NBA-Playoffs: Die Mavericks vor Spiel 4 in Dallas

Macht Dallas heute den Sack zu?

Von Maurice Kneisel
Sonntag, 08.05.2011 | 12:04 Uhr
Bislang kein Duell auf Augenhöhe: Dirk Nowitzki führt Pau Gasol in der Serie vor
© Getty
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Die Dallas Mavericks geben sich in den Western-Conference-Halbfinale weiterhin keine Blöße und führen in der Serie mit 3-0. Noch ein Sieg fehlt zum Weiterkommen. Vor Spiel 4 in Dallas (21.15 Uhr im LIVE-TICKER) sind Fans und Spieler entsprechend euphorisch. Nur Jason Kidd tritt auf die Spaßbremse. Bei den Los Angeles Lakers ist derweil nur noch Kobe Bryant optimistisch, eine Legende fordert schon den Neuaufbau.

"Ich glaube immer noch, dass wir die Serie gewinnen werden", meinte Kobe Bryant unmittelbar nach der 92:98-Niederlage seiner Lakers in Spiel 3 in Dallas. An Selbstvertrauen hat es dem zukünftigen Hall-of-Famer bekanntlich noch nie gemangelt, und irgendwie wäre es ja auch typisch für die Mavericks, die Geschichte nochmal spannend zu machen.

Aber andererseits: Glaubt nach dem bisherigen Verlauf der Serie noch irgend jemand ernsthaft an die Wende? Immerhin ist es nicht nur so, dass Los Angeles auf der ganzen Linie enttäuscht - die Mavericks machen auch verdammt viel richtig. Und vor heimischer Kulisse sind sie aktuell eh kaum zu schlagen.

Dallas dominiert die Spiele zwar nicht durchgängig, dafür aber im entscheidenden vierten Viertel. Leichter dürfte es für L.A. nicht werden, schließlich haben sämtliche Starter in der letzten Partie wieder zwischen 35 und 42 Minuten gespielt. Ron Artest kehrt nach abgesessener Sperre zwar in die Formation zurück, konnte bislang aber eh nicht überzeugen.

Es droht der peinliche Sweep für den amtierenden Champion. Und nun kommt auch noch der Druck von Außen hinzu.

Reißt die Lakers nieder!

Vizepräsident Earvin Magic Johnson hat sich gegenüber der "Los Angeles Times" unmissverständlich zur Zukunft seiner geliebten Lakers geäußert: "Dr. Buss (Besitzer der Lakers, Anm. d. Red.) wird im Sommer viel zu tun haben. Wenn das Team diese Serie verliert, wird er es wohl niederreißen müssen, damit wir mit einigen neuen Gesichtern zurück kommen können."

Die lebende Legende teilt offenkundig nicht den Zweckoptimismus seines Franchise Players Bryant und ist vielmehr der Meinung, dass die Mannschaft schon zu lange zusammen spielt. Die aktuelle Mannschaft wird schon abgehakt - dabei sind sie noch gar nicht ausgeschieden.

Das Team hat seiner Ansicht nach zwei Probleme: "Sie sind zu langsam und haben keine Athleten. Athletik ist in dieser Liga mittlerweile Trumpf. Alle Teams, die aktuell in den Playoffs sind, können schnell rennen und hoch springen." Die Qualitäten dieser Spielweise werden ihm derzeit von Dallas in schöner Regelmäßigkeit vorgeführt, wenn die Mavs nach Steals wieder mal einen Fastbreak über J.J. Barea, Jason Terry oder Shawn Marion fahren.

Die Hauptbaustelle im Team hat Magic auch schon ausgemacht: Sie liegt seiner Meinung nach im Frontcourt, wo Center Andrew Bynum und Kollege Pau Gasol eine enttäuschende Serie spielen. Entsprechend ist Johnsons Ansage klar: "Wir müssen uns entscheiden, welchen der beiden wir behalten wollen, und dann traden wir den anderen."

Buhmann Pau Gasol

Vor allem der Spanier, nach seinem Wechsel 2008 und den anschließenden zwei Meisterschaften noch als großer Difference Maker in der kalifornischen Metropole gepriesen, muss aktuell reichlich Kritik einstecken.

Während diese in erster Linie auf seinen Vorstellungen gegen Dirk Nowitzki und Co. basiert, enttäuschte er bereits in der ersten Playoff-Runde gegen die New Orleans Hornets gewaltig. Im Schnitt holt der Power Forward 5,4 Punkte und 2,4 Rebounds (gegen New Orleans sogar 3,4) weniger als in der regulären Saison, dazu ist seine Wurfquote von 52,2 auf 42,2 Prozent abgesackt.

Aber ein anderer Wert sticht besonders deutlich ins Auge: Gasol gelangen während seiner Karriere durchschnittlich 1,7 Blocks, gegen die Hornets waren es sogar 2,3. Aber gegen die Mavericks findet er kein Mittel, gerade mal 0,7 Würfe konnte er in den ersten drei Partien abwehren.

All-Star-Mismatch

Für Gasols lasche Man-to-Man-Defense spricht auch die folgende Statistik: Nowitzki, der L.A. im dritten Aufeinandertreffen 32 Punkte reinhaute, erzielte 27 dieser Zähler im direkten Duell mit dem Spanier. Insgesamt hat Dirk in der Serie 19 von 25 Versuchen aus dem Feld gegen ihn verwandelt, was einer überragenden Trefferquote von 76 Prozent entspricht.

