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14. Sieg gegen den Lieblingsgegner

Von Philipp Dornhegge
Sonntag, 06.02.2011 | 06:24 Uhr
Dirk Nowitzki trug 4 Blocks zum Sieg seiner Dallas Mavericks gegen die Charlotte Bobcats bei
© Getty
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Die Dallas Mavericks (35-15) haben auch das 14. Aufeinandertreffen mit den Charlotte Bobcats (21-29) für sich entschieden und bleiben die einzige NBA-Franchise, die noch nie gegen das Team von Besitzer Michael Jordan verloren hat. Zudem war es der achte Sieg in Folge für das Team von Dirk Nowitzki.

Der deutsche Superstar war mit 25 Punkten Topscorer der Partie, Jason Terry trug 21 Zähler bei. Center Tyson Chandler verpasste ein weiteres Double-Double um einen Punkt (9 Punkte, 15 Rebounds).

Bei den Gästen war D.J. Augustin nach starker zweiter Hälfte erfolgreichster Schütze (21), fünf weitere Spieler punkteten zweistellig.

Bobcats - Mavericks: Die Highlights zum Spiel im Video bei ESPN

Reaktionen:

Tyson Chandler (Dallas): "Ich könnte Tag und Nacht spielen. Letztes Jahr hatte ich gerade erst eine Operation hinter mir. Dieses Jahr fühle ich mich wie ein neuer Mensch."

Rick Carlisle (Trainer Dallas): "Seine Präsenz unterm Korb ist enorm wichtig. Tyson ist zwar schmal, aber physisch sehr präsent. Er mag den Körperkontakt, er weicht keinen Schritt zurück. Das färbt auf alle anderen ab."

Jason Kidd (Dallas): "Tyson ist unser emotionaler Anführer. Er ist schnell, athletisch, ein guter Shotblocker und Rebounder. Er ist ein wichtiger Grund für unseren Erfolg."

Shawn Marion (Dallas): "Jeder Auswärtssieg ist super. Wir sind da rausgegangen und haben uns genommen, was wir haben wollten. Auch wenn es nicht immer leicht war. Unser Selbstbewusstsein ist derzeit verdammt groß."

Dirk Nowitzki (Dallas): "Der Schlüssel war, dass wir Charlotte bei unter 40 Prozent aus dem Feld gehalten haben. Wir mussten am Ende zwar mehr kämpfen, als wir wollten. Aber die letzten Spiele waren wie Playoff-Spiele, das kann uns nur weiterhelfen."

D.J. Augustin (Charlotte): "Die Kommunikation in der Defense war zum Teil nicht da. Gegen so eine Mannschaft kann man sich das nicht erlauben. Die Jungs machen ihre Würfe rein."

Stephen Jackson (Charlotte): "Was soll man aus diesem Spiel schon lernen? Wir haben verloren. Ich glaube, die Gründe dafür zu kennen. Aber wenn ich jetzt den Mund aufmache, werde ich sicher von der NBA bestraft."

Paul Silas (Trainer Charlotte) über ...

... die Leistung seiner Mannschaft: "Ich finde, dass wir so hart gekämpft haben, wie es eben ging. Aber Dallas ist ein gutes Team. Und sie haben einen Lauf."

... Stephen Jacksons Probleme mit den Schiedsrichtern: "Er benimmt sich jetzt schon eine ganze Weile so. Es liegt an ihm, sein Verhalten zu hinterfragen. Für uns als Team jedenfalls wird es schwer, wenn einer seine Konzentration verliert."

... über den lethargischen Boris Diaw: "So ist er eben. Ich kann ihm nur die Möglichkeit geben, es besser zu machen. Ob er dann auch wirklich wirft, ist seine Sache."

SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tipoff: Die Gäste aus Texas starten wie zuletzt mit Kidd, Barea, Stevenson, Nowitzki und Chandler. Charlottes Starting Five besteht aus Augustin, Jackson, Wallace, Diaw und dem unsterblichen Kwame Brown.

5. Minute: Wo kam das denn her? Nowitzki mit einem Power-Move im Lowpost, den er mit einem Hakenwurf - nicht seinem patentierten Fadeaway-Jumper - abschließt. 11:6 Mavs.

7.: Die Bobcats-Offense besteht in der Anfangsphase nur aus Diaw. Der oft lethargische Power Forward hat bis auf drei alle Punkte für die Gastgeber erzielt. Das reicht aber für die Führung. 14:13 Bobcats.

