NBA-Playoffs: Dallas Mavericks - Oklahoma City Thunder 97:103

Sweep! Das 0-4-Debakel des Champions

Von Florian Regelmann
Sonntag, 06.05.2012 | 05:03 Uhr
2011 gewann Dallas gegen OKC mit 4-1, jetzt gewann OKC gegen Dallas 4-0...
© Getty
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Der amtierende NBA-Champion ist als erstes Team in den diesjährigen Playoffs ausgeschieden. Die Dallas Mavericks verloren Spiel 4 gegen die Oklahoma City Thunder mit 97:103 und kassierten damit den Sweep. Dirk Nowitzki und Co. verspielten dabei im Schlussviertel eine klare Führung, der Mann des Abends hieß James Harden.

Nach einem überragenden dritten Viertel (34:21), in dem die Mavs offensiv geradezu explodierten, führte Dallas mit 13 Punkten Vorsprung (81:68). Oklahoma City feierte dank einer großen Aufholjagd in den letzten 12 Minuten (35:16) aber noch den Comeback-Sieg und verpasste Dallas den Sweep.

In den Western Conference Finals 2011 hatten sich die Mavs noch in fünf Spielen gegen die Thunder durchgesetzt, in dieser Saison haben die Mavs sieben von acht Spielen gegen die Thunder verloren. Nowitzki lieferte in Spiel 4 noch mal 34 Punkte (10/25 FG, 13/13 FT), 5 Rebounds und 4 Assists, Jason Kidd sammelte 16 Punkte, 8 Assists und 7 Rebounds.

Überragender Mann auf dem Feld war Thunder-Sixth-Man James Harden, der das Boxscore mit 29 Punkten (11/16 FG, 3/4 Dreier), 5 Rebounds, 5 Assists, 3 Steals und 1 Block füllte. Kevin Durant legte mit 24 Punkten (9/18), 11 Rebounds und 4 Assists ein Double-Double auf.

Russell Westbrook kam auf 12 Punkte (3/12), 6 Assists, 5 Rebounds und 3 Steals. Die Thunder warten nun im Western-Conference-Halbfinale auf den Sieger des Duells zwischen den L.A. Lakers und Denver Nuggets. Die Mavs sind erst das fünfte Team der Geschichte, das als amtierender Champion kein Playoff-Spiel gewann.

Die Philadelphia Warriors 1956-57 und die Miami Heat 2006-07 wurden ebenfalls geswept. Die Boston Celtics 1969-70 und die Chicago Bulls 1998-99 qualifizierten sich nicht mal für die Postseason.

Die Reaktionen:

Dirk Nowitzki (Dallas): "Wenn man in dieser Liga zur Elite gehören will, dann braucht man zwei oder drei Spieler, die jederzeit das Spiel an sich reißen können. Meiner Meinung nach haben sie einfach mehr Waffen gehabt als wir."

Rick Carlisle (Trainer Dallas): "Wir haben alles versucht, um ihn (Harden) zu stoppen. Wir haben fünf oder sechs verschiedene Varianten ausprobiert. Wir hätten es besser machen müssen, aber es hatte mehr damit zu tun, wie gut er war."

James Harden (Oklahoma City): "Ich habe den Attackier-Modus eingeschaltet. Ich war entschlossen, Plays zu machen."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Carlisle reagiert und ersetzt West in der Starting Five durch Terry. Ansonsten bleibt bei beiden Teams alles beim Alten. Heißt: Kidd, Terry, Marion, Nowitzki und Haywood für Dallas. Westbrook, Sefolosha, Durant, Ibaka und Perkins für OKC.

2.: Nowitzki wird sofort beim ersten Drive von Ibaka brutal abgeräumt, Sefolosha trifft den Dreier und scort dann auch noch im Fastbreak nach Durant-Pass. 5 ganz schnelle Punkte für den Defensivspezialisten, das geht ja gut los für Dallas. 7:2 OKC.

