Samstag, 28.01.2012

NBA: Dallas Mavericks - Utah Jazz 116:101

Was für eine Show von Roddy B.!

Die Dallas Mavericks (12-8) schlagen die Utah Jazz (10-7) im heimischen American Airlines Center nach einer offensiv beeindruckenden Vorstellung mit 116:101. In Abwesenheit des zum vierten Mal in Folge pausierenden Dirk Nowitzki spielen sich andere Spieler ins Rampenlicht: allen voran Rodrigue Beaubois. Außerdem gibt es ein Lebenszeichen von Lamar Odom.

Rodrigue Beaubois macht gegen Utah immer ganz besonders gute Spiele...
© Getty
Rodrigue Beaubois macht gegen Utah immer ganz besonders gute Spiele...

Topscorer der Mavs war ein alles überragender Beaubois mit 22 Punkten (9/15 FG, 3/5 Dreier). Odom machte sein mit Abstand bestes Spiel im Mavs-Trikot und steuerte 19 Punkte (7/12 FG, 3/4 Dreier) zum Erfolg bei.

Dazu kamen 18 Punkte von Jason Terry (7/13 FG, 3/5 Dreier), 16 Zähler von Shawn Marion und ein starkes Double-Double von Brendan Haywood (12 Punkte, 12 Rebounds, davon 7 offensiv). Vince Carter kehrte nach fünf Spielen Verletzungspause ins Team zurück und punktete ebenfalls zweistellig (12 Punkte).

Am Sonntag kommt es nun zum Duell zwischen den Mavs und den San Antonio Spurs - ob mit oder ohne Nowitzki ist noch unklar. Bei Utah trafen mal wieder Paul Millsap (20 Punkte) und Al Jefferson (19 Zähler) am besten.

Reaktionen:

Rick Carlisle (Trainer Dallas): "Jeder hat gut gespielt. Ich finde, dass Roddy die Point-Guard-Position noch nie so gut gespielt hat, wenn es darum geht, das Team zu führen und Situationen zu erkennen. Er hat immer und immer wieder wichtige Aktionen gehabt. Er wird immer besser, daran gibt es keinen Zweifel. Wenn er es schafft, jede Minute, die er auf dem Feld steht, mit dieser Aggressivität zu spielen, wird er noch schneller noch besser werden. Er hat große Fortschritte gemacht, jetzt ist es ganz wichtig, dass er auf diesem hohen Niveau bleibt."

... über das Comeback von Nowitzki: "Ich denke, dass wir am Samstag sicherlich mehr wissen, wie es aussieht für Sonntag."

Rodrigue Beaubois (Dallas): "Das war ein guter Abend. Wenn man dir einen guten Wurf gibt, dann musst du bereit sein, den Wurf zu nehmen. Ich versuche, einfach nur aggressiv zu sein."

Lamar Odom (Dallas): "Es geht nicht nur darum, die Würfe zu treffen. Es geht darum, das Richtige zu machen. Die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gute Defense zu spielen. Ich habe ein besseres All-Around-Game gespielt."

Tyrone Corbin (Trainer Utah): "Dallas hat extrem gut getroffen. Das war zuletzt nicht der Fall gewesen. Man muss ihnen Anerkennung zollen. Sie haben ihre Würfe getroffen, als es darauf ankam. Und wir nicht."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Gute und schlechte Nachrichten für die Mavs. Carter hat seine Fußverletzung überwunden und steht wieder zur Verfügung. Dafür fällt jetzt neben Nowitzki auch Delonte West (Oberschenkel) aus. Allerdings sollte der Guard wohl nur ein Spiel verpassen. Bei Utah ist Jefferson (Knöchel), der bei der Niederlage gegen Toronto aussetzen musste, wieder dabei.

3.: Odom nimmt sich die ersten beiden Würfe bei den Mavs, der erste geht noch daneben, aber dann sitzt der Dreier. Erleichterung in Dallas. Dann aber eine Schrecksekunde. Jason Kidd humpelt zur Seitenlinie und verschwindet kurze Zeit später in der Kabine. Diagnose: Wadenzerrung.

