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Phoenix Suns - Dallas Mavericks 94:97

Mayo bringt Mavs wieder auf Kurs

Von Philipp Dornhegge
Freitag, 07.12.2012 | 08:46 Uhr
Auf Brandan Wright (l.) und O.J. Mayo konnte sich Coach Rick Carlisle gegen Phoenix verlassen
© Getty
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Mit einem hart erkämpften 97:94-Sieg über die Phoenix Suns (7-13) haben die Dallas Mavericks (9-10) die richtige Antwort auf die peinliche Schlappe gegen die L.A. Clippers gegeben. Allerdings mussten die Texaner den Erfolg teuer bezahlen.

Im vierten Viertel der Partie im US Airways Center zu Phoenix verletzte sich Chris Kaman am Knöchel. Der Center musste den Platz verlassen und zur Behandlung in die Kabine.

Shawn Marion (Knie) konnte das Spiel ebenfalls nicht zu Ende bringen.

Auch die Suns kamen nicht ungeschoren davon. Sowohl Ex-BBL-Spieler P.J. Tucker (Knie) als auch Center Jermaine O'Neal (Auge) verletzten sich.

Bester Spieler auf dem Platz war O.J. Mayo, der mit seine Mavs mit 23 Zählern anführte und den vorentscheidenden Wurf traf. Brandan Wright verbuchte mit 16 Zählern ein Season-High.

Bei den Hausherren waren Goran Dragic (15 Punkte) und Markieff Morris (15 Punkte, 17 Rebounds) die besten Spieler. Luis Scola kam von der Bank und verpasste ein Double-Double mit 13 Punkte und 9 Rebounds nur knapp. Für Phoenix war es die fünfte Schlappe in Folge.

Die Reaktionen:

O.J. Mayo (Mavericks): "Nachdem wir gestern ein schwieriges Spiel hatten, hätten wir eine Ausrede haben und heute nicht alles geben können. Aber wir sind hierher gefahren und haben alles investiert, um zu gewinnen."

Rick Carlisle (Trainer Mavericks): "Vom Willen her war das eins unserer besten Spiele. Wir waren in einer schweren Situation nach dem Clippers-Spiel, aber meine Jungs haben viel Herz gezeigt. Es war ein Abnutzungskampf heute mit all den Verletzungen. Alle haben sich reingehängt, das ist ein wichtiger Sieg für uns."

Goran Dragic (Suns): "Es ist immer das gleiche: Am Ende sind wir diejenigen, die verlieren. Heute hat uns die Aufholjagd so viel Energie gekostet, dass wir am Ende platt waren."

Alvin Gentry (Trainer Suns): "Wir waren dran, aber wir bringen den Ball nicht im Korb unter. Genauso war es in Toronto und in Philly. In Memphis hatten wir unsere Chancen. Wir müssen einen Weg finden, die entscheidenden Würfe zu treffen."

Michael Beasley (Suns) über seine Leistung: "Ich weiß nicht, was los ist. Ich bin jedes Spiel aufs Neue optimistisch, aber es läuft einfach nicht. Da kann niemand etwas dafür außer mir selbst. Ich muss weiter die Ruhe bewahren und auf Besserung warten."

Luis Scola (Suns): "Wir sind so frustriert. Unsere Bilanz ist schlecht, wir spielen schlecht. Wir suchen nach Wegen, solche Spiele zu gewinnen, stattdessen machen wir einen Fehler nach dem anderen. Und so verlieren wir Spiel um Spiel."

Der Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Die Suns spielen mit ihrer zuletzt gewohnten Starting Five aus Dragic, Brown, Beasley, Morris und Gortat, die Mavs haben schon wieder etwas geändert.

Gegen Phoenix vertraut Coach Carlisle zunächst auf Fisher, Mayo, Dahntay Jones, Marion und Brand. Nowitzki schaut erneut von der Seitenlinie zu.

3. Minute: Katastrophaler Start der Mavs. Fisher hat einen von zwei Freiwürfen getroffen, ansonsten geht bisher nichts. In der Defense werden die Suns-Schützen völlig frei stehen gelassen. Beasley und Morris bedanken sich wiederholt. 11:1 Suns.

8.: Nicht überraschend, dass Brown hier als erster Spieler spektakulär wird. Der Junge kann halt springen. Nach dem zweiten Offensivrebound in Folge von Morris spielt der in der Zone auf Gortat weiter, der mit schönem Touch-Pass auf den heranstürmenden Brown. Der Shooting Guard hebt ab, interessiert sich nicht für Kamans halbherzigen Blockversuch und stopft einhändig. Herrlich!

12.: Gefühlt spielt Dallas bisher eine richtig miese Partie, hinten stimmt die Abstimmung überhaupt nicht. Und trotzdem ist der Gast nach dem ersten Viertel voll im Spiel. Reserve-Big-Man Wright gleicht kurz vor Viertelende sogar zum 23:23 aus.

