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"Ich wollte Schweine jagen, nicht Alligatoren"

Von Für SPOX in Barcelona: Haruka Gruber
Montag, 08.10.2012 | 17:56 Uhr
Chris Kaman wechselte im Sommer als Free Agent zu den Dallas Mavericks
© Imago
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Der gefährlichste Center der Mavericks-Geschichte. Der Jäger unter den NBA-Profis. Der All-Star von 2012? Chris Kaman spricht vor dem Spiel beim FC Barcelona (20.45 Uhr in LIVE-TICKER) über die Details seines Wechsels und Mysterium "Hodge".

SPOX: Sie sind mit Rückenproblemen zur NBA Europe Live Tour angereist. Sofort wurden Bedenken laut, dass Ihr Körper tatsächlich zu anfällig wäre, um Dallas eine Hilfe zu sein. Wie geht es Ihnen?

Chris Kaman: Nein, nein, alles gut. Es war vor allem eine Vorsichtsmaßnahme, um nicht gleich zu Beginn der Vorbereitung etwas zu riskieren. Ich hatte in Berlin die ersten Trainingseinheiten mit Kontakt absolviert und im Spiel gegen Alba gab es ebenfalls keine Probleme. Die Rückenverletzung ist nichts Schlimmes und wird keine Auswirkung auf die Saison haben.

SPOX: 2009/10 blieben Sie nahezu frei von Blessuren und wurden ins All-Star-Game berufen. Wie fühlen Sie sich im Vergleich zu damals?

Kaman: Mindestens genauso gut.

SPOX: Dirk Nowitzki sagt im SPOX-Interview: "Ohne Verletzungen wäre Chris einer der besten Center der NBA." Oder: "Für mich ist Chris einer der, wenn nicht der beste offensive Center in der gesamten NBA." Was ist von Ihnen zu erwarten? Sogar eine 20/10-Saison, sprich 20 Punkte und 10 Rebounds im Schnitt?

Kaman: Puh, das weiß ich nicht. So eine genaue Prognose ist schwer, alleine schon, weil ich erst einmal schauen muss, wie es läuft. Wir haben viele Junge im Kader, die scoren können. Und ich muss mich erst einmal an alles gewöhnen: Neuer Coach, neues System, neue Stadt, neues Leben.

SPOX: Ihre Situation lässt sich mit der von Tyson Chandler vergleichen: Vor seinem Wechsel nach Dallas hatte Chandler als guter Center gegolten, dessen Körper jedoch nicht verlässlich genug wäre. Mittlerweile ist er einer der Topstars der Liga. Sehen Sie Parallelen?

Kaman: Eine gute Frage - die ich allerdings nicht beantworten kann, weil wir zu unterschiedlich sind. Tyson interpretiert die Center-Rolle ganz anders, viel defensiver. Ich bin dafür in der Offensive stärker. Im Grunde hing bei Tyson alles mit der Championship zusammen, dass sich sein Ruf so verbessert hat. Vermutlich würde das auch für mich gelten.

SPOX: Vor einem Jahr sagten Sie im SPOX-Interview, dass Sie sich einen Wechsel nach Dallas gut vorstellen könnten. War Ihre Unterschrift lange geplant?

Kaman: Überhaupt nicht. Ich habe niemals gedacht, dass das möglich sein könnte. Aber es lief wie am Schnürchen. Auf einmal ergab sich eine Chance, und ich ergriff sie.

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SPOX: Können Sie ins Detail gehen?

Kaman: Es ging vor allem um drei Teams: Portland, Indiana und eben Dallas. Portland hatte Roy Hibbert ein gutes Angebot unterbreitet, woraufhin Indiana nachzog und ihm die gleiche Summe bot, so dass Hibbert als Restricted Free Agent bleiben musste. Daher schloss sich die Tür zu Indiana, dafür ging die Tür nach Portland auf. Gleichzeitig war Dallas immer im Rennen. Und am Ende einigten wir uns auf einen Deal, der finanziell für beide Seiten absolut Sinn macht.