12.: Sehr offensiv geprägtes erstes Viertel. Dallas mit einer Trefferquote von 65 Prozent, reicht aber trotzdem nicht zur Führung (30:30). Utah hält dagegen. Carter und Beaubois bislang ganz stark bei den Mavs.

18.: Irre Aktion mal wieder von Roddy B.! Beaubois blockt den Jumper von Earl Watson und leitet damit sofort den Fastbreak ein. Terry mit dem schönen Driving-Layup. 42:37 Dallas.

24.: Beaubois dominiert praktisch nach Belieben und steht zur Pause schon bei 16 Punkten. Devin Harris mit zwei Dreiern und Jefferson mit einigen guten Aktionen sorgen dafür, dass die Jazz noch einigermaßen dran bleiben. 58:50 Dallas.

31.: Jet for three! Es läuft einfach bei den Mavs. Nach einem 8:0-Run ist Dallas jetzt auf 14 Punkte weg. Die Utah-Defense weiterhin grottenschlecht. 77:63 Mavs.

36.: Millsap is in the zone! Der Jazz-Power-Forward dreht im dritten Viertel ganz groß auf und führt sein Team fast alleine ins Spiel zurück. 17:5-Lauf für Utah, Gordon Hayward hat sogar die Chance zum Ausgleich, bringt den Ball aber nicht im Korb unter. Dafür haben die Mavs die Antwort parat. Erst Terry von Downtown, dann Beaubois mit einem Super-Drive zum Korb. Drin. Plus Foul. 88:82 Dallas.

41.: Gefühlt geht bei den Mavs jeder Schuss rein. Beaubois mit dem nächsten Dreier. Und dann haut Odom sogar innerhalb von nur einer Minute zwei weitere Dreier rein. Wahnsinn, so sieht das schon mehr nach Lamar Odom aus. Dallas wieder auf 13 weg. 99:86 Mavs.

46.: Die Garbage-Time läuft. Zeit für andere Jungs, sich noch mal zu zeigen. Für Yi Jianlian zum Beispiel. Der Chinese lässt es krachen, Driving-Dunk! 110:92 Dallas.

Der Star des Spiels: Rodrigue Beaubois. Obwohl Carter wieder einsatzbereit war und normal für West hätte in die Starting Five rücken können, entschied sich Carlisle dazu, Beaubois zum ersten Mal in dieser Saison starten zu lassen. Es sollte die Belohnung sein für die ansteigende Form des Franzosen, der unterem anderen beim Sieg in Utah schon so stark gespielt hatte. Und nach dem nächsten Spiel gegen die Jazz kann man nur sagen: Beaubois würde wohl am liebsten nur gegen Utah spielen. Beaubois übernahm nach Kidds Ausscheiden die Point-Guard-Rolle und machte sowohl Harris als auch Watson beim Pick-and-Roll mit seiner unglaublichen Geschwindigkeit komplett fertig. Dazu traf er bei seinen Drives gute Entscheidungen und brachte unter anderem einmal Ian Mahinmi mit einem starken Bodenpass in Position für einen Slam-Dunk. 22 Punkte, 6 Rebounds, 7 Assists, 4 (!) Blocks, 1 Steal - es war großes Roddy-Kino.

Der Flop des Spiels: Josh Howard. Der Ex-Maverick, der seine ersten sechs NBA-Jahre in Dallas verbrachte und 2007 ein All-Star war, spielte zum ersten Mal als Gast im AAC. Und es war ein Auftritt zum Vergessen. Howard hatte sich in der frühen Saisonphase zu einem wichtigen Rollenspieler in Utah entwickelt, doch dann zwang ihn eine Oberschenkelzerrung zu einer Zwangspause von vier Spielen. Jetzt ist Howard zurück, sucht aber noch nach seiner Form. Gegen Toronto traf er gar nichs (0/5 FG). Und in Dallas war es kaum besser. In 15 Minuten nahm sich Howard acht Würfe, traf aber lediglich zwei davon. Die Jazz-Bank, normalerweise eine Stärke, enttäuschte insgesamt. Auch C.J. Miles spielte beispielsweise schwach. Einziger Lichtblick war der junge Enes Kanter (12 Punkte, 7 Rebounds in nur 13 Minuten).

