Sonntag, 12.02.2012

NBA: Dallas Mavericks - Portland Trail Blazers 97:94 2OT

Ein typischer Dirk Nowitzki

Die Dallas Mavericks (17-11) gewinnen einen Double-Overtime-Krimi gegen die Portland Trail Blazers (15-13) mit 97:94 und feiern ihren dritten Sieg in Folge. Dirk Nowitzki erzielt 20 Punkte und trifft kurz vor Schluss eine Art Game-Winner - der Held des Abends ist aber Delonte West.

Dirk Nowitzki und die Mavs gewannen einen Double-Overtime-Krimi gegen Portland
© Getty
Dirk Nowitzki und die Mavs gewannen einen Double-Overtime-Krimi gegen Portland

West verbuchte zwar auf den ersten Blick nur unspektakuläre 10 Punkte (5/11 FG), 4 Assists und 4 Steals, aber der Backup-Point-Guard der Mavs war gegen Portland dennoch der entscheidende Faktor.

Weil Jason Kidd (5 Punkte, 8 Rebounds, 8 Assists) das Limit an Minuten, das für ihn nach seiner Verletzungspause vorgesehen war, erreicht hatte, startete West die zweite Overtime und erzielte dort die ersten sechs Punkte für die Mavericks.

Da die Trail Blazers Dirk Nowitzki immer wieder doppelten, eröffneten sich Freiräume für West. "J-Kidd hat mir gesagt, dass ich aufgrund der Art und Weise, wie sie gegen Dirk gespielt haben, aggressiv sein soll", sagte West.

Gesagt, getan. Mavs-Coach Rick Carlisle war begeistert von West: "Er war phänomenal. Der Junge ist immer bereit - und er ist ein Spieler für die Crunchtime. Seit er in der Liga ist, hat er diesen Ruf. Es war ein harter Kampf und wir brauchten jemanden, der uns einen Schub gibt. J-Kidd hatte sein Limit an Minuten erreicht, also war West unser Mann."

West übernimmt das Kommando

Es war ein besonderer Abend für West. Aber das hatte mit dem Spiel gar nichts zu tun. West hatte Lyndon Bay, einen Teenager mit einer seltenen Nierenerkrankung, zum Spiel eingeladen.

"Mein Junge Lyndon Bay war beim Spiel. Ich habe viel darüber nachgedacht, was er alles durchgemacht hat und habe von ihm meine Stärke gezogen. Ich bin einfach raus gegangen und habe hart gespielt, so wie er es von mir wollen würde", erklärte West.

Dank West führte Dallas in der zweiten Overtime 93:89, aber Portland fightete zurück. Nach einem Jumper von LaMarcus Aldridge war das Spiel wieder ausgeglichen (93:93). In der letzten Minute brachte Brendan Haywood die Mavs mit einem Tip-Shot wieder in Führung. Und dann war nach einem Fehlwurf von Jamal Crawford Dirk-Nowitzki-Time im American Airlines Center.

Nowitzki hatte es in der heißen Phase der regulären Spielzeit und der ersten Overtime verpasst, das Spiel für die Mavs zu entscheiden, aber eine dritte Chance ließ er sich nicht nehmen.

Nowitzki mit dem Super-Shot

Obwohl er von Aldridge perfekt verteidigt wurde, traf Nowitzki 16,5 Sekunden vor Ende der zweiten Overtime einen unmöglichen Fadeaway-Jumper über die ausgestreckten Arme des Blazers-Stars. 97:93 Mavs.

"Das war ein typischer Dirk-Nowitzki-Shot. Stark verteidigt, Körperkontakt, aber irgendwie kreiert er seinen Wurf, hohe Flugkurve und der Ball geht rein. Es war im Endeffekt der Game-Winner, weil der Vorsprung dann vier Punkte betrug und es für den Gegner viel schwerer wurde", schwärmte Carlisle.

Nach dem Nowitzki-Shot verkürzte Portland den Rückstand durch einen Freiwurf von Wes Matthews auf drei Punkte. Den zweiten Freiwurf setzte der Guard daneben, Gerald Wallace war aber zur Stelle und erkämpfte sich zehn Sekunden vor Ende einen Jump-Ball gegen Shawn Marion.

Wallace sicherte sich den Ball, sodass die Blazers noch mal eine letzte Chance hatten. Mehr als einen wilder Dreier von Crawford brachten sie aber nicht mehr zustande. Auch weil West an Crawford klebte und einen guten Wurf verhinderte.

Sonderlob für Odom

Nowitzki erzielte 20 Punkte (7/20 FG) und 9 Rebounds für die Mavs, Jason Terry steuerte 19 Zähler (8/13 FG) zum Erfolg bei. Shawn Marion (14 Punkte, 12 Rebounds) legte ein Double-Double auf - Lamar Odom kam auf 10 Zähler (4/5 FG) und erhielt ein Sonderlob.

"Das war eines der beste Saisonspiele von Lamar Odom. Er hatte viel Energie, er hat attackiert, er war richtig drin im Spiel", so Carlisle.

Anfangs sah es gar nicht danach aus, dass es so ein enges Spiel werden würde. Die Mavs führten nach einem 16:4-Run neun Minuten vor der Halbzeit schon mit 18 Punkten Vorsprung (34:16).

Die Blazers steckten aber nie auf. Zur Pause betrug Portlands Rückstand noch elf Zähler (32:43). Und fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit war das Spiel nach einem Dreier von Raymond Felton wieder völlig offen (71:71).

Aldridge, der 52 Minuten auf em Parkett stand, lieferte mit 33 Punkten (14/26 FG) und 12 Rebounds eine überragende Leistung ab. Er hatte aber zu wenig Unterstützung.

Mavs-Problem: Turnover

Crawford kam zwar auf 19 Punkte, traf aber nur 6 seiner 23 Würfe aus dem Feld. Auch die Quote von Felton (4/17) war miserabel. Obwohl die Blazers nur 37 Prozent aus dem Feld schossen, eine Dreierquote von 15 Prozent (3/20) hatten und das Duell an den Brettern (46:57-Rebounds) verloren, hätten sie das Spiel fast gewonnen.

Warum? Weil sich bei den Mavs mal wieder eine Schwachstelle offenbart hat: Turnover. Gegen die Blazers leisteten sich die Mavs 23 Ballverluste. Am Freitag waren es in Minnesota 18 Turnover.

"Wir müssen das dringend abstellen. Im Moment machen wir auf dem Feld einige Dinge, die seltsam und eigentlich uncharakteristisch für uns sind. Das sind nicht wir", meinte Carlisle.

Die nächste Chance, es in Sachen Turnover besser zu machen, haben die Mavs am Montag. Dann kommen Chris Paul, Blake Griffin und die L.A. Clippers zu einem echten Kracher ins AAC.

Am Rande wurde bekannt, dass Nowitzki und die Mavs wohl in der nächsten Preseason im Oktober zwei Spiele in Berlin und Barcelona bestreiten sollen. Die Gegner stehen noch nicht fest.

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