8.: Was geht denn mit Kidd ab?! Überragende Minuten vom Point Guard. Erst der Drive zum Korb mit dem Finish, dann ein Jumper mit Brett, dann ein Dreier aus der Ecke - und jetzt blockt der alte Mann in der Defense auch noch Westbrooks Layup. Wahnsinn, J-Kidd! 15:15. Perkins (Hüfte) muss verletzt raus.

14.: Immer wieder Harden von draußen! Der Super-Sub trifft seinen dritten Dreier des Spiels, dann wird Dirk von Collison überragend verteidigt und verwirft - später netzt Fisher den Jumper. OKC auf 7 weg. 31:24. Carlisle reagiert sofort und nimmt die Auszeit.

20.: Mahinmi mit dem Dreipunktspiel, dann Marion mit dem Block gegen Westbrooks Jumper - und dann scort vorne wieder Mahinmi nach Pass von Nowitzki. 8:0-Run der Mavs. Dallas plötzlich wieder vorne. 38:37 Mavs.

24.: Dirk kommt in Fahrt! Der Fadeaway passt, dann findet er aus dem Doppeln heraus den freien Terry in der Ecke, for threee! Dann noch ein Nowitzki-Jumper! 47:45 Dallas.

30.: Kidd von draußen. Der nächste Nowitzki-Jumper. Marion mit dem Post-Move. Die Mavs sind im 3. Viertel brutal heiß gelaufen. Jetzt fällt alles rein. Dallas auf 10 weg. 64:54.

36.: Was ein überragendes Viertel für die Mavs! Es klappt alles! Kidd trifft schon wieder den nächsten Dreier, dann gibt er raus zu West, der aus der Ecke auch den Dreier trifft. Dallas gewinnt das Viertel 34:21 und führt mit 13. 81:68 Mavs.

41.: Here come the Thunder! Unfassbar! Harden ist so was von unstoppable in den letzten Minuten. Erst ein persönlicher 7:0-Run von Harden, dann trifft auch noch Durant nach Harden-Assist den trockenen Dreier. 10:0-Run der Thunder. 86:83 Dallas. Timeout Carlisle.

44.: Westbrook klaut Nowitzki den Ball, Ibaka im Fastbreak mit dem Dunk. Die Thunder zum ersten Mal seit dem zweiten Viertel wieder vorne. Jetzt macht auch noch Fisher mit ablaufender Shotclock den Layup rein. 94:91 OKC. 21:5-Run der Thunder. Timeout Dallas. 4 Minuten noch.

48.: Harden hat den Ball, wer sonst, die Uhr läuft runter, im letzten Moment penetriert er wieder und legt den Ball rein. Einfach nur Wahnsinn, der Junge. 102:97 OKC. 10 Sekunden noch. Noch mal eine Auszeit von Dallas, aber das war's.

Spiel 4 zum Nachlesen im Ticker

Der Star des Spiels: James Harden. Wie die Thunder das Spiel gedreht haben? Sie haben Harden den Ball gegeben und haben ihn machen lassen. Der Guard lieferte eine phänomenale Leistung ab, Note eins mit so vielen Sternchen, wie man will. Harden war von Anfang an stark, im Schlussviertel lief er dann brutal heiß (15 Punkte, 3 Assists) und war überhaupt nicht mehr zu stoppen. Sein Pick'N'Roll-Game: grandios. Er penetrierte in gewohnter Manier überragend in die Zone, er reboundete, er verteilte Assists, er klaute Bälle. Harden war überall. Sein krachender Slam-Dunk mitten in der Aufholjagd war genauso atemberaubend wie sein Killer-Layup, mit dem er den Sack für OKC zumachte. Es gibt in der NBA momentan keinen besseren sechsten Mann. Und: Harden ist erst 22 Jahre alt, spielt aber jetzt schon unglaublich abgezockt. Er ist erst der vierte Bankspieler in den letzten 15 Jahren, der in einem Playoff-Spiel 25-5-5 liefert. Außerdem stark: Derek Fisher. Der Veteran steuerte ganz wichtige 12 Punkte (5/6) zum Erfolg bei und hielt die Thunder mit seinen Jumpern im Spiel. Zusammen waren Harden und Fisher in Spiel 4 +37.