16.: Eine sinnbildliche Szene der ersten Hälfte: Tucker vergibt im Fastbreak einen schwierigen Layup, doch Scola ist mitgelaufen und räumt auf. Jones, Kaman und Crowder traben hinterher und schauen tatenlos zu. Die Mavs haben trotz all ihrer Probleme mehr Talent in der Mannschaft, Phoenix aber ist das giftigere Team. Und führt deshalb zurecht knapp mit 29:28.

18.: Auszeit Dallas. Nach dem dritten Treffer im Anschluss an einen Offensivrebound in Folge durch die Suns sieht Carlisle Redebedarf. Die Mavs lassen sich im Moment von den Altstars Scola und O'Neal in der Zone ordentlich abkochen, in der Offense geht nichts. 34:28 Suns.

21.: Mayo ist wieder da. Der Shooting Guard hat seinen Wurf noch nicht gefunden, brilliert dafür als Passgeber. Hintereinander setzt er Brand und Marion in Szene. Und dann sitzt endlich auch mal ein Dreier! Ausgleich, 36:36.

30.: Die Mavs ziehen jetzt leicht davon. Bei Phoenix geht offensiv nichts mehr, und keiner nimmt das Zepter in die Hand. Die Mavs können sich auf einen sehr soliden Kaman und eben Mayo verlassen. 54:47 Mavericks.

32.: Tolle Sequenz für Wright: Nach Morris' Offensivrebound blockt Wright dessen Putback-Versuch, sprintet dann über das ganze Feld. Über Collison und Mayo kommt der Ball zurück zu Wright, der zum 61:48 für die Mavs stopft. Die Suns-Fans fangen mit den Buhrufen an, es riecht nach Blowout.

36.: So viel zum Blowout. Vier schnelle Dudley-Punkte plus Dreier von Dragic und Tucker verkürzen auf 60:67, die Fans sind auf einen Schlag wieder da. Immerhin: Collison erhöht wieder mit zwei Freiwürfen. 69:60 Mavs.

40.: Besorgnis erregende Szene für alle Mavs-Fans: In der Offense verletzt sich Kaman ohne Einwirkung des Gegners und geht zu Boden. Der Center verlässt den Platz und zieht sich in die Katakomben zurück. Sah auf den ersten Blick nach dem Knöchel aus, hoffentlich war es nicht das Knie.

47.: Die Vorentscheidung? Scola will zum Korb ziehen, doch Wright klaut ihm die Kugel und schickt sofort Collison zum Fastbreak. Dragic stoppt ihn unfair, nach Video Review entscheiden die Schiedsrichter auf Clear Path Foul. Collison versenkt beide Freiwürfe, und es gibt noch mal Ballbesitz Dallas. Carter jedoch völlig überhastet, schlechter Wurf. Phoenix lebt noch, 85:80 Mavs.

48.: Und wie Phoenix noch lebt! Ein Putback von Wright scheint die Mavs endgültig auf Kurs zu bringen, doch Morris kontert per Dreier und verkürzt auf 87:85. Anschließend vertändelt Collison den Ball und muss Brown an die Linie schicken. Der bleibt 48 Sekunden vor Schluss eiskalt und gleicht aus!

48.: Money! Mayo sucht im entscheidenden Moment das Eins-gegen-Eins gegen Telfair und spielt seine Größenvorteile aus. Der kleine Telfair kann Mayos Stepback-Jumper unmöglich blocken und muss zusehen, wie sein Gegenspieler zum 89:87 vollstreckt. Im Gegenzug vergibt Dragic einen komplett offenen Korbleger, die Mavs bringen die knappe Führung mit Freiwürfen nach Hause.

Der Star des Spiels: O.J. Mayo. Über seine sechs - teils haarsträubenden - Ballverluste wollen wir den Mantel des Schweigens legen. Denn den Wert des Swingmans für Dallas' Offense kann man in Abwesenheit von Dirk Nowitzki gar nicht hoch genug einschätzen.

Immer wieder war Mayo gefragt, wenn bei den Kollegen nichts zusammenlief, ohne ihn auf dem Platz sah die Offense teilweise aus wie ein Torso. Keine Bewegung, keine Kreativität, keine offenen Würfe. Darren Collison war der einzige, der in der zweiten Hälfte ähnliche Playmaking-Fähigkeiten unter Beweis stellte.

Mit 9 von 17 aus dem Feld machte Mayo seine schwache Leistung gegen die Clippers vergessen, traf zudem drei Dreier und vor allem den Wurf zum 89:87 rund 35 Sekunden vor Schluss. Als Zugabe legte er 5 Rebounds und 5 blitzsaubere Assists oben drauf.

Ebenfalls stark: Brandan Wright, und das nicht nur wegen seiner 16 Punkte. Sein Block kurz vor Schluss gegen Telfairs Dreier machte endgültig alles klar.