SPOX: Wie wichtig war Nowitzki?

Kaman: Ohne ihn wäre ich nicht nach Dallas gegangen. Die Gespräche mit Mark Cuban und Coach Rick Carlisle verliefen sehr gut und ich fühlte mich immer wohl. Währenddessen hatte ich natürlich viel Kontakt mit Dirk, obwohl er wegen den Hochzeiten viel unterwegs war. Wir telefonierten ein bisschen, schrieben uns SMS und ich gab ihm Infos durch, wie die Verhandlungen laufen.

SPOX: Dazu wurde mit Elton Brand ebenfalls ein alter Bekannter von Ihnen verpflichtet.

Kaman: Mit ihm war ich fünf Jahre bei den Los Angeles Clippers und in dieser Zeit haben wir uns super verstanden. Ein toller Deal, auch für mich persönlich.

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SPOX: Brand sagt im Scherz: "Chris ist mein Baby. Und ich sehe es nicht ein, dass ich mich für ein Baby auf die Bank setzen soll. Ich habe ihm alles beigebracht."

Kaman: Das hat er gesagt? (lacht) Das ist ja lustig. Nein, im Ernst: Ich kam als Rookie zu den Clippers, als Elton in seinem vierten Jahr schon ein echter Star in der NBA war. Er hat mir gezeigt, worauf es in der NBA ankommt und in welchen Bereichen ich mich verbessern muss. Er ist ein großartiger Leader und ich bin ihm zu Dank verpflichtet.

SPOX: Brand erzählt zudem, dass Sie ihn zur Alligatoren-Jagd überreden wollten. Und als er ablehnte, hätten Sie nicht aufgehört, ihn zu veräppeln. Stimmt das?

Kaman: Dass ich ihm den einen oder anderen Spruch reingedrückt habe, da musste er durch. Zumal es eine unverschämte Lüge ist, die Elton in die Welt setzt. Ich wollte mit ihm Schweine jagen gehen, nicht Alligatoren. Ich habe keine Ahnung, warum er nicht mitkommen wollte. Das macht doch riesigen Spaß!

SPOX: Was ist mit Nowitzki und der Jagd?

Kaman: Ich habe ihn erst vor ein paar Tagen gefragt und er lehnte ab. Aber dann fragte er, ob er mich damit glücklich machen würde. Ich: "Yes!" Er: "Okay, dann machen wir das ein einziges Mal, nur für dich." Schauen wir mal, ob er sich daran hält. Ich glaube das erst, wenn ich ihn mit einem Gewehr in der Hand sehe.

SPOX: Nach den Abgängen seiner Vertrauten Brian Cardinal, Jason Terry und Jason Kidd kommt Ihnen auch menschlich eine wichtige Rolle zu, wie Nowitzki betont. Haben Sie darum gebeten, neben ihm den Spind in Locker Room zu bekommen?

Kaman: Nein, gar nicht, die Mavs steckten mich einfach neben ihn. Eine Frechheit! (lacht) Nein, nein, sie dachten wohl, dass das eine gute Idee ist, ich musste gar nichts sagen. Das wird lustig mit ihm.

SPOX: Sie haben einen weiteren Fan: Holger Geschwindner, der Sie zu den besten fünf Centern der Welt zählt. In Deutschland wird er wegen seiner Eigenwilligkeit "Mad scientist" gerufen. Wie finden Sie Geschwindner?

Kaman: Wer ist das?

SPOX: Holger Geschwindner, Nowitzkis Mentor?

Kaman: Ach, Hodge! Ich kenne seinen vollen Namen gar nicht. Hodge ist ein richtig cooler Typ. Weil er so viel mit Dirk arbeitet, denken alle, dass er im Verborgenen etwas Finsteres plant. Dabei ist er einfach nur ruhiger und zurückhaltender in der Öffentlichkeit. Das mag ich. Hodge ist ein sehr netter und cooler Typ, der unheimlich viel von Basketball versteht.

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