Montag, 17.05.2010

Berater Holger Geschwindner verrät

Nowitzki-Entscheidung erst Ende Juni

Dirk Nowitzkis ungewisse Zukunft: Bleibt er bei den Dallas Mavericks? Oder forciert er einen Wechsel? Eine Tendenz deutet sich an - doch das Problem ist "ein sehr kompliziertes Geflecht".

Dirk Nowitzki in der abgelaufenen Saison: 26,7 Punkte, 8,2 Rebounds, 3,0 Assists
© Imago
Dirk Nowitzki in der abgelaufenen Saison: 26,7 Punkte, 8,2 Rebounds, 3,0 Assists

Seit fast drei Wochen war nichts mehr zu hören aus dem Lager von Dirk Nowitzki. Der Superstar der Dallas Mavericks tauchte nach dem Playoff-Aus in der ersten Runde gegen die San Antonio Spurs ab und ließ seitdem einige Fragen offen.

Zieht er seine Player Option, kündigt den bis 2011 laufenden Vertrag und sucht sich für die kommende Saison einen neuen Klub? Oder verlängert der 31-Jährige sogar vorzeitig und bindet sich über 2011 hinaus an die Mavs?

Und was hat er in den letzten Wochen überhaupt getrieben?

"Dirk macht Urlaub, legt die Füße hoch, spielt ein bisschen Tennis und genießt die texanische Sonne", erklärt Holger Geschwindner - und verrät bei SPOX, bis wann Nowitzki eine endgültige Entscheidung fällt.

Holger Geschwindner mit Schützling Nowitzki
Holger Geschwindner mit Schützling Nowitzki
© Getty

Vor dem 20. Juni passiert nichts

"Wir werden abwarten, bis die Playoffs fertig sind, erst dann beginnen die Verhandlungen", so Geschwindner, der als Berater und Mentor auch die finanziellen Details zwischen Dallas und Nowitzki regelt. "Vor dem 20. Juni wird nicht viel passieren."

Wenn Nowitzki das Ziel hätte, in diesem Sommer als Free Agent zu wechseln, müsste er seinen Vertrag bis zum 30. Juni kündigen.

"Sehr kompliziertes Geflecht"

Geschwindner verstehe zwar die deutschen Medien und die anhaltenden Spekulationen um Nowitzkis Zukunft, "aber auch in Deutschland müssen die Leute registrieren, dass in der NBA die Uhren anders ticken als im Fußball. Vertragsangelegenheiten in der NBA sind generell ein sehr kompliziertes Geflecht".

Zumal Geschwindner nicht abschätzen kann, inwiefern die 2011 endende Tarifvereinbarung ("Collective Bargaining Agreement") zwischen der NBA und der Spielergewerkschaft bereits in diesem Jahr Auswirkungen haben wird.

"Einige gehen davon aus, dass bei der neuen Tarifvereinbarung festgelegt wird, dass die Spieler weniger verdienen dürfen als jetzt. Daher werden viele Spieler darauf drängen, jetzt noch einen neuen Vertrag abzuschließen. Pau Gasol hat deshalb vor einigen Monaten bereits bis 2014 verlängert. Inwiefern solche Dinge Auswirkungen haben werden auf Dirk oder Dallas, weiß keiner so genau."

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Nowitzki-Verbleib Priorität Nummer eins

Ob Nowitzki zu einem Verbleib oder zu einem Weggang tendiert, verriet Geschwindner nicht. Aber zwei Dinge fielen auf: Einerseits betont er das "sehr gute Verhältnis" zwischen den Mavericks und Nowitzki, weswegen "wir jetzt nicht anfangen, dummes Zeug über die Medien zu fordern".

Andererseits sagt Geschwindner: "Wir haben registriert, wie sehr Mark Cuban auch in der Öffentlichkeit das Signal an Dirk gesendet hat, dass sein Verbleib Priorität für den Klub hat."

Hoffnung für DBB

Bleibt die Frage, ob sich Nowitzki Gedanken über eine Teilnahme an der WM in der Türkei (28. August bis 12. September) gemacht hat.

"Es ist so, dass NBA-Veteranen tendenziell nicht mehr so häufig an großen Turnieren teilnehmen", sagt Geschwindner.

Er fügt jedoch vielsagend zu: "Aber es wäre sicherlich auch nicht hilfreich, wenn Dirk fünf Monate lang gar keinen Basketball auf höchstem Niveau spielt und nur in der Trainingshalle rackern würde. Denn dann kann man nicht erwarten, dass er in die neue Saison startet und sofort der Alte ist. Erst schauen wir mal, wie es mit Dallas weitergeht, dann sehen wir weiter."

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Haruka Gruber

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