlieren, ist natürlich schmerzhaft. Wir scheinen uns den Weg immer wieder selbst zu verbauen. Wir waren solide, aber am Ende addieren sich all die kleinen Dinge und bringen uns um den Erfolg."

Elton Brand (Mavericks): "So eine Misere habe ich schon sehr lang nicht mehr erlebt. Und es ist umso schlimmer, weil wir in fast jedem Spiel unsre Chancen hatten."

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Blake Griffin (Clippers): "Ich war ziemlich schlecht. Aber mir hat gefallen, wie unsere zweite Garde das Ruder Ende des dritten Viertels herumgerissen hat."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Bei den Clippers kündigt sich so langsam die Rückkehr von Routinier Hill an, doch gegen Dallas muss das Topteam noch ohne ihn auskommen. In der Starting Five wie gewohnt Paul, Green, Butler, Griffin, Jordan.

Die Mavs mit ihrer vermutlich besten Aufstellung aus Collison, Mayo, Marion, Nowitzki und Kaman.

6.: Guter Start der Clippers. Jordan und Griffin setzen sich in den ersten Minuten gut in Szene, Dallas hat keine Antwort. Jetzt trifft Mayo mal einen Dreier und verkürzt, 13:9 Clippers.

9.: Butler scheint gegen sein Ex-Team extrem motiviert, vielleicht übermotiviert? Der Small Forward hat erst einen seiner sechs Würfe getroffen, jetzt kommt noch ein Turnover dazu. Trotzdem führen die Clippers, 19:13.

20.: Vor Edelreservist Crawford müssen sich die Mavs eigentlich in Acht nehmen, doch den scheint sein Fuß ziemlich zu stören. Crawford spielt nach seiner Pause von zwei Spielen, doch das Wurfglück ist scheinbar zu Hause geblieben. 1-5, schwacher Start des sechsten Manns.

24.: Nichts zu sehen von Nowitzki. Der Deutsche wurde eben von Crawford geblockt, jetzt setzt er den sechsten seiner bislang sieben Würfe daneben. Aber: Collison mit dem Offensivrebound und seinen Punkten 16 und 17. Ausgleich, 50:50.

28.: Super Zusammenspiel zwischen den beiden Großen der Mavs! Collison findet im Pick'n'Pop Nowitzki an der Dreierlinie, der hat einen offenen Wurf. Aber Kaman steht noch besser: Nach Wurffinte spielt der Deutsche seinen Kumpel direkt unter dem Korb an, der legt den Ball mühelos in den Ring. 60:57 Mavs.

33.: Collison, immer wieder Collison! Ein einfacher Block reicht meist, um den Spielmacher frei zu bekommen. Die Hilfe rotiert, aber viel zu langsam, Richtung Korb. Da hat Collison den Layup schon versenkt. 70:61, höchste Führung der Mavs!

36.: Barnes at the buzzer... scores! Der Dreier mit der Sirene sitzt, das Staples Center explodiert! Die Clippers haben den Rückstand wieder verkürzt, 75:72 Mavs.

39.: Super Verteidigung von Odom gegen Nowitzki, und trotzdem versenkt der Deutsche seinen One-Legged Fadeaway! Doch Paul dreht jetzt auf: Erst ein super Durchstecker auf Turiaf, dann der Steal und Layup. Die Clippers sind vorn, 82:80.

42.: Jetzt geht es offenbar doch dahin für Dallas: Die Defense der Clippers steht viel besser, vorne zieht Paul das Spiel meisterhaft auf. Und findet Crawford für drei. 90:83 für die Hausherren, Auszeit Mavs.

48.: Die Vorentscheidung. Dallas war im Spiel, hatte bei vier Punkten Rückstand einen offenen Dreier. Doch Collison vergibt, danach schenkt Nowitzki gegen Butler zwei Offensivrebounds ab.

Der Star des Spiels: Chris Paul. Ja, in der ersten Hälfte wurde er von Collison mehr als einmal bloß gestellt. Aber wer Paul kennt weiß, dass der Point Guard oft erst hinten raus aufdreht. Das tat er auch gegen Dallas. Und wie.

In der zweiten Hälfte machte Collison noch fünf Punkte, Paul stand am Ende bei 19 Punkten und einem Season-High von 16 Assists. Seine Fähigkeit, ein Spiel zu dirigieren und auch defensiv am Perimeter entscheidend zu beeinflussen, ist in der NBA einzigartig.

Der Flop des Spiels: Dirk Nowitzki. Der Deutsche soll den Mavs mit seiner Erfahrung und Klasse eigentlich Stabilität geben, doch gegen die Clippers war er eher das Problem als die Lösung. Nowitzki warf schlecht (5 von 13), wirkte am defensiven Brett nicht spritzig genug und verursachte zu allem Übel vier Ballverluste.

Die Analyse: Die Vorzeichen vor dem Spiel waren klar: Das Team mit der besten Bilanz der Liga trifft auf eine Mannschaft ohne Identität, die verzweifelt um die Playoffs kämpft. Nun haben die Mavs die bemerkenswerte Fähigkeit, sich von Spiel zu Spiel dem Niveau des Gegners anzupassen, positiv wie negativ.

Manchmal passt sich auch der Gegner den Mavericks an. So geschehen im Staples Center, wo die Clippers eine schlampige Partie hinlegten. Schon zur Halbzeit hatten Blake Griffin und DeAndre Jordan je 4 Ballverluste auf dem Konto, die Clippers insgesamt 13.

Zudem wurde am Brett nicht konsequent gearbeitet: Gegen eins der schwächsten Rebounding Teams der Liga wurden in den ersten zwei Vierteln 8 Offensivrebounds abgegeben, an der Linie war man unkonzentriert.

Große Probleme mit der Motivation hatte offenbar der eigentliche Spitzenverteidiger Chris Paul gegen Darren Collison: Der kleine Spielmacher der Mavs spielte gegen seinen Mentor aus Hornets-Zeiten wie aufgedreht, stand zur Halbzeit schon bei 17 Punkten.

Erst Ende des dritten, Anfang des vierten Viertels zog der Gastgeber die Zügel merklich an, nach einem Zehn-Punkte-Rückstand drehte besonders Paul merklich auf. Sein bevorzugter Partner war an diesem Abend aber nicht Griffin, sondern Matt Barnes, der von der Bank kommend alle anderen Starter und sogar Jamal Crawford ausstach, der von seiner Fußverletzung zurückkehrte, aber gehemmt wirkte.

Im letzten Viertel sah man wieder, wie fragil das Gebilde der Mavericks derzeit ist: Phasenweise spielte Dallas vorzüglichen Basketball und sah tatsächlich aus wie ein Playoffteam, doch wenn es drauf ankommt, reicht solide Verteidigung, um die Texaner völlig zu verunsichern. Wenn dann die Stars (Nowitzki, Mayo) nicht wie erwartet produzieren, sieht es meist düster aus.

Genauso geht es aber auch Phoenix und Sacramento. Das sind ganz offensichtlich die Mannschaften, auf deren Level sich die Mavericks derzeit bewegen. Und die haben auch keine Chancen auf die Playoffs.

Der NBA-Spielplan im Überblick

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