Dallas: Endlich sind die Ringe da!
Vor dem Spiel gegen die Minnesota Timberwolves bekamen die Mavs ihre Meisterringe überreicht. Dirk Nowitzki freut sich besonders
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Dirk bedankt sich bei Dallas Mavericks-Besitzer Mark Cuban, der für die Ringe insgesamt 1,4 Millionen Euro bezahlte
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Und so sehen die Championship-Ringe in der Nahaufnahme aus: In der Mitte ist das Mavericks-Logo und drum herum steht der Schriftzug "World Champions"
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Die Liebe liegt im Detail: Auf der Seite der Ringe steht der Name des neuen Besitzers, noch ein Mavs-Logo und das Zeichen der NBA
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Dieser feine Ring gehört unserem deutschen Superstar Dirk Nowitzki. Der dicke Schriftzug seines Nachnamens ist auf der Seite eingraviert
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Dieser feine Ring gehört unserem deutschen Superstar Dirk Nowitzki. Der dicke Schriftzug seines Nachnamens ist auf der Seite eingraviert
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Die Analyse: Nowitzki? Nicht dabei. West? Nicht dabei. Kidd? Nach ein paar Minuten auch nicht mehr dabei. Die Mavs spielten nach zwei Minuten ohne drei etatmäßige Starter, aber an diesem Abend machte das alles nichts. Die Mavs, die im bisherigen Saisonverlauf bekanntlich über ihre formidable Defense (89,2 Punkte) ihre Spiele gewonnen haben, lieferten trotz der ganzen Ausfälle ihre beste Offensivleistung der Saison ab.

Normal macht Dallas im Schnitt knapp 92 Punkte pro Partie, gegen Utah waren es am Ende 116. Und der Grund war eine sensationelle Mannschaftsleistung. Beaubois überstrahlte zwar alles, aber er hatte jede Menge Hilfe. Vor allem von Odom, der zum ersten Mal im Dallas-Trikot annähernd wie der amtierende Sixth-Man-of-the-Year aussah.

Nach seiner 2/14-Performance gegen Minnesota waren die Diskussionen über Odom soweit gegangen, dass sogar die Mavs einräumten, dass man sich vorstellen könnte, Odom ähnlich wie Nowitzki mal eine Woche aus dem Spielbetrieb herauszunehmen. Das scheint nicht mehr nötig.

Dazu befreite sich Terry, der zuletzt auch einige Probleme hatte, aus seiner Wurfkrise. Marion setzte seine starken Leistungen nahtlos fort. Haywood kontrollierte die Bretter. Und auch Carter war bei seinem Comeback ein Faktor - erst zum zweiten Mal in dieser Saison punkteten sechs Mavericks zweistellig. Selbst von Yi (8 Punkte) bekam Carlisle gute Minuten. Der Mavs-Coach hat immer betont, dass man in so einer außergewöhnlichen Saison mit so großen Belastungen jeden Spieler benötigt. Dallas hat bewiesen, dass jeder im Kader jederzeit bereit ist.

Wichtigster Schlüssel zum Sieg: Die Mavs trafen nicht nur 55 Prozent aus dem Feld und ließen den Ball gut laufen (26 Assists, nur 9 Turnover), sie trafen vor allem ihre Dreier. Dallas gehörte bislang zu den schwächsten Teams von der Dreierlinie überhaupt in der NBA (30 Prozent), gegen Utah traf man jetzt sagenhafte 58 Prozent (11/19).

Der Plan, Nowitzki nochmal in ein persönliches Trainingscamp zu schicken, scheint perfekt aufzugehen. Ohne den Finals-MVP haben die Mavs drei von vier Spielen gewonnen. Und Nowitzki hat in dieser Zeit angeblich gute Fortschritte gemacht und könnte am Sonntag gegen San Antonio bereits wieder zurückkehren.

NBA: Der komplette Spielplan

Florian Regelmann

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