Und so ist sich Tim MacMahon von "ESPNDallas" sicher, dass das Duell der beiden All-Star-Forwards das größte Mismatch zwischen Dallas und Los Angeles darstellt. Dirk dominiert seinen Gegenspieler an beiden Enden des Courts dermaßen, dass sich Lakers-Coach Phil Jackson bereits darüber beklagte, die Mavs erhielten von den Schiedsrichtern zu viele physische Freiheiten bei der Post Defense gegen ihn.

"Er hat aktuell einfach einen tollen Lauf", kommentierte Gasol die Leistung des Deutschen: "Ich habe ihn in seiner Karriere nie besser spielen sehen. Er trifft gut, hat Selbstvertrauen und spielt insgesamt sehr stark." Scheint so, als ob Paus Gedächtnis aktuell nicht das Beste ist.

Denn Nowitzki spielt für seine Verhältnisse nicht mal eine besonders herausragende Serie. Diese zeigte er vielmehr vor fünf Jahren beim 4-0-Sweep gegen die Memphis Grizzlies, als er 31,3 Punkte pro Spiel holte. Und nun darf jeder mal raten, welcher heutige Laker damals sein Gegenspieler war: Nämlich Pau Gasol.

Clutch-D toppt Clutch-O

Gasol ist nicht der einzige Laker, der sich an der neu entdeckten Defensiv-Stärke der Mavericks die Zähne ausbeißt. Auch wenn Jason Kidd nach Spiel 3 erklärte, Kobes ungewohnte Clutch-Schwäche in der Serie sei nicht sein Verdienst, müssen wir ganz klar konstatieren: Doch Jason, ist sie!

Jedem dürfte noch die Schlussphase aus Spiel 1 in Erinnerung sein, als der Mavs-Point Guard Bryant zu einem Turnover sowie zwei Fehlwürfen zwang. Und auch in der letzten Partie hatte Kidd ihn voll im Griff, ließ in den letzten 4:33 Minuten keinen einzigen Punkt des Superstars zu, während Dallas einen Sechs-Punkte-Rückstand in einen Sieg verwandelte.

"Ihr werdet mich nicht dazu überreden können, zu sagen, dass ich ihn gestoppt habe. Ihr könnt so oft und in so vielen verschiedenen Sprachen fragen, wie ihr wollt, aber ich habe Kobe nicht ausgeschaltet. Ich habe es ihm einfach nur schwer gemacht und hatte dabei viel Hilfe", gab sich Kidd bescheiden. Dann halt nochmal ein klares Statement auf Deutsch: Doch Jason, hast du.

Dafür spricht auch, dass die Zeit, die Kidd, der schon neunmal ins erste bzw. zweite NBA-Defensive-Team gewählt wurde, mit der Deckung des Lakers-Shooting-Guard verbringt, von Spiel zu Spiel zunimmt. Kobes Punkte sind derweil von 36 (Spiel 1) über 23 (Spiel 2) zu 17 im dritten Aufeinandertreffen stetig abgesackt.

Full House zum "Blue-Out"

Während Kidd tief stapelt, kocht die Euphorie angesichts des möglichen Sweeps gegen den vermeintlichen Favoriten aus L.A. langsam über. 21.156 Fans fanden sich zu Spiel 3 im American Airlines Center ein - Zuschauerrekord. Die meisten davon trugen die von Besitzer Mark Cuban zur Verfügung gestellten "Blue-Out"-Shirts.

Einen Blow Out gab es in der Partie zwar nicht zu bewundern, aber die Texaner werden trotzdem auch zu Spiel 4 wieder in die Halle strömen und ihr Team mit "Let's Go Mavs"- und "De-fense"-Chören nach vorne peitschen.

Wieviel die Unterstützung bedeutet, wird auch aus den folgenden Kommentaren von Nowitzki deutlich: "Die 'Blue-Out'-Aktion war klasse, ein toller Anblick. Das Gebäude war lauter als je zuvor, die Fans haben uns im Vierten nach vorne getrieben. Als wir den Ausgleich erzielt haben, verwandelte sich die Halle in ein Tollhaus."

Maverick 4 Life

Die Begeisterung beschränkt sich nicht nur auf die Ränge, sondern greift auch auf das Team über: Jason Terry, seit 2004 in Dallas unter Vertrag, erklärte nach Spiel 3, dass er für kein anderes Team mehr auflaufen wolle. Der Sixth Man vom Dienst, dessen Vertrag nach der kommenden Spielzeit endet, möchte seine Karriere bei den Mavericks beenden.

Nach einem durchwachsenen und emotionalen Ende der regulären Saison ist der Jet in den Playoffs den Ansprüchen voll gerecht geworden und hat sich mit durchschnittlich 16,8 Punkten bei einer Quote von 49,1 Prozent wieder als unumstrittene zweite Scoring-Option nach Dirk etabliert.

Der 33-Jährige hat neben der Meisterschaft zudem noch ein weiteres, persönliches Zie: Sein Trikot mit der Nummer 31 soll in Zukunft denen von Rolando Blackman und Brad Davis unter der Hallendecke Gesellschaft leisten, wo auch das von Nowitzki eines Tages zu sehen sein wird. Keine Frage, ein Sweep gegen die Lakers wird dabei sicherlich hilfreich sein.

NBA: Ergebnisse und Spielplan der Playoffs

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