Der Flop des Spiels: Marcin Gortat. Was hatte der Pole im Zusammenspiel mit Steve Nash für eine Leistungsexplosion erlebt! Und wie hart ist er in dieser Saison gelandet. Gortat konnte bisher nicht an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen, gegen die Mavs war er in einem Wort schwach. Nur ein Treffer bei 8 Würfen, nur 6 Rebounds: Da ist man andere Zahlen gewohnt.

Zudem scheint die Abstimmung im Pick'n'Roll mit Dragic nicht zu stimmen. Kaum einmal konnte der slowenische Point Guard seinen Kollegen in Szene setzen, trotz all seiner Fähigkeiten als Aufbauspieler. In der Schlussphase stand Gortat zudem in der Defense gegen Wright auf verlorenem Posten.

Die Analyse: Nach der üblen Schlappe am Vortag bei den L.A. Clippers waren die Mavericks in Phoenix auf Wiedergutmachung aus. Wie so häufig zuletzt jonglierte Rick Carlisle zu diesem Zweck seine Aufstellung.

Entweder sieht der Coach viele seiner Spieler auf einem Niveau und stimmt seine Starting Five auf die des Gegners ab, oder er ist noch mit keiner Lösung zufrieden.

In jedem Fall taten sich Derek Fisher, O.J. Mayo, Dahntay Jones, Shawn Marion und Elton Brand enorm schwer in der Defense, da war überhaupt keine Harmonie erkennbar.

In den ersten Minuten kamen die Suns praktisch in jedem Angriff zu völlig freien Würfen, die sie hochprozentig verwandelten. Dallas' eigene Offense war dagegen überhastet, oft wurde gleich der erstbeste Wurf genommen, den die Spieler finden konnten.

Weder Suns noch Mavs überzeugend

Besser wurde es - sowohl hinten als auch vorne - mit den ersten Auswechslungen. Vince Carter verlieh dem Spiel mehr Struktur, Chris Kaman war unter den Körben präsenter als Brand. Doch sobald Mayo das Feld verließ, der in Phoenix auch als Passgeber überzeugte, wurde die Offense wieder statisch.

Zur Halbzeit lag Dallas dennoch nur hauchdünn zurück (40:44). Denn die Suns hinterließen ebenfalls keinen überzeugenden Eindruck. Von Goran Dragic abgesehen war niemand in der Lage, strukturierte Spielzüge zu inszenieren.

Wäre da nicht die ordentliche Arbeit am offensiven Brett (13 Offensivrebounds) gewesen, die Suns hätten wohl noch viel größere Probleme bekommen.

Dudley bringt Phoenix zurück

Die gingen dann im dritten Viertel los, als die Mavs die Intensität in der Defense erhöhten - und der Gastgeber völlig den Faden verlor. Phoenix verließ sich jetzt überwiegend auf Jumper, und die wenigen Versuche in Korbnähe wurden kläglich versemmelt.

Dallas wiederum nahm - angeführt vom starken Mayo - Fahrt auf. Innerhalb weniger Minuten steuerte Dallas auf einen Kantersieg zu. Aber wie es so ist in der NBA: Ein Run kann reichen, um eine Mannschaft zurück ins Spiel zu bringen.

Reservist Jared Dudley war in diesem Fall derjenige, der einen Suns-Lauf Ende des dritten und Anfang des vierten Viertels startete. Der Swingman machte dabei zehn Punkte, die Suns verkürzten von 63:48 auf 71:67.

Aber die Mavs hatten stets die richtige Antwort parat, mal durch Collison, mal durch Mayo. Und zunehmend durch Wright, der erst in der zweiten Hälfte zu mehr Einsatzzeit kam, diese aber mit einer sehr starken Leistung rechtfertigte.

Mayo versenkt den entscheidenden Wurf

Als sich Chris Kaman im letzten Viertel verletzte, war Wright umso mehr gefragt, zumal Brand nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Der Linkshänder zeigte eine seiner besten Saisonleistungen und stellte den Suns-Frontcourt mit seiner enormen Athletik vor große Probleme.

Doch seien wir ehrlich: Alles in allem war dies ein Spiel Not gegen Elend, in dem jeder Korb Gold wert war und es eher darum ging, den einen Fehler weniger zu machen als der Gegner.

Trotz aller Unzulänglichkeiten beider Teams entwickelte sich die Partie hinten raus zum absoluten Krimi. Begünstigt durch Ballverluste und überhastete Würfe der Mavs kam Phoenix kurz vor Schluss zum Ausgleich, die Mavs hatten noch 48 Sekunden.

Carlisle ließ den vorentscheidenden Angriff des Spiels für Mayo laufen, der das Vertrauen des Coaches nicht enttäuschte. Starke Nerven an der Freiwurflinie von Carter und Collison reichten in den letzten Sekunden, um den Sieg nach Hause zu bringen.

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