Der Flop des Spiels: Jason Terry. Das krasse Gegenteil zu Harden. Terry verlor das Sixth-Men-Duell, wie es eindeutiger hätte kaum sein können. Nach seiner famosen ersten Halbzeit in Spiel 1 war Terry den Rest der Serie absolut kein Faktor. Terry sprach viel, aber er brachte wenig Leistung. In Spiel 4 stand er in der Starting Five, Terry bekam so viele Minuten (43) wie kein anderer Spieler, aber es kam herzlich wenig dabei herum. 11 Punkte. 4/12 aus dem Feld. Nach seinem Dreier zu Beginn des letzten Viertels war Crunchtime-Player Terry in "seinem letzten Viertel" erneut nicht zu sehen (0/2). Sollte es wirklich Terrys letztes Spiel im Mavs-Jersey gewesen sein, hätte sich Jet sicher einen anderen Abgang gewünscht. Außerdem schwach: Vince Carter. Seine Quote für die gesamte Serie: 29,3 Prozent.

Die Analyse: Bezeichnender hätte die enttäuschende Saison der Mavericks nicht enden können. Dallas spielte mit dem Rücken zur Wand stehend noch einmal mit unglaublicher Energie, die offensiven Probleme, die sich durch die ganze Saison gezogen haben, konnte man aber damit erneut nicht kompensieren.

Obwohl OKC in der ersten Halbzeit schon die deutlich bessere Quote aus dem Feld hatte (51,5 zu 41,9 Prozent), gestaltete Dallas das Spiel offen, weil es am offensiven Brett einen starken Job machte, von vielen Turnovern der Thunder profitierte und 10 Field Goals mehr nahm als der Gegner.

In der zweiten Halbzeit schien es dann ein Viertel lang so, als würden die Mavs offensiv explodieren. Dallas traf auf einmal exzellent, vor allem von Downtown war nahezu jeder Schuss ein Treffer. Während die Quote der Mavs immer weiter stieg, sank sie bei den Thunder. Die Folge war eine deutliche 13-Punkte-Führung für die Mavs, die sie aber nicht nach Hause bringen konnten.

OKC startete angeführt von Harden einen sagenhaften 23:5-Run und machte so aus einem 73:86-Rückstand eine 96:91-Führung. Es war wie abgeschnitten bei den Mavs, die jetzt wieder riesige Probleme in der Offense bekamen und sich von extrem heiß in extrem kalt verwandelten.

Nowitzki, der zu Beginn der zweiten Halbzeit gar nicht mehr zu stoppen war, blieb über 13 Minuten ohne erfolgreiches Field Goal. Bezeichnend auch die Crunchtime. Wieder einmal verloren die Mavs ein enges Spiel, weil sie Fehler machten (kritische Ballverluste) und die entscheidenden Würfe nicht trafen. Auch und vor allem Nowitzki nicht. Trotz seiner am Ende 34 Zähler fehlte dem Deutschen in der heißen Phase das Fortune.

Die starken Quoten von der Dreier- (10/19) und Freiwurflinie (21/24), und auch die Überlegenheit am offensiven Brett (11:6), nützte Dallas nichts, weil die Diskrepanz in der Offense insgesamt zu groß war. OKC schoss für die Partie 52 Prozent aus dem Feld, bei Dallas waren es trotz der zwischenzeitlichen Hochphase nur 41,8 Prozent. Die Quote im letzten Viertel: 4/18. Einfach zu wenig. Wer für die Serie keine 40 Prozent seiner Würfe (39,9) trifft, der darf sich nicht wundern, wenn er geswept wird.

Den Thunder sollte für den weiteren Verlauf der Playoffs Mut machen, dass sie auf ganz verschiedene Art und Weise ihre Spiele gewinnen können. In Spiel 4 überließ Durant Harden die große Bühne, hatte vor allem mit einigen großen Dreiern aber dennoch seinen Anteil am Sieg. Der gereifte Russell Westbrook fand trotz Shooting-Problemen auch Wege (Assists, Steals), um seinem Team zu helfen.

NBA: Der komplette Playoff-Spielplan

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