16.: Die Mavs nehmen die Defense des Gegners nach allen Regeln der Kunst auseinander. Scheinbar mühelos kommen die Gäste reihenweise zu offenen Würfen, auch die Zone ist ständig frei. Bisher eine einseitige Geschichte. 39:26 Mavs.

24.: Schon interessant, dass Shaun Livingston, ausgerechnet Shaun Livingston, einer von nur drei Charlotte-Spielern ist, der bisher in jedem Saisonspiel auf dem Parkett stand. Mit einem herrlichen Dunk kurz vor der Halbzeit verkürzt der Backup-Point-Guard. 55:43 Mavs.

32.: Nach Bareas Dreier hatte Dallas die größte Führung des Abends, doch sein Gegenspieler Augustin macht 10 der nächsten 14 Zähler. 73:61 Mavs.

40.: Die Mavs sind eiskalt ins vierte Viertel gestartet. Erst einer von neun Würfen fand das Ziel, Charlotte aktuell mit einem 9:2-Lauf. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, dass Dallas hier verlieren könnte. 84:75 Mavs.

47.: Dallas hat in diesem Spiel, vom letzten Viertel ganz zu schweigen, wahrlich keine Bäume ausgerissen. Dennoch: Nach Terrys Jumper ist der nächste Sieg eingetütet. 100:92 Mavs.

Der Star des Spiels: Dallas und die Blocks. Die Mavs sind trotz verbesserter Defense nun wirklich nicht dafür bekannt, den Gegner mit ihren Monster-Blocks in Angst und Schrecken zu versetzen. 4,2 Blocks im Schnitt, Platz 25 ligaweit: das ist nichts Besonderes. Zum Vergleich: Die Knicks liegen mit 6,3 pro Spiel auf Platz eins. Gegen Charlotte aber machte der Gast den Bereich um den Korb komplett dicht. Satte 14 Blocks verbuchte Dallas und verhinderte so immer wieder leichte Punkte, die das Spiel vielleicht spannender gemacht hätten, als es letztlich war. Nowitzki war mit 4 übrigens der Beste. Allerdings: Charlotte ließ sich mit 8 Blocks auch nicht lumpen.

Der Flop des Spiels: Boris Diaw. Der Franzose ist ein Mysterium. Mit seinen Fähigkeiten ist er jederzeit in der Lage, ein Triple-Double abzuliefern, zwischendurch hat er aber mal diese unerklärlichen Null-Punkte-Stinkbomben drin. Das Dallas-Spiel zeigte das ganze Spektrum von Diaws Spiel im Schnelldurchlauf. Im ersten Viertel machte der Big Man 11 Punkte und wirkte hoch motiviert, anschließend machte er - ganz genau - 0. 4 Rebounds und 2 Assists sind auch nicht unbedingt der Hit.

Analyse: Nach dem emotionalen Sieg in Boston war der Lieblingsgegner genau der richtige Kontrahent, um auch mit weniger als 100 Prozent Motivation die Siegesserie am Laufen zu halten. In mittlerweile 14 Spielen gegen die Charlotte Bobcats hat Dallas noch nicht einmal verloren.

Das änderte sich auch diesmal nicht, weil der Gastgeber in den ersten drei Vierteln scheinbar selbst nicht daran glaubte, die Misere endlich beenden zu können. In der Defense wurde brav Abstand gehalten, in der Offense war viel zu wenig Bewegung.

Die Mavs hatten keinerlei Mühe, einen ausreichend großen Vorsprung vor sich her zu tragen. Dirk Nowitzki war bei den ganz wenigen kritischen Momenten derjenige, der im Eins-Gegen-Eins für die Highlights sorgte. Erst in den letzten zwölf Minuten wurde es noch mal ein wenig interessant.

Das jedoch nicht, weil sich Charlotte in die Partie verbiss, sondern weil die Gäste mittlerweile scheinbar so desinteressiert waren, dass vorne gar nichts mehr ging. Charlotte kam langsam heran und entdeckte seinen Kampfgeist wieder. Aber in Gefahr geriet der souveräne Sieg der Mavs nie.

Die mittlerweile auf acht Erfolge ausgebaute Siegesserie sollte auch im nächsten Spiel nicht beendet werden: Im Heimspiel gegen die unsäglichen Cleveland Cavaliers wäre alles andere als ein klarer Sieg eine Schande.

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